Beiträge von Quittengelee

    Habe gegoogelt. Ist jetzt sehr klein, Kurz: Beratung von SuS in besonderen Lebenslagen, Weiterentwicklung der Förderplanarbeit, Ausgestaltung des Schwerpunkt Musiks.

    Das mache ich ehrenamtlich in Arbeitsgruppen, für die ich mich auch noch selbst einsetze, weil ich das für wichtig halte. Dass derlei Planung stattfindet, dafür bekomme ich also nicht mal ein Dankeschön und es kotzt mich ehrlich an, wenn hier immer so dahergeschwätzt wird, was für Überperformer hier angeblich unterwegs sind.

    Siehe Zitat vom Raketenwissenschaftler, auf das ich keine Lust habe, es nochmal rauszusuchen.

    ...

    Natürlich können und müssen Aufgaben in Schulen so verteilt werden, dass objektive Belastungsfaktoren dabei berücksichtigt werden. Du stellst es aber in einen Kontext mit der Übernahme von Funktionen und höheren Ämtern und damit hat es absolut nichts zu tun.
    Abgesehen davon beschreibst du Aufgaben, die entweder überhaupt nichts mit dem Tätigkeitsfeld von Lehrkräften zu tun haben oder die üblicherweise mit minimalen Entlastungen verbunden sind, aber nicht mit höheren Ämtern.

    In einigen Schularten kriegt man die A14 doch sogar automatisch, ohne dass man was dafür tun muss.

    Und selbstverständlich sind Kooperation mit außerschulischen Partner*innen, Koordination von Berufsvorbereitung, Gestaltung von Übergängen A-14-Ämter. Es sind alles Tätigkeiten, die andere "nebenher" machen müssen.

    Ich weiß es schon deswegen, weil es in Sachsen vor einigen Jahren kein Beamtentum gab und mit der Verbeamtung Beförderungen geschaffen wurden. Da wurden plötzlich auch weit weniger bedeutsame Tätigkeiten zur Beförderung gelobhudelt, der Hygieneverantwortliche während Corona und Ähnliches.

    Aber nenne gerne mal 3 A14-Aufgabenbereiche aus deiner Schule, die den Kolleg*innen ein weitaus höheres Stressmanagement und Verantwortung abverlangen als den Kolleg*innen mit A13.

    Und zum kommenden Zitat: echt? Voraussetzung ist, dass man schneller vorbereitet, Elterngespräche abkürzt und Förderpläne eindampft, um dieselbe Arbeit in weniger als der veranschlagten Arbeitszeit zu schaffen?

    ... Für ein höheres Amt ist man insbesondere dadurch geeignet, dass man sich besonderes bewährt hat und im Stande ist, die Arbeit des Ausgangsamtes in eines Arbeitszeit zu erledigen, die unterhalb dessen liegt, was andere KuK mit dem gleichen Amt aufbringen müssen (eine Umschreibung dieser Aussage wird in jeder positiven Bewerbungsbeurteilung zu finden sein).

    ... Die Lehrkräfte, die Schwierigkeiten damit haben, vor der Klasse zu stehen, haben genau so Schwierigkeiten damit, organisatorische Aufgaben in der Schule unter mindestens genau so großem Zeitdruck zu bewältigen...

    Es geht hier um Leute, die sich mit Teildienstfähigkeit und Schwerbehinderung rumschlagen und dafür sind die Gründe durchaus vielfältig. Das mag jemandem, der ein Beförderungsamt ausübt und x Abminderungsstunden dafür erhält verärgern, weil es an seinem Selbstverständnis rüttelt, meinend, so viel mehr zu leisten als die anderen, aber deswegen muss man das trotzdem ab und an mal sagen.

    Ich will mich übrigens gerade auf gar keine Stelle bewerben, weil ich derzeit nicht die Gelassenheit habe. Das bedeutet aber nicht, dass jemand z.B. mit Hörbehinderung, dem Lautstärke und Disziplinkonflikte zu schaffen machen, nicht in der Lage wäre, Kooperationen mit Betrieben oder Kindergärten aufrechtzuerhalten oder die Computer zu administrieren o.ä.

    ...Ich will nicht ins Detail gehen, aber es ist auffällig, wie viele Ärzte / Menschen keine Vorstellung von unserem Arbeitsplatz haben. ...

    Absolut! Ein Arzt meinte lachend zu mir, ich sollte doch als Lehrer nicht TZ arbeiten, lieber immer mal eine Woche krankschreiben lassen. Eine andere stellte sich die Wiedereingliederung so vor, dass man nach 8 Wochen beim vollen Deputat ist.

    Die Vorstellung ist, dass 5x45 min Unterricht täglich lächerlich wenig sei.

    Ich würde dann gerne mal sagen, dass es ein fantastisches Leben sein muss, immer mal einen Patienten reinzubitten, Antibiotika aufzuschreiben oder schlaue Tips zu geben wie "Rauchen sie mal weniger" und dann in die Mittagspause zu gehen, während sich alle im Wartezimmer 3 Stunden lang gegenseitig anstecken. Mache ich natürlich nicht, weil ich mitdenke.

    Aus eigener Erfahrung mit der Stundenplanerstellung:
    Die äußeren Faktoren sind so erheblich, dass ein "fieser" Stundenplan ebenso wie ein "super" Stundenplan erst einmal ein reines Zufallsergebnis sind. Untis errechnet auf der Basis der eingegebenen Daten und Parameter sowie der im Vorfeld erfolgten Unterrichtsverteilung, den Raumkapazitäten, den Stundenkontingenten und den Zeitwünschen bzw. Anforderungen der Teilzeitkräfte und vielem mehr den Stundenplan. Man könnte hier sicherlich bösartig Randstunden, viele Springsstunden etc. bei einzelnen Kollegen provozieren. (Das macht das Programm aber in vielen Fällen auch ohne bösartige Manipulation bei den KollegInnen mit Fächern, die ausschließlich in Schienen unterrichtet werden - beispielsweise die Kombi Französisch/Philosophie - in der Regel ist F die zweite oder dritte FS, also in Kopplung mit anderen Wahlpflichtfächern, dasselbe gilt für (praktische) Philosophie parallel zu Religionslehre.)

    Danach muss in der Regel händisch optimiert werden. Die Sorgfalt der im Vorfeld erfolgten Dateneingabe, sowie die Optimierungen im Anschluss an die errechneten Pläne machen die Qualität des Stundenplanteams aus.

    Und genauso wie sich die Legende hält, dass man eine schlechte Note bekommt, wenn man etwas gegen die Lehrkraft sagt, gilt das mit den entsprechenden Vorzeichen für den Stundenplan. Jede/r meint, eine solche Person zu kennen oder erlebt zu haben, die willkürlich einen schlechten Plan bekommen hat. Über die wahren Motive weiß man oft wenig bis gar nichts. Für SchülerInnen wie für Lehrkräfte ist es einfacher, böse Absicht zu unterstellen, weil man dann eine handfestere Erklärung hat als schlicht nur die äußeren Zwänge oder ein sorgsames Abwägen zwischen verschiedenen gleichermaßen schlechten Optionen für KollegIn A, B, C und D. Alles das erscheint zunächst nicht greifbar. (Und dennoch hat bisher niemand dem Stundenplanteam während der gesamten Arbeit über die Schulter gucken wollen.)

    Und vielleicht noch etwas am Rande:
    Der Stundenplan hat primär eine ganz andere Aufgabe zu erfüllen als den Wünschen der KollegInnen zu entsprechen. Oberste Prämisse ist die Abdeckung der Stundentafel und damit die Versorgung aller SchülerInnen mit dem ihnen zustehenden Unterricht. Das alleine stellt schon eine Herausforderung dar.

    Das meine ich mit integer. Du machst es so, andere gucken aber nicht nach z.B. den Sonderwünschen der TZ-Kollegen sondern nach denen der befreundeten Kolleginnen oder der lauten. Und dann wird händisch optimiert, wie Sabine es gerne hätte und Franz und Frieda, die immer das nehmen, was kommt, sind stille.

    Das muss noch nicht mal Mobbing sein, aber selbstredend kann man jemanden, den man schikanieren will, auch gezielt benachteiligen oder ignorieren mit seinen Bedürfnissen.

    Dann würde ich es so machen: Lehrplan in die eine Hand, Kalender in die andere und dann die Themen auf die verbleibenden Wochen verteilen und spontan entscheiden, welches ich in die Besuchswoche legen will.

    Dann mit der Planung beginnen und um Details und Stolperstellen kümmern. Alles kann super sein oder schiefgehen oder, am wahrscheinlichsten, ganz normal verlaufen.

    ... aber auch die Literatur baut auf der christlich-westeuropäischen Kultur auf, usw.. ), WENN ich das Ziel habe, etwas Interkulturelles / Interreligiöses zu machen: dann kann man dieser Kultur / Religion auch ein eigenes Event gönnen.

    Übrigens auch der Geschichtsunterricht: die alten Ägypter, Griechen, Römer, Französische Revolution, Industrielle Revolution, WW I und II aus deutscher Sicht.

    Musste gerade über den Satz lachen, was es bringt zu erfahren, was die Oma in einem anderen Land vor 50 Jahren gefrühstückt hat^^.

    Also ich interessiere mich schon ganz ernsthaft für meine SuS. Aber du hast natürlich total Recht, man muss aufpassen, dass es nicht um Folklore geht, die Neugier fürs Exotische nicht die Grenze zum ernsthaften Interesse verwischt.

    Und PPS: Ihr dürft euch sicher sein, dass den beurteilenden Personen auch lange vorher bereits klar ist, dass sich jemand nur noch durchschleppt. Manchmal auch bereits bevor die betreffende Person selbst realisiert hat, dass es so nicht weitergehen kann.

    Wir hatten bereits einen solchen Fall, bei dem sich eine Lehrkraft trotz klar erkennbarer (und auch von ihr angezeigter) Überlastung entgegen aller Hinweise immer wieder weitere Aufgaben aufhalsen wollte anstatt sich um wesentliche Kernaspekte und vor allem sich selbst zu kümmern. Das hatte uns vor allem Sorgen um die Person bereitet und weniger den Drang, diese Person auch noch zu befördern und damit die Probleme zu verschlimmern.

    Ich mag nicht so gerne "ihr, euch, man". Vielleicht hast du in diesem Fall erkannt, was diese Person braucht, vielleicht auch nicht, ein Garant, dass alle Vorgesetzten der Welt erkennen, was für andere das Beste ist, gibt es nicht.

    Gesundheitliche Belastung hängt zum Beispiel nicht immer mit der Schule zusammen, wird aber manches Mal verstärkt durch unprofessionelles Verhalten von Vorgesetzten, Mobbing im Kollegium etc. Da wäre eine Beförderung vielleicht nicht kontraproduktiv, sondern jemand hätte mehr Zeit für Verwaltungskram, weniger Zeit vor der Klasse und mehr Selbstwirksamkeitserleben.

    Non sequitur. „Etwas wissen über“ ist doch etwas anderes als „Rituale begehen“.

    Ja, klingt auf der einen Seite richtig, zumal man eben genau nicht einsteigen kann und will in die Religionen anderer Leute. Auf der anderen Seite klingt "Rituale begehen" anders als "Feste feiern". Sie sollen ja nicht Gläser rücken, sondern gemütlich Kerzen anzünden und was Bestimmtes essen, und sich dabei anhören, was Jüdinnen und Juden oder Muslime tun, um was auch immer zu feiern und warum es ihnen wichtig ist.

    Wir machen vier Wochen lang Adventsgedöns in der Schule, muslimische Jugendliche fasten 4 Wochen lang. Es ist ihnen also sehr wichtig. Deswegen muss niemand mitfasten, aber -und das frage ich mich- ist es gemeinschaftsstiftend, mit syrische Gerichte zu essen und an der Feierlichkeit teilzuhaben.

    Oder, wenn ich es so hinschreibe, vielleicht können wir auch einfach einmal im Jahr ein Picknick veranstalten und dann gibt's syrisches Gebäck und deutschen Kartoffelsalat (oder so) und jeder erzählt, worauf er Lust hat.

    Was mich nachdenklich stimmt: bei einer Fortbildung haben Mitarbeiterinnen des Yad Vashem gesagt, Kinder sollten in der Grundschule etwas über Religion und Kultur jüdischer Familien lernen, damit sie nicht als ersten Kontakt mit dem Judentum mit dem Holocaust konfrontiert werden.

    Das spricht für die Theorie, offener aufeinander zugehen zu können, indem man gemeinsam Feste und Bräuche begeht. Aber ich weiß es letztlich nicht, möchte mich aber, wenn es darauf ankommt, positionieren können.

    Ich lese die verschiedenen Meinungen und Ideen weiterhin aufmerksam.

    Und wo in der Religion das Hinterfragen verboten wird, möchte ich wirklich gerne mal wissen.

    Du meinst mit "in der Religion" wahrscheinlich evangelische Christen in Deutschland, die außer Konfirmation und ab und an beten, dass der liebe Gott es gut mit ihnen meinen möge, keine größeren Konflikte mit ihrer Glaubensgmeinschaft haben.

    Ich mache das Pellen der klebrigen Kartoffeln auch nicht gerne. Wenn es schnell gehen soll, dann gibt's Putengeschnetzeltes oder Hähnchenschnitzel. Fleisch ist wie gesagt häufig sehr simpel in der Zubereitung und man muss sich keinen Kopp weiter machen.

    Aber Kartoffelsalat ist lecker, weswegen er für mich auch eine Mahlzeit sein kann :essen:

    ...

    Die mir näher bekannten Lehrkräfte erzählen überhaupt nichts dazu, ob ein Gott oder eine Göttin real oder Fiktion ist, man kann problemlos auch als bekennender Atheist am Religionsunterricht teilnehmen und trotzdem ein Abitur mit 15 Punkten machen.

    Davon hatten wir es aber auch schon ein paar Mal, in den Lehrplänen ist durchaus von Gott die Rede und es gibt Lehrkräfte, die mit Kindern beten.

    Dass sich einige Abiturient*innen abgrenzen können mag sein, halte ich aber nicht für einen guten Rechtfertigungsgrund für Religionsunterricht.

    Aus welchem Grund soll eigentlich denjenigen, die den Widerspruch nicht eingelegt haben, dann nicht auch rückwirkend eine amtsangemessene Besoldung zustehen? Entweder die Besoldung ist für alle angemessen oder für niemanden.

    Da geht es um Geltendmachungspflichten und das jeweilige Haushaltsjahr, juristischer Kram. Da alle Gewerkschaften dazu aufrufen, wird sich hoffentlich jemand mit Ahnung damit auseinandergesetzt haben.

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