Beiträge von Bolzbold

    Ich frage ich sowieso warum jede Schule eine didaktische Jahresplanung selber anfertigen soll. Warum kommt sowas nicht gleich aus dem Ministerium und fertig? Das hätte auch den Vorteil, dass Schüler einfacher die Schule wechseln könnten, weil der Stoff wirklich überall identisch ist. Die DDR hat sowas damals hinbekommen, da war Bildung aber auch Bundes- und nicht Länderhoheit.

    Die Dezentralisierung im Rahmen des föderalen Systems soll autoritäre Entwicklungen oder gar eine Wiederholung der Gleichschaltung verhindern. Das ist im Grunde ein lobenswerter Ansatz, wenn die Durchführung letztlich nicht so ineffizient wäre.

    Wenn der TE nicht gerade an einem G8-Gymnasium unterrichtet, was ich für extremst unwahrscheinlich halte, dürfte er an einer Gesamtschule sein.

    Die Bezeichnung GK in Jg. 10 mag hier für nicht NRWlerInnen irreführend sein - aber ich tippe auf einen "G-Kurs" in Klasse 10 an einer Gesamtschule. Abhängig von der Art der Kurse (Kurse auf Grundebene, Kurse auf Erweiterungsebene) und der Noten gibt es dann am Ende der Klasse 10 wahlweise den Erweiterten Ersten Schulabschluss, den Mittleren Schulabschluss und den Mittleren Schulabschluss mit Qualifikationsvermerk - sprich die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.

    So gesehen besteht an der Gesamtschule durchaus noch der Druck, seine SchülerInnen zu einem besseren Sek I-Schulabschluss zu führen als dem mittlerweile so genannten "Ersten Schulabschluss", sprich HS 9.

    Wenn Du schreibst, dass die Lernbereitschaft im Keller ist und auch durch methodische Vielfalt und Dein Engagement nicht mehr rauszuholen ist, dann empfehle ich Dir, Dich von Deinem Anspruch im zweiten Satz Deines Postings dergestalt zu verabschieden, dass Du Dich den Realitäten stellst und es dann so nimmst, wie es ist.

    Wir haben hier viele Stimmen, die das Verschenken von Noten und Abschlüssen kritisieren - und hier musst Du für Dich und Deine SchülerInnen eine Entscheidung treffen. Nicht jede/r Schüler/in muss gut durch das Abschlussverfahren kommen, wenn er/sie nichts dafür tut.

    Ich nehme auch im Leistungskurs in Englisch längst nicht mehr alle SchülerInnen mit. Ich gebe ausführliches Feedback, frage nach den Gründen für die geringe Lern- und Leistungsbereitschaft, versuche Motivationsaufhänger zu finden, ich berate hinsichtlich der möglichen Folgen. Wenn die SchülerInnen dann immer noch nicht wollen, dann kann ich ihnen irgendwann nicht mehr helfen.
    Die meisten werden es dann trotzdem schaffen, weil das Bewertungssystem in NRW ja darauf abzielt, dass jede/r den gewünschten Abschluss erhält.

    Kennt jemand für NRW die Regelung, in welchem Zeitrahmen solche "Bugstunden" erstattet (Geld oder Deputatsreduzierung) werden müssen? Ich hab was von einem Jahr im Kopf, bin aber im Moment zu doof die Quelle zu finden.

    §13 Abs. 2

    BASS 2025/2026 - 21-02 Nr. 4 Allgemeine Dienstordnung für Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter an öffentlichen Schulen (ADO)

    bzw.

    §2 Abs. 4, hier besonders die VV 2.4

    BASS 2025/2026 - 11-11 Nr. 1 Verordnung zur Ausführung des § 93 Abs. 2 Schulgesetz (VO zu § 93 Abs. 2 SchulG)

    Die Frage wäre hier - rein fachlich betrachtet - ob die Verwendung eines falschen Pronomens eher ein inhaltlicher Fehler ist - weil falsche Anredeform - oder tatsächlich ein grammatikalischer Fehler.

    In beiden Fällen kann und darf das meines Erachtens nicht zu "massivem" Punktabzug führen, da der Fehler an sich eher marginal ist. Ausnahmen könnte man mannigfaltig konstruieren, die helfen uns hier aber nicht weiter.

    Inhaltlich würde man das unterschlängeln, einmal auf das korrekte Pronomen verweisen und dann wäre das erledigt.
    Sprachlich geht es ja eher darum, ob ein Satz grammatikalisch, lexikalisch und orthografisch korrekt ist - da würde mich ein "they" statt einem "he/she" oder was auch immer nur dann interessieren, wenn das 3rd person -s tangiert wäre oder es Einzahl-/Mehrzahl-Fehler gäbe.

    Falls die FachkollegIn das anders gehandhabt hat, wird er/sie sicherlich eine fachlich fundierte Begründung liefern können.

    nur am Rande, weil es hier gerade im Subtext auch um die Wunschschulleitung geht: Ich hab mittlerweile den Eindruck, die schlimmste Eigenschaft, die Personen in Leitungsfunktion haben kann, ist das Bedürfnis der Eitelkeit, also geliebt/ gelobt etc. zu werden und es dafür jedem recht zu machen, um Zustimmung zu bekommen. (Mir fällt grade auf, dass ich da mit Max Weber konform gehe) Es gibt Ausnahmen, bei denen SL tatsächlich eine charismatische Herrschaft ausüben, aber die Verehrung ist in dem Job einfach systemisch nicht angelegt, weil Rollenwechsel, Ambivalenzen, Kommunikation, Menschen. Im Endeffekt haben die von mir erlebten narzisstischen Schul-und Weltverbesserer trotz hoffnungsvollem Start ein unangenehmeres, unsichereres, unmotivierendereses Klima geschaffen, als die verlässlichen "harten Hunde der Alten Schule", weil sie irgendwann entweder bei jeder wahrgenommenen Kränkung um sich geschossen oder sich komplett in den Burnout verabschiedet haben.

    Das ist eine interessante Betrachtungsweise. Je nachdem, wohin ich mich entwickle kann ich in ein paar Jahren ja ein Update in meinem einschlägigen Thread dazu geben. :)

    Spätestens jetzt dürften wir die TE vollends verloren haben.

    Meine Bitte noch einmal an die TE wäre es, die konkreten Folgen dieses vermeintlichen Fehlers bei dem Pronomen auszuweisen. DAS wäre nämlich für die ganze Angelegenheit viel wichtiger als die Meinung der TE, die für die Klärung des von ihr ursprünglich vorgetragenen und von ihr kritisierten Sachverhalts nichts, aber auch rein gar nichts zu tun hat - sie geht an der eigentlichen Sache völlig vorbei.

    Zumindest im Untstat-Forum des Landes NRW existiert dieser Ausgleichstag. Zumindest gibt es da eine Beispiel-Einträge, wenn im Zeitraum der Detailerhebung ein solcher Ausgleichstag liegt.

    Ich würde das gerne aufgreifen, denn der Threadersteller ist Referat 113 des MSB. (Tag der offenen Tür an Schulen / Schulfest / Ausgleichstag - Ministerium für Schule und Bildung)

    Das Ganze wird hier offenbar als so genannte vorgezogener oder nachgeholter Unterricht erachtet.

    Um noch einmal auf die Schafe zu sprechen zu kommen:
    Ich habe mich hier eines Bildes bedient, das in der einen oder anderen Lektüre zu Führung verwendet wird. Der Hirte, der zu diesem Bild dazugehört, hat ebenfalls eine klar definierte Rolle, die aber eben nicht die des despotischen Herrschers ist. Das Schaf, um sich einmal vom einem Extrem klar abzugrenzen, ist nicht das Kalb, das hinter der Trommel her trottet und das Fell für die Trommeln selber liefert.

    In der Lektüre, die mir hierfür als Basis diente, wird eine Führungskraft als Hirte betrachtet, wobei Letzterem eine hohe Verantwortung für seine Herde zukommt. Die Herde wird hier ebenso wenig als trübe Verfügungsmasse erachtet, mit der man machen kann, was man will.

    Ich begreife Führung nicht als "ich sage, wo es lang geht" und erachte mein Kollegium entsprechend auch nicht als Verfügungsmasse. Führung geht für mich in erster Linie mit Verantwortung einher - Verantwortung für die Lehrkräfte und für das Gelingen von Schule.

    Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es hier um bestimmte Mechanismen und Dynamiken innerhalb eines Kollegiums geht, bei denen die Frage nach Schafen oder Dritteln eher irrelevant sind - es sei denn, wir wollen hier primär eine Meta-Diskussion führen.

    Gegen die Wand laufen haben wir schon zweimal einen Kollegen der macht was er will. Beim letzten Mal durfte er die gesamten Kosten für eine Fahrt alleine tragen weil er unbedingt ab und vorher die Verträge für eine Veranstaltung unterschrieben hatte weil er wusste dass er unsere Genehmigung nicht bekommt. Er lernt hoffentlich jetzt mal draus.

    Autsch. Das tut weh. Was hat er denn erwartet, was Ihr im Zuge seiner eigenmächtigen Unterschrift tut? Und wieviel Geld hat ihn das gekostet?

    Ich habe gerade auch eine Situation, wo KollegInnen sich nicht rechtzeitig um die Organisation einer parallel stattfindenden Prüfung gekümmert haben. Damit kann diese Prüfung faktisch nicht stattfinden. Mal sehen, wie das Ganze ausgeht.

    Aber wer sind jetzt die verlorenen Schafe, nur zur Klarstellung.

    Die, die als Teilzeitkraft keine zusätzlichen Aufgaben der Schulentwicklungübernehmen möchten, weil sie mit ihrem Unterricht und den damit verbunden Pflichten ( Klassenleitung + 2 Korrekturfächer) letztlich Ihr Stundenkontingent schon mehr als ausschöpfen oder meinst Du eher

    den Religions- und Sportlehrer, der im Reli Unterricht nur Filme guckt und im Sportunterricht nur einen Ball reinwirft, ansonsten sich jedoch nicht an der Schulentwicklung beteiligt? (um mal das andere Extrem zu nennen)

    Ich meine Letztere. Erstere sind nicht die verlorenen Schafe sondern die gearschten Schafe. Und bei denen tue ich, was ich kann, damit die Teilzeitbeschäftigung für sie nicht ein noch größeres Minus- und Frustrationsgeschäft ist als es dies systemisch bedingt ohnehin schon ist.

    Zu Letzteren gehören aber auch diejenigen, die Studienfahrten organisatorisch in den Sand setzen, ständig kurzfristige Ankündigungen von schulischen, in der Regel außerunterrichtlichen Terminen machen, die dann mit anderen lange im Voraus terminierten Veranstaltungen kollidieren und wir von der Verwaltung dann zusehen sollen, wie wir das glattziehen.

    Beim ersten oder zweiten Mal bin ich da wirklich nachsichtig und bitte darum, so etwas künftig besser zu organisieren bzw. biete entsprechende Unterstützung an. Danach habe ich auch schon mit meinem Team überlegt, ob wir das Ganze dann einmal bewusst vor die Wand laufen lassen.
    (Das habe ich dann wegen der SchülerInnen und der anderen betroffenen KollegInnen nicht gemacht, weil die nichts dafür können...)

    Wo kommt immer diese Fehlvorstellung her? Selbst an kleinen Schulen gibt es (stellvertretende) Schulleitungen, an größeren Schulen noch dazwischen Fachbereichsleitungen und Funktionsämter. Wenn einem die Schulleitung zu wenig ist, kann man dann noch ins Schulamt wechseln.

    Dass nach oben hin die Stellen weniger werden und mehr Fokus auf Verwaltung liegt, stimmt zwar, ist aber in der Privatwirtschaft auch nicht anders. Hier kommen auch auf einige Mitarbeiter/Sachbearbeiter (m/w/d) wenige Teamleiter (m/w/d) und vielleicht eine Abteilungsleitung (m/w/d).

    Ergänzend dazu:
    Wer Karriere machen möchte, mit entsprechenden Gehaltssprüngen, ist im Schuldienst falsch. Fairerweise kann man sich lange, lange im Vorfeld ausführlich darüber informieren, wieviel Geld man in welcher Position verdienen kann und was man dafür tun muss, um in diese Positionen zu kommen.

    Der Wechsel ins Schulamt ist bestenfalls aufgabentechnisch ein Karrieresprung. In NRW bekommen die DezernentInnen genauso viel wie die Gymnasialschulleitungen - nämlich A16. Selbst im Ministerium ist man als Referatsleitung bei A16 und bekommt ggf. nach einiger Zeit dann B2.

    Wie auch hier in den letzten Jahren bestimmt mannigfaltig dargelegt, ist das Ganze eine Frage der Risikobereitschaft vs. des Sicherheitsbedürfnisses, der Planbarkeit vs. der Unplanbarkeit, der Vorhersehbarkeit vs. der Unvorhersehbarkeit. Es steht jeder und jedem frei, auf dieser Basis die entsprechenden beruflichen Entscheidungen zu treffen.

    Ich frage mich halt, inwiefern da noch Veränderung erreichbar ist, wenn teilweise Jahrzehnte verschlafen wurde zu erlernen, wie der Job im Alltag zu funktionieren hat. Dazu gehört an einer Einzelklausur (nicht Klausursatz, Einzelklausur) sechs Stunden rumzuwerkeln und es dann 5 zu nennen oder für jede Lerngruppe den Anfangsunterricht der Fremdsprache neu zu planen.

    Da hatte ich in der Tat in der letzten Zeit einige Situationen, wo mich die KollegInnen mit großen Augen angesehen haben, als ich ihnen erläutert habe, dass sie für diese oder jene Tätigkeit gar nicht so viel Zeit aufwenden müssten oder sich nicht ständig darum sorgen müssten, dass es Beschwerden oder Widersprüche hageln würde.

    Einige sind betriebsblind und/oder stehen sich unbeabsichtigt selbst im Weg. Das sind auch nicht die Leute, die aktiv auf andere KollegInnen zugehen und um Hilfe bitten oder um Rat fragen - mich natürlich auch nicht. So etwas ergibt sich aus Gesprächen und aus einem gewissen Vertrauen, das daraus entsteht.

    Das Beispiel "Rechtsunkenntnis" oder "-unsicherheit" ist kommt im Rahmen meiner Tätigkeit regelmäßig auf und scheint bei einigen KollegInnen tatsächlich für metaphorisch schlaflose Nächte zu sorgen.

    Wenn es "nur" um solche KollegInnen geht, dann sind sie auf eine andere Art und Weise "verloren", aber meiner Wahrnehmung nach zurückholbar bzw. auf den richtigen Weg "bringbar".

    Was macht man eigentlich mit verlorenen Schafen, die keinerlei Zusatzaufgaben mehr erledigen, weil sie selbst in massiver Teilzeit mit ihrem eigentlichen Unterricht überfordert sind und bereits zu viele Stunden arbeiten?

    Die würde ich gar nicht mal als "verloren" bezeichnen. Solche Konstellationen haben wir natürlich auch - da muss man dann ggf. schauen, wie man den KollegInnen dabei helfen kann, dass sie weniger überfordert sind.

    Es steht aber durchaus in Zusammenhang zu deiner Frage, denn bei den "verlorenen Schafen" wäre eigentlich tatsächlich zu klären, ob sie wirklich zu wenig arbeiten und das entscheidende Kriterium dafür ist nun mal die Arbeitszeit. Es gibt durchaus Lehrkräfte, die keine Zusatzaufgabe freiwillig übernehmen und die auch bei ihren unvermeidbaren Aufgaben eher problematisch sind, weil zB eigentlich jede korrigiert Klausur verspätet zurückgegeben wird, denen ich aber durchaus glaube, dass sie nicht "zu wenig" arbeiten. Sie sind nur sehr ineffizient in dem, was sie tun und oft einfach "auf", so dass sie viele alltägliche Dinge als besondere Belastung empfinden.

    Oh ja, das hatten wir neulich erst an meiner Schule...
    ... aber diese KollegInnen sind dann auch eine Belastung für ihr Kollegium. Da muss man dann auch irgendwie ran.

    In jedem anderen Beruf ist das genau so, es gibt wahnsinnig große unterschiede in der Produktivität, und dass jemand 40 Stunden die Woche nach Zeiterfassung absitzt heißt bei weitem auch nicht, dass jemand 40 Stunden pro Woche arbeitet.

    Oder wie effizient oder wie gut er/sie arbeitet. Aber wie ich oben schon schrieb - das hatten wir doch alles bereits in einem anderen Thread.

    Bolzbold

    Das Stichwort heißt Erfassung. Wie bei meiner Kilometer Abrechnung. Da gibt es keine Pauschale sondern ich erfasse Fahrt für Fahrt. Und so ist es auch bei der Arbeitszeiterfassung. Ich muss konkret nachweisen können, wieviel Stunden und Minuten ich am Tag x gearbeitet habe. Alles andere ist Wunschdenken der Kultusminister. Das klappt in allen anderen Berufen und langfristig wird auch unser Berufsstand sich daran gewöhnen müssen. Meine Tochter z.B. hat von ihrem Arbeitgeber ein Diensthandy. Wenn Sie zu Hause ist und anfängt zu arbeiten liegt sie sich mit einem Knopfdruck ein und auch wieder aus. Und dann muss man eben Arbeitszeitkonten einrichten und wenn sich da die Stunden anhäufen und ich auf einmal ein Jahr zu Hause bleiben könnte, dann ist das so. Entweder geht man mit dem gesamten Paket früher in Rente, finanziert damit sich eine Auszeit (Sabbatjahr) und in Zweifel wird der Krempel ausbezahlt.

    Ich weiß, wie das funktioniert und habe das in der Behörde selbst erfahren - mit allen Vor- und Nachteilen, die das hat. Dort ist es aber so, dass man in der Regel mit seinen 42 Stunden pro Woche gut auskommt und eventuelle Überstunden über das Gleitzeitkonto abfeiern kann. Das tun wir mittelbar auch, indem wir in den Schulferien abfeiern.

    Die einzigen Mitarbeitenden, die dort so viele Überstunden angehäuft hatten, dass sie unter die Kappungsgrenze fielen, waren oberhalb der B2-Besoldung...

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