Umgang mit Mobbing

  • Zitat

    Und wenn manche Leute eine lebende Steilvorlage sind, sollten sie mal darüber nachdenken an sich zu arbeiten.

    Es mag solche "lebenden Steilvorlagen" geben und sie ziehen das gemobbt werden bestimmt magisch an. Aber das als Argument zu benutzen und zu sagen "Selbst schuld, ändere du dich" finde ich persönlich jetzt etwas wenig angemessen.
    Das ist nur eine doofe Entschuldigung der Täter.


    Kl.gr.Frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
    ----
    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Die Alternative ist, denjenigen ständig hinterher zu schleichen und bei Bedarf den Mob aufzulösen. Hilf ihnen, sich selbst zu helfen ist das nicht.

    "A lack of planing on your side does not constitute an emergency on my side."

  • Es mag solche "lebenden Steilvorlagen" geben und sie ziehen das gemobbt werden bestimmt magisch an. Aber das als Argument zu benutzen und zu sagen "Selbst schuld, ändere du dich" finde ich persönlich jetzt etwas wenig angemessen.Das ist nur eine doofe Entschuldigung der Täter.


    Kl.gr.Frosch

    Eine Entschuldigung soll das nicht sein, Frosch - aber eine Erklärung.
    Vor allem, wenn unabhängig voneinander ganz unterschiedliche Gruppen zu ganz unterschiedlichen gelegenheiten drauf anspringen.
    Das "ändere du dich" ist schon ernst gemeint, wenn auch weniger schnoddrig gemeint. Wer keine "Ansätze" bietet, wird idR auch nicht angegangen. Wer die bietet, sollte stark genug sein, Eiche spielen zu können. Das sind die Alternativen.


    Ich bin auch kein Ei - ich trau mich, anzuecken. Kann nicht jeder. Und wer weiß was er nicht kann... es mag gemein klingen, aber wer die Hitze nicht verträgt sollte sich vom Feuer fernhalten.
    Die o.g. "Steilvorlagen" gibts nun mal, und man sollte sie durchaus (freundlich) darauf hinweisen. Denn oftmals sind sie derart verpeilt, die merken es überhaupt nicht.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Die lebenden Steilvorlagen schaffen es nicht, allein an sich zu arbeiten. Die brauchen jemanden, der sie gewaltig an die Hand nimmt. Ein lapidares "du musst dich ändern" geht nicht einfach so.

  • Ich muss zugeben, ich habe gerade Probleme mit deinem Menschenbild.
    Es gibt nicht nur die Alternative "anecken und hart genug sein" und "anpassen". Es gibt auch die Alternative "anders sein und trotzdem in Ruhe gelassen werden". Bzw. Das ist nicht die Alternative, das ist eine Notwendigkeit.


    Sprich - egal wie herausfordern das Opfer vermeintlich ist, ein "Blaming the victim" ist unterste Kategorie. Frauen im Minirock sind ja auch nicht schuld, wenn sie vergewaltigt werden.

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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  • Die Eltern sollte man allein deshalb schon versuchen mit ins Boot zu holen, damit sie zumindest informiert sind und eventuelle Sanktionen oder negative Zeugnisbemerkungen nicht aus heiterem Himmel kommen.


    Genau. Das ist mein Grundprinzip (auch hier übrigens): Niemand soll später sagen können, er habe von nichts gewusst und hätte man nur etwas gesagt, dann hätte man auch etwas getan / tun können, aber so konnte man ja nicht. Dann ist nämlich der Ball wieder bei dir (sprich: Du bist schuld.).

    Aus Solidarität mit dem vom Aussterben bedrohten Schuppentier (als Pangolin gerade in aller Munde) nenne ich mich jetzt so. ;-)

  • @Kleiner gruener frosch:


    Natürlich nicht. Aber zur Erregung öffentlichen Ärgernisses hat es vor Jahrzehnten doch schon gereicht und nur, weil der Mini diese Latte schleichend höher gelegt hat ist dies kein absolutes Argument. Wo willst du denn die Grenze ziehen? Bei der Unterwäsche? Bei Sternchenaufklebern über den Brustwarzen und Stringtanga?


    Etwas schuldig sein oder Verantwortung für etwas tragen sind unterschiedliche Dinge.

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  • Ich muss zugeben, ich habe gerade Probleme mit deinem Menschenbild.
    Es gibt nicht nur die Alternative "anecken und hart genug sein" und "anpassen". Es gibt auch die Alternative "anders sein und trotzdem in Ruhe gelassen werden". Bzw. Das ist nicht die Alternative, das ist eine Notwendigkeit.


    Sprich - egal wie herausfordern das Opfer vermeintlich ist, ein "Blaming the victim" ist unterste Kategorie. Frauen im Minirock sind ja auch nicht schuld, wenn sie vergewaltigt werden.


    Genau. In dem einen wie in dem anderen Falle berufen sich Täter (und mitunter auch die "Schweiger") nämlich typischerweise darauf, dass die Opfer doch selber schuld seien, weil sie dies oder weil sie das ...Nein, niemand hat das Recht, einen anderen zu drangsalieren und zu schikanieren, dafür kann es überhaupt keinen "legitimen oder verständlichen Grund" geben, das muss klar herausgestellt werden und wenn "gutes Zureden" nicht hilft, muss es Sanktionen geben!


    Hier habe ich dazu einen Beleg:


    Das bewusste und ständig wiederholte bzw. regelmäßige Schikanieren, Quälen und seelische Verletzen ist für die Betroffenen Schüler eine enorme Belastung. Auch wenn die jetzige Studie nahelegt, dass sie zumindest teilweise selber für die Anfeindungen verantwortlich seien sollen, so sind Lehrkräfte und Pädagogen dennoch dringend aufgefordert, den mobbenden Mitschülern Einhalt zu gebieten. Denn die schlechte Grundstimmung, die hier aufgebaut wird, belastet nicht nur das Lernverhalten der Kindern, sondern die Betroffenen leiden oft ein Leben lang an den Folgen der massiven Anfeindungen. Das die Mobbing-Attacken oft durch ein von der Norm abweichendes Verhalten bedingt werden, kann uns eigentlich nur eins lehren: die Toleranz unter den Schülern ist noch erheblich ausbaufähig. (fp)


    https://www.heilpraxisnet.de/n…r-selber-schuld-36633.php

    Aus Solidarität mit dem vom Aussterben bedrohten Schuppentier (als Pangolin gerade in aller Munde) nenne ich mich jetzt so. ;-)

  • Ich muss zugeben, ich habe gerade Probleme mit deinem Menschenbild.
    Es gibt nicht nur die Alternative "anecken und hart genug sein" und "anpassen". Es gibt auch die Alternative "anders sein und trotzdem in Ruhe gelassen werden". Bzw. Das ist nicht die Alternative, das ist eine Notwendigkeit.


    Sprich - egal wie herausfordern das Opfer vermeintlich ist, ein "Blaming the victim" ist unterste Kategorie. Frauen im Minirock sind ja auch nicht schuld, wenn sie vergewaltigt werden.

    Da hast du leider die falsche Assoziation.
    Die von dir genannte Notwendigkeit sehe ich auch.
    Nur - damit die funktioniert, bedarf es eines entsprechenden Selbstbewußtseins. Nenne es meinetwegen "Ausstrahlung". Manche haben das gerade nicht, die strahlen quasi "Opfer" aus (ich erinnere nur mal an den Feldversuch in der Forensik mit verurteilten Sexualstraftätern, denen Gruppenbilder diverser z.B. Schulklassen gezeigt wurden, und bei der Fragestellung "Wenn ihr euch ein Kind aussuchen würdet..." exakt die herauspickten, die ohnehin schon isoliert und wenig selbstbewußt waren). Wenn solche dann exzentrische Ansätze irgendwelcher Art bieten, ist das ein gefundenes Fressen, eine Angriffsfläche für "Mobber" oder wen auch immer.
    also doch "hart genug" sein, es muss ja nicht auffallen.


    Und sagt nicht, ihr hättet nie jemanden wegen irgendwas mal aufgezogen. So etwas liegt durchaus in der Natur der Menschen. Schadenfreude ist nicht "nett" aber "ehrlich". Das gebe ich auch zu - in jeder Klasse gab es Kinder, die irgendetwas an sich hatten, worüber sich eben schon mal amüsiert wurde. "Schon mal" ist hier der Punkt. Wenn es "Alltag" wird, dann ist es ein Problem. Oder auch, wenn (sei es durch Ignoranz, elterliche Verpeiltheit, etc...) das "andere" auch noch ins Rampenlicht gestellt wird.
    Beispiel aus meiner eigenen Schulzeit... da war ein Junge mit ziemlichen Segelohren. Klar, fällt auf. Dann hatte er aber auch noch eine (dazu besonders) "ungünstige" Brille, war nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen, wäre gerne sehr sportlich gewesen (fußballinteressiert), war aber eher ein Bratwurstturner (die Sorte die als Drittletzter gewählt wird), und hatte dann im Winter noch eine auffällige Mütze mit "Plüschöhrchen" von Mami aufgesetzt bekommen...
    ich glaube, die Aufzählung reicht, um zu begreifen, wie dessen Unter- und Mittelstufe teilweise ausgesehen hat. Erst gegen Ende Mittelstufe/Anfang Oberstufe bekam sich das ein... da stellte sich dann zB heraus, der konnte tanzen, und er war endlich vom Fußball weg und hatte einen Draht zum Basketball gefunden (und war zu dem Zeitpunkt über 1,90, auch nicht unpraktisch). Und hat sich dann auch seine Brillen und Klamotten selbst ausgesucht bzw irgendwann Kontaktlinsen getragen.


    Insofern... man kann durchaus aus so einer Opferrolle raus, aber dazu muss man auch verstehen, wieso man denn da überhaupt reingerutscht ist. Natürlich sind die Mobber "schuld" am Mobbing, aber die suchen sich nun mal immer irgendjemanden. Und das ist kein Geheimnis.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Ja, das sehe ich wie Miss Jones.
    Man darf es einfach nicht nur schwarz-weiß sehen. Die Frage, ob NUR Täter gestoppt oder NUR das Opfer "geändert" werden muss, sollte sich doch gar nicht stellen.
    Wir sollten alle Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. Mobbing und Hänseleien ist Einhalt zu gebieten und die Täter müssen ganz viel Soziales lernen, aber gleichzeitig hat auch das Opfer ein Recht darauf, in seiner Entwicklung unterstützt zu werden. Man muss nur darauf achten, dass man auf das Opfer nicht einwirkt im Zusammenhang mit dem Mobbing, also nach dem Motto: "Ändere das und das mal, damit die anderen dich nicht ständig ärgern!" Man sollte das losgelöst betrachten und auf das Opfer in anderen Zusammenhängen erzieherisch einwirken. (Wenn es denn nötig ist.)

  • Manche kommen schon allein durch ihr Aussehen in die Opferrolle. Es sind oft Kinder, die arm sind. Schlechte Ernährung führt dazu, dass sie dick sind, die Kleidung ist auch nicht der Kracher und die Frisur evtl. von Mama geschnitten. Sie dürfen keine Geburtstage feiern, weil die Eltern sich wegen der Wohnung schämen, fahren nicht in Urlaub und erleben auch sonst nicht viel. Nicht bei allen, aber das gibt es. Der familiäre Hintergrund spielt durchaus eine Rolle. Wenn du nichts hast, fehlt es dir auch an Selbstbewusstsein. Natürlich gibt es Familien, die damit anders umgehen, bei denen die Kinder trotz wenig Geld an erster Stelle stehen. Aber leider habe ich das andere schon oft erlebt.

  • Miss Jones - es ist schön, dass der Junge aus sich herausgekommen ist. Das freut mich - für ihn.
    Aber es ist nicht schön, dass er anders nicht akzeptiert sondern gemobbt wurde.


    Wie habe ich es eben im Radio zum Thema cybermobbing gehört: wenn andere ein Problem mit dir haben, sind die das Problem. Nicht du.


    kl. gr. frosch

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  • ja, @lamaison, solche "armen Würstchen" kenne ich auch. So ein Kind hat dann manchmal gar keinen Resilienzpunkt in seinem Leben. Da muss ich als Lehrerin immer daran arbeiten, die Opferrolle dieser Kinder nicht noch zu verstärken, denn oft kommt dann ja noch dazu, dass die Hausaufgaben nicht so toll sind, Arbeitsmaterial fehlt, ... und die anderen Kinder haben leider ganz feine Antennen dafür, wenn sogar die Lehrerin unzufrieden mit dem Kind ist. Ein schmaler Grat.

  • @Kleiner gruener frosch:


    Natürlich nicht. Aber zur Erregung öffentlichen Ärgernisses hat es vor Jahrzehnten doch schon gereicht und nur, weil der Mini diese Latte schleichend höher gelegt hat ist dies kein absolutes Argument. Wo willst du denn die Grenze ziehen? Bei der Unterwäsche? Bei Sternchenaufklebern über den Brustwarzen und Stringtanga?


    Etwas schuldig sein oder Verantwortung für etwas tragen sind unterschiedliche Dinge.

    Also Moment mal, wenn also wer nackig baden geht oder wegen mir auch mit Sternchen auf der Brustwarze durch die Stadt läuft, trägt er Verantwortung für eine potentielle Vergewaltigung?! Nein. Das ist falsch und da gibts auch keine Grenze.


    Und auch die alberne Mütze darf niemanden zum Opfer machen. Selbst wenn ein anderer mit derselben Mütze einen Trend gesettet hätte.



    Manche kommen schon allein durch ihr Aussehen in die Opferrolle. Es sind oft Kinder, die arm sind. Schlechte Ernährung ...

    da beschreibst du unsere Klientel an der Förderschule. Und selbstredend wird auch dort gemobbt! Da ist dann das Heimkind das Opfer, welches mit sich selbst spricht. Und das kann weder was dafür, noch etwas ändern. Und muss es auch gar nicht! Es muss doch möglich sein, absurde Mützen zu tragen oder dick oder doof zu sein, ohne dass andere gezielt auf whatsapp beschimpfen oder unvorteilhafte Bilder rumschicken, um sich lustig zu machen, nur mit dem Ziel, dass sich einer scheiße fühlt.


    Allerdings ist sicher richtig, Selbstbewusstsein hilft ungemein, gar nicht erst Mobbingopfer zu werden. Das wäre vielleicht ein Lösungsansatz: sagt den Opfern nicht, kauf dir ne schöne Mütze, sondern trag die, die du hast, weil du sie magst. Du bist gut, so wie du bist.

  • @kleiner gruener frosch Ehrlich jetzt... Das ist romantischer Quatsch, den Du da schreibst. Natürlich hat immer der das Problem, der gemobbt wird. Das Gerede von wegen "die anderen sind doof" kommt doch echt nur von Leuten, die das Problem selber nie hatten. Ich war eins von diesen dicken, unsportlichen Kindern aus schlechtem Elternhaus, das gemobbt wurde (mobben hiess es ja vor 20-30 Jahren noch nicht...). Miss Jones hat absolut recht wenn sie schreibt, dass der der gemobbt wird oft selbst gar nicht schnallt, was "falsch" an ihm ist. Darüber sollte man mit den Kindern reden, auch wenn es eine harte Erkenntnis sein mag. Ich war dick und unsportlich, das war nun mal auch wirklich für mich nicht gut. Sicher war ich auch im sozialen Umgang mit den anderen ziemlich kompliziert, das hat mir viel zu spät mal jemand gesagt. Das war so der Moment wo ich dachte... Alter... Hättet ihr mir doch einfach mal gesagt, dass ich nerve anstatt mich zu dissen.

    ==============================


    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Nein.


    Vielleicht ist es romantischer Quatsch. Aber das ist so, wie es sein sollte.
    Wenn jemand nervt - spielt mit wem anderes. Aber macht ihn nicht auch noch runter.


    kl. gr. frosch

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  • Es spricht keiner davon, die Augen zuzukneifen. Man sollte sie stärken, aber nicht beugen.
    Der Ansatzpunkt in der Situation sind weiterhin nicht die Mobbing-Opfer. Sondern die Mobber.



    kl. gr. frosch

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  • @kleiner gruener frosch Ehrlich jetzt... Das ist romantischer Quatsch, den Du da schreibst. Natürlich hat immer der das Problem, der gemobbt wird. Das Gerede von wegen "die anderen sind doof" kommt doch echt nur von Leuten, die das Problem selber nie hatten. Ich war eins von diesen dicken, unsportlichen Kindern aus schlechtem Elternhaus, das gemobbt wurde (mobben hiess es ja vor 20-30 Jahren noch nicht...). Miss Jones hat absolut recht wenn sie schreibt, dass der der gemobbt wird oft selbst gar nicht schnallt, was "falsch" an ihm ist. Darüber sollte man mit den Kindern reden, auch wenn es eine harte Erkenntnis sein mag. Ich war dick und unsportlich, das war nun mal auch wirklich für mich nicht gut. Sicher war ich auch im sozialen Umgang mit den anderen ziemlich kompliziert, das hat mir viel zu spät mal jemand gesagt. Das war so der Moment wo ich dachte... Alter... Hättet ihr mir doch einfach mal gesagt, dass ich nerve anstatt mich zu dissen.


    Ich sehe das auch anders, @Wollsocken80.


    Deine Argumentation klingt so, dass du falsch warst und die anderen richtig, demzufolge musst du dich ändern, damit du nicht mehr gemobbt wirst. Du gibst damit den Mobbern (indirekt) Recht mit ihrem Verhalten, andere zu drangsalieren und zu schikanieren, "die nicht richtig sind". Wo fängt das an, wo hört das auf? Die richtige Kleidung? Die richtige Religion? Die richtige Nationalität? Das richtige Aussehen? ... Warum entscheiden die Mobber, was richtig ist und was falsch? Wer hat sie dazu ermächtigt?


    Für mich sind das zwei verschiedene Fragen: Übergewicht ist nicht gesund, ja, kann man auch sagen. Dich deswegen hänseln, nein, darf nicht sein. Womöglich ist jemand dick und kann nichts dafür (Krankheit), womöglich ist jemand nachlässig, womöglich hat jemand nicht die Möglichkeit (als Kind), sich anders zu ernähren, womöglich findet es jemand gut ...


    Jemanden auf seine Fehler hinzuweisen, ist etwas völlig anderes, als jemanden wegen seiner Fehler zu schikanieren !!! Man kann jemandem mit vernünftigen Worten auf seine Fehler hinweisen. Man muss ihn/sie deswegen nicht beschimpfen, bedrohen, verhöhnen, verspotten, beleidigen oder gar schlagen. Wenn jemand "beratungsresistent" ist, wie es so schön heißt und er/sie nichts Verbotenes tut, kann man den Kontakt abbrechen, wenn es geht bzw. auf das Nötigste reduzieren. Mobben darf man trotzdem nicht!

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  • Krapapple: „ Es muss doch möglich sein, absurde Mützen zu tragen oder dick oder doof zu sein, ohne dass andere gezielt auf whatsapp beschimpfen oder unvorteilhafte Bilder rumschicken, um sich lustig zu machen, nur mit dem Ziel, dass sich einer scheiße fühlt.“
    Den Tätern geht es aber gar nicht darum, dass sich jemand scheiße fühlt, sondern darum, dass sie sich besser fühlen!

    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

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