Wie wird man Berufsschullehrer?

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    • Kiggie schrieb:

      CKR schrieb:

      Kiggie schrieb:

      Die meisten, die in diesem Studiengang landen, haben vorher eine Berufsausbildung gemacht,
      Das muss aber nicht unbedingt sein. In vielen Studiengängen reicht der Nachweis von 52 (oder so) Wochen Praktikum im jeweiligen Berufsfeld. Manchmal ist eine Berufsausbildung vorgeschrieben. So war das bei mir.
      Das habe ich auch nicht behauptet! Ich habe aus Erfahrung gesprochen.
      Den Grund hat Victoria beschrieben:

      Veronica Mars schrieb:

      Der Grund warum die meisten Berufsschulleherer eine Ausbildung absolviert haben ist meines Erachtens, dass Leute ohne Ausbildung das duale System nicht kennen und somit garnicht auf die Idee kommen Berufsschulleherer zu werden. Wer aber eben eine Lehre gemacht hat kennt die Berufsschule und überlegt es sich eben.
      In NRW muss man 52 Wochen fachpraktische Tätigkeit nachweisen, die Anerkennung nimmt das LPA vor.
      Ich habe ja auch nicht behauptet, dass du das behauptet hast. Ich wollte lediglich eine zusätzliche Information zufügen. Und aus Erfahrung spreche ich auch.
    • Grundsätzlich ist es natürlich auch ein Aktivitätsproblem, wenn man für GYM/GE-Lehramt nicht eine Ausbildung bzw ein einjähriges Praktikum vorweisen muss. Man ist einfach ein Jahr schneller fertig. Ich hinterfrage auch den Sinn dieses Jahres mal. Eine Ausbildung/ein Praktikum in einem bestimmten Beruf vermittelt zwar ein großeres praktisches Wissen, aber eben nur in diesem Teil des Berufsbilds. Am BK sind aber unzählige Ausbildungsberufe zu finden.

      Andererseits wissen die SuS es durchaus zu schätzen, wenn man Beispiele aus dem Berufsalltag bringt und auch aus der Berufswelt berichten kann. Das durchbricht offenbar für SuS das Bild des typischen, praxisfernen Lehrers.
    • @Kalle29, dafür mussten zumindest "damals" die anderen Lehramtler längere Schulpraktika machen. Bei mir waren's nur 3 oder 4 Wochen Plus ein oder zwei Schulbesuche in den Didaktikseminaren. Die Gymnasiallehrer hatten wenn ich mich recht erinnere ein halbes Jahr.
      Pleased to meet you, hope you guess my name.
    • naja, die Lernfelder in den kaufmännischen Berufen ähneln sich schon ziemlich. Ob das Lernfeld nun Personalwesen oder Personalwirtschaft oder Büromanagementprozesse heißt, die Inhalte sind fast gleich. Da ist es egal welchen kfm. Beruf man erlernt hat.

      Ansonsten ist die Ausbildung vorher natürlich auch gut um sich in die Lage der Schüler hineinzuversetzen. Außerdem wird man damit von den Schülern auch besser akzeptiert und man dient als positives Rollenvorbild.
      [img]http://tickers.TickerFactory.com/ezt/d/4;10500;414/st/20160731/e/Geschafft+%F0%9F%98%8A/dt/6/k/6c2c/event.png[/img]
    • Ich glaube, außer der genannten Unkenntnis über Berufsschulen, können viele sich auch nicht vorstellen, Erwachsene zu unterrichten, wenn sie selbst gerade aus dem Abi kommen.

      Ich finde das aber zunehmend attraktiv muss ich sagen, Dank der Werbung, die einige hier fleißig betreiben :)

      Leider hab ich kein brauchbares Fach mit den Sonderschulfächern.
    • Krabappel schrieb:

      Ich glaube, außer der genannten Unkenntnis über Berufsschulen, können viele sich auch nicht vorstellen, Erwachsene zu unterrichten, wenn sie selbst gerade aus dem Abi kommen.
      Meiner spärlichen Erfahrung nach ist das auch tatsächlich ein bisschen heikel. Ich musste trotz ca. 15 Jahre Altersunterschied bei den erwachsenen Berufsmaturanden zu Beginn mal ein paar ernsthafte Takte durchgeben bis sie mir glauben wollten, dass wirklich *ich* das Sagen habe. Bei den Chemikanten hatte ich gar einen dabei, der sicher 10 Jahre älter war als ich. Der war dann aber wiederum vollkommen unproblematisch.
    • Krabappel schrieb:

      Ich finde das aber zunehmend attraktiv muss ich sagen, Dank der Werbung, die einige hier fleißig betreiben :)

      Leider hab ich kein brauchbares Fach mit den Sonderschulfächern.
      Es gibt auch Förderberufsschulen ;)

      Allerdings dann eher bei körperlichen Einschränkungen wie für Blinde, Hörgeschädigte u.ä
      [img]http://tickers.TickerFactory.com/ezt/d/4;10500;414/st/20160731/e/Geschafft+%F0%9F%98%8A/dt/6/k/6c2c/event.png[/img]
    • Wollsocken80 schrieb:

      Krabappel schrieb:

      Ich glaube, außer der genannten Unkenntnis über Berufsschulen, können viele sich auch nicht vorstellen, Erwachsene zu unterrichten, wenn sie selbst gerade aus dem Abi kommen.
      Meiner spärlichen Erfahrung nach ist das auch tatsächlich ein bisschen heikel. Ich musste trotz ca. 15 Jahre Altersunterschied bei den erwachsenen Berufsmaturanden zu Beginn mal ein paar ernsthafte Takte durchgeben bis sie mir glauben wollten, dass wirklich *ich* das Sagen habe. Bei den Chemikanten hatte ich gar einen dabei, der sicher 10 Jahre älter war als ich. Der war dann aber wiederum vollkommen unproblematisch.

      Zumindest im Ref hatte ich das Problem nie, obwohl einige fast in meinem Alter sind.

      Zum Thema Berufsausbildung:
      Ich habe Chemielaborantin gelernt und unterrichte nun auch Elektroniker. Also Fachwissen muss ich mir erarbeiten. Elektrofachkraft bin ich auch nicht (Ziel ist aber, das nachzuholen). Aber grundsätzlich das duale System kenne ich und kann entsprechend agieren.
      Ich unterrichte so gerne darin. Und gerade bei den Elektronikern lernen wir voneinander. Ich bringe die Theorie mit und die Schüler die Praxis, funktioniert super (bei mir).
    • Wollsocken80 schrieb:

      Krabappel schrieb:

      Ich glaube, außer der genannten Unkenntnis über Berufsschulen, können viele sich auch nicht vorstellen, Erwachsene zu unterrichten, wenn sie selbst gerade aus dem Abi kommen.
      Meiner spärlichen Erfahrung nach ist das auch tatsächlich ein bisschen heikel. Ich musste trotz ca. 15 Jahre Altersunterschied bei den erwachsenen Berufsmaturanden zu Beginn mal ein paar ernsthafte Takte durchgeben bis sie mir glauben wollten, dass wirklich *ich* das Sagen habe. Bei den Chemikanten hatte ich gar einen dabei, der sicher 10 Jahre älter war als ich. Der war dann aber wiederum vollkommen unproblematisch.
      Nach meinem Diplom bin ich ja nicht direkt an die Schule, sondern habe in der Erwachsenenbildung gearbeitet. Meine Schüler dort waren fast alle deutlich älter als ich und es war fast nie ein Problem.

      Da habe ich jetzt an der Berufsschule fast mehr zu kämpfen, weil ich immer noch sehr jung wirke. Und das trotz oft fast 20 Jahren Altersunterschied.

      Die deutlich Erwachsenen sind einfach zielorientierter, die interessiert Alter nicht. Die Jugendlichen sind oft so dermaßen von sich überzeugt, dass sie gar nicht erkennen, wenn ihnen jemand fachlich überlegen ist.
      [img]http://tickers.TickerFactory.com/ezt/d/4;10500;414/st/20160731/e/Geschafft+%F0%9F%98%8A/dt/6/k/6c2c/event.png[/img]
    • Veronica Mars schrieb:

      Meine Schüler dort waren fast alle deutlich älter als ich und es war fast nie ein Problem.
      Ja, so rum hatte ich auch nie ein Problem. Ich hatte auch anders rum nie ein wirkliches "Problem", es hat nur etwas länger gedauert bis die Lerngruppe die Hierarchie akzeptiert hatte.


      Veronica Mars schrieb:

      Die Jugendlichen sind oft so dermaßen von sich überzeugt, dass sie gar nicht erkennen, wenn ihnen jemand fachlich überlegen ist.
      Genau das meine ich ... ;) Wobei ich das eher mit den knapp über 20jährigen hatte, die schon eine abgeschlossene Berufslehre hatten. Die dachten zu Beginn, sie wären es jetzt weil sie grad noch Berufsmatura machen.
    • Krabappel schrieb:

      Ich glaube, außer der genannten Unkenntnis über Berufsschulen, können viele sich auch nicht vorstellen, Erwachsene zu unterrichten, wenn sie selbst gerade aus dem Abi kommen.

      Ich finde das aber zunehmend attraktiv muss ich sagen, Dank der Werbung, die einige hier fleißig betreiben :)

      Leider hab ich kein brauchbares Fach mit den Sonderschulfächern.
      Gerade sonderpädagogen werden an Kollegs in Nrw händeringend gesucht. Ich kenne kein Kolleg in meinem Umkreis, das nicht mindestens schon zweimal im letzten Jahr eine Planstelle für Sonderpädagogik ausgeschrieben hat und keine davon wurde besetzt. Die Förderschulen suchen nunmal auch dringend Personal und die wenigsten sonderpädagogen verirren sich da ins Berufskolleg.

      Mal schaue nur mal aktuell bei Leo und da ist gerade nichtmal Hochsaison
      schulministerium.nrw.de/BiPo/L…0486&seite=1&suchid=56982
    • Krabappel schrieb:

      Was machen Förderschullehrer dort, @Hannelotti?

      (Ich finde in der Übersicht lediglich sonderpäd. Förderung in allen anderen Schularten?)
      Komisch, das war die Suchanfrage für lehramt sonderpädagogik mit der Schulform Berufskolleg.
      Ich denke das kommt ganz auf die Schule an - entweder geht es Richtung GL/Teamteaching, ich kenne aber auch die Variante, dass es eine eigene Förderklasse an der Schule gibt, in der Schwepunktmäßig der sonderpädagoge eingesetzt ist. Ich denke, dass man als Sonderpädagoge am Kolleg auch recht schnell eine Leitungs- bzw. Koordinstionsfunktion bekommt um Konzepte zu erarbeiten und in den verschiedenen Bildungsgängen umzusetzen. Das Berufskolleg bzw BBS betreibt ja schon immer Inklusion, noch bevor es den Begriff quasi gab. Die ganzen Förderschüler landen ja früher oder später auch am Kolleg, nur dass dann auf dem Papier der Förderbedarf entfällt. Zu tun gibts da also immer genug, v.a. jetzt wo die Internationalen Förderklassen immer mehr werden.

      Nachtrag: jetzt seh ichs auch bei leo, über den link kommt nur die Startseite.
      Bei "Stellen suchen" einfach lehramt sonderpädagogik eingeben und bei schulform nur berufskolleg auswählen und unten die Regierungsbezirke auswählen.
    • hier ein Auszug aus einer der stellenanzeigen:

      Der Unterrichtseinsatz ist in der Ausbildungsvorbereitung mit Schülerinnen und Schülern im Alter von ca. 16 bis 25 Jahren vorgesehen. Die Lehrkraft arbeitet in einem multiprofessionellen Team. Darüber hinaus berät sie Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarfen in anderen Bildungsgängen. Es wird erwartet, dass die neu einzustellende Kollegin/der neu einzustellende Kollege sich aktiv in die Bildungsgangarbeit und Schulentwicklungsaufgaben einbringt sowie Konzepte der individuellen Förderung (z. B. Teamteaching, Förderplanung und Praktikumsbetreuung), der Berufsorientierung und des eigenverantwortlichen Lernens im Unterricht umsetzt. Die Bereitschaft und Fähigkeit, das Kollegium in sonderpädagogischen Fragen unterstützend zu beraten und im Unterrichtsteam zu begleiten, ist eine Voraussetzung für die Tätigkeit an unserem Berufskolleg.
    • Zum Thema Sonder-/Förderschullehrer: wir haben da mittlerweile eine ganze Reihe. BVJ und BEK sowie Inklusion und der allgegenwärtige Mangel an einigen Fächern haben das mit sich gebracht.
      Bei "selbst schuld" wird nicht gepustet!
    • Die Beruflichen Schulen betreiben seit jeher Inklusion. In den letzten Jahren verstärkt sich das, weil auch junge Menschen mit Behinderungen viel eher eine normale Ausbildungsstelle finden (was ich toll finde). Junge Leute mit Körperbehinderungen, Lernstörungen oder ADHS gehen ganz selbstverständlich in die Berufsschule. Unser Job ist es, sie zu unterstützen: jeder Sonderpädagoge ist da herzlich willkommen und ein echter Gewinn für uns.
    • V.a. in der Ausbildungsvorbereitung wäre mehr sonderpädagogische Unterstützung toll. Man muss sich mal überlegen: Da kommen sus von der Förderschule, in der sie jahrelang in geschütztem Rahmen von häufig nur ein oder zwei Bezugslehrkräften unterrichtet und individuell gefördert wurden. Am Kolleg kommen dann plötzlich bis zu 8 Stunden Unterricht am Tag mit schlimmstenfalls 8 Lehrerwechseln und evtl mehreren raumwechseln. Da wäre ein sonderpädagoge als Ansprechpartner und Konstante ein absoluter Gewinn.