Englisch in der Grundschule?!

  • Was haltet ihr davon, dass Kinder schon während der Grundschuljahre Englisch lernen?
    Ich bin der Meinung, dass dies noch zu früh ist und dass die Schüler mit einer Fremdsprache überfordert wären.
    In den Anfangsjahren gibt es ja schon genug Stoff in der Deutschen Sprache zu erlernen wie zum Beispiel die Grammatik, Rechtschreibung usw.
    Also warum dann direkt schon Englisch?!
    Wie sehen das andere???


    lg :)

  • Bei uns lernen die Schüler ab der ersten Klasse Französisch und es macht den meisten Kindern großen Spaß....es läuft ja alles noch sehr spielerisch ab. Ich würde es allerdings sehr viel lieber sehen, wenn die Schüler auch bei uns Englisch statt Französisch lernen würden :-).

  • Die meisten Kinder haben kein Problem mit Englisch in der GS, und wie Mayflower schon sagt: Es ist ja alles sehr spielerisch. Die Kinder sollen vor allem ein Gefühl für die Sprache bekommen und damit kann man nicht früh genug anfangen.

  • Meine Kids lieben Englisch :) Dass es Probleme mit Deutsch geben könnte ist ja mitlerweile auch wissenschaftlich widerlegt. Außerdem bringen viele Kinder von Haus aus schon andere Sprachen mit. Ich bin grundsätzlich dafür, so früh wie möglich anzufangen!

  • Auf einem Informationsabend über weiterführende Schulen stellte der Direktor des örtlichen Gymnasiums für die 5. Klasse die Optionen Latein oder Englisch als 1. Fremdsprache vor. Ein Vater warf ein, es müsse korrekterweise Fortführung von Englisch oder Sprachbeginn Latein als 2. Fremdsprache heißen. Es blieb bei dieser Einzelmeinung :) . Der Direktor wollte sich ‚aus Rücksicht auf die Kollegen der Grundschule’ dazu nicht äußern.


    Da jetzt an der Universität 'nach erfolgreichem BA-Abschluss in der Studienrichtung Anglistik ein wissenschaftlich vertiefendes Master-Studium in den Richtungen Lehramt Grundschule oder Lehramt Regelschule' angeboten wird, ist zu erwarten, dass sich die Auffassung dieses Vaters bald durchsetzen dürfte. :D

  • DA bei uns die Grundschule ja 6jährig ist, wurde schon immer Englisch in der Grundschule begonnen. NUn eben ab der 2. Klasse in Brandenburg bzw. ab der 3. in Berlin und früher ab der 5. Klasse.


    In der Oberschule lernt man bei uns also immer eine 2. Fremdsprache oder lässt es.


    ICh finde das bisher sehr gut.

  • Auf einem Informationsabend über weiterführende Schulen stellte der Direktor des örtlichen Gymnasiums für die 5. Klasse die Optionen Latein oder Englisch als 1. Fremdsprache vor. Ein Vater warf ein, es müsse korrekterweise Fortführung von Englisch oder Sprachbeginn Latein als 2. Fremdsprache heißen. Es blieb bei dieser Einzelmeinung :) . Der Direktor wollte sich ‚aus Rücksicht auf die Kollegen der Grundschule’ dazu nicht äußern.


    Da jetzt an der Universität 'nach erfolgreichem BA-Abschluss in der Studienrichtung Anglistik ein wissenschaftlich vertiefendes Master-Studium in den Richtungen Lehramt Grundschule oder Lehramt Regelschule' angeboten wird, ist zu erwarten, dass sich die Auffassung dieses Vaters bald durchsetzen dürfte. :D


    Bei uns finden regelmäßig gegenseitige Hospitationen zwischen den weiterführenden Schulen (auch Gymnasien) und der Grundschule statt. Der Unterstufenkoordinator eines unserer örtlichen Gymnasien war von der Qualität des Grundschulunterrichts im Fach Englisch nicht unzufrieden. Was allerdings auch daran liegt, dass er durch die zahlreichen Kontakte über den Lehrplan und die Kompetenzerwartungen in diesem Fach informiert ist. Wir GS-Lehrer stellen bei uns allerdings immer fest, dass viele Kollegen aus der Sek 1 zu hohe Erwartungen an das Fach an sich stellen, eben so wie sie es aus ihrer Unterrichtspraxis her kennen. Der Schwerpunkt liegt im Grundschulenglisch eben verstärkt auf dem spielerischen Umgang mit Sprache, Singen und viele körperbetonte Aktionen.


    Dass es darüberhinaus KollegInnen gibt, die dieses Fach kompetenter unterrichten als andere, bestreite ich selbstverständlich nicht. Gerade in diesem Bereich ist teilweise sehr viel Schindluder getrieben worden, was die sprachliche Qualifikation anbelangt. Aber sollte der Unterricht tatsächlich so unterirdisch sein, könnte man das ja mal an die betreffende Schule zurückmelden.

  • Was haltet ihr davon, dass Kinder schon während der Grundschuljahre Englisch lernen?
    Ich bin der Meinung, dass dies noch zu früh ist und dass die Schüler mit einer Fremdsprache überfordert wären.


    Man sollte die kindliche Sprachlernfähigkeit nicht unterschätzen ...


    Zitat

    In den Anfangsjahren gibt es ja schon genug Stoff in der Deutschen Sprache zu erlernen wie zum Beispiel die Grammatik, Rechtschreibung usw.
    Also warum dann direkt schon Englisch?!
    Wie sehen das andere???


    Ich weiß nicht so richtig, was die Eile und das "möglichst früh" soll; es liegt wohl im Geist der Zeit, die Kindheit möglichst voll mit "Nützlichem" zu packen. Ein vernünftiges Gebrauchsenglisch lässt sich jedenfalls ohne weiteres vom Beginn der 5. Klasse bis zum Schulabschluss lernen. Das haben die allermeisten von uns ja schließlich auch geschafft.


    Nele

    • Offizieller Beitrag

    Bin mir selbst als Grundschullehrerin, die auch Englisch unterrichtet, nicht sicher, was ich davon halten soll.
    In RLP wird bereits in Klasse 1 begonnen. Unsere Schule hat allerdings beschlossen, erst im 2. Halbjahr mit Englisch anzufangen. Gerade in Klasse 1 hat man wirklich genug anderes zu tun.
    Da ja alle Kinder ab Klasse 1 Englisch haben sollen, wird angestrebt, alle Grundschullehrer mit der Zusatzqualifikation auszustatten. Ein schöner Vorsatz, und das damit verbundene Sprachtraining ist in meinem Fall gut, aber einfach zu selten, zu kurz, zu wenig.
    Wenn man nicht mit einer natürlichen Sprachbegabung ausgestattet ist, eine Zeit im Ausland verbracht hat oder in der Schule besonders gut in Englisch war, ist diese Fortbildung m.E. unzureichend.
    Ich stecke gerade mittendrin und werde es wohl auch schaffen (wie eigentlich alle). Nur fühle ich mich trotzdem nicht gut qualifiziert, den Kindern ein sauberes Englisch beizubringen. Ich belege jetzt zusätzlich VHS Englischkurse, übe manchmal mit einem PC-Programm und versuche mein Bestes.
    Ich fände es besser, wenn frühstens in Klasse 3 mit Englisch begonnenwürde, welches dann nur von ausgebildeten Englischlehrern unterrichtet würde.
    Und warum nicht sogar erst in Klasse 5? Wie hier ja angeklungen ist, halten die weiterführenden Schulen eh nichts von unseren Bemühungen und fangen von vorne an. Außerdem leuchtet ein, was Nele schrieb: man kann auch ein passables Englisch lernen, wenn erst in der 5. Klasse damit anfängt.
    Nur sollte die Regelung einheitlich sein, denn die Eltern haben Angst, dass ihr Kind etwas verpassen könnte, wenn in der GS nicht regelmäßig Englisch unterrichtet wird. Dabei steht sogar im Erlass, dass man die Englischstunde auch zugunsten einer Förderstunde ausfallen lassen kann.
    Aber vermutlich stimmt es, dass heute alle immer früher immer mehr Wissen in ihre Kinder bekommen wollen. Fängt ja schon im KiGa an. Hier wird in den KiGas z.B. Französisch angeboten. Und ich war letztens ganz erstaunt, dass die neuen Erstklässler im KiGa eine Art Sachunterrichtsmappen angelegt hatten - zu Themen, die wir in der Schule behandeln wollten...

  • In BW ist gerade in Planung, dass der Englischunterricht künftig erst in Klasse 3 statt - wie momentan - in Klasse 1 beginnen soll. Ich bin mir bezüglich der Sache selbst etwas unsicher: Einerseits kann ich die gängigen Argumente schon nachvollziehen. Andererseits sehe ich, mit welcher Freude und Begeisterung (zukünftige) Erstklässler Englisch lernen wollen. Außerdem kann die "Gewöhnung" an das Englische doch eigentlich nicht zu früh beginnen ...


    Entsetzen bekommt man aber, wenn man sieht, wer hier so Englisch unterrichtet (insbesondere an den Sonderschulen, aber auch an den GS) - oftmals gänzlich ohne Fortbildung, aber auch deren Nutzen möchte ich doch in Frage stellen. Selbst ich, der ich Englisch als Nebenfach studiert habe (6 Lehrveranstaltungen ...), fühle mich dadurch jetzt nicht allzu kompetent, was die Didaktik/Methodik anbelangt. Und eine stark fehlerhafte Aussprache (gerade Auslautverhärtung etc.) kann in den frühen Jahren schon so viel kaputt machen ...


    Hat außer mir eigentlich niemand Zweifel daran, dass Rechner wirklich Lehrer (/Referendar/Student) ist?

  • HalloRechner,
    um Zweifel auszuräumen kannst du ja dein Profil vervollständigen und deine Fächer angeben, vielleicht auch das Bundesland.
    Gruß venti :)

  • Ja da sagst du was... :D
    Wenn ich wüsste, wie das geht.
    Wo stellt man das denn ein? Ich komme hier nicht wirklich zurecht.

    • Offizieller Beitrag

    Geh auf der Internetseite gaaanz oben auf den Link "Profil bearbeiten". Unter Lehramt hast du schon was eingetragen. Die meisten hier geben ihre Fächer unter "Beruf" an.


    kl. gr. Frosch


    Zum Thema:
    ich bin mit Englisch in der Grundschule auch skeptisch. Sicherlich bin ich überrascht, was meine Schüler im 4. Schuljahr konnten, nach 2 Jahren Englisch. Und nach den Ferien bekomme ich eine Klasse, die schon seit dem 1. Schuljahr Englisch hat. Bin mal gespannt.
    Aber:
    1. finde ich auch, bei allem positiven, dass ich die 2 Stunden Englisch pro Woche auch gern als reine Rechtschreibstunden hätte. Wäre cool. ;) (Wobei: so denke ich auch bei den Reli-Stunden, obwohl ich selber Reli gebe. ;) )
    2. Englisch in der Grundschule steht und fällt mit dem Lehrer. Die Schüler lernen nur so gut Englisch, wie man es ihnen vorspricht. Und das ist oft ... naja, sagen wir mal "grenzwertig". Besonders witzig (sorry an die GS-Englischlehrer, ist natürlich nicht generalisierbar) wird es, wenn ein GS-Englischlehrer an die SEK1 kommt und dort auch Englisch unterrichten soll. (Habe ich schon erlebt. )


    kl. gr. Frosch

    • Offizieller Beitrag

    Plattenspieler, die Zweifel hatte ich auch. Aber Rechner wird sie ja jetzt ausräumen, gell!? ;)


    Frosch: Zwei Stunden Englisch? Wir haben nur eine und die soll eigentlich noch zerlegt und auf D/SU verteilt werden.

  • Wir haben nur eine und die soll eigentlich noch zerlegt und auf D/SU verteilt werden.


    Dann geht's ja anscheinend wirklich nur darum, dass man die Etikette "Englischunterricht" irgendwo draufkleben kann. Sprachdidaktisch ist das Unfug.


    Nele

  • Unsere Englischlehrer an der REalschule schimpfen fast nur über das Grundschulenglisch. Ein großes Problem scheint wohl zu sein, dass jede Grundschule bzw. jeder Lehrer dieses Fach in der Grundschule anders unterrichtet. An der Grundschule meiner Kinder gibt es eine Lehrerin, die in der 4. regelmäßig Vokabeltests schreibt, die andere belässt es beim Singen und Spielen. Die Kinder beider KLassen landen dann gemeinsam in der weiterführenden Schule und die "schlecht vorbereiteten" haben dann das Nachsehen. Ein weiteres Problem ist - laut meiner Kollegen - dass die Kinder meist sehr gute bis gute Noten im Fach Englisch haben (vor allem die "Nur-Singer") und sich daher als Englischvollprofis sehen. Bis diese Schüler verstehen, dass man auf Vokabeltests tatsächlich lernen muss, vergehe wohl ein ganzes Schuljahr. Nie habe eine Kollegin in der Vor-Grundschulenglischzeit so viele schlechte Noten in der 5. Klasse verteilen müssen.
    Ich selber habe einen Sohn, der schon mit dem Fach Deutsch seine liebe Not hat und sich für das Erlernen einer weiteren Sprache so gar nicht begeistern kann. Anscheinend gäbe es auch eine Untersuchung, wonach Kinder mit Grundschulenglisch lediglich wenige Wochen Vorsprung vor Kindern haben, die kein Grundschulenglisch genossen hatten. Ob es also etwas bringt? Ich glaube nicht viel. Wissen tu' ich es natürlich nicht. :whistling:


    Grüße
    Mara

    "Die beste Methode das Gute im Menschen zu wecken ist, ihn so zu behandeln, als wäre er schon gut." (Gustav Radbruch) :troest:

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