Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Mal schauen, wie lang das noch so leicht geht. Es gibt ja derzeit führende politische Kräfte, die der Meinung sind, dass es insgesamt zu viele Krankschreibungen gibt und fordern, den Weg zum Erwerb einer AU zu erschweren.

    Wobei das eine Ablenkungsdiskussion ist, die nicht von Fakten unterfüttert ist - und weder den Arbeitnehmern noch dem Gesundheitssystem hilft. Kurzzeiterkrankungen machen zwar 20-25% der Fälle, jedoch nur 3-5% der gesamten Krankheitstage aus. Wenn ich einen (zum Glück seltenen) Migräne-Anfall hatte, bin ich nicht zum Arzt, um mich im Wartezimmer noch mit Grippe anstecken zu lassen. Da bin ich zurück ins Bett und war am nächsten Tag wieder fit. Das hat auch das Gesundheitssystem jedes Mal mit mindestens 27,80 € wegen "Beratung, auch telefonisch" entlastet, die nicht berechnet wurden.

    Weshalb wird eigentlich derzeit so massiv über
    - Kranke
    - Migranten
    - Bürgergeldempfänger
    - nun auch Beamte
    ...
    gepoltert - und sich nicht um die wahren Belastungsfaktoren unserer Gesellschaft gekümmert? Da sieht man vor lauter Nebelkerzen nicht mehr die grausige Entwicklung hin zu einer Entsolidarisierung der Gesellschaft. Allein die seit 1997 durch ein Verfassungsgerichtsurteil von CDU und FDP "stillgelegte" Vermögenssteuer hätte durch eine verfassungskonforme Umformulierung des Gesetzes nach Schätzungen in diesem Zeitraum 300-450 Mrd Euro in den Staatshaushalt geschwemmt.
    BTW: In der Schweiz gibt es eine Vermögenssteuer, die nach Kanton variiert. Sie beträgt zwischen 1,5% und 10%. Manchmal ändern sich die Sätze. Deswegen ist in der Schweiz noch niemand in den Nachbarkanton umgezogen.
    Aber das wäre einen eigenen Thread wert.

    Back-on-topic:
    In SEK II, BK und ähnlichen Schularten werden "Kleidungsfragen" sicher nicht so eng gesehen.
    Im Unterricht zur Berufsfindung und -erkundung in Klasse 8 oder 9 gehören solche Fragen zum Lehrinhalt:
    Wie trete ich im Praktikum einem (evtl. künftigen) Arbeitgeber gegenüber?
    Was gilt als "gutes oder schlechtes Benehmen", welche Regeln der Höflichkeit sollte man beachten, falls man seine Aussichten auf einen guten Arbeitsplatz nicht vermasseln möchte?
    Wie verhalte ich mich am Arbeitsplatz im Praktikum und im Beruf?
    Und da ist die Schule auch "Übungsraum".

    Klar kann man das als unnötig abtun. Aber es hilft den Kids in keiner Weise.

    Du weißt aber, dass das ein Seitenhieb auf Susanne Eisenmann und Co. ist, oder?

    ... und auf frühere Diskussionen hier im LF :)
    Aber Sarkasmus und satirische Bemerkungen sind nicht für jeden verständlich. Isshaltso.
    Wobei ich die Bezeichnung "Creep" als unwürdig und beleidigend empfinde. Aber leider sind solche Ausfälle mittlerweile wohl auch unter Lehrkräften salonfähig. Vielleicht wäre es sinnvoll, sich auch im LF an ein "Regelwerk" zu halten. Leider greift die Ver-X-ung auch hier um sich.

    Creep.

    "In der Jugendsprache ist ein "Creep" eine Person, die sich auf eine unerwünschte, unangenehme, gruselige oder seltsame Art verhält, oft mit einem subtilen sexuellen Beigeschmack oder indem sie Grenzen überschreitet, was bei anderen ein Gefühl von Unbehagen und Angst auslöst, vergleichbar mit einem "Ekel" oder "Widerling". Es beschreibt jemanden, der "creepy" ist, also ein "gruseliges Gefühl" erzeugt, durch Verhaltensweisen wie Starren, unerwünschte Nähe oder das Ignorieren von "Nein".

    Danke dafür. Gebe ich gerne zurück.

    In meiner Jugendzeit hatte ich die Sommerferien auf 9 Wochen ausgedehnt. Das war kein Problem. Es ist immer die Frage, ob sich das argumentativ unterfüttern lässt. Ich hatte damals meine Verwandten in Kanada besucht. Die Schulleitung hat die verlängerten Ferien als Sprachkurs (und somit lernrelevant) genehmigt.
    BTW: Kurz bevor ich zurückkam, habe ich "auf englisch" geträumt ;)

    Im Abijahr hatte ich meinem Sport- und Deutschlehrer einen vierseitigen Brief über den "Sinn und Unsinn körperlicher Ertüchtigung für einen kreativen Menschen" über einen Absatz von José Ortega y Gasset aus dessen Buch "Über die Liebe" geschrieben und um Befreiung vom Sportunterricht für das restliche Schuljahr gebeten. Ich wollte mich an der Kunstakademie bewerben und musste meine Mappe fertig stellen. Keine Zeit für Sport am Nachmittag. Befreiung wurde gewährt. Als wir ihn mit einigen Mitschülern nach dem Abi Zuhause besuchten, um das Abi zu feiern, sah ich, dass die Entschuldigung gerahmt über seinem Schreibtisch hing. Als angehender Kunststudent hatte ich das Schreiben auch entsprechend gestaltet. ;)

    Wer triftige Gründe hatte, bekam auch von mir Dispens.

    Ich bin erst seit zwei bis drei Jahren im Beruf

    In meiner Anfangszeit, als ich an die Dienststelle kam, haben sich auch einige Schüler und Eltern an mir "abgearbeitet". Da giltst du als "der Jungspund ohne Kompetenz" - und als willkommene Angriffsfläche für alles, was Eltern am Schulsystem nicht gefällt. Mussu durch ;)
    Lass nicht alles an dich ran und bürste manches schnell von dir ab. Sitzordnung ist dein Kompetenzbereich. Du hast Gründe, diese so festzulegen und musst dich dafür nicht rechtfertigen. Falls Eltern und Kinder wünschen, dass die beste Freundin den Platz als Nebensitzerin braucht, sag' nur, dass sie mit ihr in der Pause jederzeit reden kann und sie zum Lernen in der Schule ist - nicht, um Spaß mit der Freundin zu haben.

    Klar. Du bist inkompetent. Du hast ja nicht mehrere Jahre studiert und zwei Staatsexamen bestanden. Oder doch?

    Disclaimer: Es wird von Jahr zu Jahr besser. Vertrau' mir ;)

    Bernie Sanders schreibt deutlich, worauf man bei KI achten muss:
    ---------------------
    Hier ist die deutsche Übersetzung des Textes aus dem Bild (Quelle FB, Übersetzt durch Gemini-KI):


    Sen. Bernie Sanders (@SenSanders)

    Künstliche Intelligenz und Robotik werden die Welt verändern. Heute trifft eine Handvoll Milliardäre im Silicon Valley hinter verschlossenen Türen Entscheidungen, die die Zukunft der Menschheit prägen werden. Währenddessen haben arbeitende Menschen bei diesen Diskussionen keine Stimme und viel zu wenig Einblick in die rasanten Veränderungen, die bereits im Gange sind.

    Deshalb freue ich mich darauf, diesen Monat Kalifornien zu besuchen, um mich mit führenden KI-Köpfen zu treffen und die grundlegenden Fragen zu stellen, die wir uns als Land stellen müssen. Hier sind nur einige der Punkte, die ich ansprechen möchte:

    1. Wer wird für den Wandel hin zu einer KI-Welt verantwortlich sein? Ist das Ziel der KI-Revolution lediglich, die Superreichen noch reicher und mächtiger zu machen, oder wird diese Technologie genutzt werden, um uns allen zugutezukommen?
    2. Welche Auswirkungen werden KI und Robotik auf arbeitende Menschen haben? Wenn KI und Robotik Millionen von Arbeitsplätzen vernichten – wie werden die Menschen überleben, wenn sie kein Einkommen mehr haben?
    3. Was wird KI für unsere Demokratie bedeuten? In einer Zeit, in der der Autoritarismus auf dem Vormarsch ist: Werden KI und Robotik dazu beitragen, uns zu einer freieren, demokratischeren Gesellschaft zu machen, oder werden sie den Oligarchen, die diese Technologie kontrollieren, noch mehr Macht verleihen?
    4. Stellt KI eine existenzielle Bedrohung für die menschliche Spezies dar? Der „Godfather of AI“, Dr. Geoffrey Hinton, sagte mir kürzlich, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis KI intelligenter als der Mensch werde. Wie arbeiten wir mit der internationalen Gemeinschaft zusammen, um diese außergewöhnliche Bedrohung zu verhindern?

    Fazit: KI und Robotik sind die transformativsten Technologien in der Geschichte der Menschheit. Das amerikanische Volk muss bestimmen, wie KI sein Leben beeinflusst. Wir dürfen diese enorm wichtigen Entscheidungen nicht in den Händen einer Handvoll Milliardäre lassen.



    In Physik kann ich mir Projektkurse in Richtung Astrophysik oder Biophysik gut vorstellen, bin aber auch nicht abgeneigt Kurse in Richtung Robotik oder Elektronik zu entwickeln, ggfs. aber auch einfach "Entwicklung von h5p-Modellen für den Physikunterricht".

    s3g4 Vielleicht bin ich ja nur (herbst-)blond. Aber in diesem Bereich findest du auf der von mir angegebenen Seite eine ganze Menge ähnliche Anregungen. Dass das nicht 1:1 für die Oberstufe umsetzbar ist, ist eh' klar. Aber als Anregung, das Hirnschmalz zu aktivieren kann's ja dienen.
    War das von dir wieder mal der übliche Beißreflex - ohne überhaupt nachzusehen, was sich auf der Seite befindet? :autsch:

    An Werkrealschulen sind Projektprüfungen schon lange Bestandteil der Abschlussprüfung.
    Aus durchgeführten Prüfungen und Netzrecherche hatte ich einen Vorschlagskatalog für die KuK zusammengestellt. Vielleicht finden auch KuK aus dem "hohen Haus" hier Anregungen ;)
    https://www.autenrieths.de/projekt.html

    Ebenso hatte ich Vorschläge für Kriterienkataloge für die bewertung gesammelt. Links dazu hier:
    https://www.autenrieths.de/vorbereitungen.html#bewerten

    Es Lehrkräfte sind wir doch fast so etwas wie "IT-Influencer" ;)

    SuS müssen sich nicht für viel Geld (oder im Sonderangebot) Micro$oft Office kaufen. LibreOffice ist kostenlos und hat auch einige Funktionen, die z.B. Word nicht hat. Wenn SuS also nach Textverarbeitung fragen (oder auch: wenn sie nicht fragen), erhalten sie von mir immer diesen Tipp.

    Als IT-Beauftragter der Schule hatte ich alle Rechner mit LibreOffice ausgestattet. MS-Office wurde nicht angeschafft - das Geld haben wir in Hardware investiert ;)
    Eine der ersten Aktionen im neuen Schuljahr im EDV-Unterricht war, den Schülern zu zeigen, wie sie die neue Libre-Version herunterladen und installieren können. Wer Zuhause schwaches netz besaß, bekam die Libre-Installation auf den Stick kopiert.
    BTW: Durch das Betriebssystem des Servers (Linuxmusterlösung für Schulen) durften die Schüler dank Sheila (Selbst heilende Arbeitsstationen) am Rechner Programme installieren, löschen, etc.. Beim nächsten Boot war alles wieder gut ;)

    (Wero würde ich auch gern nutzen, das bietet meine Bank aber immer noch nicht an.)

    Geht mir genauso. DKB wartet noch ab... Mist. Das ärgert mich als Schwabe sehr. WERO verlangt geringere Gebühren (für mich als Zahlungsempfänger)

    Ist doch schön, dass du uns die Welt immer wieder erklärst. :kuss:

    Immer wieder gerne. Wer kann, der kann ;)

    Back on topic: Spiegel 6/2026 (aktuell, diese Woche): "Tschüss, Google, Paypal, Word"
    Darin werden einige interessante Aspekte der Abhängigkeit von US-Amerikanischen "Dienstleistern" angesprochen - wie die Unberechenbarkeit des Präsidenten, der noch 3 Jahre Zeit dafür hat, missliebigen Nationen die Konten und Zugänge sperren zu lassen. Eine Verwaltung, die sich auf Office 365 verlässt, könnte dann sehr schnell wieder auf Faxgeräte angewiesen sein.

    Ein interessanter Tipp aus dem Artikel: Die Suchmaschine Ecosia nutzt die Ergebnisse von Google und Bing, meldet jedoch die Daten des Abfragenden nicht an diese beiden "Platzhirsche" weiter. Das macht den umstieg SEHR leicht. "Startpage" hatte ein ähnliches Prinzip, wurde jedoch von einem US-Investor übernommen, wodurch diese Suchmaschine obsolet ist.

    Anstatt Google Drive wird der kanadische Dienst Sync empfohlen, als Browser Vivaldi aus Norwegen, der genauso flott arbeitet wie Chrome.
    Statt Paypal kommt WERO immer mehr in die Gänge - man müsste es nutzen, damit es populärer wird.

    Muss man individuell sehen!8)

    Als Fachlehrer für Musik würde ich das genauso sehen - das kann schon ein "weites Feld" sein ;)
    Wobei ich immer wieder auch gerne Musikunterricht gegeben habe. Das lag jedoch an den Rahmenbedingungen, die ich z.T. selbst geschaffen hatte: Genug Boomwhackers, Midi- und Notationssoftware auf den Rechnern im Computerraum, Blockflötenklasse in Klasse 4, mehrere E-Gitarren und midifähige Keyboards, als Techniklehrer Zugang zum Technikraum, um Instrumente zu bauen etcpp.
    Vielleicht findest du hier Anregungen für eine entspanntere "Restzeit":
    https://www.autenrieths.de/musikunterricht.html

    Ich habe 35 Jahre als Lehrer gearbeitet. Ja. It's the money, my dear. Warum auch nicht. Ohne Lohn arbeiten die wenigsten für einen Arbeitgeber. Und ja. Die Pension ist "auskömmlich".

    Wichtiger ist eher, warum ich im Lehramt geblieben bin. Ich hätte auch in der Industrie bleiben - oder dahin zurückkehren - können.

    In der Industrie produziert man Produkte. Möglichst gut. Möglichst viel. In der Regel heißt es im Schwabenland dann: Nicht gemeckert ist genug gelobt. Dafür hat man einen 8-Stundentag und den Rest frei.

    Als Lehrer hat man Erfolgserlebnisse. Oft dauert es, bis man sie sieht. 3 Jahre Frust und Ärger in den Klassen 7-9 (mit Einsprenkeln von netten Erlebnissen) bis man am Ende ALLEN das Abschlusszeugnis in die Hand drücken kann. Dann haben sich Ärger und Auseinandersetzungen mit Schülern und Eltern ausgezahlt und man schnitzt vor der nächsten Runde eine Kerbe in den Spazierstock.

    Mit Kuk, die zu Freunden wurden, die Schule am Laufen zu halten, technisch und optisch zu verbessern, interessante Angebote zu entwickeln und den "Lebensraum" für alle zu gestalten. Da kommt man von Zuhause ins Wohn- und Arbeitszimmer, das man mit anderen teilt und in dem man einen Gutteil des eigenen Lebens verbringt. Derartige Gestaltungsmöglichkeiten bietet die Industrie nicht.

    Jeden Tag als "Stand-up-Comedian" mit den Kids Ping-Pong zu spielen hält die grauen Zellen aktiv. Besonders an der GHWRS, wo man in 10 Disziplinen auf passablem Level spielen muss.

    Wenn man nach vielen jahren an der Supermarktkasse einen ehemaligen Schüler, der in Klasse 5 mit Matheschwäche an die HS kam trifft (und den man bis zum Hauptschulabschluss unterrichtet hatte) dieser auf die Frage, ob er nun Einzelhandelskaufmann sei, stolz antwortet: Das sei nur ein job in den Semesterferien. Er studiere BWL.

    Wenn man auf der Straße erwachsene Menschen trifft, die freundlich grüßen. Und man sich an die Zeit erinnert, als dieser Mann ohne Deutschkenntnisse im Sprachkurs für Spätaussiedler saß, nun seit Jahren als Metallfacharbeiter in einer Firma arbeitet, von seinem Einfamilienhaus und seinen Kindern erzählt.

    etcpp.

    Dann weiß man, dass es sich - trotz mancher Kämpfe gegen Hormonbomben - gelohnt hat, abwechslungsreich und spannend war.
    Ja. Lehrer lohnt sich.

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