Schule ist Energieverschwendung

    • Offizieller Beitrag

    Guten Morgen,


    habe gestern in der Sauna den Stern gelesen (ja, ich hab Ferien ;) ) und bin auf folgenden Artikel gestoßen:


    http://www.stern.de/panorama/k…erschwendung-1902379.html


    Klar, da will sich mal wieder ein Autor profilieren, aber ich kam nicht umhin, ihm teilweise zuzustimmen.


    Musste direkt an die Diskussion über unmotivierte Erstklässler denken, wollte dieses Thema damit aber nicht sprengen.


    Was sagt ihr dazu? Wird hier lediglich wieder auf Schule eingehauen oder ist was dran?


    Gruß
    Melo

  • Die Sicht eines 50 Jährigen auf ein persönlich geprägtes Schulbild. Vieles von dem, was er beklagt, habe ich nicht kennen gelernt, weder als Lehrer, noch als Schüler.


    PS: Ich erinnere mich an einen Haufen Dinge aus meiner Unterrichtszeit, nicht nur an Spicken und Klassenarbeiten.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Dann machen wir das halt: bringen wir unseren Schülern nur noch Sozialkompetenzen bei und lassen wir sie nur noch lernen, worauf sie Lust haben. Schüler und Lehrer wählen das Thema gemeinsam - schön. In meinen Klassen würde da wohl gerade weniger gelernt werden. Wie kann man sich ein Thema wählen, von dem man absolut keine Ahnung hat? Auf dem Englischlehrplan in der 11. Klasse steht Shakespeare. Bei uns war das noch die 12. Unsere Lehrerin hat damals verkündet: Wir schreiben keine Klausur über Shakespeare. Den lesen wir zum Spaß. Ja, klar, Spaß, haha. Haben wir uns gedacht. Aber am Ende HATTEN wir Spaß! Hätten wir wählen können, hätten wir aber kein Stück von Shakespeare gelesen... Das Lustprinzip ist nicht immer der beste Zugang zum Lernen. Aber Lust an einem Thema erschaffen, das muss der Lehrer eben können. Es werden nie alle supertoll finden, was da gemacht wird. Aber ein bestimmtes Wissen braucht man doch einfach.
    Außerdem bin ich auch kein Befürworter des radikalen Konstruktivismus. Instruktion ist eben manchmal zum Lernen nötig. Lehren ist nicht unbedingt böse....

  • Traumtänzerei! Nicht mehr.


    Ich wollte auch gerade auf den "Erzählonkel" Precht zu sprechen kommen, der uns einen netten Plausch auf Kaffeekränzchenniveau mit Gleichgesinnten als philosophische Kontoverse verkaufen will, doch alias kam mir zuvor. Auch den Beiträgen von Thamiel und Ixca kann ich viel abgewinnen. Ich memoriere meine Schulzeit ebenfalls anders: Ganz kurz gefasst, wurde mir in der Mittelstufe ein Fundament, eine Basis des Denkens angeboten und in der Oberstufe gingen mir – immer mal wieder - die Augen auf.


    Die Mär (jedenfalls in der Definition dieser selbsternannten Bildungsexperten) vom selbstbestimmten Lernen. Bla, bla, bla... Ich kann es nicht mehr hören.


    Ebenfalls der "Jedes Kind ist hoch begabt" Quatsch! Ich würde Gerald Hüther, Uli Hauser und den Precht gerne mal ein halbes Jahr in unsere gemütliche, kleine Hauptschule einladen. Da können sie diese These gleich mal fix in der Praxis überprüfen und ganz nebenbei eine kleine aber feine Lektion in Lebenswirklichkeit (welche ja von diesen gerne bemüht wird) lernen.
    Danach sehen wir weiter.

    Die Wahrheit liegt im Blickwinkel des Betrachters.

  • Manchmal frage ich mich schon, wer in der "Bildungsrepublik" Deutschland die Bremser im System sind: Lehrer, Eltern, Verwaltungsbeamte, Politiker? Vermutlich sind es alle. Ein gewichtiger Bremsklotz im Schulsystem sind sicherlich viele Lehrer. Denn sie fühlen sich erwischt, ertappt, fühlen sich als schlecht gebrandmarkt, wenn sie Artikel wie den im Stern lesen. Es liegt an der fehlenden Wertschätzung, die viele Lehrer erhalten. Von daher wäre es grundsätzlich nötig, dass Lehrer nicht per se und generalisierend "angeklagt" werden. Das führt, wie so oft, zu aufreibenden Trotzreaktionen, die sich gegensseitig und zeitaufwändig hochschaukeln.


    Meine Erfahrung mit dem schulischen Lernen ist die, dass viele Kinder sehr wohl mit inhaltlicher Freiheit umzugehen wissen. Wenn sie lernen dürfen, sind sie dann auch viel eher bereit - und oft fordern das dann auch ein -, dass ich ihnen Dinge vorgebe, dass ich Lernziele transparent mache, an denen sie sich auch abarbeiten. Mit diesem Wechselspiel aus Freiheit und meinen Vorgaben habe ich beste Erfahrungen gemacht. Kinder müssen eine positive Haltung zum schulischen Lernen aufbauen, eine "Ich will lernen"-Haltung. Wenn ich immer nur vorgebe, verhindere ich, dass sich diese Haltung entwickeln kann. Denn Haltung kann ich ja nicht verordnen.


    Von daher @ixca... halte ich diese Polarisierung von "Mach was du willst" und "Lernen mit dem Rohrstock" für völlig verfehlt und wenig hilfreich.

  • Walter...


    Ich denke, viele Lehrer sind wahre Kontrollfreaks, die Schülern zu wenig zutrauen. Wie auch, wenn in unseren Sekundarstufen-Schulen oft genug keine Beziehung mehr zu den Schülern aufgebaut werden kann, weil man systembedingt ständig von Klasse zu Klasse springt.


    Interessant: http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U (Changing Education Paradigms - mit wunderbarer "Animation")

  • Kuschlerin:
    Vielleicht hast du mich falsch verstanden (zugegeben: meine Haltung wird in der sehr knappen Ausführung auch nicht wirklich deutlich). Ich bin kein Gegner von Selbstbestimmung. Allerdings lehne ich sie in der Definition - erwachsen in einer virtuellen Realität - von Hüther, Hauser und Precht als pädagogisches Allheilmittel ganz entschieden ab. Denn hier wird suggeriert, dass man den SuS nur das Richtige anbieten müsse und der Rest regelte sich schon von selbst.
    Das ist nicht nur fahrlässig, sondern konkret auf meine SuS bezogen unglaublich ignorant und fast schon etwas wie unterlassene Hilfeleistung.
    Ich will das etwas erklären: Viele unserer SuS sind, wenn sie in der 5ten zu uns kommen, schlichtweg überfordert durch (zu viel) Selbstbestimmung. Ich muss ihnen erst einmal einen Rahmen geben, in dem sie sich sicher fühlen und bewegen können. Dieser Rahmen ist geprägt von einigen wenigen Regeln, die auf ein respektvolles Miteinander und auf Angstfreiheit ausgerichtet sind. Hierfür biete ich ihnen Führung und Orientierung an (und entschuldige bitte die Wortwahl, das ist mein verdammter Job!) . So herum wird dann auch ein Schuh daraus: Erst wenn sie Sicherheit über ihr eigenes Handeln in diesem Gefüge (Welchem ich selbstverständlich ganz klar und ganz deutlich vorstehe – nicht, um meine nicht vorhandenen diktatorischen Gelüste zu befriedigen, sondern um auch hier eine Verlässlichkeit, welche sie oft genug gar nicht kennen, die sie aber brauchen und auf ihre Art auch einfordern, zu gewährleisten.) gewonnen haben, funktioniert Öffnung des Unterrichts - durchaus auch bezogen auf mehr Selbstbestimmung.


    Von der Wichtigkeit der Beziehungsebene musst du mich ebenfalls nicht überzeugen. Im Grunde genommen läuft darüber fast alles. Übrigens: Auch Führung funktioniert ebenfalls nur, wenn es auf der Beziehungsebene stimmt. Dieses wird allerdings gerne mal von KuKs ausgeblendet, die Führung mit reinem autoritären Stil verwechseln...


    Ganz am Ende: Den kontrollsüchtigen Lehrertypus mag es wohl geben. Für mein Kollegium gesprochen, sehe ich diese Spezies (mich eingeschlossen) nicht!

    Die Wahrheit liegt im Blickwinkel des Betrachters.

  • Allerdings lehne ich sie in der Definition - erwachsen in einer virtuellen Realität - von Hüther, Hauser und Precht als pädagogisches Allheilmittel ganz entschieden ab. Denn hier wird suggeriert, dass man den SuS nur das Richtige anbieten müsse und der Rest regelte sich schon von selbst.


    Hm, ich bin mir nicht sicher, ob Hüther und ich kann jetzt nur von ihm sprechen es so sieht, dass man sich aus allem zurück ziehen sollte. Wäre es vielleicht möglich, dass einige das aus seinen Worten heraushören, weil er sie kritisiert und ihnen nicht die Wertschätzung entgegenbringt, die manche Lehrer insgeheim erhoffen. Ich habe in den letzten Monaten mehrer Bücher von ihm gelesen, bei youtube etliche Videos gesehen, war auch auf einem Vortrag von ihm, aber einen laissez-faire Unterricht propagiert er nicht.


    A propos Führung. Kennst du die Führungslehre des Unterrichts?


    http://www.amazon.de/F%C3%BChrungslehre-Unterrichts-Konzepte-Erfahrungen-Demand/dp/3407541449?tag=lf-21 [Anzeige]


    'Die rein menschliche Gesinnung kann in allen erzogen werden. Und die 'Führungslehre des Unterrichts' zeigt dafür Wege auf. Diese sind in hundertfacher Praxis abgelauscht, dann aus ihr in neuer Forschung, mit den Mitteln der 'Pädagogischen Tatsachenforschung' gewonnen. Die Erziehungswissenschaft kann nicht nur aufzeigen, wie man Militaristen, Bürger mit Untertanengesinnung, wie man Individualisten, mit höchster Wahrscheinlichkeit erfolgreich, heranbildet, sondern ebenso zuverlässig, wie Menschen mit echt sittlichem Verantwortungsgefühl, mit selbständigem Denken und guten Sitten, kurz, wie Menschen wahrhaft zu Menschen erzogen werden.'


    Das Buch musste ich damals noch in der Uni lesen, was ich anfangs mit etwas Skepsis, später mit wachsender Begeisterung tat.


  • Von daher @ixca... halte ich diese Polarisierung von "Mach was du willst" und "Lernen mit dem Rohrstock" für völlig verfehlt und wenig hilfreich.


    Wo hab ich denn vom Rohrstock gesprochen?
    Ich lasse meine Schüler durchaus selbst Dinge entdecken. Ist schon interessant, ich hab welche, die haben das englische Passiv in 10 Minuten völlig durchdrungen mit dem von mir gestellten Material. Und fanden das ganz toll (Jetzt haben wir Sie ja gar nicht zum Lernen gebraucht, Frau Ixca!!!). Aber manchen musste ich es einfach nach der entdeckenden Phase noch mal erklären, weil sies nicht geschnallt haben.... Und das kann nicht am Material gelegen haben. Das war nämlich sehr kleinschrittig.

  • Mich ärgert immer wieder, wenn behauptet wird, in der Schule lerne man nur unnützes Zeug, das man hinterher eh wieder vergessen hat.


    Das stimmt nicht. Es mag sein, dass man das Periodensystem der Elemente nicht mehr frei herbeten kann - aber die grobe Vorstellung bleibt. Auch die Erinnerung an die Bücher, die man gelesen hat - bei mir unvergessen. Da waren ein paar furchtbare dabei, und ein paar, die mich begeistert haben. Und überhaupt das Lesen - hallo, haben diese Leute das alles verlernt? Dann könnten sie doch diese Artikel gar nicht schreiben?


    Ich finde es sehr merkwürdig, wenn Leute auch alle anderen Lebenserfahrungen, die sie in der Schule gemacht haben, verdrängen. Meine Zeit als Schülerin ist wirklich lange her. Aber wie gestern weiß ich, wie es war, mit Leuten klarkommen zu müssen, die man sich nicht ausgesucht hat. Ich weiß auch durchaus noch, wie ich mich so entwickelt habe, dass ich meinen Standpunkt vertreten konnte. Sprechen konnte vor vielen.


    Und so weiter und so weiter.


    Klar, damals war das einfach Schule. Das, was blieb, ist etwas anderes als das, was Kinder heute beim Mittagessen erzählen. Was bleibt, stellt sich in der Tat erst viel später heraus.


    Und ja, über den Rest denke ich täglich nach: Wie kommt es, dass so wenig von dem, was ich versuche rüberzubringen, hängen bleibt? Oft sind die Sachen nach zehn Minuten schon vergessen. Liegt das jetzt an mir?


    Wieso hat man immer die irrsinnige Vorstellung, alles, was man selbst entdeckt, würde man sich merken? Wenn man auf der Digitalkamera irgendwas ausprobiert, dann hat man das auch am nächsten Tag wieder vergessen. Handbuch lesen wäre sinnvoller gewesen. Aber ist halt unbequemer. Logisch.


    Ist es unser Job, es den Schülern bequem und vergnüglich zu machen? Nö.

  • Mein Gott, immer die gleiche Diskussion ..... Ich habe Null Ahnung mehr vom Periodensystem .... Dafür kenne ich immer noch alle unregelmäßigen Verben im Französischen und kenne den Unterschied zwischen einer Alliteration und einer Ellipse. Aber für was gibt es Kurvendiskussionen? Woran das wohl liegt ...? Interesse, Neigungen, nicht vorhandenes mathematisches Verständnis. Dafür kümmere ich mich heute um die Öffentlichkeitsarbeit an der Schule. Selbst mein kleiner Sohn klettert lieber als das er spricht und der große rechnet mit 9 schon Sachen, die ich nicht nachvollziehen kann. Will sagen : jedem bleibt das übrig, was seinen Neigungen entspricht. Hätte ich deswegen kein Mathe und Chemie machen sollen ???? Dann wäre mein Gehirn in der Richtung ja total verkümmert. Ich kann mir heute auch nicht aussuchen , ob ich ein Höndchen habe für Windeln wechseln oder das Kochen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass das Leben kein Ponyhof ist. Und meine Schulzeit war weiß Gott nicht immer toll. Ich hatte Lehrer, die mir mehr als deutlich gezeigt haben, wie doof ich in Mathe bin. Das war frustrierend aber als Schüler hält man sich sowieso automatisch an den Fächern fest, die man gerne macht. Die anderen nimmt man halt in Kauf. Das geht jedem immer so. Im ganzen Leben, von Geburt an. Ich kann dieses ewige Rumgetrampel nicht mehr hören. Das langweilt. Und das heutzutage ! Wo Gymnasiallehrer lange nicht mehr so methodisch einseitig arbeiten wie noch vor 20 Jahren! Und wir Primarleute auch anders arbeiten. Schule versucht sich zumindest immer den gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen. Oft schwer genug. Und immer wird nur gejammert !!! Nerv!

    "Du musst nur die Laufrichtung ändern..." sagte die Katze zur Maus, und fraß sie.

  • Zitat Walter Sobchack :

    Zitat

    Viele unserer SuS sind, wenn sie in der 5ten zu uns kommen, schlichtweg
    überfordert durch (zu viel) Selbstbestimmung.

    Wenn ich mir unsere Schüler in Klasse 5 betrachte, würde ich sagen, mehr als absolut überfordert.

    Zitat

    Ich muss ihnen erst
    einmal einen Rahmen geben, in dem sie sich sicher fühlen und bewegen
    können.

    Und genauso ist es ! Die Schüler brauchen den Rahmen, denen ein Erwachsener (!) vorgibt. Alles andere ist für die Kinder eine totale psychische Überforderung, die sie noch unruhiger werden lässt als sie es schon sind. Darum bin ich auch sehr bestürzt darüber, wenn hier einige KollegInnen die Fahne der Schülerselbstbestimmung sehr hoch halten und sich von den Kindern darüberhinaus noch auf Augenhöhe betrachten lassen. Kindgemäß ist so ein Ansatz jedenfalls nicht.


    Meine Wahrnehmnung ist nach Jahrzehnten die, dass sich die Schüler in einem straff lehrerzentriert geführten Unterricht wohler als in offenen Unterrichtsformen fühlen und auch effektiver lernen.

    Zitat

    Hierfür biete ich ihnen Führung und Orientierung an (und entschuldige
    bitte die Wortwahl, das ist mein verdammter Job!) .

    Für Deine absolut korrekte Wortwahl brauchst Du Dich nicht zu entschuldigen, geehrter Walter Sobchak ! Ich finde es eher bedenklich, dass sich in den letzten Jahren im Bewusstsein etlicher Pädagogen so eine Art Pädagogische Gedankenpolizei entwickelt hat. Es gibt sogar schon Pädagogen, die sich nicht einmal mehr trauen in Begrifflichkeiten wie Disziplin oder Strafe zu denken, geschweige denn auszusprechen, weil ihnen sonst moralingesäuerte verbale Repressionen von selbsternannten Welt-Schul-Verbesserern drohen .


    Ach ja der Stern-Beitrag : Ich konnte nur schallend über ihn lachen. 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Zitat

    Meine Wahrnehmnung ist nach Jahrzehnten die, dass sich die Schüler in einem straff lehrerzentriert geführten Unterricht wohler als in offenen Unterrichtsformen fühlen und auch effektiver lernen.


    Ich dachte immer die "Wohlfühlpädagogik" liegt dir überhaupt nicht! :D
    Aber im Ernst: Wenn du dich im straff lehrerzentriert geführten Unterricht wohler fühlst, werden sich vermutlich auch die Schüler wohler fühlen. Denn meine Erfahrung ist nämlich eine andere, so wie von mir oben kurz skizziert. Die weiterführenden Schulen sind zumindest von den Schülern, die ich entlasse immer wieder angetan: Sie wollen lernen, sie wissen sich zu organisieren und sie seienn sozial kompetent. So die Meinung bei den Treffen mit Gymnasien und Haupt/Realschulen.


    Und man muss auch immer unterscheiden: Die Sek1-Kolleginnen haben nun mal andere Rahmenbedingungen als wir in der Grundschule. Das sollte bei aller Diskussion hier immer wieder berücksichctigt werden.

  • Zitat Kuschlerin :

    Zitat

    Sie wollen lernen, sie wissen sich zu organisieren und sie seienn sozial
    kompetent. So die Meinung bei den Treffen mit Gymnasien und
    Haupt/Realschulen.

    Wobei man sich auch gerne was in die Tasche lügt, geehrte Kuschlerin ! 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Das ist das, was mir die Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen auf den "Erfahrungstreffen" sagen, ob du es glaubst oder nicht ;) Zugegeben, sie sagen noch mehr, aber die drei Eigenschaften reichen mir schon.

  • Meine Wahrnehmnung ist nach Jahrzehnten die, dass sich die Schüler in einem straff lehrerzentriert geführten Unterricht wohler als in offenen Unterrichtsformen fühlen und auch effektiver lernen.


    Nun ja, ich bin ja selber noch nicht so lange raus aus der Schule und würde das aus meiner Sicht, aber auch aus Sicht von ehemaligen MitschülerInnen so unterschreiben. Viele offene Unterrichtsformen haben eher nicht dazu geführt, dass man viel lernt, sondern eher, dass man davon genervt ist. Ich habe auch von einem LK gehört, der abgestimmt hat, dass der Lehrer nur Frontalunterricht machen soll.
    Sicher gibt es auch Unterrichtsformen (in Gruppen arbeiten, Diskussionen und v.a. Exkursionen), die man unbedingt machen muss als Lehrer, um soziales Miteinander zu fördern und den Unterrichtsstoff real zu erleben.
    Es ist, meiner Meinung nach, wie bei allen Sachen, ein guter Mix gefragt. So versuche ich auch meinen Unterricht zu gestallten.


    Den stern-Atikel hane ich auch gelesen, als er rauskam, weil ich den stern gelesen habe. Die meisten Sachen kann man wohl auch heutiger Schüler- und Lehrersicht belächeln, da der Autor von Verhältnissen seines Jahrgangs schreibt. Ich habe aus dem Atikel mitgenommen (Allerdings auch, weil ich mich in der Universität damit beschäftigt habe.), dass ein realer Umgang mit dem Unterrichtsstoff nötig ist, sprich, dass man versuchen soll die Themen praxisbezogen anzugehen, Schulausflüge zu machen oder Experimente. Daran will ich auch auf jeden Fall noch etwas ändern in diesem Schuljahr. Es ist auch so, um noch mal auf die Ex-Schüler-Sicht zu kommen, dass ich mich an meine gut organisierten (Das sind ja leider nicht alle.) Schulausflüge und die dazugehörigen Inhalte heute noch gut erinnert kann, auch wenn sie lange zurück liegen.

  • Zitat

    Meine Wahrnehmnung ist nach Jahrzehnten die, dass sich die Schüler in einem straff lehrerzentriert geführten Unterricht wohler als in offenen Unterrichtsformen fühlen und auch effektiver lernen.


    Was - eventuell 8) - auch unwesentlich damit zusammenhängen könnte, dass man sich als Schüler in einem straff lehrerzentriert geführten Unterricht unauffälliger in den Tiefschlaf verabschieden kann statt mit lästigen Arbeitsaufträgen behelligt zu werden.
    Natürlich NICHT in einem straff @elternschreckzentriert geführten Unterricht. 8o

  • man lernt nur das, was man sich selbst erarbeitet hat. Es sollte einfach eine gesunde Mischung sein - permanent offenes Arbeiten überfordert sicher genauso wie reine Lehrerzentrierung ermüdet.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.

    • Offizieller Beitrag

    Eine gesunde Mischung finde ich auch gut. Was ich aber immer erschreckender finde, ist, dass wir anscheinend immer mehr zur Spaßgesellschaft verkommen. Sehe ich zumindest gerade an meinen Sechstklässlern. Etwas macht mal keinen Spaß- gut, mach ich es auch nicht. Biss zeigen die jedenfalls gar keinen. Wenn was nicht klappt, hören sie sofort auf.
    Ich habe neulich mal alte Hefte von mir gefunden und erinnerte mich noch an erstaunlich viel- deutlich mehr als meine Oberstufler heute wissen. Überforderung? Kann sein. Ich glaube aber, dass die zunehmend weniger im schulischen als vielmehr im Freizeitsektor liegt. Ich war damals gerade mal einmal die Woche im Schwimmverein, heutzutage muss man in Klavier, Taekwondo, Fußball, Reiten, Flöte...
    Und das, was im späteren Leben dann wichtig ist (ich weiß halt als Schüler einfach noch nicht, was ich später mal mache und ob ich dazu Ableitungen oder das Periodensystem brauche!), kann man gut noch mal nachlernen oder auffrischen.

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