Beiträge von plattyplus

    Ich halte Erziehungsmaßnahmen auch überwiegend für wirkungslosen Quatsch, formell müssen sie einer Ordnungsmaßnahme aber nunmal vorgelagert sein, wenn der Beschluss widerspruchsfest sein soll.

    Es muss aber ja nicht zwingend immer ein Elterngespräch sein (gerade, wenn die Eltern eh uneinsichtig sind), sondern das Fehlverhalten kann auch schriftlich (Mail, Brief) gerügt werden. Wenn man das 3x dokumentiert hat, hat man auch eine Basis für eine Ordnungsmaßnahme.

    Dem stimme ich durchweg zu. Das Problem ist aber, dass der ganze Vorlauf mit den schriftlichen Rügen ewig lange dauert. Allein bis die Post vom Klassenlehrer durch die Verwaltung durch ist und bei den Eltern ankommt vergehen 1-2 Wochen. Anschließend mußt du noch dem Schüler 2 Wochen Zeit geben sich zu bessern. ... Also dauert ein Durchlauf mindestens einen Monat, eher 1,5 bis 2 Monate... dann kommen noch die Ferien dazwischen. ...

    Wenn man nicht spätestens im Oktober mit dem ganzen Bums anfängt, schafft man es nicht das ganze Verfahren bis zum Ende des Schuljahres abzuarbeiten.

    Im Chemieunterricht gab es vor ein paar Monaten eine Schlägerei unter Sechstklässlern. Ein Kollege ist dazwischen gegangen, hat sich dabei aber nur eine blutige Nase geholt. Reaktion der Schulleitung: "Was gehen sie auch dazwischen, halten sie sich besser raus, dann werden Sie auch nicht verletzt." Ihm wurde geraten ein Elterngespräch zu führen, bei dem die Eltern den Standpunkt vertreten haben, dass sie das Verhalten ihres Kindes völlig nachvollziehen können, man muss sich schließlich wehren, wenn man angegriffen ist. Mehr ist nicht passiert.

    Ich hätte ihm geraten den Vorfall anzuzeigen und die Polizei ermitteln zu lassen. Glaub mir, wenn die Polizei samt Jugendamt das Elterngespräch führt, ist das weitaus wirkmächtiger als alles was wir tun. Außerdem sind Sechstklässler üblicherweise 11 oder 12 Jahre alt und somit zwar noch nicht strafmündig, wohl aber deliktsfähig. Entsprechend müssen sie den angerichteten Schaden bezahlen. Dies schließt Schmerzensgeld ausdrücklich mit ein.

    Klar stehen bei uns da auch Namen, aber alle wissen, die Kinder werden nur beaufsichtigt.

    So lange die Kinder beaufsichtigt werden, ist doch alles gut. Streik bedeutet: "Liebe Eltern, holt eure Kinder sofort ab. Aufsicht gibt es nicht und in 30 Minuten ist das Schulgebäude abgeschlossen."

    Moin,

    in NRW gibt es ja die BASS schon seit Jahren nicht mehr als Druck sondern nur noch online. Leider finde ich auf der Webseite des Ministeriums nur einen ganzen Haufen kleiner PDF-Dateien. Gibt es irgendwo noch die komplette BASS in Form einer einzigen PDF-Datei?

    Das hat dazu geführt, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, ob ich diesen Beruf langfristig weiter ausüben möchte oder kurzfristig die Reißleine ziehe und bereits am Montag das Gespräch mit der Schulleitung suche, um über eine Kündigung zu sprechen.

    Ich schreibe inzw. manchmal zurück, dass ich 450 Schüler vor der Nase habe und mich deswegen um manche Kleinigkeiten gar nicht kümmern kann, weil das einfach meine Arbeitszeit nicht her gibt. Da kommt dann auch oft keine Rückfrage mehr. Viele Eltern und auch Ausbildungsbetriebe denken, dass ich maximal eine Klasse unterrichte und deswegen praktisch unendlich viel Zeit für jeden Einzelfall habe. Wenn sie feststellen, dass dem gerade nicht so ist, weckt das so manche auf.

    Und ja, 450 Schüler klingt viel und ist auch viel, aber denkt mal an den Religionslehrer, der mit jeweils einer Stunde durch alle Klassen gejagd wird, dann ahnt ihr vielleicht woher diese Zahl kommt. In der Klasse, in der ich Klassenlehrer bin, habe ich auch nur zwei Wochenstunden.

    In der Regel dürfte eine SL mehr als ein Jahrzehnt Unterrichtserfahrung haben bevor sie ihr Amt antritt.
    Als wenn eine SL nur wüsste wie unterrichtliche Realität aussieht, wenn sie weiter unterrichtet.

    Das kann aber auch bedeuten, dass eine SL Unterrichtserfahrung im ländlichen Ostwestfalen gesammelt hat und dann eine Leitungsstelle in Duisburg Marxloh oder Dortmund Nordstadt antritt, wo die Realitäten ganz andere sind als die, welche die SL gewohnt ist.

    Eine Schulleitung, die sich nicht in der Klasse durchsetzen kann oder keine Lust hat, mit SuS zu arbeiten ginge für mich gar nicht.

    Ich finde es viel wichtiger, dass eine Schulleitung wirklich fit ist im Schulrecht, sich gut mit der Verwaltung einer Dienststelle auskennt und den KuK den Rücken frei hält. Für mich besteht die Kernaufgabe einer SL nicht (mehr) darin zu unterrichten und so selber für strahlende Kinderaugen zu sorgen. Das machen die "normalen" Kollegen. Die Schulleitung hat vielmerh dafür zu sorgen, dass die "normalen" Kollegen ein sehr gutes Umfeld vorfinden, um eben für diese strahlenden Kinderaugen sorgen zu können.

    Das würde ich unterschreiben. Und gleichzeitig sage ich: für die Schüler ist es besser, wenn ich mal so sehe wie Kollegen aus der erweiterten Schulleitung oft ihren Unterricht halten (nämlich aus dem Büro heraus mit offener Tür).

    Ich habe schon unter vielen Schulleitern gedient. Mir ist einer in Erinnerung geblieben, der seinen eigenen Unterricht immer in die 1. Stunde gelegt hat, damit dieser eben nicht mit seinen Bürozeiten kollidiert. Da hatte er dann immer von 7:30 bis 8:15 Uhr Unterricht und danach ging dann sein Kerngeschäft los.

    Wenn er mindestens 3 Stunden unterrichten muss, dann hat er sich bereits alle 22 Abminderungen (oder was immer euer volles Deputat ist) zugeteilt.

    Bei uns ist das volle Deputat 25,5 Stunden wovon der Schulleiter per Verordnung für seine Leitungstätigkeit mal gleich 22,5 Stunden erlassen bekommt. Also selbst wenn er Unterrichten will, bleiben nur 3 Wochenstunden übrig und die kann er mit Ermäßigungsstunden auch noch selber bis auf null runterdrücken.

    Ich weiß nicht, wie die Bestimmungen in anderen Bundesländern sind. Hier in Berlin hat die Schulleiterin / der Schulleiter 9 Stunden wöchentlich Unterrichtsverpflichtung.

    In NRW hat der Schulleiter eines Berufskollegs eine Unterrichtsverpflichtung von 3 Wochenstunden. Aber er ist es auch, der über die Verteilung der Ermäßigungsstunden entscheidet. Wenn er sich selber da jetzt 3 Ermäßigungsstunden genehmigt, unterrichtet er gar nicht mehr.

    Du schickst sie zur „Entschuldigung“. Du nutzt also deine Machtposition aus und weist sie an sich zu entschuldigen. Tun sie dies dann nicht, kommen gewisse Konsequenzen auf die Delinquenten zu.

    Sowas ist keine glaubwürdige Bitte um Entschuldigung. Entschuldigen kann es sowieso nur der Geschädigte. Sowas ist eine erpresste Aussage der Delinquenten, die nichts aber auch wirklich gar nichts wert ist, vergleichbar mit einem Geständnis, das mittels Folter aus jemandem rausgepresst wurde.

    Und jetzt mal wieder zurück zu Orange One:

    Hat Merz Angst? Oder warum sonst sind die paar deutschen Soldaten schon wieder zurück?

    Wie sieht es aus mit einer Konferenz der NATO-Mitglieder (außer den USA) gemäß Artikel 4 (nicht 5!) des NATO-Vertrags?

    Orange One will ja inzw. immer heftiger Grönland den USA einverleiben.

    —> https://www.tagesschau.de/ausland/zoelle…nen-eu-100.html


    Wäre es nicht mal angebracht, daß Dänemark gemäß Artikel 4 des NATO-Vertrags (der Spannungsfall) Konsultationen der übrigen NATO-Mitglieder einberuft, um Orange One zu zeigen, dass man sein Ansinnen nicht akzeptiert?

    Hitler hat man damals in den Jahren 1937 bis 1939 auch immer gewähren lassen, was seine Annexionen anging, so dass er sich nicht vorstellen konnte, dass Großbritannien und Frankreich wirklich für Polen in den Krieg ziehen werden und war gemäß der Geschichtsbücher total geschockt davon, dass er sich am 3.9.1939 auf einmal in einem Weltkrieg befunden hat.

    Bei Orange One sehe ich da Parallelen. Wenn man ihm nicht frühzeitig und heftig Grenzen aufzeigt, macht er immer weiter, bis es am Ende richtig heftig knallt. Eine Appeasement-Politik funktioniert einfach nicht.

    Gratulier den Jungs zum Stimmbruch und lauf weiter.

    Mache ich auch immer. Und wenn ich dann in "meiner" Klasse bin und in lauter fragende Gesichter der Azubis blicke, ist meine Antwort auf die Frage: "Was war das denn?" immer nur: "Da seht ihr mal, dass auch ihr als Azubis bereits Eure Firma vertretet. Es erwartet niemand, dass ihr perfekt seid, aber wenn das so läuft wie eben, muss ich wohl nicht mehr viel dazu sagen, oder? Übernommen werden die jedenfalls eh nicht. Ratet mal warum."

    Und ja, insgeheim freute ich mich, dass es dem DAX-Konzern schlecht geht und das die Trolle nicht übernommen werden. Der Betrieb ist bei uns an der Schule dafür bekannt, dass er die Auzbis danach aussucht, ob bereits deren Eltern in dem Konzern gearbeitet haben, und nicht danach welches Bild die Auzbis selber abgeben. Darf ich hier so ehrlich sein?

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