Und das die nächsten 40 Jahre?

  • Hallo!
    Folgendes beschäftigt mich zur Zeit (und immer wieder):
    Ich bin jetzt im 5. Jahr nach dem Ref. und obwohl die "Rahmenbedingungen" bei mir gut sind (ländliche angenehme Schule, größtenteils nette Kollegen, guter Draht zu Kindern, keine Probleme / besondere Belastung durch Unterrichtsvorbereitung...), habe ich Zweifel, ob Lehrerin zu sein das ist, was mich dauerhaft zufrieden stellt. Es sind einfach viele Alltäglichkeiten / Kleinigkeiten, die mich nerven. Ich werde einfach mal ein paar Beispiele nennen. Dabei gehts mir nicht ums Jammern! Ich möchte nur beschreiben, welche Situationen mich zweifeln lassen, ob ich das die nächsten 40 Jahre machen möchte:
    - die Lautstärke!!!
    - Schüler, die permanent ihre Mitschüler / den Unterricht stören und immer wieder meine alleinige Aufmerksamkeit beanspruchen --> das Gefühl sich um eine Gruppe kümmern zu müssen, während einer permanent Geräusche macht, dazwischenredet, unterm Tisch sitzt o.ä. (obwohl es an meiner Schule gibt es noch relativ wenig derartig auffällige Kinder...)
    - fehlendes "Benehmen": Bitte, Danke, Gesprächsregeln, das heb ich nicht auf, das war ich nicht...
    - Kollegen (eigene und auf Fortbildungen..), die zwar nicht unsympathisch sind, aber doch ewig jammern, alles besser wissen, deren Gedanken sich anscheinend nur um die Schule drehen...
    So, ich schätze das musste einfach mal raus :-) Natürlich sehe ich auch viele sehr schöne, bereichernde Seiten am Lehrerberuf und insbesondere am Umgang mit Kindern! Aber zum Teil habe ich das Gefühl, dass die "alltäglichen Nervereien" soviel Raum einnehmen, dass ich unzufrieden bin.
    Was meint ihr? Geht es einem in allen Berufen / Jobs immer wieder mal so (es kann halt nicht immer alles toll sein...)? Oder sollte man solche Zweifel doch ernst nehmen und über Alternativen nachdenken? Welche Alternativen gibt es für Lehrer (verbeamtet), falls ich wirklich mal etwas Neues machen möchte?
    Vielen Dank an jeden, der sich die Mühe gemacht hat, dies hier zu lesen.
    Bin für alle Anregungen, Erfahrungsberichte, Kritikpunkte dankbar!
    LG Mare

  • Ich finde es toll, dass auch mal jemand das ganz normal anspricht, ohne zu jammern. Ich finde, der Lehrer ansich neigt dazu immer und ich meine damit wirklich immer den Starken raushängen zu lassen, den nichts erschüttert oder das genau Gegenteil zu machen. Das heißt sich ständig als Opfer zu sehen etc.
    Finde es gut, dass du das Kind beim Namen nennst!


    Aber ich finde du hast einen ganz erheblichen Faktor vergessen: die Ansprüche der Eltern, die immer größer und vor allem auch dreister werden.


    Mir persönlich, wo ich jetzt im 2 Jahr nach meinem Ref bin, gehts so ähnlich. Ich mag meine Arbeit, gehe gerne morgens in die Schule, liebe die Arbeit mit Kindern. Nur, ich sehe irgendwie ein bissel schwarz für die Zukunft. Viele Kollegen berichten mir, das sie im moment so geflasht sind, dass die Kids immer stressiger werden und sich die Struktur einfach ändert. Da frage ich mich: Wie wird das in 20 oder 30 Jahren aussehen? Ich bin auch der Überzeugung, dass sich bis dahin noch einiges ändert und es irgendwie einen Riesenknall, ob in der Schule, Bildungspolitik oder sonst wo, geben wird...

  • Leute!!!
    Wir haben einen Beruf mit sehr vielen Freiheiten. Die Rahmenbedingungen sind zwar nicht immer optimal - aber wer schon mal in der Wirtschaft, Wissenschaft oder anderen Bereichen gearbeitet hat, der weiß, es gib sehr viel Schlimmers, als Lehrer zu sein.


    Schraubt eure Ansprüche nicht über das Maß hinaus, was ihr zu leisten in der Lage seid. Ihr könnt nicht alleine die Familien- und Gesellschaftsprobleme lösen. Ihr könnt nur euer Bestes geben und das sollte, denke ich, reichen.

  • Es sagt auch keiner, dass es etwas chlimmeres gibt als lehrer zu sein. Im gegenteil, ich bin froh diesen Beruf ausüben zu dürfen!

  • Ich bin im 10. Jahr nach dem Ref .
    IMmer wieder kommen solche Gedanken, immer wieder gehen sie auch, 40 Jahre sind es nun nich tmehr, dann wäre ich ja 75...huch... ich will den Beruf so lange machen, wie ich ihn gerne machen und wenn nicht mehr, dann schaue ich nach Alternativen... Momentan mache ich ihn noch gerne, auch wenn cih ihn anstrangend finde. Aber dafür gibts ja "gleich" schon wieder Ferien

  • Ich kann Markus nur Recht geben.


    In jedem Beruf gibt es Dinge, die einen verzweilfeln lassen. Z.B. als Krankenschwester hat man auch nicht mehr die Zeit, um allen Patienten gerecht zu werden, der Megastress. Wenn ich beim Arzt bin udn sehe, wie die Arzthelferin rotieren und das für das Minigehalt, dann denke ich, dass sie ebenfalls einen stressigen Beruf haben.


    Überall wird immer mehr verlangt, aber man kann nur bis zu einer gewissen Grenze geben.
    Ich versuche mich freizumachen von den überhöhten Ansprüchen, tue das, was ich kann udn warte ab, wie lange es mir gefällt.


    Gruß Nof.

    Wir helfen einem Menschen mehr, wenn wir ihm ein günstiges Bild seiner selbst vorhalten, als wenn wir ihn unablässig mit seinen Fehlern konfrontieren.
    A. Camus

  • Ich hoffe, keine zehn Jahre mehr zu haben... (dienstlich ;) ) - aber nachfühlen kann ich einiges.
    Die Lautstärke ist ein anerkannter Stressfaktor in unserem Beruf - und es kostet sehr viel Mühe, heutigen Kindern und Jugendlichen ein ruhigeres und im Umgangston auch freundlicheres Verhalten beizubringen (meist gelingt es nicht, weil wir Kinder in einem Alter bekommen, in dem sie so weit vorgeprägt sind, dass Gegensteuern wenig nützt.) Das Benehmen ist heute wirklich ein Problem geworden, Respekt ein Fremdwort im wahrsten Sinne des Wortes...
    Es wundert einen nicht, dass es in unserem Beruf so viele Frühpensionierungen gibt - die Belastungen will ja keiner von den Verantwortlichen wahrhaben.

    Denken ist etwas, das auf Schwierigkeiten folgt und dem Handeln vorausgeht.
    B. Brecht, Me-Ti

  • Ich kann euch auch einerseits nachfühlen, habe jetzt fast 4 Jahre nach dem Ref um und ärgere mich auch über einige Dinge im Ausgangsposting + die Dinge, die dadurch hinzukommen, dass ich an einer Schule im sozialen Brennpunkt (einkommensmäßig) arbeite.


    Ich sehe aber auch, wie es in anderen Berufen aussieht: Auch dort gibt es Dinge, die einem nicht passen - und es wird dann schneller mal gesagt: "Na wenn es Sie stört, dass ihr Büro ein Durchgangszimmer ist und Sie sich nicht genug konzentrieren können, suchen Sie sich doch einen anderen Arbeiteber!"


    Für mich ist es auch wichtig, dass ich meine Ansprüche runterschraube:
    Viele Dinge sind in der Erziehung vor Schuleintritt schon entgegen bestimmter Normvorstellungen vonstatten gegangen. Daran können wir nur noch bedingt etwas ändern. Mir fällt übrigens dadurch positiv auf, dass:
    - die meisten meiner Schülereltern (und Eltern von Parallelklassen auf der Etage) grüßen.
    - die meisten meiner Schüler/innen morgens von sich aus grüßen,
    - viele Kinder "Bitte" und "Danke" sagen. (Wenn sie das nicht "bitte" sagen, setze ich die Bitte in der Regel nicht um. "Kannst du mal die Flasche aufschrauben?" - "Klar, kann ich." Die meisten sagen dann "bitte".)
    - die meisten Kinder Müll vom Boden aufheben, wenn er an ihrem Platz liegt. Wenn sie sagen "Das war ich nicht." dann entgegne ich: "Heb es doch bitte trotzdem auf, das ist auch dein Klassenraum!". Bei den meisten Kindern funktioniert das, bei manchen nicht, dann springt aber oft ein Kind vom Nachbartisch auf und hilft. Für das Aufheben und Wegbringen bedanke ich mich in der Regel und lobe die Hilfeleistung. Einige Kinder sind es nicht gewöhnt, ihren eigenen Müll aufzuheben und wegzubringen. Wie willst du es da von ihnen erwarten, wenn es sonst keiner erwartet?


    Bei Kolleginnen die alles besser wissen oder ständig jammern, höre ich nicht mehr als nötig zu. "Du tut mir leid, ich muss schnell...", solange ich aus der Unterhaltung raus kann.
    Auf Fortbildungen fand ich es bisher eigentlich nicht so schlimm. Und wenn Unmut aufkommt, mache ich mit. Dann bin ich meinen "Dampf" los, weiß, dass es anderen genauso geht und habe gleich meine Zweifel ("Andere sind bestimmt viel weiter!") gelindert. :tongue:


    Ein großer Nach- und Vorteil, den unser Beruf neben anderen noch hat ist übrigens, dass es kaum Aufstiegschancen gibt und dadurch die Ellenbogen bei vielen nicht so weit ausgefahren sind, wie es in anderen Branchen der Fall wäre.


    Grüße,
    Conni
    PS: Ob ich das 40 Jahre durchhalte? Keine Ahnung. Aber vielleicht ist mit Hörgerät der Lärm nur noch halb so laut? :D

    Menja sawut Bolzboldowa.

    Für Miriam: меня совут болцболдова

    Für MissJones: меня совут больцболдова

    Für Satzliebhaber: Меня совут больцболдова.

    Weitere Erwähnung findet hier natürlich auch MarieJ.

    내 이름은 토끼입니다

  • hallo! ich hab ja die erste hälfte meines lehrerinnendaseins bereits "abgedient"! und zwar sehr ruhig und angenehm als sprachheillehrerin. das heißt, keine korrekturen, keine noten, keine nervigen eltern (wem etwas nicht passt, der soll bitteschön mit seinem kind zum logopäden gehen!), keine disziplinären schwierigkeiten, weil der unterricht ausschließlich in kleingruppen (2- max. 4 Kinder) abgehalten wird. klingt alles ziemlich paradiesisch, oder? ist es aber nicht, weil es mich nach 15 jahren dermaßen angeödet hat, dass ich unbedingt umsatteln wollte! wenn du soweit bist, dass du gar keine freude an deinem job mehr hast, dann verändere dich! da gibt es zwar nicht viele, aber doch einige möglichkeiten! in form von zusatzausbildungen z.b.
    ich bin nun zum 1. mal volksschullehrerin einer 1. klasse, habe den megastress, weil ich der grossen gruppe nicht immer gewachsen bin, aber ich bin nun wieder sehr glücklich mit meiner arbeit und genieße die schönen momente sehr. lg elke

  • Jeder Beruf hat seine "Schattenseiten". Wenn man das Gefühl hat, das die schlechten Seiten überwiegen, dann sollte man meiner Meinung nach schleunigst nach Alternativen suchen!


    Das gilt für jeden Beruf.


    Bis jetzt weiß ich zwar um die negativen Seiten, aber sie tangieren mich nicht sonderlich. Klar gibt es Tage, an denen mich das eine oder andere annervt.
    Aber diese Tage sind Gott sei DAnk selten. Ich hoffe, das bleibt so....


    Panama

    "Du musst nur die Laufrichtung ändern..." sagte die Katze zur Maus, und fraß sie.

  • Mich nerven die o. g. Dinge auch sehr oft!


    Um mich zu motivieren, sage ich mir in solchen Momenten aber immer wieder, dass eine meiner wesentlichsten Aufgaben als Lehrerin ja auch die Erziehung der Kinder ist. Ich halte mir das immer wieder vor Augen und denke, dass die Kinder in der Schule die Gelegenheit haben sollten, Verhaltensnormen, die in unserer Gesellschaft wichtig sind, zu erlernen. Gerade wenn sie diese im Elternhaus nicht vermittelt bekommen.


    Natürlich bilde ich mir nicht ein, dass ich als Lehrerin alles in "die richtige Bahn" lenken oder auch mangelnde elterliche Erziehung ersetzen kann und muss. Dennoch habe ich festgestellt, dass ich durch diese Einstellung in nervigen und stressigen Situationen die nötige Distanz wahren kann, weil ich es so als berufliche und nicht als private Schwierigkeit wahrnehmen kann. Ich muss es also nicht auf mich persönlich beziehen.


    Diese Abgrenzung gelingt mir natürlich nicht immer, aber wenn sie mir gelingt, entlastet mich das sehr und hilft mir im direkten Kontakt mit den "Verhaltensoriginellen" ruhig zu bleiben.


    Ich muss jedoch dazu sagen, dass ich noch ganz am Anfang meines Lehrerlebens stehe und nicht weiß, ob mich nicht auch die alltäglichen kleinen und großen Belastungen irgendwann zermürben werden.


  • Gaanz ehrlich: wenn mich DAS alles so annerven würde, dass mir Zweifel kommen, ob ich das alles eigentlich so WILL, dann würde ich schleunigst was ändern. Entweder in der Klasse, oder in meinen Zielen für die nächsten 40 Jahre.


    - die Lautstärke!!! - kann ich selber stark beeinflussen --> das sieht man ganz klar an der Schule: nicht alle Lehrer haben laute Klassen, und es sind immer die selben Lehrer, deren Kinder auffallend laut sind (also in jeden neuen Radl wieder, nicht, dass sie halt mal eine speziell laute Bande erwischt haben)


    - Schüler, die permanent ihre Mitschüler / den Unterricht stören und immer wieder meine alleinige Aufmerksamkeit beanspruchen --> das Gefühl sich um eine Gruppe kümmern zu müssen, während einer permanent Geräusche macht, dazwischenredet, unterm Tisch sitzt o.ä. (obwohl es an meiner Schule gibt es noch relativ wenig derartig auffällige Kinder...)


    Wenn ihr da relativ wenig 'derartig auffällige Kinder' habt, dann müsste das zu handeln sein; wichtig ist dabei sicher die eigene Einstellung zu solchen Kindern - KEIN Kind stört aus Böswilligkeit, IMMER steckt etwas dahinter, und klar kann ich sagen, ich bin nicht Psychologe, sondern Lehrer, aber das Problem ist nun mal da, und es wird mehr werden in dieser hektischen, schnelllebigen Zeit - entweder ich WILL mich dem stellen, oder eben nicht. Besser leben tu ich, wenn ich nicht versuche es zu ignorieren, sondern, wenn ich es als Herausforderung sehe. Es gehört eben mittlerweile zu unserem Job dazu, auch mit 'solchen' Kindern zurechtzukommen.


    - fehlendes "Benehmen": Bitte, Danke, Gesprächsregeln, das heb ich nicht auf, das war ich nicht...
    *räusper* Sorry, das klingt nach meinen Großeltern ;) - wenn es dir sehr wichtig ist, dass deine Schüler sehr höflich sind, dann musst du Zeit dafür verwenden, um es zu trainieren, dann klappt das *schwör*
    Wenn dir wichtig ist, dass sie sozial miteinander umgehen, dann musst du den Schwerpunkt da drauf legen - klar kommt nichts von nichts, und ev. durfte man 'früher' diesbezüglich mehr voraussetzen, aber, wieder: wir haben eine gewisse Ausgangslage, die kann man ausreichend gut oder ziemlich schlecht finden, jedenfalls können wir sie nicht wegreden, aber wir haben auch viel Spielraum, um erziehend einzuwirken, um zu formen, um vorzuleben. Kinder, die wertschätzend behandelt werden, werden wertschätzend miteinander umgehen; vielleicht nicht von jetzt auf gleich, aber in vier Jahren kann man doch viel erreichen.


    - Kollegen (eigene und auf Fortbildungen..), die zwar nicht unsympathisch sind, aber doch ewig jammern, alles besser wissen, deren Gedanken sich anscheinend nur um die Schule drehen...


    Das stört mich auch, aber da hilft am ehesten, sich so wenig wie nötig drauf einlassen. In wenig anderen Beruf ist man SO auf sich gestellt, kann SO sehr schalten und walten wie man will, hat so viele Gestaltungsmöglichkeiten und -freiheiten (gut, hängt vielleicht von der Schulleitung ab, aber dennoch), im Grunde muss man nicht viel mit nörgeligen Kollegen zu tun haben, wenn man nicht will.


    Die Dinge, die du aufzählst stören mich auch - MANCHMAL;
    in der Regel ist gerade auch DAS eine der Herausforderungen, die mich an dem Beruf sehr reizen. Dieser Beruf ist dermaßen vielfältig und abwechslungsreich, man ist Lehrender, Erzieher, Betreuer, Psychologe, "Mama" und was weiß ich was noch alles. Ich arbeite nun seit über einem Jahrzehnt in dem Beruf, und er wird nie langweilig. DAS schätze ich sehr daran :).
    Frag mich in ein paar Jahren noch mal, aber im Moment kann ich mir noch sehr gut vorstellen, in diesem Job alt zu werden. Ich halte mir für mich aber auch IMMER die Option offen, mich beruflich zu verändern, falls sich meine Einstellung mal sehr ändern sollte.


    zu guter Letzt zu deiner Frage, ob man auch in anderen Berufen Frustzeiten hat - ja, da bin ich sicher, dass das so ist (ich habe nach 6 Jahren in der freien Wirtschaft umgesattelt zum Lehrerberuf *gg*), aber die Grundeinstellung sollte positiv sein. Wenn ich nur noch gefrustet bin, ist es besser, ich suche mir Alternativen. Etwas, das ich täglich machen MUSS, soll schon HALBWEGS Spaß machen, das gestehe ich mir einfach zu.


    Welche Alternativen gibt es? Wie jemand schrieb: du kannst in den Bereich wechseln, wo du nicht klassenführend arbeitest, Deutsch als Fremdsprache, Förderlehrer, Legastheniebetreuer, überhaupt weg aus dem Schulbetrieb und z.B. Englisch anbieten als freier Mitarbeiter, oder im Schulamt arbeiten, ... - ich glaube, Alternativen gibt es einige, man muss nur für sich rausfinden, was einem am ehesten liegt.

  • Zitat

    [




    - fehlendes "Benehmen": Bitte, Danke, Gesprächsregeln, das heb ich nicht auf, das war ich nicht...
    *räusper* Sorry, das klingt nach meinen Großeltern ;).


    ?(

  • Ich meine damit: Die Generation meiner Großeltern hat immensen Wert darauf gelegt, dass man ja zu allem Bitte und Danke sagt, dass man höflich und bescheiden bleibt und nur ja nichts fordert ... All sowas war wichtig, das Individuum an sich, und wie es wirklich in einem aussieht war dann gar nicht mehr so wichtig.
    Also, nicht, dass ich finde, dass man heute nimmer Bitte und Danke sagen braucht, gar nicht, aber dass ich mir DESHALB selber das Leben schwer mach, weil die Kinder nimmer so lieb und brav und unterwürfig und angepasst sind ... - nö!
    Für mich gibt es weit schwierigere und schwerwiegendere Themen mit denen man sich als Lehrer auseinandersetzen muss, die tatsächlich mühsame Aufgaben sind (z.B., dass immer mehr Menschen Probleme haben, ihr Leben zu finanzieren, und sich das dann an ihrem Kind spiegelt, dass Familien es nicht schaffen, sich so um ihr Kind zu kümmern, dass es gut versorgt ist, ...). NERVEN tut mich das Thema Bitte und Danke nicht. Das ist eher pillepalle für mich.
    Ich weise die Kinder immer wieder darauf hin, ich mache es immer wieder mal zum Thema und ich finde, Grüßen, sich Bedanken ... ist ein ganz typisches Beispiel an dem man sehen kann, wie sehr die Kinder durch Vorbilder lernen.

  • also, sorry, aber wenn ich sowas lese, mare, ärgere ich mich total!!!
    wie viele andere junglehrer, gehöre ich leider auch zu denjenigen, die nur hin und wieder als krankheitsvertretung arbeiten dürfen, weil man sie als festangestellte nicht "braucht"...
    mein größter wunsch wäre es, endlich einmal anzukommen und diese "problemchen" zu haben...
    es gibt nicht DEN perfekten beruf, entweder lernt man, über die "negativen" dinge hinweg zu schauen und die schönen momente zu genießen, oder man sollte sich gedanken über alternativen machen...

  • kroko: Ich kann Deinen Frust gut verstehen und kenne einige, denen es genauso geht.


    Trotzdem finde ich es unangemessen sich mehr als im Stillen über Postings zu ärgern, in denen sich fest angestellte Lehrer Gedanken über ihren Beruf oder ihre beruflichen Perspektive machen. Das darf jeder, ob fest angestellt oder nicht.


    Ich wünsche Dir und allen anderen Betroffenen, dass ihr bald eine feste Anstellung findet. Bedarf ist ja meist zuhauf da, nur werden die entsprechenden Stellen leider nicht bereitgestellt.



    Zum Ausgangsthema:
    Ich denke, wenn man wirklich irgendwann merken sollte, dass ein Beruf nicht mehr zu einem passt, dann wird man eine Alternative finden. Deshalb mache ich persönlich mir erst dann Gedanken darüber, falls es mal soweit sein sollte.


    Gruß leppy

  • natürlich darf sich jeder gedanken über seinen beruf machen, auch negative!
    mich nervt nur diese "motzeinstellung". jeder beruf hat seine schattenseiten. leider gibt es sooo viele lehrer, die morgens schon mit einer schnute die schule betreten. diese sollten "einfach" einen alternativjob ergreifen.
    trotzdem sorry, falls mein beitrag zu krass rüberkam!

  • ich denke, sie sollten nciht einen anderen Job ergreifen... es sei denn sie ahben diese Schnute jeden Tag und sie haben sie wegen ihres Jobs


    Frust gibts überall


    und die Kinder helfen suuuper, dass er weniger wird im Laufe des Tages


    Nicht alle, die in der Schule schlechte Laune zeigen oder unzufrieden sind , sind auch schlechte Lehrer

Werbung