Beiträge von Zauberwald

    Zauberwald

    Inzwischen heißt das nicht mehr "Außenklasse", sondern "Kooperative Organisationsform". Dadurch wird auch deutlich, dass es nicht um Inklusion, sondern um Kooperation geht. Die SuS sind Schüler des SBBZ (Sonderschule), nicht der Grundschule, die Lehrer des SBBZ sind verantwortlich und, wie du ja auch schreibst, immer anwesend.

    Das ist nicht wirklich vergleichbar mit Inklusion in Gruppenlösungen (BW) oder im Rahmen des GL oder wie auch immer es in anderen Bundesländern heißen mag, wo der gesamte Unterricht gemeinsam stattfindet und - wenn man Glück hat - für wenige Stunden ein Sonderpädagoge dabei ist.

    Ich weiß, dass es keine Inklusion in dem Sinne ist wie es Caro beschreibt. Ich habe es ja auch Partnerklasse genannt. Es sollte eigentlich ein Positivbeispiel sein für die Zusammenarbeit mit Behinderten. Funktioniert, weil es den Luxus der auch anwesenden Sonderschullehrerin gibt. Ich finde die Aufgabe von Caro 07 ganz schön schwierig. Ich kenne die Situation von Asperger Autisten mit Lernbegleitung. Wobei ich denke, dass es vom Unterrichtsstoff her bei Caro schwieriger sein wird. In De und Ma kann das Kind vllt. nicht mal alle Buchstaben und rechnet bis 10 oder so...

    Die Inklusion wird da v.a. auf sozialer Ebene stattfinden und teilweise in den Fächern, während De und Ma viel parallel läuft mit unterschiedlichen Themen - so stelle ich mir das vor.

    Selbst ne kurze Klopause ist aktuell grenzwertig (wenns gar nicht anders geht mache ich die während des Unterrichts, weil da corona mäßig im Klassenverband am wenigsten Unheil passieren kann) .

    Mache ich auch so. Meinen Schülern habe ich das erklärt, weil ich ja in der Pause im Moment auch mit raus gehe und nicht zur Toilette gehen kann. Wie du sagst, Schmeili, im Klassenzimmer am Tisch kann am wenigsten passieren, auch abgesehen von Corona..

    Vor längerer Zeit hatte ich eine Partnerklasse mit 5 oder 7 geistig behinderten Kindern, u.a. war auch ein Kind mit Down-Syndrom dabei. In Klasse 3 und 4 haben wir zusammen Su, BK/TW und Sport gemacht. Wir waren aber in diesen Stunden immer zu dritt: Die Sonderschullehrerin der Kinder, eine FSJlerin und ich. Meine Klasse hatte 21 Grundschüler, zusammen waren es also 26 Schüler (oder 28?). Wir hatten Gruppentische und an jedem Tisch war ein Platz für 1 Schüler aus der Partnerklasse frei. Diese gemeinsamen Fächer liefen gut und ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass alle Kinder profitierten. Meine damaligen Schüler galten als besonders lieb und sozial. Den Unterricht bereiteten wir gemeinsam vor und dadurch dass wir zu dritt waren, war es recht entspannt. In Su z.B. Thema Kartoffel. Neben dem theoretischen Kram haben wir Kartoffeln in Blumentöpfe gepflanzt und sie im Nebenraum herangezogen. Jedes Kind hatte einen eigenen Topf. Sie gaben ihren Pflanzen Namen. Ganz am Ende des Themas haben wir Pommes und Chips gemacht. Das ging alles prima mit den Inklusionskindern. Kunst war auch schön. Sport fand ich schwierig. Die Partnerklasse war sehr langsam und teilweise ängstlich, während meine auch mal "draufbolzen" wollten. Die Mädels aus der Inklusionsklasse waren z.T. auch in der körperlichen Entwicklung weiter als meine Grundschülerinnen. Wahrscheinlich waren sie auch 1 oder 2 Jahre älter. Das führte manchmal zu neugierigen Blicken in der Umkleidekabine.

    Deutsch und Mathe wurde getrennt unterrichtet, die Partnerklasse war im Klassenzimmer neben uns. Hier heißt das Außenklasse, ich nehme an, weil die Klasse außerhalb ihrer Stammsonderschule in einer normalen Grundschule unterrichtet wird. Teilweise eben zusammen mit einer Partnerklasse der Grundschule.

    Hoffentlich bekommst du auch irgendwie sonderpädagogische Unterstützung. Bayern wird sich das doch wohl leisten können und nicht das Wohlergehen eines behinderten Kindes von der Zufälligkeit einer Lernbegleitung und dem Engagement einer Lehrkraft abhängig machen, die nebenher noch 25 andere Schüler zu betreuen hat. Diese sind ja auch individuell zu fördern.

    Ich finde, dass Eltern doch gerne übersehen, dass Regelschulklassen viel größer und mit weniger Personal ausgestattet sind als Sonderschulklassen.

    Ich sehe das genauso. Es geht immer nur um den Datenschutz und Schutz bei den SuS. Ich selbst möchte weder gefilmt werden noch im Internet erscheinen. Da hat man noch weniger Handhabe darüber, ob jemand mitschneidet oder so, ob die Eltern zugucken. Ich wäre auch dagegen und ich kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass man dazu gezwungen werden kann.

    Ich fände es auch inakzeptabel, gefilmt zu werden. Wer weiß was damit geschieht? Plötzlich regt sich auch niemand über Pädophile auf. Mal gespannt.

    Streamen von Unterricht - und was ist mit dem Datenschutz?

    Erstens möchte ich nicht gestreamt werden und zweitens halte ich es doch für sehr bedenklich, wenn Kinder von anderen Eltern so beobachtet werden können.

    Im Herbst und Winter wird es tatsächlich schwieriger werden. Allein schon, weil man nicht dauerhaft lüften kann.

    In der ersten Hälfte meines recht langen Lehrerdaseins musste ab Klasse 2 die Lateinische Ausgangsschrift bis zum Erbrechen geübt werden.

    Wir quälen die Kleinen gar in Klasse 1 nach Ostern schon damit (mit der Lateinischen Ausgangsschrift), dann ist es in Klasse 2 nicht mehr so viel. Aber die schaffen das eigentlich ganz gut.

    Ich persönlich hasse die VA - eigentlich kenne ich niemanden, der damit schön schreibt und finde sie einfach hässlich. 2 meiner Kinder wurden auch damit beehrt und sind nach der Grundschule sofort auf Druckschrift umgestiegen. Ich habe damit nichts zu tun. Meine Meinung über die Schrift habe ich damals für mich behalten. Ich musste sie ja selbst ganz lange meinen Schülern beibringen und vor den Eltern vertreten.

    In der Vergangenheit tendierten wohl in dem Fall die Eltern dazu, dass sie die Differenzierung eher als Ausgrenzung empfanden und dies als Grund sahen zu intervenieren. Das ist mir ganz neu, dass man Differenzierung nicht als Chance, sondern als Ausgrenzung sieht.

    Es wird nicht anders gehen. Wie soll sie sich im Zahlenraum bis 1000 bewegen usw? Solche Eltern braucht man nicht auch noch.

    Grundsätzlich haben wir das System bei uns auch. 2 Klassen sind immer draußen bei weiteren 2 gibt es 5 Minuten Überlappung, wenn die einen reingehen und die anderen rausgehen. Bei uns fehlt es oft an Vorgaben und Disziplin. Dann ist mal keine Pausenaufsicht da und die Kinder bleiben einfach draußen. Dann kommt auf einmal die Notbetreuung zur gleiche Zeit in die Pause. Und durch diese Kleinigkeiten, gibt es damit immer wieder Probleme. Wir haben allerdings auch grundsätzlich wenig Platz. Klassen im Container usw..

    Bei uns herrscht gerade bewusst sehr viel Zucht und Ordnung, dafür hat man selbst so gut wie nie Pause. Es klappt erstaunlich gut - aber irgendwie achten alle automatisch aufeinander. Kinder und Erwachsene, ich hätte es nicht gedacht.

    Macht aber nur Sinn, wenn nur eine oder zu mindestens weniger Lehrkräfte pro Klasse unterrichten. Wenn man nach der normalen Stundentafel unterrichten möchte, ist das Ganze weniger sinnvoll.

    Insbesondere ist es bei uns in der GS jetzt schon fast unmöglich, dass Klassen auf dem Schulhof Abstand halten. Wenn alle Kinder wieder da sind und wir wahrscheinlich auch keine versetzten Pausen etc. haben, wird es unmöglich. Da bringt auch der MSN zwischen Lehrern nichts mehr.

    Wir haben immer nur 2 Klassen auf dem Schulhof, der ist durch eine Markierung geteilt, so dass sich die beiden Klassen nicht mischen. Allerdings ist gefühlt ständig jemand in der Pause und es ist nicht gerade leise bei den geöffneten Fenstern.

    In der GS geht es bei uns ganz gut, möglichst alles in einer Klasse zu unterrichten. Also bei mir geht es sogar zu 100%.

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