Beiträge von Sissymaus

    So weit ist es also schon, noch 10 Jahre dann ist das Ablesen einer analogen Uhr eine legitime Aufgabe in einer Abiturprüfung.

    Warum? Ist es denn verwunderlich, wenn kaum noch Uhren mit analogem Zifferblatt irgendwo hängen? Smartwatches können eingestellt werden. Ist in der Lebenswelt der Kids kaum von Bedeutung und daher völlig logisch, dass diese Kompetenz verschwindet.

    Für mich könnte man auch die Bedienung des Rechenschiebers in der Abi-Prüfung drannehmen. Ich würde scheitern.

    Was dann halt nicht mehr geht: In VZ müssen xx Stunden unterrichtet werden, völlig egal, was in die Arbeitszeit reinpasst.

    Richtig. Und es würden auch nicht ständig neue Aufgaben dazukommen, wenn keine anderen Aufgaben wegfallen.

    Dadurch schafft man nur 14 Stunden pro Woche. Muss ich dann die anderen nicht mehr geben?

    Nein, Du wirst trotzdem Deine Vorbereitung in einer vorgesehen Zeit erledigen müssen. So funktioniert das in anderen Jobs auch. Man erwartet von Akademikern, dass sie sich organisieren können. Der Dienstherr hat nur das Pech, dass er keine rauswerfen kann, die das eben überhaupt nicht schaffen.

    Ich gehe aber mit Bolzbold mit, dass sich mit einer AZ-Erfassung eher etwas zum Schlechten bewegen wird. Nach 16 Jahren im Schuldienst bin ich da ernüchtert.

    Meistens nichts was über Jobs im Studium hinaus geht. Haben wir schon sehr oft gelesen. Es scheint eine verbreitete Lehrkräftekrankheit zu sein, den eigenen Beruf als etwas ganz besonders und außergewöhnliches wahrzunehmen.

    Ja, nehme ich auch so wahr. Ich würde allerdings für mich nicht sehen, dass ich die Belastungen in anderen Berufen beurteilen kann. Und man muss auch bedenken, dass es High-Performer gibt, die Belastung anders empfinden. Genauso wie Leute, die nicht so viel aushalten können und eher an ihrer Belastungsgrenze angelangt sind. Die gibts in jedem Beruf, aber es kann ja nicht sein, dass ich dann mehr arbeiten muss, nur weil ich mich nicht so schnell belastet fühle.

    Wenn in NRW irgendwo stünde, eine Oberstufenkorrektur in meinem Fach dauert 20 Minuten, dann würde sie bei mir 20 Minuten dauern. Kurz überfliegen, gar nichts oder wenig anstreichen, 5 Minuten über Punkte nachdenken, fertig. Tatsächlich würde ich eine solche offizielle Aussage als Entlastung empfinden, denn das entbindet mich faktisch von der Verpflichtung zu einer sauberen Korrektur.

    Genau so. Übertragbar auf eine Vielzahl von Aufgaben.

    Und ich entscheide, seitdem ich diese Verantwortung habe, dass das weiterhin nicht auf Kosten des Kollegiums gehen darf. (Mein Team, das ja bereits vor mir da war, hat das schon vor meiner Zeit so gehalten. Wir sehen uns nicht als MärtyrerInnen oder HeldInnen, aber wir sind uns der Verantwortung und der Folgen der Qualität unserer Arbeit vollauf bewusst.)

    Das ist nett vor Dir, aber das sehe ich für mich nur in Grenzen. Ich sage meinen KuK auch gern mal, dass ich das jetzt nicht mehr geschafft habe. Bin bisher nur auf Verständnis gestoßen.

    Würden mein Team und ich das bei der Stundenplanerstellung tun, gäbe es zum jeweiligen Halbjahr oder anderen Zeitpunkten keinen Stundenplan - oder wahlweise einen wirklich grottigen Stundenplan, der nicht die Bedürfnisse der TZ-Kräfte berücksichtigt.
    Es gibt Arbeitsbereiche, in denen geht das nicht.

    Ist richtig. Und hier ist die Arbeitszeiterfassung auch der Hebel, den man haben könnte, um diesen Missstand zu ändern. Wird sich nur nichts tun, daher denke ich eher, dass man dann x-Wochen für den Plan aufwenden darf. Alles andere ist nice-to-have.

    Und dann muss man auch für sich selbst entscheiden, dass man nur das liefert, wofür der Dienstherr bereit ist zu zahlen. Ist ja jetzt eigentlich auch schon so, halten sich aber viele nicht dran.

    Das sollen nur Beispiele sein, warum eine Arbeitszeiterfassung bei Lehrkräften nicht ganz so einfach ist.

    Jaja, die Lehrer. Sie sind eine ganz wundersame Speise, bei der funktioniert sowas einfach nicht. Ist weltweit einmalig.

    Und ich wünsche mir eine Zeiterfassung, obwohl mir eine Zeiterfassung vermutlich nicht entgegen kommt, weil ich sehr effektiv arbeite.Aber an einigen Schulen scheint sich ja ein Konferenz-Kult eingeschlichen haben. Das muss ja nicht sein. Ich kenne auch Leute, die bis 23 Uhr tagen. Nein danke!

    Ein Koch nutzt auch seine eigenen Messer. Vielleicht bringt er auch ein Rezept von Zuhause mit. Entscheidend wäre die Frage, ob der Dienstherr das angeordnet oder genehmigt hat. Ich befürchte, wenn wir eine effektive Arbeitszeiterfassung bekommen, geht die auf Dauer mit einer Einschränkung unsere Freiheit ein. Ich würde als Dienstherr dann auch sagen. Das mit den Osterhasen ist eine tolle Idee, aber die 2 Stunden sind sie mir nicht wert. Und das gilt natürlich auch für vieles anderes. Wenn Deutschlehrer 20 h ein neues Buch liest, dass er vielleicht im Unterricht behandeln will, sagt der Dienstherr vielleicht nehmen sie noch mal das vom letzten Jahr.
    Und bevor jetzt jemand meckert. Das sollen nur Beispiele sein, warum eine Arbeitszeiterfassung bei Lehrkräften nicht ganz so einfach ist.

    Ja, und dann bastele ich weder Osterhasen noch lese ich ein Buch. Ist doch wunderbar.

    Und auf den Koch hab ich gewartet. Will noch jemand den Friseur anbringen?

    Weil es Branchen gibt, die genauso einen Mist machen wie unsere, muss das nicht in Ordnung sein. Ich hab in meiner Ausbildung übrigens ein Arbeitsgerät bekommen, dass ich mit nach Hause nehmen durfte, weil es sich auf meine persönlichen Handgriffe "einarbeitet" (ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll). Das konnte nach mit einfach keiner mehr verwenden, bezahlt hab ich es trotzdem nicht.

Werbung