Beiträge von Quittengelee

    Bei DAX Unternehmen arbeiten in Deutschland vielleicht 2 Millionen Menschen. Wir haben rund 46 Millionen Erwerbstätige. DAX Konzerne sind als Arbeitgeber nicht repräsentativ.

    Vor allem: Ich zahle meinen Champagner und das Shrimpcocktail zur Weihnachtsfeier lieber selbst oder mache gar selbst Nudelsalat und bin mir dafür sicher, nicht gekündigt zu werden, weil Schüler sich beschwert haben, der Unterricht sei langweilig gewesen oder sowas.

    Bei dem ganzen Konsumquatsch muss man auch mitmachen wollen. Hindert ja niemand jemanden daran, sich bei Siemens zu bewerben.

    Das ist nicht korrekt. Um bei meinem obigen Beispiel zu bleiben, wenn ich zugucke, wie ein neunjähriger Schüler eine siebenjährige Schülerin Schülerin verkloppt und als körperliche Verletzungen wären bei mir ggf. ein blauer Fleck zu erwarten - doch, dann ist das von einem Lehrer zu erwarten.

    Und alle anderen Kollegen sagen dann auch "Ich brauche mich nicht in Gefahr zu begeben, wir rufen jetzt die Polizei" und währenddessen wird das arme Mädel verprügelt? Nein, da liegst du falsch.

    Du übertreibst aber nun ebenfalls bewusst. Jeder vernünftige Mensch und jedes Gericht wird einen Unterschied zwischen der Prügelei zwischen Berufskraftfahrern und Erstklässlerinnen erkennen.

    Garantenstellung bedeutet bei Lehrkräften und Polizeikräften (eben erfundener Begriff) nicht dasselbe. Du darfst dich als Lehrer nicht daneben stellen und rauchend zusehen, bis der Stärkere gewinnen möge. Zwischen "ich versuche, eine eine wesentlich kräftigere Person aus dem Getümmel zu ziehen" und "ich schicke die anderen Schüler zum entfernten Hofteil, Versuche verbal einzugreifen und rufe im Sekretariat an, dass Kollegen zur Hilfe kommen oder gleich die 112" gibt es allerlei Verhältnismäßigkeiten.

    Es wird auch niemand erwarten, dass du dich zwischen Amokläufer und Kinder wirfst, sondern dich mit ihnen im Zimmer einschließt, beim Brand würdest du nicht ins brennende Gebäude zurückgehen, der ausgerüstete und ausgebildete Feuerwehrmann natürlich schon und so weiter.

    Das geht aber alles an der Ausgangsfrage vorbei.

    Edit: Valerianus war schneller...

    • Welches Gefühl genau stört deinen Frieden morgens, wenn du das Klassenzimmer betrittst? Warum wünschst du, dass der Tag schnell vorbeigeht?
    • Was haben deine Eltern seinerzeit für Argumente gebracht oder warum hast du dich letztlich fürs Studium entschieden?
    • An welcher Schulart bist du gerade?
    • Welche Aufgaben machen dir beim Instajob Spaß? Hat der Job irgendwas mit Pädagogik/Didaktik zu tun oder geht es um etwas ganz anderes?
    • Wenn du dich innerlich probehalber für die sichere Beamtenstelle entscheidest. Woran würdest du erkennen, dass es die richtige Entscheidung ist, was würde sich dann gut anfühlen?
    • Wenn du dich umgekehrt innerlich fürs Reisen und spontane "Gucken was wird" entschließt, wie fühlt sich das an?
    • Was würdest du einem Freund empfehlen, der in deiner Lage ist?

    ...

    Wie haben eine Aufsicht innen für bestimmte Problemfälle, da könnte man die beiden hinschicken. Allerdings wird die als erstes abgezogen um draußen zu vertreten, aber es ist eine Möglichkeit.

    Ansonsten sind mehrere Leute auf dem Hof, da kann mal einer kurz reingehen, um Schüler wegzubringen. Im Notfall würde ich ein Kind bitten, von drinnen jemanden zu holen, zum Beispiel den Schulsoz., wenn er/sie sich darum kümmert bei euch.

    Ich zahle mittlerweile alles aus der Klassenkasse. Ich habe die ersten Jahre so viel an Material und Klassenraum-Ausstattung ausgegeben, dass ich nicht mehr bereit dazu bin, Geld für die Schule auszugeben. Klingt etwas hart, ist aber gar nicht böse gemeint :)

    Klingt nicht hart. Und klingt so lange fair, wie du vorher fragst und nicht am Schuljahresende eine Mail verschickst derart "es sind nur noch blabla € und fuffzich da, es hat doch bestimmt niemand was dagegen, wenn ich dafür [Klassenraumausstattung] kaufe."

    Da entscheidest nämlich du, was du für schön oder wichtig hältst und gibst dafür das Geld anderer Leute aus.

    Ich finde, wenn das irgendwer verstanden hat, dem das vorher nicht klar war, hat sich der Thread gelohnt.

    Geht es um die theoretisch möglichen sechsstelligen Gehälter oder das, was der durchschnittliche Naturwissenschaftler oder die Geisteswissenschaftlerin auf dem freien Markt verdienen könnten?

    Da sollten wir auch realistisch bleiben.

    Und es ist ja auch nicht so, dass hochqualifizierte Leute dauernd Spitzenjobs hinterhergeworfen bekommen. Wenn man ein paar Jahre Kinder großgezogen hat, ist es in bestimmten Branchen durchaus nicht einfach oder unmöglich, wieder einzusteigen. Dann gibt es auch für Ingenieure befristete Verträge, Mobbing, Krankheit, Stellensuche- Wo läuft's denn noch so gleichmäßig rund wie im Lehramt? Also unser Job ist anstrengend, aber die Arbeitsplatzsicherheit kauft man auch mit ein.

    Wie viele Spitzenverdiener kennt ihr denn? Mir fällt nur einer ein. Mag aber am linken Gutmenschenfreundeskreis liegen ^^;(

    Nein, ich will gar nicht die Spitzen vergleichen, das macht keinen Sinn. Es ging um unsere Arbeit und das Pendant in der Industrie.

    Ich sehe auch so, dass unsere Arbeit mit anderen Maßstäben gemessen sein soll: Wie viel sind wir für die Gesellschaft wert, wie viel ist die Gesellschaft bereit, für das Schulsystem/Besoldung der Lehrkräfte zu investieren. Deswegen ist der Vergleich mit anderen Ländern realistischer.

    Im Thread werden aber die ganze Zeit die Besoldungen mit der Industrie (= Firmen) verglichen. Wenn Vergleich, dann richtig und auch die Verantwortung einbeziehen. In der Industrie haben die Führungspersonen Personal-, Budget- und strategische Verantwortung. Was für eine Verantwortung haben wir?

    Wir sind auch keine Führungskräfte.

    Du schriebst, dass Manager mehr Verantwortung haben und deswegen mehr verdienen. Ich entgegnete darauf, dass Politiker eine wesentlich höhere Verantwortung tragen und trotzdem keine Millionen einstreichen.

    Vergleiche sind halt nicht so einfach.

    Ob Bundestagsabgeordnete verhältnismäßig viel oder wenig verdienen (kann man schnell nachlesen), lasse ich offen. Das Verdienst liegt aber mit Sicherheit in den oberen 1 %, egal was man in den Rechner von IW Köln eingibt.
    Die Verantwortung der Abgeordneten ist groß, aber wenn ich die letzten Jahre anschaue...

    Verstehe ich nicht. Dir gefällt die Arbeit des Bundestages vielleicht nicht, deswegen haben sie doch trotzdem eine große Verantwortung. Du ziehst ausgerechnet einen Multimilliardär als Vergleich ran, vielleicht tuts auch ein normaler Geschäftsführer?

    Vergleiche zum Beispiel VW-Vorstand und Bundesminister von Verantwortung und Verdienst.

    Die Wertigkeit – und somit auch die Vergütung – einer Tätigkeit allein mit der Länge, dem Anspruch usw. der Ausbildung zu begründen, ist sehr einseitig. Viel wichtiger ist die Frage: Wie viel Verantwortung trägt man? Bill Gates hat beispielsweise nur kurz die Universität besucht, anschließend jedoch Entscheidungen (sowohl personell, budgetär als auch strategisch) getroffen, von denen viele Tausende Jobs abhängig waren.

    Als Lehrkraft oder auch auf SL-Ebene hat man ganz wenig Spielraum: Lehrpläne, Anzahl der Arbeiten, Klassengröße, Besoldung usw. – alles ist festgelegt. Nur sehr wenig kann man den Personalstand und eventuell nach viel Lobbyarbeit (die Entscheidung treffen andere) die angebotenen Schularten oder die Anzahl der Klassen beeinflussen. Im Prinzip bewegen wir uns schon auf der Ebene der „Sachbearbeiter“: Es ist vorgegeben, was mit welchen Ressourcen bis wann zu erledigen ist. Oder sehe ich das falsch? Welche Management- oder Führungsaufgaben und Entscheidungen sind bei euch möglich?

    Hm, ich denke eher, der Hauptunterschied liegt darin, dass wir nicht für eine Firma arbeiten, die Gewinne erzielt.

    Bundestagsabgeordnete tragen eine sehr große Verantwortung, trotzdem verdienen sie verhältnismäßig wenig.

    Blödsinn. Ich will mir nicht die Meinung des zuständigen Gerichtes zu eigen machen, sondern mir eine eigene Bilden. Was ist daran so schwer zu verstehen?

    Hä? Ich verstehe es tatsächlich nicht. Die "Meinung" des Gerichts ist am Ende das einzig Relevante. Und wie willst du dir über einen Fall ein Urteil bilden, über den du nichts weißt? Du musst doch erst mal Artikel dazu lesen, dich über den Beutelsbacher Konsens und was uns Lehrkräfte rechtlich noch so betrifft, informieren und die Situation vor Ort einigermaßen kennen, um das Urteil am Ende überhaupt einordnen zu können.

    Okay, aber du willst vor Lehrkräften reden, wir können doch nichts anderes erzählen als deine Zuhörenden bereits wissen? Ich fänd es dann spannender, aus deinen Erfahrungen, von deinem Vorlesewissen zu profitieren. Aber vielleicht meintest du das auch und willst nur vorbereitet sein...

    Dann sag ich mal

    • Angst, der Schwächsten beim Lautlesen
    • Anstrengend für alle zu warten, wenn jemand langsam liest
    • Es ist auch für alle Kinder anstrengend, Leseanfängern zuzuhören, denn wer nicht versteht, was er liest, betont falsch. Dann verstehen auch alle anderen nichts mehr...
    • Chorisches Lesen funktioniert ganz gut
    • Vorlesen durch die Lehrkraft kann Spaß machen, wenn man es gut kann. Was ist gut? Tips und Tricks, Spannung und Aufmerksamkeit zu erzeugen, eigene Stimme einzusetzen könnte interessant sein
    • Probleme können beim Verhalten der Kinder auftreten, wie bei allen Angeboten, die man macht
    • Passung muss stimmen, manche interessieren sich schon für Teeniethemen oder Fußball, während andere noch über Pipikakawitze lachen so in etwa
    • Mich würde auch interessieren, was man noch machen kann, wenn man ein Buch vorgelesen hat. Welche knackigen, ggf. allgemeingültigen/oft anwendbaren Methoden gibt es, thematisch damit zu arbeiten, ohne Arbeitsblätter auszudrucken oder viel Geld für Begleitmaterial auszugeben
    • Meine SuS lernen aufgrund Behinderung oft bis in die 9. Klasse nicht flüssig und sinnentnehmend lesen. Wie lasse ich da eine Buchvorstellung machen, wenn sie kein Buch alleine lesen können?
    • Thema Leichte Sprache bei Jugendlichen: gibt's Empfehlungen? Manchmal entdeckt man ein cooles Buch, häufig sind gute Bücher einfach nur traurig runtergebrochen und verlieren jeden Charme

    Das fällt mir jetzt spontan ein. Die gängigen Methoden und Strategien des Schriftspracherwerbs, die man in Studium/Ref. etc. erwirbt, kenne ich wahrscheinlich inzwischen.

Werbung