Ich verbuche das eher unter "Lebenserfahrung" sammeln denn unter "doppelt bestraft". Schließlich wird irgendwann auch für die introvertierten Schüler der Tag der mündlichen Prüfung kommen und da sehe ich es schon als großen Vorteil an, wenn sie diese Prüfungssituation schon aus ihrem Schulalltag kennen.
Ähnlich gehe ich mit den Diagnosen ADHS etc. um. Da erzählen mir manche Schüler: "Das brauche ich nicht zu können, schließlich habe ich ein Attest, in dem steht, daß ich das nicht kann. Entsprechend brauche ich es auch gar nicht erst zu versuchen."
Die gucken mich dann immer schief an, wenn ich ihnen entgegne, daß ich jetzt eigentlich genau diese Dinge, die sie nicht können, von ihnen täglich abprüfen müßte, eben damit sie es lernen für ihr späteres Leben. Schließlich fragt nach der Schulzeit niemand mehr warum man etwas nicht kann. Da zählt dann nur noch das Ergebnis, also kann man es oder nicht? Und genau auf dieses Leben habe ich die Schüler vorzubereiten.