Wie sagte George Bernard Shaw einst schenkelklopfend? "Those who can, do; those who can't, teach." Wer dieses Zitat zeitgemäß findet, sollte sich überlegen, wie er selbst Lehrer*in sein kann, wenn er/sie doch nur unterrichtet, weil er/sie nichts kann. Oder gilt das nur für Lehrer, die auch Fachleiter und Mentoren sind, aber nicht für alle anderen Kollegen?
Hat das aber denn jemand so undifferenziert und schwarz-weiß geäußert, dass Mentoren nur schlecht wären? Ich kann mich spontan an keinen solchen Beitrag erinnern im Thread, mag mich aber täuschen. Persönlich sehe ich das durchaus differenziert, nachdem der Mentor mit dem es für mich nicht so besonders gut gepasst hat zwischenmenschlich, bei dem ich auch die Art der Rückmeldung teilweise schwierig fand, fachlich/fachdidaktisch eine absolute Koryphäe ist und mir eine Art von Unterricht gezeigt hat, die ich selbst nie erlebt und so auch sonst nicht gesehen habe. Gelernt habe ich also unglaublich viel für das ich dankbar bin ungeachtet genannter Kritikpunkte.
Zitat von samu
Meiner Erfahrung und Kenntnis nach werden LuL in Studium und Ref differenziert, fachlich, didaktisch und pädagogisch auf das Unterrichten sehr gut vorbereitet. Vielleicht wäre Beratung statt Benotung für einige besser aber ich fänd's nicht gut, Lehrer komplett ohne Prüfung auf die Schüler loszulassen. Irgendwer sollte schon gucken, was die nächste Lehrergeneration so macht. Immerhin wollen die meisten verbeamtet werden und bis zur Pensionierung künftig unbeobachtet auf Kinder losgelassen werden.
Meine Erfahrung mit Mentoren ist auch eher positiv, ich weiß aber inzwischen zuviel was Mitanwärter erleben mussten, um hier undifferenziert von mir und meinem Erleben auf andere zu schließen, vor allem, da Seminare wie auch Schulen so unterschiedlich aufgestellt sind. Viele hatten bei uns am Seminar und an den Ausbildungsschulen gute Beratung und Ausbildung, teilweise gab es aber auch Schulen, an denen Anwärter begeistert von Mentoren begrüßt wurden mit den Worten "endlich jemand vom Fach, wir machen das alle fachfremd und haben so viele Fragen wie es wirklich geht" oder wo es nach den ersten 6 Wochen infolge von Krankheitsfällen keine Mentorenbetreuung mehr gab oder oder oder.
Niemand verlangt oder erwartet hoffe ich, dass man ohne entsprechende Ausbildung (theoretisch/fachlich, wie auch praktisch) den Beruf ausüben sollte dürfen, auch wenn Quereinstiegsprogramme dies teilweise praktizieren und zu vermitteln scheinen. Die Verbeamtung ist für mich nicht das entscheidende Kriterium oder Argument für Lehramtsprüfungen, die Qualität, die wir unterrichtlich leisten können wollen, die unsere Schülerinnen und Schüler gleich welchen Alters wert sind und die auch uns entlastet, da vernünftige Ausbildung die Basis der folgenden weiteren Professionalisierung ist (die das Ref ja nur einleitet) ist denke ich das zentrale Argument für ein Referendariat samt Abschlussprüfungen.