Herkunftssprachlicher Unterricht ersetzt Englisch NRW

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    • Herkunftssprachlicher Unterricht ersetzt Englisch NRW

      Hallo,
      ich kann leider keine genauen Informationen zu folgendem Thema finden:
      Es gibt in NRW die Möglichkeit, dass Schüler, die aus einer VK in die Regelklasse wechseln, ihre Muttersprache als Fremdsprache anstelle von Englisch anerkannt bekommen... in ihrer Muttersprache Unterricht (und Prüfungen) absolvieren.
      Somit stellt die Englischnote dann keine "Gefahr" fürs "Sitzenbleiben" mehr dar?
      Was ist mit den ZPs in der 10?
      Kann mit einem solchen Ausgleich "nur" der HS Abschluss, oder auch ein RS Abschluss erreicht werden?

      Und das Wichtigste: wer ist mein Ansprechpartner für diese Fragen?
      (Google, VK- Lehrer/ Kollegen/ Schulsozialarbeit/ Schulleitung und sogar zwei Damen von der BezReg, bei denen ich z.Z. eine Fortbildung in einer Fremdsprache mache, konnten bisher nicht weiter helfen.)
      Ich tippe am Handy.

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    • Die Schüler müssen eine Prüfung in der Muttersprache ablegen und dürfen dann keine Note in Englisch erhalten. Mir wurde gesagt, dass sie diese Möglichkeit nicht haben sobald ich eine Note eintrage. Die Begründung war, dass sie bisher keinen (nachweisbaren) Englischunterricht hatten.
      Um die Prüfung musste ich mich nicht kümmern, kann daher nichts dazu sagen.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Das hatte ich bereits gelesen. Aber trotzdem vielen Dank @Krabappel.
      Ich verstehe es bisher so, dass die Note dann alles ausgleicht im Zusammenhang mit Englisch?! Versetzung/ ZP in E...

      Ich frage mich aber, wo darf der Unterricht in der Muttersprache stattfinden? In welchem aumfang muss er stattfinden?
      Ich tippe am Handy.

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    • yestoerty schrieb:

      Die Schüler müssen eine Prüfung in der Muttersprache ablegen und dürfen dann keine Note in Englisch erhalten. Mir wurde gesagt, dass sie diese Möglichkeit nicht haben sobald ich eine Note eintrage. Die Begründung war, dass sie bisher keinen (nachweisbaren) Englischunterricht hatten.
      Um die Prüfung musste ich mich nicht kümmern, kann daher nichts dazu sagen.
      Danke.
      Das mit der Note ist nämlich aktueller Anlass meines Beitrages hier . In der Vergangenheit wurden zwei Schülern unserer Schule Englischnoten gegeben, obwohl sie den HU hätten machen können.
      Bei einer nun neuen Schülerin meiner Klasse möchte ich das verhindern.
      Ich tippe am Handy.
    • @yestoerty
      D.h. , das was auf der Seite des Ministeriums beschrieben wird, bezieht sich auf (ältere) Schüler, die bereits Englischunterricht erhalten haben.

      Wenn meine Schülerin nun in ihrer Muttersprache unterrichtet wird, wird diese Note das Fach Englisch ersetzen können? Die Schülerin müsste dann am Nachmittag zu diesem speziellen Unterricht gehen, Leistungsnachweise und die ZP(???) dort absolvieren?
      Ich muss mich wahrscheinlich mal direkt ans Ministerium wenden.
      Ich tippe am Handy.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MilaB ()

    • Tut mir leid, ich unterrichte nur in der Oberstufe, kann wegen der ZP also nicht weiter helfen.

      Und die Schüler die Polnisch, Spanisch etc mit auf dem Abizeugnis haben wollen, wollten es meine ich als 2. Fremdsprache anerkannt haben, hatten also Englisch.
      Da ware meist an irgendeiner Schule nachmittags oder am Samstag Unterricht in der Herkunftssprache mit Prüfung und wir haben das dann nur auf das Zeugnis gedruckt.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Ich würde mich gerne an die Frage dran hängen:
      Kann man mit einer Sprachprüfung in der Herkunftssprache nur Englisch ersetzen oder kann man damit auch im Abitur die zweite Fremdsprache abdecken?

      Ich habe eine Schülerin, die Türkisch statt Französisch als 2. Fremdsprache anerkannt bekommen möchte. Ein Dolmetscher hat ihr schon das Sprachniveau c2 bestätigt.
      Erübrigt sich dann der Unterricht und reicht eine entsprechend sehr umfangreiche Prüfung?

      Bei unserem Schulministerium habe ich nur das hier gefunden:
      --> schulministerium.nrw.de/docs/b…llungspruefung/index.html

      Das Formblatt, das es dafür bei uns geben soll, kennt aber niemand. :stumm:

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    • In Niedersachsen gibt es das auch.
      Bei uns haben einige Schüler der Sprachlernklasse diese Prüfungen absolviert. Die Note ersetzte die Englischnote bzw. Die Note der zweiten Fremdsprache.
      Haben bei uns vor allem Schülerinnen gemacht, die erst mit 13 oder 14 nach Deutschland gekommen sind und im Heimatland kein Englisch gelernt haben.


      Genaueres weiß ich als Nicht-Fremdsprachlehrerin dazu allerdings nicht.
    • Morse schrieb:

      Ich habe hier:
      Wie viele mündliche Prüfungen am Tag sind zumutbar?
      eben zum ersten Mal vom "Herkunftssprachlichen Unterricht" gehört und die Suche hat mich in diesen Thread gebracht.

      NRW scheint das einzige Land zu sein, in dem es sowas gibt.
      Wie lange gibt es das schon?

      Ist das eine Maßnahme um die Abiturientenquote zu erhöhen?
      Ich glaube mich zu erinnern, dass es auch sowas in RLP gab, schwöre es aber nicht. Allerdings erinnere ich mich an Griechischkurse in Mainz zb. Ich glaube, das gibt es also überall, nur halt eher in Ballungszentren mehr.

      Mal heißt es "herkunftssprachlicher Unterricht", mal "Muttersprachlicher Unterricht". Es ist ein Relikt der Ausländerpädagogik, um die Migrantenkinder auf eine Rückkehr ins "Heimatland" vorzubereiten.
      Allerdings erfüllt dieser Unterricht mittlerweile viel mehr als ein möglicher Ersatz für eine Fremdsprache. So weit ich weiß, muss man dafür durchaus viele Bedingungen erfüllen, die die allermeisten Schüler*innen mit Migrationshintergrund nicht erfüllen. Praktisch ist es aber für die Neuankömmlinge. Wir hatten letztes Jahr einen Abiturienten aus Syrien, der innerhalb von 3 Jahren zwar geniale Sprachkenntnisse hatte aber zeitweise wurde auch diese Mögilchkeit geprüft. Allerdings geht es nicht darum, ein bisschen Arabisch zu können, sondern auch tatsächlich (fürs Abitur) vollständige Literaturanalysen zu schreiben.

      Der Herkunftssprachliche Unterricht wird bei uns hauptsächlich im Grundschulalter und ein paar Jahre in der Sek 1. Viele hören in der Pubertät auf. Es ist ein bisschen der Anschluss an die Sprache der Eltern, die eh zu Hause kaum bzw. schlecht gesprochen wird. Für den Besuch bekommt der Schüler einen Vermerk aufs Zeugnis.

      Bei uns an der Schule können die SchülerInnen wirklich ziemlich jede Sprache besuchen, in unseren eigenen Räumlichkeiten werden aber nur Russisch und Türkisch abgehalten. Da kommen Schüler*innen aus allen Grund- und Sek-I-Schulen der Stadt. Spanisch, Portuguiesisch, Polnisch, Bosnisch sind mir noch bei uns in der Stadt bekannt.

      Chili
    • Morse schrieb:

      NRW scheint das einzige Land zu sein, in dem es sowas gibt.
      Wie lange gibt es das schon?

      Ist das eine Maßnahme um die Abiturientenquote zu erhöhen?
      Es gibt Formen solchen Unterrichts auch in anderen Bundesländern.
      Aber NRW ist halt ein besonders "großes" Bundesland:
      Dichtbesiedelstes Bundesland Deutschlands, dichtbesiedelster Fleck Europas, die meisten Großstädte auf engem Raum, der höchste Migrantenanteil in D., wirtschaftlich starkes Bundesland, was nach wie vor attraktiv für Einwanderer ist.
      Zu meiner Situation - hier geht es nicht ums Abitur:
      Ich habe sehr intelligente und fleißige Schüler/-innen in meiner Hauptschulklasse, die häufig nur aufgrund sprachlicher Defizite nicht von Gesamt- oder Realschulen (vom Gymnasium ganz zu schweigen) aufgenommen werden. Anscheinend können nur Hauptschullehrer die deutsche Sprache vermitteln und Unterrichtsinhalte differenziert aufbereiten...
      Die Kinder schaffen es, innerhalb kürzester Zeit, wirklich sehr gute Deutschkenntnisse aufzubauen... wenn dann aber Englisch noch hinzukommt, ist häufig erstmal Schluss mit der notwendigen Kapazität, da die Kinder oft schon Deutsch als 3. Sprache lernen.
      Wenn der HSU dann Englisch ersetzen kann, haben die Schüler fairerweise die Chance einen guten Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss bei uns zu machen.
      Ums Abitur geht es primär erstmal gar nicht.
      Ich tippe am Handy.

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    • Morse schrieb:

      Mir ging es nur um's Abitur.
      Dabei finde ich kurios, dass man
      1. eine "Fremd-" durch die Muttersprache und
      2. eine Weltsprache/Lingua Franca durch irgendeine beliebige "Mini"-Sprache ersetzen kann.
      1. Wie gesagt: bei den Abituranforderungen muss man dann aber ein entsprechend hohes (sprachliches UND landeskundliches usw..) Niveau haben, das haben im Prinzip die wenigsten der Migrantenkinder, die eine "normale" Fremdsprache ersetzen möchten. Denn: wer seine Muttersprache "perfekt" spricht, hat wenig Probleme, Deutsch und dann weitere Sprachen sehr gut zu beherrschen (auf dem jeweiligen Niveau des Spracherwerbs).

      2. Man kann das Abitur ohne Englisch ablegen. Es reicht eine Fremdsprache. Diese könnte Italienisch (bekanntlich keine besonders große Weltsprache), Latein oder Altgriechisch sein...

      @MilaB: ich verstehe zwar den frustrierten Sarkasmus, dass nur HauptschullehrerInnen in der Lage seien, die deutsche Sprache zu fördern, aber ich glaube / behaupte mal, dass andere Faktoren auch eine Rolle spielen: Wenn SchülerInnen schon bzw. noch damit beschäftigt sind, die deutsche Sprache zu erlernen, ist eine höhere Stundentafel mit einer weiteren Fremdsprache bzw. analytischere Textarbeit in allen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern eine zu hohe Hürde. Der Umweg über eine gute Sprachbasis bewirkt Wunder.
    • chilipaprika schrieb:

      @MilaB: ich verstehe zwar den frustrierten Sarkasmus, dass nur HauptschullehrerInnen in der Lage seien, die deutsche Sprache zu fördern, aber ich glaube / behaupte mal, dass andere Faktoren auch eine Rolle spielen: Wenn SchülerInnen schon bzw. noch damit beschäftigt sind, die deutsche Sprache zu erlernen, ist eine höhere Stundentafel mit einer weiteren Fremdsprache bzw. analytischere Textarbeit in allen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern eine zu hohe Hürde. Der Umweg über eine gute Sprachbasis bewirkt Wunder.
      Kann ich leider nur zum Teil unterschreiben.
      Ich verstehe zwar, was du im Grunde meinst, allerdings ist die Hauptschule ja auch keine Sprachförderschule, sondern vermittelt Fachinhalte, wenn auch andere und auf einem anderen Niveau.
      Wegen der großen Zahl an einerseits Inklusionsschülern und andererseits gerade erst migrierten Schülern, müssen ich und unsere Kollegen unsere Inhalte nach hinten schieben. Starke Schüler kommen kaum angemessen zum Zuge. Aber hier wird bildungspolitisch das kleinere Übel (im Vergleich zum Unterricht an anderen Schulformen) in Kauf genommen, begleitet von der Tatsache, dass es keine Lobby gibt, die sich beschwert... weder von Seiten der Kernhauptschüler, noch von Seiten der migrierten Schüler.
      Ich tippe am Handy.

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    • Morse schrieb:

      Mir ging es nur um's Abitur.
      Dabei finde ich kurios, dass man
      1. eine "Fremd-" durch die Muttersprache und
      2. eine Weltsprache/Lingua Franca durch irgendeine beliebige "Mini"-Sprache ersetzen kann.
      In dem Fall würde ja Deutsch schon als erste Fremdsprache gelten und der HSU dann als Muttersprache.
      Ich stelle es mir vom Gedanken her so vor: wir "Deutschen" belegen Englisch als Fremdsprache, Migranten belegen dann Deutsch als Fremdsprache, Englisch wäre die zweite Fremdsprache und nicht mehr in der Gewichtung erforderlich fürs Abitur (oder anderer Abschlüsse).
      Ich tippe am Handy.