Krank-Klassenfahrt-Zwickmühle

  • Hey ihr,


    vor 5 WOchen hatte ich eine Nasennebenhöhlenentzündung. Ich kann schlecht nein sagen und bin trotz Krankschreibung zu einer angeblich wichtigen Besprechung und auch einmal in die Schule. Naja, war danach auch nicht wieder 100% fit. NUn hab ich den Salat, habe eine Kieferhöhlenentzündung. Wahrscheinlich wegen der verschleppten Erkältung. Heute morgen war ich beim Arzt und wurde bis Freitag krank geschrieben. Das wäre ja alles kein Problem, aber am Montag soll es eigentlich als Begleitung auf Klassenfahrt gehen. Ich habe dem Kollegen heute bescheid gesagt und gesagt, dass ich eventuell nicht mitfahren kann, weil ich mich viel ruhen soll. Außerdem habe ich angst, dass ich wieder zu früh auf die Arbeit gehe. Ich habe mir Bedenkzeit bis Freitag erbeten. Nun ist das Problem, dass der KOllege keinen Ersatz für mich findet. Nun bin ich etwas in der Zwickmühle. Ich gehe fast davon aus, dass ich nicht wieder fit werde, weiß aber nicht so richtig was ich machen soll. Was würdet ihr tun?

  • Hallo,


    zunächst einmal eine allgemeine Bemerkung zu diesem Thread und zu vielen gleichartigen hier im Forum: ich finde es erschreckend, wie viele Kollegen hier unter dem Oberthema "ich bin krank, soll ich trotzdem zur Arbeit gehen"? posten und bereit wären, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen, weil sie Angst haben, ohne sie gäbe es Probleme.


    Natürlich fühlt man sich schlecht, wenn man einem Kollegen bei einer Fahrt absagen muss, aber: DEINE GESUNDHEIT GEHT VOR! Wenn du krank auf die Fahrt gehst, bist du erst recht keine Hilfe - vielleicht sogar eine Last, weil du auf der Fahrt ausfällst und der Kollege dann vor Ort allein dasteht. Du schreibst: der Kollege findet keinen Ersatz. Eigentlich ist das auch nicht primär Aufgabe des Kollegen, sondern der Schulleitung! Fällst du aus, muss eine Vertretung gefunden werden, wenn die Gruppe einen Begleitlehrer benötigt. Ich würde mich an deiner Stelle auf deinen Körper verlassen - wenn du stark angeschlagen fährst, obwohl dein Arzt dir abrät, gehst du ein hohes Risiko ein. Liegst du danach wochenlang flach, muss auch Vertretung gefunden werden - und "Danke" sagt dann auch keiner. Also: zeitnah entscheiden, in der Schule absagen (mit ärztlicher Bescheinigung) und AUSKURIEREN.


    Gute Besserung! Eugenia

  • Frage deinen Arzt. Wenn er sagt, dass du gesund bist und fahren kannst, dann fahr. Bist du weiterhin krank, fährst du auf keinen Fall! Und da ist es völlig egal, ob der Kollege Ersatz für dich hat!

  • Hallo,
    bin da im Zwiespalt. Ich mach schon einen Unterschied, ob wegen meiner Krankmeldung die Schulleitung ein organisatorisches Problem hat oder ein Kollege voll im Regen steht.
    Ich versetz mich einfach mal in die Haut des leitenden Lehrers und sage ganz klar, dass ich in so einem Fall die Krätze bekäme. Es wäre eben nicht nur das Problem der Schulleitung, sondern ich müsste im Zweifelsfall, ja was eigentlich? Wohl doch alleine oder mit einem zwangsverpflichteten Ersatz, dessen Stimmung natürlich voll im Minus ist, fahren. Für die nächsten Jahrzehnte wäre mein Verhältnis zum Kranken wohl leicht eingetrübt, er müsste - zu Recht - in gegebener Situation mit einer vergleichbaren Reaktion rechnen.
    Es ist manchmal sehr einfach, diese Floskel "Gesundheit geht vor" in einem anonymen Forum loszuwerden.
    Konkret: Ich würde bei der Schulleitung auf Ersatz dringen, im Ernstfall aber zähneknirschend mitfahren, mit der Option, bei Verschlechterung meines Zustandes abzubrechen. Da sieht dann auch der andere, dass es eben doch nicht ging.
    Ciao

    • Offizieller Beitrag

    eigentlich hast du ja bereits gemerkt, dass ein Nichtauskurieren nur Probleme bringt.
    Übrigens könnte es auch versicherungsrechtliche Probleme mit sich bringen, wenn man trotz Krankschreibung arbeiten geht



    Ich finde die Frage schon skurril: wenn ich krank bin, bin ich krank.
    Und ich schleppe mich zu nichts, schon gar nicht zu einer Klassenfahrt. Denn da kannst du ja nicht mal nachts ein bisschen auftanken

  • In jedem Fall solltest Du eine klare Ansage machen -
    Absagen, weil Du nach Krankheit zu geschwächt bist, eine Klassenfahrt durchzustehen.
    Oder zusagen, weil der Arzt keine Gefahr sieht und Du ein gutes Gefühl dabei hast.
    Je länger Du zögerst, desto schwieriger wird es, Ersatz zu finden. Und wenn auch nicht ganz fair, menschlich ist es auch: Da der Kollege deine Unentschlossenheit spürt, sucht er den einfacheren Weg, nämlich, dass alles bleibt, wie geplant. Wenn Du absagen willst, tu es und klinke Dich reinen Gewissens aus der Ersatzsuche aus. Und auch der Kollege sollte das die Schulleitung regeln lassen.

  • Wie weit weg ist der Aufenthaltsort der Klassenfahrt denn?


    Wenn es halbwegs erreichbar ist, könntest du ja eine Kompromisslösung vorschlagen:
    Du kurrierst dich aus und kommst nach, sobald es dir besser geht.

  • "Für die nächsten Jahrzehnte wäre mein Verhältnis zum Kranken wohl leicht eingetrübt, er müsste - zu Recht - in gegebener Situation mit einer vergleichbaren Reaktion rechnen. "


    Also: schleppt euch krank hin, sonst werdet ihr auch noch von Kollegen mit Vorwürfen / Revanche gestraft???? Das finde ich mehr als zweifelhaft! Du bekommst "die Krätze", wenn ein Kollege erkrankt und mal nicht perfekt und für dich reibungslos funktioniert?
    Ich möchte auch einmal ein konkretes Beispiel aus meiner Erfahrung beschreiben: ein Kollege war offenbar auch der Meinung, er "müsste" unbedingt trotz Erkrankung auf Fahrt gehen. Ergebnis: plötzlich nachts hohes Fieber, Komplikationen vor Ort, Notarzt, Tagesprogramm im Eimer, anderer Kollege am Rotieren, Schüler panisch. Tolle Fahrt für alle Beteiligten! Übrigens werde ich die "Floskel" Gesundheit geht vor nicht nur in anonymen Foren an, die habe ich von unserer Schulleiterin live und extrem glaubwürdig vernommen und gebe sie gern weiter.

  • Hallo Eugenia,
    sei einfach mal so nett und lies das Ausgangsposting genau. Da ist nicht von Krankschreibung die Rede, sondern davon, dass da jemand absagt, "weil ich mich viel ruhen soll" und Angst hat, "dass ich wieder zu früh auf die Arbeit gehe". Da hab ich schon ganz andere Dinge durchgebissen.
    Also ganz deutlich: Man lässt einen Kollegen nicht hängen, bloß "weil ich mich viel ruhen soll"!
    Ciao

  • Liegt eine Krankschreibung vor (oder würde man eine erhalten, nur traut man sich aus Angst vor selbiger nicht zum Arzt), dann fährt man nicht auf Klassenfahrt.
    Ein Beispiel einer verschleppten Erkrankung (ebenfalls Atemwege) (verschleppt wegen Fahrt, danach Abitur) hatte ich auch mal im Kollegen-Kreis: Das zog sich dann über zwei Jahre hin, zwischenzeitlich war mal von Frühpensionierung die Rede...
    So eine Klassenfahrt ist anstrengend. Das hilft nicht unbedingt beim Auskurieren, insbesondere wenn eigentlich eine Krankschreibung vorliegt / vorliegen müsste.
    (PS: Reiserücktrittsversicherungen für Klassenfahrten schließen meist auch den Ausfall des Begleitlehrers ein, so dass dort nicht 100% Verlust entsteht.)

  • Hallo,
    um meine Position zu verdeutlichen:

    Zitat von Bear

    Liegt eine Krankschreibung vor (...), dann fährt man nicht auf Klassenfahrt.


    Volle Zustimmung. Hier geht es jedoch um Vermutung, Angst, Eventualität. Wenn ich nicht mehr habe, darf ich den Kollegen nicht im Regen stehen lassen. Wenn ich glaube, dass mehr dahinter ist, muss ich das vom Arzt bestätigen lassen.
    Ciao

  • Wenn du wieder gesund bist, dann fahr, aber mach auch klar, dass notfalls ein Ersatz für dich bereitstehen muss, weil du es nicht garantieren kannst! So einfach ist das (und so schwer zu sagen). Du versuchst ja dein Bestes, aber du kannst keine Garantie geben, also mach auf die Möglichleit aufmerksam, dass es Probleme geben könnte. In Hessen können auch Elternteile einspringen als Aufsichtsperson. Im Falle von: Ansonsten können wir nicht fahren, sollte auch das entsprechende zugehörige Kind eher gut dastehen, weil Mama/ Papa ja die Fahrt überhaupt erst möglich gemacht hat.

    Quiet brain, or I'll stab you with a Q-Tip!

    • Offizieller Beitrag

    Wenn der TE nicht wieder fit sein sollte bzw. immer noch krank sein sollte, ist er dienstunfähig. Also lässt er sich erneut krankschreiben. Dann ist das Thema erledigt.
    Dass der TE nicht leichtfertig mit der Sache umgeht, sollte offensichtlich sein.


    Und es sind genau solche Kollegen, wie Bonzo andeutet, die durch Suggestion eines schlechten Gewissens oder durch Androhung von Liebesentzug (mir fiel gerade kein passenderer Ausdruck ein), dafür sorgen, dass andere Kollegen sich im wahrsten Sinn des Wortes krank arbeiten. Stellen wir uns doch mal bitte alle nicht so an. Zähne zusammenbeißen und durch. (Ironie off!)


    Die Schulleitung könnte in NRW beispielsweise jedoch nur dann Ersatz zwangsverpflichten, wenn die gesamten Reisekosten erstattet werden. Da dieser Topf für gewöhnlich chronisch leer ist, wird das für die Schulleitung zu einem Problem. Das sollte und darf aber nicht das Problem des TE werden.


    Gruß
    Bolzbold

  • Hey,


    danke für eure Antworten. Ich werde wohl tatsächlich bis Freitag warten müssen und mit dem Arzt Rücksprache halten.

  • Hallo Bolzbold,
    Solidarität ist ja auch was Gutes. Stell dir doch einfach mal vor, du würdest als Leiter nur mit den Befürchtungen des Threadopeners konfrontiert. Würdest du nicht sauer reagieren?
    Jetzt wirds OT.
    Warum ist MSS mit 173 Beiträgen Einsteiger, ich mit nur 155 bin dagegen Fortgeschrittener?
    Ciao


    Nachtrag:

    Zitat von llindarose

    Ich werde wohl tatsächlich bis Freitag warten müssen und mit dem Arzt Rücksprache halten.


    Mach das so früh wie möglich, also schon morgen!!!

  • Wenn ihr das Glück habt, an eurer Schule euch gegenseitig auf Klassenfahrten begleiten zu drüfen, dann muss ein anderer Kollege einspringen.
    Viel ernster sehe ich die Frage, wenn eine "externe Begleitperson" (Student oder so) absagen muss udn niemand aus dem SKollegium einspringen darf.
    So ists bei uns mal gewesen, aber idch habe einen Nachmittag lang telefoniert und eine "neue Studentin" gefunden... püüüh...

  • Für die nächsten Jahrzehnte wäre mein Verhältnis zum Kranken wohl leicht eingetrübt

    Ohje. Vielleicht wäre hier eine sachliche Herangehensweise angebracht. Es einem Kollegen persönlich zu nehmen, dass er krank ist, ist unterste Schublade.


    L. A

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Bolzbold,
    Solidarität ist ja auch was Gutes. Stell dir doch einfach mal vor, du würdest als Leiter nur mit den Befürchtungen des Threadopeners konfrontiert. Würdest du nicht sauer reagieren?


    Wenn der TE auf mich zu käme und mir seine Befürchtungen mittwochs schildern würde, wäre ich sicherlich nicht glücklich, aber der Kollege kann ja auch nichts dafür. Ich würde mich umgehend nach Ersatz umhören und ggf. zweigleisig fahren, damit ich montags nicht mit dem SuperGau dann dastehe.
    Mir wäre es lieber, der Kollege würde mir ankündigen, dass es sein KANN, dass er nicht mit kann, als dass ich das beispielsweise erst montags früh morgens per Telefon erfahre. DANN hätte ich ein Problem und DANN wäre ich vermutlich eher sauer (auch wenn der Kollege immer noch nichts für seinen Gesundheitszustand kann).


    Zitat

    Nachtrag:
    Mach das so früh wie möglich, also schon morgen!!!


    Das halte ich für schwierig. Dann müsste der Arzt schon pauschal für nächste Woche krank schreiben, denn auch Ärzte sind keine Hellseher.


    Gruß
    Bolzbold

  • All dies bestätigt meine Meinung, dass Lehrer nicht halbprivate Reiseunternehmer sein sollten...


    Nele

Werbung