spielt Übergewicht bei Ref eine Rolle?

  • Hallo Foris,


    bin nun auch gerade dabei mein 1. Staatsexamen zu machen. nun stellt sich bei mir die Frage ob ich Probleme wegen meines Übergewichts bekommen könnte bei der Einstellung zum Ref. Ich wohne in RLP also bei uns muss man auch bereits vorm Ref zum Amtsarzt. Meine Frage nun,...kann mir bereits deshalb mein Ref verweigert werden? oder erst die Verbeamtung auf Lebenszeit?


    danke für eure Hilfe


    lieber Gruß nina

  • letzteres ist wohl eher der Fall.
    Vermutlich wird dir der AA wohl empfehlen, abzunehmen und dann hast du 2 Jahre Zeit...


    Bei mir war das aber alles kein Problem. Solle noch etwas am Gewicht machen, er sieht ja meinen guten Willen..

  • also, es wäre ja wirklich noch schöner, wenn man dir dann nach dem ersten staatsexamen (also nach jahrelanger "quälerei" :) ) wegen dem gewicht das ref verweigern würde.. habe etwas derartiges zum glück nicht gehört!
    wünsche dir viel erfolg!
    lg, tinscha

  • In NRW gibt es vor dem Ref keine Untersuchung. Die kommt aber spätestens dann unausweichlich, wenn man Beamter werden will. Und die BMI-Grenzen sind in den letzten zehn Jahren immmer nur in eine Richtung gegangen: nach unten. Man muss keine Modelfigur haben, aber wenn deutliches Übergewicht vorliegt, gibt es keinen Schein. Man muss einfach klar und deutlich sagen, dass Dicksein sich enorm auf die Gesundheit des Menschen auswirkt - auf Knochen, Organe, Konstitution. Jeder hier weiß hoffentlich, wie schlimm Übergewicht wirklich ist. Und dementsprechend knallhart gehen die Ärzte dagegen vor. Wir hatten letztes Jahr selber so einen Fall im Kollegium mit einer moppeligen Referendarin. Die hätten wir übernehmen können - sie darf aber nicht arbeiten, wenn sie nicht 20 Kilo abspeckt. Da geht der Frau die Lebenszeitverbeamtung und viel Geld für flöten. Mittlerweile hat sie gepeilt, das ihre Zeterei und Selbstbemitleidung wenig bringt, und sie diszipliniert sich jetzt diesbezüglich.


    Abgesehen davon... wer will Schülern denn was über Übergewicht und gesunde Ernährung, über viel Sport usw. erzählen, wenn man selbst aussieht wie ein Semmelknödel mit Beinen? Ja, ich weiß dass das frech ist, aber so sieht die Realität nun mal aus. Und kommt mir jetzt *bitte* nicht mit dem Sprüchlein "ja, aber es gibt auch Menschen, die sind krank..." - das sind die Ausnahmen von der Regel, nichts anderes. (Nein, keine DIskussion diesbezüglich notwendig.)

    Einmal editiert, zuletzt von Philou ()

  • Zitat

    Original von Philou Man muss einfach klar und deutlich sagen, dass Dicksein sich enorm auf die Gesundheit des Menschen auswirkt - auf Knochen, Organe, Konstitution. Jeder hier weiß hoffentlich, wie schlimm Übergewicht wirklich ist. Und dementsprechend knallhart gehen die Ärzte dagegen vor.


    Dabei muss einem natürlich klar sein, dass es dem Dienstherren natürlich nicht um die Gesundheit seiner Lehrer geht sondern um seine eventuelle Alimentationspflicht bei Dienstunfähigkeit. Die Rechnung ist die, dass Übergewicht die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender Krankheiten erhöht.


    Bei der amtsärztlichen Untersuchung gilt es, den BMI deutlich unter 30 zu kriegen - zur Not eben mit Crashdiät. Wie es gesundheitlich nach der Festverbeamtung weiter geht, ist dem Dienstherren vollkommen gleichgültig.


    Nele


    P.S. Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens die kürzlich unternommene Studie, dass Gesundheitsapostel das Gesundheitssystem sehr viel stärker belasten als Sinnlichkeitsfreunde! ;)

    Einmal editiert, zuletzt von neleabels ()

  • Für das Ref wird man trotzdem auf Widerruf verbeamtet (zumindest bei GS, ich glaub bei GYM auch). Später sollte man laut Infos unseres Gesundheitsamtes maximal 20% Übergewicht haben.


    Gruß leppy

  • Zitat

    Original von neleabels
    dass es dem Dienstherren natürlich nicht um die Gesundheit seiner Lehrer geht sondern um seine eventuelle Alimentationspflicht bei Dienstunfähigkeit


    So ist es, und zwar völlig zu Recht. Wer sehr viel Geld kostet, aber dafür nicht arbeiten geht, ist ein ökonomisches Problem. Die moralische Seite lassen wir jetzt mal außen vor - es ist doch klar, dass der Dienstherr versucht, sich so gut vor diesen Unwägbarkeiten zu schützen, wie es geht.


    Wenn ich eines btw nicht bin, dann ein Gesundheitsapostel... ich finde es aber völlig korrekt, dass hier genauer hingeschaut wird, wer 40 Dienstjahre überstehen wird und bei wem frühes Ausscheiden wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich ist. Die Zeiten sind eben rau, und das Geld sitzt nicht mehr so locker :skeptisch:

    2 Mal editiert, zuletzt von Philou ()

  • Meine persönliche Erfahrung: In unserem Kollegium sind die schwergewichtigen Kollegen nicht besonders häufig krank. Die Dauerkranken haben indessen einen Klasse-BMI. Ist natürlich nur eine Einzelbeobachtung und daher nichts wert im Reich derer, die sich auf irgendwelche Studien berufen.


    Ich schätze es nicht, Schule unter das Primat der Wirtschaft zu stellen. Diese Tendenz nervt mich ohnehin. Und so ein Satz auch:


    "Abgesehen davon... wer will Schülern denn was über Übergewicht und gesunde Ernährung, über viel Sport usw. erzählen, wenn man selbst aussieht wie ein Semmelknödel mit Beinen?"


    Vielleicht will ich meinen Schülern als dicker Lehrer ja nur etwas über mathematische Formeln, Lyrik, Denksport oder den Gedanken, dass ein jeder nach seiner Facon glücklich werden soll, vermitteln.


    Außerdem möchte ich an dieser Stelle den Thread mit den Floskelsätzen eröffnen, deren Gebrauch erst nach einer Stunde reiflicher Überlegung, ob ein weiteres Wiederholen dieses Satzes wirklich nötig ist, erlaubt sein sollte.


    1. In der Wirtschaft wäre das undenkbar.
    2. So sieht die Realität nun mal aus.
    3. Die Zeiten sind eben rau.


    Viele Grüße
    Frau Lehrerin, BMI normgerecht

  • Hallo alle zusammen,


    meine Freundin war letzte Woche beim Amtsarzt und für eine Verbeamtung muss man einen BMI (Body Mass Index) von 31 haben. Mit mehr Übergewicht bekommt man keine Verbeamtung.



    Liebe Grüße


    Tanja

    Was hinter uns liegt und was vor uns liegt sind Winzigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.

  • Zitat

    Außerdem möchte ich an dieser Stelle den Thread mit den Floskelsätzen eröffnen, deren Gebrauch erst nach einer Stunde reiflicher Überlegung, ob ein weiteres Wiederholen dieses Satzes wirklich nötig ist, erlaubt sein sollte.


    1. In der Wirtschaft wäre das undenkbar.
    2. So sieht die Realität nun mal aus.
    3. Die Zeiten sind eben rau.


    :D LOL!

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Zitat

    Original von neleabels
    P.S. Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens die kürzlich unternommene Studie, dass Gesundheitsapostel das Gesundheitssystem sehr viel stärker belasten als Sinnlichkeitsfreunde! ;)


    Das hab ich auch gehört. Sehr erheiternd. :D Hab es ja schon immer geahnt.


    Was den BMI anbelangt: dort wo Lehrer gebraucht werden, scheint dieser Punkt auch lockerer gehandhabt zu werden. Hier ist es kein Problem mit einem höheren BMI verbeamtet zu werden. In Hessen reichte schon ein BMI von 28 um sich zumindest unangenehmen Zusatzuntersuchungen unterziehen zu müssen.

    Für mich gibt es wichtigeres im Leben als die Schule.


    (Mark Twain)


    Auf dem Weg zur Weltherrschaft! :teufel:

  • aber was doch nachhaltig auf die Lehrergesundheit und damit auch das Gesundheitssystem einwirkt, sind doch die Anforderungen bzw. Belastungen des Berufes. Und dort sollte der Staat als Arbeitgeber ansetzen und nicht punktuell mit dem Finger auf Einzelpersonen zeigen und Ausfallzeiten befürchten.


    In der freien Wirtschaft gibt es schon allerhand Programme, wo sich AG mit der AN-Gesundheit und dere Erhaltung auseinandersetzen. In der Schule ist das leider kaum spürbar, obwohl es da auch Programme gibt. Prozentual gesehen fallen doch die meisten Lehrer aus, weil sie total "runtergewirtschaftet" werden und nicht weil sie einen falschen Lebensziel in der Freizeit fahren. Aber da verschließen die Amtsärzte ihre Augen und life goes on.


    Elli

  • Zitat

    Original von Philou


    So ist es, und zwar völlig zu Recht. Wer sehr viel Geld kostet, aber dafür nicht arbeiten geht, ist ein ökonomisches Problem. Die moralische Seite lassen wir jetzt mal außen vor - es ist doch klar, dass der Dienstherr versucht, sich so gut vor diesen Unwägbarkeiten zu schützen, wie es geht.


    Wenn ich eines btw nicht bin, dann ein Gesundheitsapostel... ich finde es aber völlig korrekt, dass hier genauer hingeschaut wird, wer 40 Dienstjahre überstehen wird und bei wem frühes Ausscheiden wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich ist. Die Zeiten sind eben rau, und das Geld sitzt nicht mehr so locker :skeptisch:


    Und Leute mit Motorradführerschein sollten auch nicht mehr verbeamtet werden, weil die ja einen Unfall haben könnten, der sie arbeitsunfähig macht?!


    Als Betroffene von dieser tollen BMI-Regel, will ich dir mal eines sagen:
    Das ist Diskriminierung. Da gibts nix dran schön zu reden und nix zu begründen.

  • HI!
    Also ganz ehrlich:
    @Philou: Deine Meinung und vor allem die Art wie du es ausdrückst finde ich unmöglich!


    Dann dürfen rauchende Lehrer wohl auch keine Drogenprävention in der Schule machen?! Ach ne, Rauchern sieht man ihr "Laster" ja nicht an und sie sehen nicht aus "wie ein Semmelknödel mit Beinen".
    Wenn ich mit meinen Schülern dann Fairtrade und ökologische Aspekte bespreche, dann darf ich selber wohl auch keine konventionellen Produkte einkaufen und wenn ich katholische Religion unterrichte darf ich erst nach der Hochzeit mit meinem Partner zusammenziehen, oder wie?
    Denkst du wirklich, dass man alles, was man Schülern beibringt selber zu 100% leben muss?
    Jeder Mensch hat doch seine Schwächen.


    In puncto gesunder Ernährung reicht es meines Erachtens nach, dass man als Lehrer/in vor den Kindern keine ungesunden Sachen in sich hineinstopft, also dass man selber ein gesundes "Pausenfrühstück" dabei hat.


    Was ist mit dir selber? Bist du frei von Schwächen? Da du in der Primarstufe tätig bist, hast du sicher auch schonmal mit deinen Schülern besprochen, dass man sich gegenseitig respektiert und dass man andere nicht ausgrenzen sollte, nur weil sie anders sind. So wie du über Übergewichtige sprichst bzw. schreibst, scheint mir wenig respektvoll!!!


    So, und um zum Verbeamtungsthema zurückzukommen: Ich finde es auch unverschämt, dass viele wegen ihres Gewichts nicht verbeamtet werden und nach dem Gleichstellungsgesetz dürfte es eigentlich auch nicht mehr vorkommen (es laufen auch diverse Verfahren deswegen zur Zeit - mal sehen, was da rauskommt). Was die eigentliche Schweinerei meines Erachtens nach ist, ist die viel geringere Bezahlung der Lehrer/innen im Angestelltenverhältnis. Ich denke, wenn dieser Unterschied im Gehalt nicht wäre, wäre die Aufregung viel geringer.


    Viele Grüße

  • Zitat

    Original von Mara
    [...] und nach dem Gleichstellungsgesetz dürfte es eigentlich auch nicht mehr vorkommen (es laufen auch diverse Verfahren deswegen zur Zeit - mal sehen, was da rauskommt). [...]


    Weißt du zufällig, ob es über diese Verfahren online ein bisschen mehr zu lesen gibt?

  • Hi!
    Bin beim Googeln letztens mal auf dieses Forum gestossen:
    http://www.deutschlands-dicke-…rum/showthread.php?t=2603


    und guck mal hier:
    http://www.gewichtsdiskriminierung.de/docs/verbeamtung.pdf


    Ich glaube ich hatte etwas entsprechendes auch mal in der Zeitung gelesen als das Gesetz gerade aufkam (weiß aber nicht mehr, wo das war).


    VG

  • Mara, du sprichst mir aus der Seele.
    Da kommt so ein männliches Wesen daher und meint, er könne über Menschen urteilen, nur weil er sich ihr Aussehen vorstellen kann und diese nicht persönlich kennt.
    Die Sprüche, die philou hier bringt, sind allerunterstes Niveau. Es mag sein, dass wir seinem Idealtypus einer Frau nicht entsprechen, aber vielleicht entspricht er auch nicht unserem Idealtypus eines Mannes? Leider kenne ich ihn zu wenig, um das beurteilen zu können. Er sollte sich solche Äußerungen, die auf manche Menschen beleidigend wirken, jedoch unterlassen. Denkt er denn, wir Dicken laufen nur mit der Pommes-Tüte und einem 1l-Becher Cola durch die Gegend. Da sollte er mich mal in der Schule beehren: 1 Kasten mit kleinen Mineralwasserflaschen unter dem Tisch, Vollkornbrot mit leichter Wurst oder leichtem Käse, manchmal Obst (je nach Saison und Geschmack) und - auch wenn mein "Banknachbar" meckert - gerne mal Paprika und Tomaten mit Salz (die Körnchen verstreue ich leider immer auf dem Tisch). Ich bin nun mal zu faul mich aufzuraffen und Sport zu treiben, wenn ich hartnäckiger wäre, wäre ich bestimmt philous traumfrau X(. 8)


    Aber zum Thema zurück: seit 5 Jahren angestellt wegen "gesundheitlicher Gründe", die ich aber auch gegenüber dem Kultusministerium mit mollig bezeichne. Pro Schuljahr kaum mehr als 5 Fehltage wegen Krankheit (meine Winter-Erkältung, lasse mich dann 1 Woche krankschreiben, sonst werd ich nie gesund), renne wie verrückt im Klassenzimmer rum, um mich um Schüler zu kümmern (Beurteilung: "Achtete sorgfältig auf den Lernfortschritt der Schüler.") Man wird also angestellt, ca. 400 € weniger, und macht die gleiche Arbeit.

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