Beiträge von McGonagall

    Danke für die Antwort!

    Arbeitet ihr in der flexiblen Eingangsphase Jahrgangsübergreifend?

    Jahrgangsübergreifend ist das natürlich unproblematischer umzusetzen, aber ich erwarte dieses Vorgehen auch in jahrgangsgetrennten Lerngruppen, denn

    Das ist sehr unterschiedlich, hängt von der Persönlichkeit, sehr viel vom Arbeitsverhalten ab.

    Es gibt Kinder, denen die Wiederholung wirklich hilft und danach ist alles gut, es gibt andere, die wieder an ihre Grenzen kommen.

    Bei uns ist eher das Zurücktreten irgendwann in Klasse 2 üblich, nicht aber das komplette Wiederholen der 1. Klasse.

    Bei Kindern, die einen Unterstützungsbedarf haben oder sehr wahrscheinlich bekommen werden und daraufhin zieldifferent unterrichtet werden, muss man überlegen, ob eine Wiederholung sinnvoll ist, wenn das Kind auch dann nicht zielgleich unterrichtet wird.

    Ich finde es sinnvoll, genau zu schauen, was dem Kind hilft. Es gibt Konstellationen, in denen ist das Wiederholen überhaupt nicht sinnvoll, nicht nur, weil ein Förderbedarf Lernen festgestellt werden wird, sondern auch aus anderen Gründen. Und dann hat man am Ende das Problem, dass ein völlig überaltertes Kind in Klasse 4 aus dem Ruder läuft.

    Ein komplettes Wiederholen von Klasse 1 ist mMn nur sinnvoll aus Krankheitsgründen, bei eindeutig fehlender Reife oder aus sozial-emotionalen Gründen in Absprache mit allen Beteiligten, z.B. wenn Kinder große Schwierigkeiten in der bisherigen Lerngruppe haben oder wenn ein Wechsel in die bestehende 1. Klasse im Verlauf des Schuljahres unpassend erscheint usw. Differenziert werden muss das Kind ja so oder so.
    In jahrgangsübergreifenden Lerngruppen kann der Übergang fließend sein, was einen großen Vorteil ausmacht…

    Ich finde übrigens, dass es einen sehr großen Unterschied macht, ob man einmal in derWoche in der Schule ist oder täglich. Man hat eine ganz andere Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern und ist dann auch Teil des Kollegiums. Ich liebe meinen Job und gehe jeden Tag gern zur Schule. Aber wenn ich nur einmal in der Woche da wäre, würde ich mich fremd und unwohl fühlen.

    Wenn ein Kind nicht selbstständig die Aufgaben erledigen kann, weil es in Mathe den entsprechenden Zahlenraum noch nicht erfasst hat und in Deutsch sich die Buchstaben nicht merken kann, nicht dem eigentlichen Leistungsstand entsprechend lesen und / oder Schreiben kann und ohne Unterstützung nicht weiterkommt, ist es eine Option. In SH gehen wir frühzeitig mit den Eltern ins Gespräch, wenn es Schwierigkeiten gibt, und es wird ein fachlicher Lernplan geschrieben. Wenn der Rückstand nicht aufgeholt werden kann, ist es meist so, dass Eltern und Kind das ja auch wahrnehmen.
    In SH haben wir die flexible Eingangsphase. Innerhalb der ersten zwei Jahre wird dann gemeinsam mit den Eltern entschieden, dass das Kind drei Jahre benötigt und wann der richtige Zeitpunkt ist, die Jahrgangsstufe offiziell zu wechseln. Das Kind wird entsprechend seines Lernstandes differenziert, egal in welchem Jahrgang es sitzt. Meist kommt irgendwann die Einsicht bei den Eltern, dass es jetzt besser wäre, das Kind jetzt die Lerngruppe wechseln zu lassen. Wenn das nicht der Fall ist und keinerlei Bewusstsein dafür besteht, dass ein Aufholen nicht möglich ist, entscheidet die Zeugniskonferenz am Ende von Klasse 2. das habe ich aber noch nie erlebt, dass die Eltern komplett dagegen waren.

    Nach meiner Erfahrung merkt man dem Kind an, wann der Wechsel passend ist.

    Ich sage auch regelmäßig, dass es zu früh ist, wenn mich jemand anschreibt - weil ich als kleines System Grundschule grundsätzlich a) meine eigenen Leute hätte, die ich gern halten würde, wenn ich eine Planstelle ausschreiben könnte, und b) wenn ich eine Versetzung bekomme, auch reichlich Lehrkräfte hätte, die bei mir anfragen mit einer Freigabe, weil sie zu uns möchten, die ich schon kenne, und c) wenn ich das nicht hätte, hätte ich leider zu wenig Zeit, um die weiteren wöchentlichen Anfragen einzuladen und kennenzulernen, so dass ich die Entscheidung, wer zu mir versetzt wird, wenn denn eine Versetzung vorgesehen ist, einfach dem Schulamt überlasse. Ich fordere diejenigen an, die ich kenne, und die Entscheidung sieht dann doch oft anders aus, sodass es vergebene Mühe ist, wenn ich noch weitere Menschen kennenlerne. Ich arbeite aber auch in einer Region, die nicht auf der Liste der Abordnung plus Schulen steht, sondern die eh abordnen würde, wenn es zu einer Planstelle käme.
    Meine (logische?) Schlussfolgerung daher: die Schulen, die darauf verweisen, dass sie nicht wüssten, wie es mit Planstellen aussieht, haben aus Gründen wie a) oder b) kein Interesse und sind nicht so sehr in Not, ihre Planstellen zu besetzen, dass sie, wenn a) und b) nicht greifen, sich auf c) verlassen können.
    Meine Vermutung ist daher,dass du die Schulen, die wirklich in Not sind, nicht erwischt hast. Ist aber nur eine Vermutung.

    Die Schulen auf der Liste bei Abordnung plus sind gewöhnlich deshalb auf der Liste, weil sie schon seit Jahren Planstellen ausschreiben, die nicht besetzt werden. Versuche, mit einer Schule Kontakt aufzunehmen, die deine Fächerkombi braucht und/oder Interesse an dir hat und Versuch es über den Weg. Bei Interesse der Schule lohnt Kontakt zum Schulamt des Kreises, um mit der Schulrätin Kontakt aufzunehmen. Allerdings: in meinem Kreis sind schon vor der Himmelfahrtswoche die Listen mit den Versetzungen rausgegangen, sowohl an den Gemeinschaftsschulen als auch an die Grundschulen. Das könnte natürlich weiter südlich etwas später sein, aber ich würde trotzdem sagen: die Zeit drängt, wenn es nicht sowieso schon zu spät ist…

    Im KI-Zeitalter hat doch mittlerweile jede Schule ihre eigene „Schulhymne“ zur Identifikation. Ist doch dann easy: alle Hymnen zusammen ergeben für jede schulische Veranstaltung ( Einschulung, Umschulung, Abschluss, Jubiläum, Verabschiedung …) den musikalischen Rahmen vor, und es benötigt nur noch einige wenige Proben des Chors/Orchesters/ der Schulband etc. jedes Mal, wenn ein schulisches Event ansteht, um die akustische Untermalung des entsprechenden Events zu gestalten 😁.

    Einsteins Schwester hat pro Buchstabe teilweise 10 Seiten, die zu bearbeiten sind. Insgesamt werden auch Buchstabenkombinationen wie nk, ck usw bearbeitet. Alle 6 Hefte kann man dadurch eigentlich gar nicht in einem Schuljahr schaffen. Man muss also hier und da für alle Kinder mit durchschnittlichem und unterdurchschnittlichem Lerntempo hier und da Seiten streichen oder den Lehrgang ins nächste Schuljahr ziehen. Alternativ bearbeitet man „Lola leicht gemacht“ und ergänzt für die Starken. Ich frage mich, wieso diese zweite Variante für Niedersachsen nicht erlaubt ist? Aber andere Länder, andere Sitten… 🤷‍♀️

    Pro: Die Verbeamtung ist natürlich auch ein Segen. Ich muss nicht wegen des Jobs ungewollt umziehen, mir wieder ein Netzwerk aufbauen, Gott sei dank nicht mehr unfreiwillig auf Wohnungssuche gehen etc...

    Die Verbeamtung ist ja aktuell eigentlich gerade ein Argument, das zwar für die grundsätzliche Sicherheit im Job, aber eigentlich gegen den sicheren Wohnort spricht. Denn eigentlich müsste man theoretisch auch Versetzungen einplanen; und hätten wir großen Lehrerüberhang und/oder sinkende Schülerzahlen ( ohne jetzt mal den Blick in die Zukunft zu werfen, aber Prognosen sehen das in meiner Region in den nächsten Jahren so kommen…), dann müsste man durchaus auch mal mit einer Versetzung rechnen. Es ist nur in den vergangenen Jahrzehnten selten passiert, deswegen verdrängen viele Beamte diese grundsätzliche Möglichkeit häufig…

    Anderes Bundesland natürlich, aber: ich bin gerade schulartübergreifend mit einer Kollegin vom Gymnasium im Austausch. Wir stellen fest: Vieles, was die Kinder in der Grundschule lernen und organisatorisch selbstständig umsetzen können, geht am Gymnasium verloren. Wenn ich sowas lese:

    Bei uns wird das nicht so gemacht und gerade in 5/6 wird in der Regel so vertreten, dass die SuS 6 Stunden Unterricht haben.

    Dann frage ich mich als naive Grundschullehrkraft: warum müssen diese Stunden so vertreten werden?
    In der Grundschule sind wir ja verlässlich. Trotzdem ist nicht immer eine Vertretung für alle Stunden möglich. Die Kinder lernen gewöhnlich schon sehr früh das System der Verteilung kennen. Mit Aufgaben, die für die Kinder theoretisch klar sind (durch langfristiges Übungsmaterial zur RS, Lesetagebuch, Geometrieaufgaben, , Langzeitaufgaben in anderen Fächern usw) gehen die SuS in vorher festgelegten Gruppen in die Verteilung in andere Klassen und lernen dann eigenständig. Das wird ggf benotet. Und ich frage mich: wenn das in der GS geht, wieso geht das am Gymnasium nicht mehr? Warum müssen da so viele Stunden vertreten werden?

    SH. Stimmt so aber gar nicht - das Internet lügt.

    Hm, um es noch weiter zu präzisieren: In SH sind die beweglichen Ferientage (deren Anzahl jährlich unterschiedlich ist; dieses Jahr sind es 3 Tage) per Schulkonferenz festzulegen. Wenn eine Schule das nicht macht, verfallen die Tage nicht, sondern es gelten dann automatisch die Tage, die vom Land gesetzt sind. Und das wiederum sind die Tage, die bei Schulferien.org und auch anderen Kalendern im Internet angegeben werden. Also eigentlich keine wirkliche Lüge.

    Ich weiß nicht, wie in NRW die Entlastungsstunden definiert sind, von denen ihr hier seitenweise diskutiert. In SH lohnt es sich an Grundschulen gar nicht, überhaupt darüber zu reden. Im Leitungszeiterlass sind Stunden zur Entlastung für Schulentwicklung und Verwaltung vorgegeben. Das sind an meiner Schule sagenhafte 2 Stunden. Dann gibt es noch 1,5 Stunden für digitale Entwicklung. Aber auch das ist ja definiert. Es gibt außer Konrektor und Schulleitung auch keine weitere Funktionsstelle.
    Nicht falsch verstehen: ich finde es absolut richtig, allen Lehrkräften A13 zu zahlen, egal ob GS oder Gym. Auch wenn ich sehe, wieviele Stunden ich in der Woche tatsächlich arbeite, welchen großen Haufen an unterschiedlichen Aufgaben ich zu bewältigen habe und welche Verantwortung ich trage - und das betrifft nicht nur mich, weil ich zu blöd bin, meine Ressourcen gut einzusetzen- dann glaube ich auch, da steht A14 für GS-Schulleitungen in der Einordnung des Besoldungs-Kanons in keinem guten Verhältnis.
    Ich glaube, es müsste viel besser definiert werden, was zu den normalen Dienstpflichten einer Lehrkraft gehört und was zusätzliche Aufgabe ist. Seit der Lehrerdienstordnung von 1951 sind doch ein paar kleine Aufgaben dazu gekommen, die nirgendwo gesammelt benannt werden. Ohne Transparenz und klare Definition führen aber halbgare Besoldungsreformen und unterschiedliche dienstliche Bestimmungen zu Funktionen und Entlastungen an den Schularten zu ganz viel Unzufriedenheit, wie man hier auch sieht.
    Das ist keine einfache Aufgabe, wenn das politisch gelöst werden soll. Wird sicher nicht so schnell gehen…

    Diesen Artikel habe ich heute gelesen, und ich bin zwar nur Grundschule, aber ich fand die Idee hinter dem Artikel grundsätzlich ganz überzeugend. Wir haben keinen/wenig Einfluss auf kleine Klassen, die Anzahl der Lehrkräfte etc, aber wir können daran arbeiten, Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Die Idee klingt sinnvoll für mich. Mein Wissen um KI ist begrenzt, meine Erfahrung mit langen Korrekturzeiten bei Oberstufenklausuren natürlich gleich null. Deshalb habe ich beim Lesen des Artikels gleich an alle LK der weiterführenden Schulen gedacht und habe mich gefragt: wäre das eine Entlastung? Mich interessiert eure Meinung…

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