Daten legen nahe, dass SuS "früher" insgesamt etwas mehr Bücher gelesen haben, vielleicht oft mangels anderer Alternativen. Heute zieht das Lesen im Vergleich mit den zahlreichen anderen Unterhaltungsmöglichkeiten zu oft den Kürzeren. Klar war es früher auch oft eine Form von "Trashliteratur", die gelesen wurde, aber selbst die wirkt sich nachgewiesenermaßen positiv auf Lese- und Schreibkompetenz aus. Auch heute gibt es ein paar Literaturhypes (oft Fantasy), aber die Subgruppen, die das konsumieren, sind vermutlich ingesamt eher klein.
"etwas mehr Bücher" wurden früher vielleicht gelesen. Fragt sich aber, von welcher SuS-Klientel und wie man "früher" definiert
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Ich habe wirklich nicht den Eindruck, dass sich an dem kleinen Prozentsatz meiner BBS-SuS, die "freiwillig" Bücher oder anspruchsvollere Zeitungsartikel lesen/lasen, in den letzten ca. 20 Jahren viel getan hat. Vor 10-15 Jahren haben unsere SuS auch schon viel Zeit mit ihren Handys oder im Internet verbracht, allerdings nicht mit "Netflix" und Co. und auf anderen Social-Media-Plattformen als heute. Damals waren ja "Facebook" oder "schülervz" noch beliebt, viele haben "Skype" zur Kommunikation benutzt, gerne Videos auf "YouTube" geschaut, Online-Spiele gespielt,... Als ich Anfang der 2000er Referendarin und dann "Junglehrerin" war, war Fernsehen zudem noch sehr beliebt bei den Jugendlichen und sie verbrachten viel Zeit vor der Glotze und beim Zocken am PC. Oder sie haben sich mit Freunden "draußen" getroffen. Der Anteil derjenigen unserer SuS, die in ihrer Freizeit gelesen haben, war jedenfalls ihren Äußerungen nach damals auch nicht sonderlich hoch.