Sorge vor Untersuchung beim Gesundheitsamt

  • Ich bin Quereinsteigerin für das Lehramt an BBS gewesen, habe am 19.2. das 2. Staatsexamen bestanden und nun die erfreuliche Nachricht erhalten, dass ich bereits zum 1.5. eine Planstelle erhalten soll.


    Nun geht mir doch ein wenig die Klammer, ob ich an dieser letzten Hürde nicht scheitern könnte. Ich bin nicht mehr die Jüngste (40 Jahre alt) und seit ich denken kann schon immer etwas übergewichtig. Während des Refs habe ich leider aus Zeitgründen Fitnessstudio und Bahnenschwimmen aufgegeben, was nicht gerade förderlich für meine Figur war. Ich habe, bei einer Größe von 1,65 m, Kleidergröße 42 - und befürchte nun, dass ich beim Gesundheits-Check deswegen durchrasseln könnte.
    Unlängst habe ich gelesen, dass es ein Urteil dazu gibt, wonach ein zu hohes Gewicht nicht zu einer Nicht-Verbeamtung führen darf.


    Zu diesem Thema würde ich gerne eine Diskussion starten.
    Parallel dazu mache ich gerade eine Diät... :grimmig:


    Danke für Beiträge!

  • Also rein gewichtsmäßig sollte dir eher nichts passieren. Zu meiner Verbeamtung hatte ich 1,73m Kleidergröße 44 - mein BMI lag zwischen 25 und 30, also im übergewichtigen aber noch nicht adipösen Bereich. Rechne dir doch mal deinen BMI aus!

  • Ich hab so schwere Knochen. :rofl:


    Also, als ich vor zwei Jahren beim Gesundheitsamt war vorm Ref hat mir die Frau Doktor gesagt, mein BMI ist gerade noch okay... Aber inzwischen hab ich ja ein wenig zugenommen... :angst:

  • Normalerweise darf der BMI nicht über 30 liegen.
    Falls du zunächst im Angestelltenverhältnis arbeitest, dürfte auch bei starkem Übergewicht nichts passieren.
    Solltest du allerdings die Verbeamtung anstreben, sieht´s da manchmal leider anders aus.
    Es hängt vielfach auch vom zuständigen Gesundheitsamt und deren Ärzte ab.
    Kenne Fälle, da wurde die Verbeamtung bei einem Leistungssportler wegen 5 Kilo zuviel verweigert, andere hatten selbst bei einem BMI über 30 noch Glück.

  • Was das Gesundheitsamt angeht, habe ich wohl eher eine A...karte gezogen. Von Kollegen, die gerade eine Untersuchung auf dem für mich zuständigen Gesundheitsamt hatten, habe ich gar Unerfreuliches gehört. :angst:


    Dass man sich in meinem gesetzten Alter noch mit solchen Problemen rumschlagen muss... :neenee:


    Ich bin schon seit 25 Jahren Vegetarier, laufe jeden Tag ein-zwei stramme Runden mit dem Hund, rauche nicht, trinke keinen Alkohol, habe gute Blutwerte und einen guten Blutdruck... und sitze nun da und mach mir fast ins Hemd wegen dieser Untersuchung. :schreck:


    Gibt es denn irgendwelche Möglichkeiten, den untersuchenden Arzt in seiner Urteilsfindung positiv zu beeinflussen? Z.B., indem ich von meinem Hausarzt ein Gutachten mitbringe oder indem ich eine Bestätigung mitbringe, dass ich Mitglied im Fitnessstudio bin oder...? Heieiei.

  • Ich kann Ängste vorherverstehen, es hängt ja eben einiges davon ab.


    Rechne doch mal deinen BMI vorher aus. Außerdem zählt der Gesamteindruck, wenn du also vom Laufen Muskeln aufweist- ist' s sicher ok?!


    Ich war dort zu mager und meine Mukis haben mich" gerettet". Es wurde gesagt, ich wiege zwar grenzwertug wenig, aber ich habe ja eine trainierte Figur...
    Also! Nur Mut!


    Unfair finde ich es, wenn man nicht beeinflussbare Krankheiten hat und dann keine Zustimmung erhält.


    Viele Grüße :klatsch:

  • Wenn du schon weißt, dass du ein strenges Gesundheitsamt erwischt hast, würde ich von meinem Hausarzt eine Kopie mit den wichtigsten Blutwerten mitbringen. Vielleicht soll er dir gleich eine schrifltliche Erklärung mitgeben, dass du dich schon seit Jahren bester Gesundheit erfreust.


    Falls du, so wie ich damals, dermaßen aufgeregt bist, dass Blutdruck und Puls in die Höhe schießen, am besten gleich auch noch zum Kardiologen gehen und auch dort bestätigen lassen, dass du keine Herzerkrankung hast. Kein Witz! Ich war bei der Untersuchung schon Tage vorher dermaßen aufgeregt, dass mich die Ärztin zum Kardiologen schickte. Der wusste vom "Weißkitteleffekt", untersuchte mich, fand nichts auffälliges und bestätigte meine Gesundheit.


    Wie gesagt: besser vorher vieles abklären lassen!


    Saufen und Kettenrauchen interessiert die Ärzte beim Gesundheitsamt eher weniger - weil eben (im Normalfall) nicht äußerlich sichtbar - ein paar Pfunde zuviel leider schon.

  • Danke für euer Mitgefühl, ihr glücklichen Alles-schon-hinter-euch-haber! :)


    Am Dienstag ist der Termin, mein Gewicht ist leider momentan noch eine gemeine Unbekannte, eine Taktik hab ich auch noch keine für den großen Tag (dachte eigentlich, das wäre der Examenstag... :mad: ), wer noch Ideen für mich hat: gerne äußern!

  • Ich habe keinen Tipp aber ich drücke die Daumen, dass du an einen nicht zu kleinlichen Amtsarzt gerätst. Ich hatte damals so viel Angst, dass ich mich sogar vorübergehend in eine andere Stadt umgemeldet habe. Ich hatte gehört, unsere Amtsärztin wäre besonders streng. Das waren dann aber alles nur wilde Gerüchte und mein "Wahlarzt" gar nicht so freundlich wie erhofft...
    Wie auch immer, ich habe es geschafft.
    Ich wünsche dir, dass alles gut geht. Schreib mal wie es war.
    Tootsie

  • Ich habe gerade in der aktuellen Ausgabe der GEW-Zeitschrift einen Artikel zum Thema Übergewicht und Verbeamtung gelesen. Darin geht es um ein aktuelles Gerichtsverfahren in dem sich eine adipöse Lehrerin (BMI 34) die Verbeamtung erfolgreich erstritten hat. Mit folgender Begründung des Gerichts: (Zitat aus dem Artikel der GEW):"Die Prognose, dass bei der Lehrerin durch die Adipositas eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit bestehe, dienstunfähig zu werden oder häufiger zu erkranken als andere Beamte ihres Alters trifft nach Auffassung des Verwaltungsgerichtshofs München nicht zu. Dafür sahen die Richter in neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen eines Sachverständigengutachtens keinen Beleg. Für diese Prognose gebe es außerdem bei der Klägerin keine medizinischen Anhaltspunkte."
    D.h., die Verbeamtung nur auf Basis des zu hohen BMI abzulehnen ist nicht rechtens, wenn man sonst vollkommen gesund ist/war (so verstehe ich das zumindest).

  • Cawero, genau diesen Artikel habe ich auch gelesen. Habe ihn als moralische Unterstützung zu meinen Unterlagen gelegt.


    Was mich auch beschäftigt, ist, warum der Sachbearbeiter von der ADD dringend wissen wollte, auf welchem Gesundheitsamt ich bin und wann genau der Termin ist.
    Ich habe fast den Eindruck, der will sich mit denen in Verbindung setzen. Ist das nun ein gutes Zeichen oder ein schlechtes? Leider ich unter Verfolgungswahn, wenn ich denke, der Herr von der ADD könnte auf dem Amt anrufen und sagen: "Winkt die nette Frau Sonnenschein mal durch, wir möchten die unbedingt." oder alternativ: "Kuckt, dass ihr bei der alten Tante was findet, für die ist eine Angestelltenstellung gut genug."?


    :ka: :ka: :ka:

  • mein Gewicht ist leider momentan noch eine gemeine Unbekannte, eine Taktik hab ich auch noch keine für den großen Tag (...) wer noch Ideen für mich hat: gerne äußern!


    Ich schlage vor, dass Du Dich erstmal wiegst und Deinen BMI ausrechnest bevor Du Dich komplett verrückt machst.

  • Susi, der GEW Artikel sollte dich doch etwas entspannen, oder? Immerhin scheint der Fall, der dort zitiert wird, deinem sehr ähnlich (zwar übergewichtig, aber sonst top gesund). Es würde daher sicher schonmal helfen, wenn du sämtliche Unterlagen zum Amtsarzt mitbringen könntest, die deine Gesundheit belegen. (Ich würde sie in der Hinterhand behalten und je nachdem, wie sich die Untersuchung/das Gespräch entwickelt, auf den Tisch legen.)
    Ich würde versuchen, mir nicht so viele Gedanken zu machen, was die alle da "hinten rum zurechtmauscheln". Darauf hast du sowieso keinen Einfluss.
    Ich kann aber verstehen, dass du vor der Untersuchung total aufgeregt bist. Ich war neulich zwecks Verbeamtung auf Probe auch beim Amtsarzt. Ich bin Sportler, rauche nicht, bin top gesund und hatte auch noch nie irgendwelche schwerwiegenden Erkrankungen. Dennoch war ich auch super aufgeregt, weil man ja die schlimmsten Geschichten hört. Der Arzt war dann aber wirklich sehr nett...


    Ich drück dir die Daumen, dass alles gut geht und wenn nicht scheinst du ja auf dem Rechtsweg auch nicht die schlechtesten Karten zu haben...

  • Schade, dass ich damals nicht gegen meine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis geklagt habe. Ich bin nämlich nur wegen meinem BMI aus dem Beamtenverhältnis entlassen wurden. Meiner war damals ca. 35. Aber ich hatte große Bedenken, insbesondere, da mir das Amt im Sinne eines Vergleiches einen Angestelltenvertrag wieder angeboten hatte, wenn ich auf das Klageverfahren verzichte.

  • Ja. Das geht. Ich habe die Beamtenprobezeit wegen des negativen Gutachtens nicht bestanden. Und da stand drin, dass mein BMI zu hoch ist. Momentan hätte ich war keine Krankheiten, aber ich könnte welche bekommen. Deswegen bin ich entlassen wurden. So viel ich weiss, dass die Entlassung der Kultusminister verfügt.


    Ich wollte damals klagen, aber die hatten mir ja den Vergleich angeboten. Wenn das Urteil, dass hier schon mehrfach diskutiert wurde, eher gewesen wäre, dann hätte ich mich vielleicht nicht auf den Vergleich eingelassen und hätte geklagt. Aber ich habe den Vergleich akzeptiert.


    Übrigens, die dumme Amtsärztin hat zu mir gesagt: "Sie sind doch eine junge, gesunde und intelligente Frau. Warum schaffen Sie es nicht, abzunehmen?"


    Was ich versucht habe, um abzunehmen, will ich mal lieber gar nicht sagen. Und die ewigen Ratschläge, wie man sich ernähren sollte und was man für Sport machen sollte, auch nicht. Ich war damals überhaupt nicht mehr ansprechbar auf das Thema.


    Übrigens, das Amt hatte mich nach dem Referendariat eben auch mit dem Übergewicht eingestellt und am Ende der Probezeit ist dann eben festgestellt wurden, dass ich das immer noch habe. Und weil ich es nicht geschafft hatte, dass zu ändern, kam dann das negative Gutachten.


    Wie hirnrissig das ist, brauch ich wohl nicht zu erklären. Am Anfang wurde ich sogar komplett aus dem Schuldienst entlassen und mir der dezente Hinweis mitgegeben, dass ich mich, wenn Stellen vorhanden wären, nächstes Jahr als Neueinstellung wieder bewerben dürfte.


    Aber als ich dann mit der KLage gedroht habe, wurde man recht bereitwillig und hat mir wieder den Angestelltenvertrag angeboten. Aber eben nur, wenn ich auf die Klage verzichten würde. Das habe ich damals lange mit den Rechtsanwälten diskutiert. Und mich dann für die Annahme des Vergleiches entschlossen.


    Aber ich weine dem Beamtenstatus nicht eine Träne hinterher. Vielmehr finde ich es heute recht praktisch in der Schule zu sagen: Das sollen mal schön die Beamten machen!! (Z.b. Sekretariatsaufgaben übernehmen, wenn die Schulsekretärin im Urlaub ist. Oder in komischen Kommissionen arbeiten, z.B. Qualitätsmanagement/ Lehrmittelverantwortlicher ohne Stundenausgleich usw. )


    Für meinen Schulalltag mit den Schülern hat das keinen Einfluss, da ist es egal, ob ich Angestellte oder Beamtin bin. Schliesslich behandle ich die Schüler deswegen nicht anders.

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