Motivationshilfe!

  • Mal eine Frage an euch!


    Ich habe es eingeführt immer zum Ende einer Stunde so eine Art Zusammenfassungs-Quiz mit den Kindern zu machen.
    Sprich ich karke nach und bei richtigen Antworten gibt es eine kleine Belohnung. Die ganze Zeit habe ich so kleine
    Tütchen mit Süßem verteilt. Aber auf Dauer ist es natürlich nicht gerne gesehen. Meinte zumindest die eine Kollegin.
    Nun hab ich mal ein wenig umgesehen und bin hierauf

    Zitat

    Eine bunte Riesenpalette vielfältiger Werbe-Ideen in einem 240-teiligen Set zusammengestellt. Das bringt eine Menge Spaß zu Ihren Kunden. Das Set besteht aus: 144 Mini-Geduldsspiele, 36 "leuchtende" Springbälle "Space Balls" und 60 Flying Ufos. Achtung: Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet. - Für 40€

    gestoßen.
    Meint ihr das wäre eine gute Alternative? Es soll natürlich auch nichts großes sein und ich denke das würde als
    "Anreiz" ausreichen. Zumal ich bemerkte das es den Kindern eher ums "gewinnen" :dollar: geht.


    LG Anja


    ---------------------------------------------
    Edit vom Moderator:
    Ich habe mal den Link entfernt und stattdessen eine Beschreibung eingefügt. So muss keiner Vermutungen anstellen, ob du dich womöglich nur angemeldet hast, um diese Firma zu bewerben. jotto

  • nach jeder stunde? finde ich zuviel. so erwarten die kinder irgendwann immer materielle belohnungen.
    die kinder könnten gemeinsam punkte auf einem punktekonto sammeln und wenn sie eine gewisse anzahl zusammen haben, wird ein beliebtes spiel mit allen gespielt.

  • Abgesehen davon, dass ich auch nicht so viel von ständigen materiellen Belohnungen halte, hätte ich eine Idee (das muss ja schließlich jeder für sich selber entscheiden):


    Bei einigen Supermärkten gibt es ja immer wieder Aufkleber zu sammeln. Mitnehmen, von anderen Leuten mitbringen lassen, sammeln und die Kinder können sich davon eins aussuchen. Die können ja auch ruhig schon älter sein. Den Kindern gefallen die Bilder.


  • Ich habe es eingeführt immer zum Ende einer Stunde so eine Art Zusammenfassungs-Quiz mit den Kindern zu machen.
    Sprich ich karke nach und bei richtigen Antworten gibt es eine kleine Belohnung. Die ganze Zeit habe ich so kleine
    Tütchen mit Süßem verteilt.


    Bei dir gibt's jedes Mal eine Belohnung, wenn sie die Antworten richtig haben? :staun:
    Ich mach auch gelegentlich ein Quiz am Ende der Stunde. Letztes Mal gab's gar nix. Gestern haben sie ne imaginaere Million gewonnen (obwohl ich ihnen am Anfang schon gleich gesagt hab, dass ich die ja wohl eher verdient habe... ;) ). Meine brauchen eigentlich keinen extra Anreiz um gewinnen zu wollen. Sie gewinnen einfach gerne. Ob sie da jetzt noch was bekommen oder nicht, ist ihnen eigentlich egal.


    Unsere Schueler sammeln "house points" fuer gutes Benehmen, Fleiss, usw. und jeden Freitag wird dann verkuendet, welches Haus denn gewonnen hat. Die bekommen da auch sonst nix fuer, freut sie aber jede Woche neu. 8)

  • Ok, das mit dem Sticker sammeln wäre natürlich auch eine gute Methode.
    Da könnte man dann, wenn die Kinder z.B. 10 Stück haben, ne Kleinigkeit
    geben. Oder sie dürfen sich was wünschen.


    Ich hab mich ja richtig gefreut als ich merkte wie sie aufmerksamer den
    Unterricht verfolgten.

  • Mag sein, ich stehe mit meiner Meinung alleine da, aber ich finde es absolut befremdlich, Kinder für Selbstverständlichkeiten dauerhaft zu belohnen.
    Ich denke, das ist keine sinnvolle Motivationshilfe. Ich würde da nicht einmal von Motivation sprechen....


    Herzliche Grüße
    strubbelsuse


  • Ich hab mich ja richtig gefreut als ich merkte wie sie aufmerksamer den
    Unterricht verfolgten.


    Darueber wuerd ich mir eher Sorgen machen. Warum brauchen deine Grundschueler denn extra Motivation und Geschenke nur um dem Unterricht zu folgen? Die sind doch nicht in der Schule um dir nen Gefallen zu tun.
    Nun will ich nicht behaupten, dass meine immer und zu allen Zeiten vollste Konzentration zeigen. Sie wissen aber sehr genau, dass ich sie jederzeit drannehmen und was fragen kann. Normalerweise haben wir mit der Motivation in Stunden nur selten Probleme...von Franzoesisch mal abgesehen. :weinen: Aber selbst da werden Sie besser.

  • ich schließe mich strubbelsuse an: die kinder sollten nicht dauerhaft für selbstverständliches belohnt werden. bei den erstklässlern kann man so ein kleines belohnungssystem einführen, um sie auf die richtige spur zu bringen, das mache ich auch. aber das ziel sollte sien, dass die kinder wissen, was von ihnen erwartet wird und dass sie dies im besten falle motiviert von sich aus machen - oder halt, weil es dazugehört.


    wie ich es bei bekannten mitbekommen habe, ist das aber in den sportvereinen hier in der ecke durchaus üblich. fußballtraining: lolly als belohnung zum abschluss, schwimmen: traubenzucker, tennis: ein ganzes eis.
    was erwarten die, wenn sie ihr erstes praktikum absovliert haben: eine kreuzfahrt?

  • Hallo,
    da unterschreib ich doch glatt mal bei Linna :)


    Mach doch ein Gruppending draus (jeder kriegt ne Farbe/Zahl/Tier/whatever, Gruppentische, wie auch immer; kann ja auch immer mal getauscht werden) - die Gruppen sammeln dann beim Quiz Punkte und wenn eine Gruppe X Punkte hat, darf sie sich ein Spiel wünschen/kriegt einmal Hausaufgaben erlassen oder so. Dadurch dass es nicht um den einzelnen Schüler geht, sondern jeder was für sein Team tun muss, ist meistens schon viel Motovation gegeben und (zumindest in meinen Klassen) die Aussicht auf ein Spiel lockt genug.


    Ich hab in meiner 2. Klasse eine Zielscheibe, auf der unsere aktuellen Ziele festgehalten werden (sowohl soziale (Regeln einhalten...) als auch inhaltliche). Wird ein Ziel erreicht, gibts ein Sternchen. Wenn die Klasse x Sternchen gesammelt hat dürfen sie sich ein Spiel wünschen oder wir machen ein zum Thema passendes Experiment oder oder oder. Da gibts so viele Möglichkeiten ohne materielle Belohnung, die ja nun auch wirklich irgendwann extrem ins Geld geht.

  • Was ist denn eigentlich "nachkarken"?


    Ich glaube ja an den Werbetroll ... Und hallo?? 40 Euronen für irgendeinen überflüssigen Kram, über den sich die Kinder dann künstlich freuen sollen? Verdienst du zuviel, Frau Nett?

  • erweiternd zu peach: das KlasseKinderSpiel von Hillenbrand/Pütz. eine "rübermache" aus den USA, von mir in leichten abwandlungen häufig verwendet (mit "sozialen" belohnungen, wie von peach beschrieben).

  • Als ich klein war, gab es in der 1. Klasse (bis in die 3. glaube ich) ein System: bei guten / sehr guten Leistungen (nicht nur Testnoten, sondern auch Sozialverhalten, usw..) gab es einen "Punkt". Das waren kleine Kartonpapier-Stücke mit einem Stempel darauf. Wenn man 10 davon hatte, konnte man sie gegen ein "größeres Bild" eintauschen (das übrigens so ein Bild, wie man sie jetzt in 10er Pack an der Supermarktkasse bekommt, nur härtes Papplarton). Mit 10 Bildern hat man etwas besonderes bekommen.
    Das "etwas Besonderes" war ein kleines Buch, ich schätze, das Buch hat vor 25 Jahren ca. 3 Euro gekostet. In meiner Klasse hatten am Ende des Schuljahres glaube ich nur 2 Schüler ein Buch bekommen, vielleicht 3. Dieses Buch habe ich noch in meinem Bücherschrank, ich würde es niemals hergeben. Es war für mich DIE Errungenschaft des Jahres. und diese Bilder haben wir auch wie verrückt "gesammelt".


    Ich fühle mich wie eine Oma, die von einer anderen Zeit erzählt. Unsere Eltern waren auch im selben Geist. Ich habe zuhause richtig Lob dafür geerntet, dass ich so ein Stempelbild hatte, da wusste ich, wofür ich das geschafft hatte.


    Ist halt ne Frage, ob deine Kids soviel Ausdauer zeigen können, aber ich finde, genau das soll der Sinn der Sache. Nicht mal Süssigkeiten, wenn man mal was wusste, sondern selbst merken, dass es Sinn macht, sich über eine lange Zeit auf etwas zu konzentrieren..


    Chili

  • bei den erstklässlern kann man so ein kleines belohnungssystem einführen, um sie auf die richtige spur zu bringen, das mache ich auch.


    Ich mache dies nicht. Prinzipiell. Denn gerade Erstklässler sind die motiviertesten Schüler "an sich", die sich ein Lehrer nur wünschen kann!
    Kinder im 1. Schuljahr saugen alles in sich auf, was sie von ihrer Lehrerin bekommen... man kann ihnen "alles" erzählen, sie würden es glauben...
    Die ersten Lebensjahre sind die wichtigsten... das wissen wir alle - und das gilt dementsprechend auch für die primäre schulische Entwicklung:
    Kinder saugen gelernte Sozialkompetenz und adäquates Verhalten per se auf wie ein Schwamm - vorausgesetzt, vor ihnen steht eine authentische Lehrerpersönlichkeit. Das gleiche gilt natürlich auch für alles Fachliche: Sie lernen, weil sie lernen wollen!
    Kinder in der Schuleingangsphase wollen ihrer Lehrerin gefallen; sie nehmen ernst und setzen um, was ihnen gezeigt wird!


    Daher der Tipp an "Mrs Nice" (LAA ihres Zeichens, wie an anderer Stelle selbst beschrieben):


    Die "natürlichen Voraussetzungen" der Kinder sind schon lange da! Was noch fehlt, ist die Lehrerpersönlichkeit!
    Und die bedarf keiner materiellen Belohnungssysteme, wenn die Kinder das tun, woran man tagtäglich arbeitet.
    Was wirklich wirkt:
    Kinder loben!
    Sag ihnen, dass sie das schon ganz toll gemacht haben; hebe beizeiten einzelne Schüler hervor. Lobe die ganze Klasse, sag ihnen, dass sie schon "richtige Schulkinder" sind, weil sie sich schon so gut an die ersten Regeln halten können (die du vorgegeben hast (melden, abwarten...)).
    Kinder wollen sich adäquat verhalten... was sie brauchen, ist eine Lehrerin wie du, die ihnen zeigt, wie es "richtig" geht!


    Das Ganze wird ein Selbstläufer... du brauchst keine materiellen Belohnungssysteme!
    Geschenke kannst du machen, wenn ein Kind Geburtstag hat. Zu Weihnachten: Es ist immer wieder eine Herausforderung, einen Adventskalender für die Klasse zu gestalten (und zu bestücken)...


    Fazit: Lobe die Kinder bei jeder sich bietenden Gelegenheit! Bestärke sie in ihrer Rolle als Schulkinder! Damit tust du ihnen den größten Gefallen: Sie lernen, sich selbst wahrzunehmen in ihrer Rolle als Schülerinnen und Schüler! Wenn sie hier positives Feedback bekommen, sind sie wunschlos glücklich!
    Dieses Prinzip setzt sich weiter fort im 2. Schuljahr.


    Ab dem 3. Schuljahr wird es schon wieder schwieriger: Die Vorpubertät setzt sukzessive ein... und alles Regelkonforme mutiert zu "uncool"... Da bedarf es dann neuer Strategien.


    Dennoch ist man auch hier auf sicherstem Terrain, wenn man die altbekannten Rituale weiterführt: "Die Schüler am (bekannten) Ball halten!"

    Carpe noctem!

    Einmal editiert, zuletzt von Lea ()

  • Hallo,


    aber speziell bei MrsNice ging es doch gar nicht um eine erste Klasse, oder hab ich das jetzt falsch interpretiert?

  • Nein. Dennoch ist es wichtig, zu durchschauen, wie Schulanfänger "ticken", um ihnen das geben zu können, was sie wirklich brauchen: Lob und positive Verstärkung anstelle von materieller Belohnung. Dieses Prinzpip sollte auch in höheren Jahrgängen beibehalten werden.

  • Das würde doch auch darauf hinaus laufen, das manche schon eine volle (Schatz-)Truhe haben und andere die was abbekommen.


    Öh, ja. Das wäre dann so. Jeder könnte ja dafür sorgen, dass er selbst "was abbekommt".
    Problematisch sehe ich auch, dass es um materielle Belohungen geht.

  • Buchempfehlung: Warum Kinder zu Tyrannen werden..." Willst du geliebt werden? Bist du selbst so erzogen worden?


    Ich würde mich als Mutter sofort beschweren, wenn mein Kind das zu Hause erzählen würde.

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