Beiträge von watweisich

    Jetzt kommen hier Zahlen auf den Tisch, die man natürlich noch differenzieren muss.

    In NRW gibt es erhebliche! Unterschiede je nach Wohnort. In der höchsten Mietstufe 6 (Köln/Düsseldorf) sind es bei 2 Kindern 1315€ Familienzuschlag. bei 3 Kindern 2125€ (Ledig, Stkl. 2).

    Aber man darf nicht nur diese Zuschläge isoliert betrachten. Viele KuK mit Kindern sind verheiratet und haben Steuerklasse 3, wobei es ggü. einem ledigen Kinderlosen zu substantiellen Netto- Besoldungsunterschieden von bis zu 2500€ kommt.

    Kinderlose werden indirekt stärker honoriert, weil sie öfter in Vollzeit arbeiten und dadurch ja bereits in der Regel mehr Grundbesoldung erhalten.

    Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, dass Kinderreiche keinen schlechteren Lebensstandard als Kinderlose führen dürfen und dass die Leistung des Kinderkriegens und -erziehens auch finanziell gewürdigt werden müssen - die Gründe hierfür wiederum hat MarieJ aufgezeigt.

    Ach, wenn man Vollzeit arbeitet, bekommt man tatsächlich eine höhere Grundbesoldung? Wie gütig....Dann muss ich meinem Dienstherrn mal eine Dankeskarte schreiben.

    Warum hängst du dich derart an Begrifflichkeiten auf? Ich sehe meine "Besoldung" als ein Gehalt, bei dem ich Zeit gegen Geld tausche und mein "Amt" als eine Tätigkeit, wobei ich nach meiner Qualifikation und Aufgabe bezahlt werde. Die juristische Semantik ist mir sehr wohl vertraut, interessiert mich aber einfach nicht, da ich das, was am Monatsanfang auf meinem Konto landet, immer noch als Gehalt betrachte.

    Auch das ist, wenn man Alimentation konsequent denkt, richtig. Egal, ob du das Studium von Zuschlag für das erste, zweite oder dritte Kind finanzierst, er wird dafür nicht reichen. Bei den ersten beiden Kindern sowieso nicht und beim dritten Kind bleiben nach Steuern auch keine 1000€ netto über, die ein Studium in den meisten Unistädten mittlerweile pro Monat kosten dürfte.

    In dem Augenblick, in dem die Kinder das Studium abschließen und aus der Unterhaltspflicht entfallen, dürfte der Lebensstandard merklich steigen.

    Du erwartest ernsthaft, dass das Land komplett für das Studium deiner Kinder aufkommt?

    Das Argument hinkt insofern, weil es dem Schulleiter mit A16 natürlich auch möglich wäre, 6 Kinder zu bekommen. Dann würde der Schulleiter mit A16 auch wieder mehr verdienen als der Referendar. Davon abgesehen, ist es ja auch eine Leistung, 6 Kinder zu bekommen und zu erziehen. Du hast an anderer Stelle doch heute noch geschrieben, dass einzelne Kindergärten wegen geringer Kinderzahlen schließen müssen. Der Referendar tut zumindest seinen Teil, um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen.

    Ehrlich jetzt? Kinderkriegen als Leistung, die der Arbeitgeber mit einer höheren Besoldung honoriert? Ist es nicht vielmehr so, dass Kinderlose stärker honoriert werden sollen, weil sie z.B. zusätzlich die Kurse bei Elternzeit auffangen müssen, i.d.R. eher für Klassenfahrten herangezogen werden, etc., objektiv häufig einfach mehr in der Schule arbeiten?

    Deine ominöse Argumentation läuft alleine deswegen schon ins Leere, weil NRW und Badenwürttemberg die einzigen Länder sind, welche solch extremen Familien- und Ortszuschläge gewähren. Einfach deshalb, weil sie ein Schlupfloch gefunden haben, nicht das gesamte Gehaltsgefüge nach oben anzupassen, um Geld zu sparen. Es ist also nicht selbstverständlich und nicht überall üblich, dass man Familien derart gut stellt.

    Desweiteren übersiehst du, dass Kindergeld noch oben drauf kommt und die A13 Nettobesoldung, plus Familienzuschläge, um insgesamt etwa 2500-3000€, je nach Wohnort und Steuerklasse, ggü. einem Kinderlosen erhöht. Das ergibt eine ca. 80% höhere Besoldung bei gleichem Amt und Tätigkeit, was mit nichts zu rechtfertigen ist.

    Der Beamte wird auch nicht entlohnt, sondern alimentiert. Haben wir schon oft besprochen, verstanden wird's aber scheinbar immer noch nicht.

    Aber wenn das Leistungsprinzip völlig, und in Zukunft sogar noch stärker, hinter dem Sozialprinzip zurücksteht, lohnen sich Beförderungen für Kinderlose nicht mehr und bei denen, die sich engagieren, führt es zu Frust. Um als Kinderloser auf die Besoldung eines A13er mit 3 Kindern in Düsseldorf oder Köln zu kommen, müsste er eine B2 Stelle haben. Das ist krank.

    Für bitte hinter "Kosten des Beamten" ein "stärker" ein. Danke.

    Angestellte: die sind von der Amtsangemessenen Alimentierung natürlich nicht betroffen, da keine Beamte. Und du hast recht - die gucken in die Röhre. (Vielleicht sollte man dort die Bezahlung dann entsprechend an den Kindern anpassen, damit sie nicht schlechter als Beamte gestellt sind. Ach ne, das willst du ja nicht. Dir geht es ja darum, dass Beamte mit Kindern finanziell nicht "scheinbar" besser gestellt sind als du und die Angestellten schiebst du also nur vor.)

    Nirgendwo sonst bemisst sich ein erheblicher Anteil der Besoldung an der rein privaten Entscheidung, ob man Kinder möchte oder nicht. Man wird nicht für die Besoldungsgruppe bzw. seine Tätigkeit bezahlt, wie das in allen anderen Arbeitsverhältnissen außer dem Beamtentum normal ist, sondern nach seinem Privatvergnügen, ob man Kinder hat oder nicht. Das ist doch völlig absurd!

    Definition der "Amtsangemessenen Alimentierung".


    Mit Kindern steigen die Kosten des Beamten, daher ändert sich damit auch amtsangemessene Alimentierung. Für mich (kinderlos) immer noch logisch nachvollziehber.

    Und die Kosten für kinderlose Beamte steigen etwa nicht? Wenn ich in einer Großstadt, z.B. Mietenstufe V 1500€ für eine 60-70qm Wohnung zahlen muss, dann ist das bei einer Nettobesoldung von 3800€ schon eine Hausnummer und nicht amtsangemessen. Wieso sollen nur Familien von diesem Gesetz profitieren? Warum bekommt ein Lehrer, nur weil er 3 Kinder hat und in einer teuren Großstadt wohnt, ca. 1600-1800€ Netto mehr als ein Kinderloser? Das kann man doch auch keinem Angestellten vermitteln.

    Nein, sie werden nicht das Nachsehen haben, sie haben es aktuell nicht, dann können sie es auch zukünftig nicht haben.

    Edit: Auch in Zukunft werden die familienbezogenen Besoldungsbestandteile dafür sorgen, dass es einen Unterschied zwischen kinderlosen und Beamten mit mehr oder weniger Kindern gibt.

    Wenn sich ein wesentlicher Anteil der Besoldung an der Anzahl der Kinder im Haus bemisst, kann das nicht verfassungskonform sein. Das Land NRW hat sich deshalb für die extrem hohen Familienzuschläge entschieden, da eine allgemeine Erhöhung der Besoldung für alle Beamte schlicht zu teuer wäre. Eine amtsangemessene Alimentierung muss aber jedem Beamten zustehen, unabhängig von Kindern.

    Um noch mal auf den unverschämten Kinderzuschlag bei Beamten zurück zu kommen:

    Ich habe gerade in meine letzte Bezügemitteilung geguckt: Ganze 345 € netto bekomme ich für 2 Kinder in NRW. Whohoooooooo!!!! DAS ist in der Tat ein Grund neidisch zu sein und endlose Debatten auszulösen. Zumal diese 345 € in Kürze wegfallen werden, wenn es auch kein Kindergeld mehr gibt.

    Ja genau! Ohne zu sagen, ob du Teilzeit/Vollzeit arbeitest und in welcher Mietstufe du eingeordnet bist.

    Wenn ich hier Zahlen nenne, gehe ich von Vollzeit, und bei den Familienzuschlägen absichtlich von der zweithöchsten Mietstufe 6 aus, weil ich selber in einer solchen Stadt lebe. Die Familienzuschläge sind in Mietstufe 6 einfach krank und gegenüber Angestellten und kinderlosen Beamten keinesfall fair. Jeder, der heutzutage in Großstädten Mieten zahlen muss, leidet unter der hohen Mieteninflation und aus welchem Grund sollten Zuschläge nur an Kinder gebunden sein?

    Meine Wohnung hat 77qm, große Terrasse, parkähnlicher Garten (den fast nur ich mit dem Hund nutze), ruhiger Stadtteil (deshalb die hohe Miete, die mir die Ruhe und das Grün wert sind). Also ja, das geht auch ohne Zuschläge von einem halben Gehalt.

    Nein, es geht eben nicht ohne Zuschläge mit einem halben Gehalt! Du kannst nicht von dir mit Sonderkonditionen in der PKV und Teil-DU? auf andere schließen.

    s3g4 : Theoretisch kannst du dir als Single mit dem nötigen Kleingeld sogar ein ganzes Schloss kaufen. Praktisch ist der Immobilienmarkt nicht auf Singles ausgelegt - sie stellen als Zielgruppe nur eine kleine Nische dar. Es gibt Studien, die besagen, dass der häufigste Wohnungstyp die 80m^2 Dreiraumwohnung ist. Auch eine solche kannst du dir als Single anmieten. Praktisch richten sie sich meist an Paare, die dann wiederum oft mehr als ein Gehalt mitbringen.

    Eine kleine Nische?

    In Großstädten haben Singlehaushalte einen Anteil von um die 50%.

    Menschen ohne Kinder kann man mittragen, muss die Gesellschaft ja irgendwie leisten. Aber wenn niemand Kinder hat, haben wir ein Problem. Ich kenne wen ohne Kinder, der immer mal krank ist bis zum nächsten Urlaub. Ist ja sein gutes Recht aber wenn das alle so machen würden....

    Und jetzt ernsthaft: Ich kenne viele Leute in Vollzeit, die meinen, die Kolleg*innen in Teilzeit beantragen das aus Spaß und sollten dankbar sein, wenn sie weniger unterrichten dürfen, alles andere aber komplett mitmachen müssen, weil das ja leider unteilbar sei.

    Wie gesagt, wenn du einen Job ohne Kinder haben willst, sich dir einen. Ansonsten musst du damit leben, dass irgendwer die Blagen großzieht.

    Polemischer gehts nicht mehr?

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