Klassenarbeit Deutsch, abgeschrieben aus dem Intenet

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    • Klassenarbeit Deutsch, abgeschrieben aus dem Intenet

      Hallo,

      ich bin neu hier und befinde mich in einem großen Dilemma :(.
      Vor den Ferien habe ich in der 11.Klasse einen Erörterungsaufsatz schreiben lassen. Eine Woche vorher haben wir drei Themen zur Auswahl festgelegt und die Schüler konnten sich vorher über das Thema schlau machen.
      Nun habe ich beim Korrigieren entdeckt, dass mindestens fünf bis 6 Schüler Erörterungssufsätze 1 zu 1 aus dem Internet übernommen haben ohne eine einzige eigene Formulierung. Ich konnte während der Arbeit nicht beobachten, dass jemand abschreibt, sie könnten das theoretisch auswendig gelernt haben; wenn das bei 500 Wörtern + eher unwahrscheinlich ist. Trotzdem ist das ja auch keine eigene Leistung.
      Nun habe ich der Klasse mitgeteilt, dass die Arbeit nicht zu beurteilen ist und wir sie folglich nochmal schreiben werden. Diesmal mit Themenbekanntgabe während der Arbeit. Es gab einen großen Aufschrei und der Einwand, dass am Tag darauf eine wichtige Mathearbeit anstehe. Andererseits muss man für eine Erörterung ja auch nicht wirklich lernen...

      Was mache ich bloß? Es einfach so hinnehmen will ich es aber auch nicht, da die mich ja wirklich verarscht haben und meine Gutmütigkeit, die Themen vorher bekannt zu geben, ausgenutzt haben. Außerdem habe ich die Klassenarbeit in 2 anderen 11.Klassen parallell schreiben lassen und da gab es keinen einzigen Fall.

      Was würdet ihr tun? HILFE!!!

      Gruß, Helvi
    • Wurde auf eigenen Blättern geschrieben? Dann tippe ich sehr stark auf "vorgeschrieben und unbeobachtet aus der Tasche gezogen". Hatte ich auch schon, nur fällt's bei mir immer dann auf, wenn sie die Aufgaben der Parallelklasse beantworten, die gar nicht auf dem Blatt stehen.

      Die Konsequenz ist wie bei jedem anderen Betrugsversuch eine 6.

      PS: Auch wenn sie alle - seeeeehr wahrscheinlich - den Aufsatz komplett Wort für Wort auswendig gelernt haben sollten: Die Anforderung an einen Aufsatz dürfte kaum "auswendig lernen" sein. Auch insofern kannst Du eine 6 begründen, es wurde meines Erachtens nämlich keine bewertbare Leistung erbracht.
      Ich tät sage, Schwartemage, tät mein Mage gut vertrage.
    • Ich hätte alles, was keine eigenständige Leistung ist, also wortwörtlich abgeschrieben ist, markiert, nicht gewertet und fertig.
      Würde ich damit begründen, dass nicht-eigenständigen Leistungen gekennzeichnet werden müssen. Sie dürfen ja auch sonst keine Zitate als eigene Leistung ausgeben.

      Ist dann je nach eigener Leistung eine 5 oder 6. Da gibt es keine neue Chance!
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Wenn du das Thema zuvor bekannt gibst, musst du damit rechnen, dass die Schüler sich im Internet oder anderweitig zu dem Thema informieren. Was hast du denn erwartet? Dass du ihnen das Thema sagst und sie dann nicht mal schauen ob es was gibt?

      Wenn du dir sicher bist, dass sie nicht abgeschrieben haben, dann haben die Schüler tatsächlich eine tolle Auswendiglernleistung gezeigt.

      Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass jetzt alle eine 1 haben, bin kein Deutschlehrer aber ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Aussagen zu deiner Frage passen, keine Grammatik- oder Rechtschreibfehler gemacht wurden ...
      Wie waren denn deine Bewertungskriterien?
      Kannst du nicht nur die klar abgeschriebenen Passagen streichen?

      Die Arbeit noch mal schreiben finde ich gegenüber den Schülern unfair, die nicht auswendig gelernt haben uns sich in der Arbeit angestrengt haben.
    • Ja, es wurde auf eigenen Blättern geschrieben. Hmmm, an die Option hatte ich noch gar nicht gedacht. Aber sehr gut möglich.

      So naiv werde ich nicht mehr sein. Beim nächsten Mal gibt es von mir ausgegebene Blätter mit Stempel.
    • Bist du noch Referendar oder schon fertiger Lehrer?

      Wende dich doch mit deinem Problem an deinen Ausbildungslehrer oder Fachvorsitzenden oder notfalls die Schulleitung und kläre mit ihnen, wie du vorgehen solltest.
      Fände es wie gesagt unfair gegenüber den Schülern, die nicht abgeschrieben haben.
    • @Milk@Sugar: natürlich sollten sie sich vorab zu dem Thema informieren, das war ja der Sinn der Sache (siehe mein Beitrag), aber sie sollten keine Erörterung aus dem Internet wortwörtlich kopieren!

      @yestoerty: jaaaa! Das ist gut! Nichteigenständige Leistungen sind zu kennzeichnen... Danke für den Tipp!!
    • Helvi73 schrieb:

      @Milk@Sugar: natürlich sollten sie sich vorab zu dem Thema informieren, das war ja der Sinn der Sache (siehe mein Beitrag), aber sie sollten keine Erörterung aus dem Internet wortwörtlich kopieren!

      @yestoerty: jaaaa! Das ist gut! Nichteigenständige Leistungen sind zu kennzeichnen... Danke für den Tipp!!
      Hast du denn den Schülern schon gesagt, dass du die Arbeit noch mal schreibst? (Klang in deinem ersten Beitrag so) oder überlegst du noch, was du machen willst?
    • bei uns wäre das 0 punkte, auch wenn sie alles auswendig gelernt haben. das ist ein pagiat, d.h. mindestens indirektes, vielleicht auch direktes zitat ohne quellenangabe. setzt natürlich voraus, dass ihr das zitieren und damit auch das plagiieren (as in "warum muss ich diese komplizierten zitierregeln alle lernen und selbst fehler mit abschreiben?") nicht nur einmal kurz nebenbei behandelt habt. wir sagen auch im vorfeld jedesmal, dass sie das bitte lassen sollen. sonst halt null punkte; wenn es nur abschnitte sind, nicht-wertung dieser abschnitte, wenn du nett bist, und bewertung des rests, die dann vermutlich aufgrund der lückenhaftigkeit auch nicht prima sein dürfte. rechtliche absicherung ist freilich im vorfeld zu klären, bei uns ist das von ganz oben abgesegnet (ministerium).

      fast immer handelt es sich um verzweiflungstaten völlig (!) überforderter sus. da muss die beratung im vorfeld eigentlich schon greifen, schullaufbahnberatung vor allem, und das schon viel früher, damit sie gar nicht erst in die oberstufe wechseln. und ja, das ist häufig, 1-2x versuche pro kurs sind eigentlich fast immer dabei.
    • Ich hatte den Schülern bereits angekündigt, dass wir die Arbeit nochmal schreiben (siehe mein Beitrag), daraufhin kam ja der Aufschrei.

      keckks, das mit dem Zitieren und Plagiieren lernt man ja spätestens in der 10. Klasse. Und tja, was soll ich sagen, die abgeschrieben Dinger kommen auch von sonst schwachen Schülern ...
    • ja gut, dann haben sie halt pech gehabt. du kannst sie ja wählen lassen (also nicht wirklich, aber ihnen die alterantiven darstellen, zwischen denen du entschieden hast): null punkte wegen plagiat oder, weil du so nett bist und dir neue themen ausdenken wirst und nochmal korrigieren wirst (!!! erzähl ihnen mal, wie lange du an einem aufsatz sitzt, das haut meine immer wieder um... die glauben, das wäre in 15 minuten getan, wie bei so einem netten unfallbericht aus der unterstufe.), eine wiederholung der arbeit.

      wenn sie dann noch heulen - "mimimimimi, ich hab da so ein geräusch im ohr. hört ihr das auch?"
    • Es ist ein offensichtlicher, vorbereiteter Täuschungsversuch, der unmöglich über Auswendiglernen zustande gekommen ist. Ansonsten kann man die Schüler ja bitten, diese Auswendiglernleistung spontan zu wiederholen. Da wird nichts kommen.
      Zu hoffen ist, dass die Schulleitung, wenn es hart auf hart kommt, das Nachschreiben (sehr fairer Umgang mit dem Täuschungsversuch) oder das ungenügend (konsequenter Umgang mit dem Täuschungsversuch) mitträgt.

      Zur Motivation der Schüler ist zu sagen, dass viel letztlich um jeden Preis eine gute Note haben möchten - vor allem diejengen, die das nicht aus eigener Kraft und Anstrengung schaffen. Da sind dann alle Mittel erlaubt. Schließlich "kämpft" man ja gegen die Schule, die einem nicht einfach so den Abschluss für lau geben möchte...
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • Ob sie es auswändig gelernt haben oder nicht, ist unerheblich. Sie haben eine fremde Leistung als ihre eigene Leistung ausgegeben. Das ist vollendeter Betrug (kein Betrugsversuch!) und damit eine 6. Zusätzlich würde ich für die betreffenden Schüler eine passende Erziehungs- und Ordnungsmaßnahme in die Wege leiten. War es der erste Fall, reicht eventuell ein mehrtägiger Unterrichtsausschluss. Im Wiederholungsfall hielte ich auch einen mehrwöchigen Ausschluss für angebracht.

      Hört sich jetzt vielleicht so an als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen, aber meiner Meinung nach sollte die Schwere des Vergehens den Schülern ganz deutlich gemacht werden. Sie sind in Klasse 11, d.h. auf dem Weg zum Abitur, das wiederum zum Studium an einer Hochschule berechtigt. An der Uni kann sowas zur Exmatrikulation führen. Und im realen Leben kann sowas auch noch viel schwerwiegendere Folgen haben... Siehe von und zu Gutenberg. ;)
    • @MrsPace Deswegen mehrtägiger Unterrichtsausschluss? Damit würdest du an meiner Schule niemals durchkommen.

      Ich würde auch die Sechs geben und dazu noch eine ausgedruckte Kopie des Originaltextes samt Quellenangabe zur Sicherheit anheften. Selbstverständlich dann auch die entsprechenden Klassenarbeiten noch kopieren, falls eine der Klassenarbeiten "verloren geht", bevor sie die Eltern zu Gesicht bekommen.
      Alle nochmal schreiben zu lassen, hätte ich auch Bauschmerzen, denn es bestraft ein Stück weit die Vernünftigen und dich (doppelte Arbeit).
      Das einzig Schöne daran ist: Das wird dir nicht noch einmal passieren. ;)
    • Realschullehrerin schrieb:

      @MrsPace Deswegen mehrtägiger Unterrichtsausschluss? Damit würdest du an meiner Schule niemals durchkommen.

      Ich würde auch die Sechs geben und dazu noch eine ausgedruckte Kopie des Originaltextes samt Quellenangabe zur Sicherheit anheften. Selbstverständlich dann auch die entsprechenden Klassenarbeiten noch kopieren, falls eine der Klassenarbeiten "verloren geht", bevor sie die Eltern zu Gesicht bekommen.
      Alle nochmal schreiben zu lassen, hätte ich auch Bauschmerzen, denn es bestraft ein Stück weit die Vernünftigen und dich (doppelte Arbeit).
      Das einzig Schöne daran ist: Das wird dir nicht noch einmal passieren. ;)
      Wir haben deswegen schon einen Schüler endgültig rausgeschmissen. War aber auch ein notorischer Betrüger und unbelehrbar.
    • doch, die lernen das wirklich auswendig. wir hatten schon mehrere arbeiten über viele seiten, die komplett auswendig gelernt waren. und das ist so häufig, dass es km-papiere dazu gibt. also ja, man kann das auswendiglernen. und die sus sind so überfordert und unter druck, dass sie das auch tun.

      schönes beispiel für die folgen der viel zu großen schülerzahl in den gymnasialen oberstufen.
    • In meinen Augen hat da tatsächlich ein handfester Betrug stattgefunden, den du ja auch nachweisen kannst. Note 6.

      Nun hattest du ja bereits eine Nachschreibklausur angekündigt. Netterweise.
      Und davon ruderst du nun wieder zurück? Warum?
      Weil ein paar Hanseln gemault haben????
      Kam der Aufschrei denn wenigstens von denjenigen, die ehrlich gearbeitet hatten?
      pingo, ergo sum
    • Also, habe mit FBL und Schulleiter gesprochen (wir sind eine sehr kleine Schule) und ich lasse die Arbeit nicht nochmal schreiben. Stimmt schon, damit „bestrafe“ ich ja auch die, die sich die Mühe gemacht haben, tatsächlich eine eigene Erörterung zu schreiben. Und die anderen kriegen eben eine 6. Falls es zu einer Diskussion kommen sollte, steht die SL hinter mir.

      @MrsPace: darauf kannst du aber Gift nehmen ;)
    • Nur so aus Interesse, wie hast du die beiden an einem Freitagnachmittag in den Ferien so schnell erreicht?

      Mach dich auf jeden Fall auf Diskussionen gefasst, wenn du den Schülern erst ankündigst, dass neu geschrieben wird und dann doch nicht geschrieben wird. Da haben sich evtl. auch andere Hoffnungen gemacht.