Der Text lässt bewusst vieles offen, das ist mir klar. Diese Leerstellen werden im Unterricht aber auch thematisiert.
Okay, das meinte ich. Für mein Gefühl sollte dafür Raum sein. Nicht wegen des Geschlechts, sondern dass nicht eine konkrete Interpretation von den SuS erwartet wird. Lass ihnen Zeit zum Nachdenken.
Das Telefonat mit dem besten Freund ist bewusst fiktiv und kommt im Text nicht vor. Es soll helfen, die Gefühle und den inneren Konflikt dieser Figur sichtbar zu machen.
Das ist mir klar. Über die Person erfährt man aber nichts, daher finde ich es sehr abstrakt, sich Gefühle für sie zu überlegen. Allein dass du das Gefühl hast, uns das zu erklären, zeigt vielleicht, dass deine SuS die Erklärung besonders benötigen 
...Es geht also nicht darum, den Text nachzuspielen, sondern eine mögliche Situation zwischen den Textstellen auszugestalten.
Ja, die Reflexionsfragen lassen aber den Schluss zu, dass etwas vorgespielt werden soll, das erfordert Mut, wollte ich nur zu bedenken geben. Und sie benötigen Begriffe für die nachempfundenen Gefühle, um den Dialog zu verfassen damit am Ende nicht "voll scheiße" und "chill mal" da steht.
...
Stundenziel: Die Schüler*innen sind in der Lage, Gefühle und Gedanken ... darzustellen, indem sie ... Gedanken, Gefühle und mögliche Reaktionen szenisch darstellen und die Wirkung ihrer Darstellung mithilfe von Reflexionsfragen reflektieren.
Wenn die Wirkung der Darstellung das Ziel ist, dann kann man nach Gestik/Mimik/Stimme fragen. Sollte das wiederum vorher thematisieren. "Wie kann man denn seine Gefühle ausdrücken, so dass andere sie sehen können? Überlegt euch, was die Person am Telefon sagt und wie ihre Stimme klingen könnte, welche Gesichtsausdrücke sie macht..."
Man muss alles, was man erwartet, vorher thematisieren, die Kinder wissen nicht, welche vielen Gedanken du dir vorher gemacht hast.
Ich hätte auch die Frage, ob das Ziel so im Lehrplan erwartet wird. Kann durchaus sein, es ist spannend, aber eben für mein Gefühl komplex.