Tarifeinigung öffentlicher Dienst

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    • Tarifeinigung öffentlicher Dienst

      Man ist sich scheinbar einig geworden.

      tagesschau.de/eilmeldung/tarif…entlicher-dienst-105.html
      2019: 3,2 % mehr (rückwirkend)
      2020: 3,2 % mehr
      2021: 3,2 % mehr

      Es soll auf die Beamten übertragen werden.
      (Wie immer. Schade für die Angestellten, gut (und auch nachvollziehbar) für die Beamten. Die Angestelltengehälter sollten einfach mal (unabhängig von einer Lohnerhöhung) angeglichen werden.)

      kl. gr. frosch
      Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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      Merke: wer auf dem Rad friert, fährt zu langsam. (By O.Meier ;) )
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    • 2019: 3,2%
      2020: 3,2%
      2021: 1,4%

      bei 33 Monaten Laufzeit.

      Ergibt 2,8% pro Jahr. Gefordert waren 6% pro Jahr, also weniger als die Hälfte.

      Außerdem ist die lange Laufzeit bei anziehender Inflation (2018: 1,8%, Tendenz steigend) ein Witz.

      Die 20% Einkommensrückstand im öffentlichen Dienst, die innerhalb der letzten 20 Jahre gegenüber der "freien" Wirtschaft aufgelaufen sind, werden dadurch überhaupt nicht in Angriff genommen. Also bleibt der öffentliche Dienst auf dem Arbeitsmarkt das "Restesammelbecken". Qualifizierte Fachkräfte bekommt man dadurch nicht (siehe z.B. Thread über professionellen IT-Support an Schulen).

      Da hat sich Verdi wieder einmal über den Tisch ziehen lassen.

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mikael ()

    • kleiner gruener frosch schrieb:

      Es soll auf die Beamten übertragen werden.
      (Wie immer. Schade für die Angestellten, gut (und auch nachvollziehbar) für die Beamten. Die Angestelltengehälter sollten einfach mal (unabhängig von einer Lohnerhöhung) angeglichen werden.)
      Daher gibt es ja eine Ausgleichzulage von 105 Euro je Monat (bei 100%), bisher waren es 30 Euro je Monat. Also ein bisschen Ausgleich gibt es schon. Ab wann die Ausgleichzulage allerdings erhöht werden soll, steht nicht dabei und warum die Zahlen, die die GEW-Berlin nennt andere sind, also die die ihr hier nennt und bei der Bundes-GEW stehen, ist mir bisher unklar.
    • kleiner gruener frosch schrieb:

      Die Angestelltengehälter sollten einfach mal (unabhängig von einer Lohnerhöhung) angeglichen werden.
      Die Frage ist aber dann an welches Niveau du angleichen willst. Bevor wir Beamte nicht das Hamburger Modell bekommen was die Krankenkassenbeiträge angeht, wird es da schwer eine Linie zu finden, an der man sich orientieren kann. Jenachdem ob der Beamte in der PKV oder GKV ist, macht das ja schonmal 500,- € Unterschied im Nettogehalt monatlich.

      Hamburger Modell: Jeder Beamte kann sich aussuchen, ob er 50% privat versichert und 50% von der Beihilfe bekommt oder er gesetzlich versichert ist und damit auf die Beihilfe verzichtet wofür der Arbeitgeber im Gegenzug den Arbeitgeberanteil der Krankenkasse übernimmt.

      Aber bei der Lobbyarbeit der Wirtschaft in der Politik wird das wahrscheinlich nie kommen, weil dann viele private Krankenkassen Insolvenz anmelden könnten. :(
    • @Susannea: Die Ausgleichszulage ist die Kompensation für die weiterhin fehlende Paralleltabelle, die bekommen faktisch nur E 11er (ab A13/TV-l 13 gibt es ja Paralleltabelle)

      Der Hammer ist, dass es keine stufengleiche Höhergruppierung geben wird.

      Also: von dem (in vielen Ländern bevorstehenden) 'A 13 für alle' würden fast nur die Beamten profitieren - die Tarifbeschäftigten müssen weiterhin bei Höhergruppierungen Erfahrungsstufenverluste hinnehmen, dadurch wird die Besserstellung für Grundschul- und Sek I Lehrer für sie quasi finanziell uninteressant (ja, sie kann sogar nachteilig sein).

      Die längst überfällige Erhöhung des Garantiebetrages bei Beförderungen (die gibt es deshalb, weil sonst Angestellte bei Höhergruppierungen oftmals weniger Geld als vorher verdienen würden) auf 180€ brutto kann dies in keinster Weise kompensieren.

      Tja, bei einer Laufzeit von 33 Monaten (!!) ein ziemliches Disaster für die angestellten Kollegen (bei denen anscheinend auch noch die Sonderzahlung eingefroren wurde - im Tarifbereich ist die nicht in das Grundgehalt eingepreist worden.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von wossen ()

    • Zuerst die positiven Nachrichten:
      1. Bis zum Renteneintritt muss ich nicht wieder streiken. :sauer:
      2. Die Lehrerverbände in Sachsen verlieren noch mehr Mitglieder. ^^ Wie wollen die dann die Gehälter "unserer" Funktionäre bezahlen?
      3. Ich wurde bestätigt. Der öffentliche Dienst ist der letzte Dreck.
      4. Nach dem Abzug der allgemeinen Preisänderungen (Energie, Abfallentsorgung, Nahverkehr, bald Grundsteuer, bald Negativzinsen, Dienstleistungen, allgemeine Inflation) kann ich von dem übrigbleibenden Nettorest einmal mit meiner Frau schön essen gehen. Einfaches Lokal, versteht sich.

      Nun die negative Nachricht:

      Knapp 170000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst hat Sachsen. Das sind rund 10 % der im Durchschnitt wählenden Personen. Rechnet man nun noch die verärgerten Familienangehörigen hinzu war das der Gnadenstoß für die sogenannten "Volksparteien".
      Mit einem vernünftigen Tarifabschluss wäre die allgemeine Verärgerung wohl etwas gedämpft worden.
      Es sollte/durfte nicht sein.
      Nun steht die Katastrophe am 1.September bevor. Ich lehne mich jetzt weit 'raus, aber die AfD wird in Sachsen stärkste Partei. Und in Thüringen und Brandenburg brodelt es auch schon.

      Trotzdem allen einen schönen Restsonntag.
      LG Steffen
    • Nuja, die neu verbeamteten Lehrer in Sachsen (alle bis 42) werden dafür sicherlich eifrigst dankbar die Landesregierungsparteien wählen...

      Die 'Katastrophe' aus Sicht der tarifbeschäftigten Lehrer dort, steht übrigens nicht am 1, September bevor - sie ist da, alleinverantwortlich verursacht von den etablierten Partien (und die angebliche Katastrophe am 1.09. wird die Lebensverhältnisse der tarifbeschäftigten Lehrkräfte kaum ändern, ist ja egal, ob die AFD nun 25 oder 35% macht, müssen dann halt nur ein paar Landtagsabeordnete der etablierten Parteien andersweitig versorgt werden ohne Mandat - die gestrige Nacht greift aber sehr wohl in ihr Leben ein)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wossen ()

    • Was hat die AfD mit der Verbeamtung in Sachsen zu tun? So ein Käse, dass es hier einen Haufen Rechte gibt ist schon sehr lange kein Geheimnis.


      Um AfD zu wählen gibt es keine Entschuldigung.
    • Nuja, selbstverständlich werden die AFD schon einige tarifbeschäftigte Lehrer als Protestform wählen....

      Womit kann man denn sonst Beamtenbund, GEW, Verdi und die Regierungsparteien als Tarifpartner ärgern? Und mehr als ärgern ist ja nicht möglich, da es keinerlei Vereinigung gibt (okay, Schall NRW, aber die sind ja nur in NRW und nicht tariffähig), welche ihre Interessen vertritt oder zumindest aufgeschlossen ist.

      Soll z.B. der tarifbeschäftigte stellvertretende Schulleiter in Sachsen die Leute auch noch wiederwählen, die ihn jetzt dadurch erniedrigt haben, dass er ein geringeres Nettogehalt haben kann als der frisch aus dem Referendariat gekommene verbeamtete Berufsanfänger an seiner Schule?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wossen ()

    • CDL schrieb:

      Krabappel schrieb:

      @Morse, was können Beamte in dieser Hinsicht tun?
      Dienst nach Vorschrift? Trifft blöderweise vor allem und zuerst Schüler, deshalb für viele Lehrer keine Option...
      Dienst nach Vorschrift bzw. der "Bummelstreik" ist rechtlich umstritten, soweit ich das als Laie beurteilen kann.
      Mit Deinem zweiten Satz hast Du leider Recht.

      Auf einer Sitzung des Verbands habe ich mal bzgl. der Forderung nach mehr Poolstunden dafür plädiert, kostenlose Mehrarbeit (also die ohne Ausgleich durch Poolstunden) kollektiv niederzulegen.
      Antwort eines Funktionärs (!): Dies würde die Schüler treffen und sei deshalb nicht möglich.
      Mein Argument, dass genau dieses Treffen der Schüler der Hebel ist, über den mehr Poolstunden erkämpft werden sollen, blieb dann im Raum stehen, mit teilweiser Zustimmung, teilweiser Ablehnung.
      Mich hat das - bei einer Sitzung des Verbands/Gewerkschaft wohlgemerkt - sehr enttäuscht.

      Die Ansicht, dass eine Arbeitskampfmaßnahme niemand betreffen soll, ist leider ziemlich verbreitet.
    • Morse schrieb:

      Die Ansicht, dass eine Arbeitskampfmaßnahme niemand betreffen soll, ist leider ziemlich verbreitet.
      Da muß ich dir beipflichten. Eine Arbeitskampfmaßnehme bringt nur etwas wenn der Schaden (auch bei Unbeteiligten) möglichst groß ist. Ansonsten kostet sie der Gewerkschaft nur Geld und bringt gar nichts. Leider versteht das niemand. Da nölen dann die Passagiere immer rum, warum die Fluggesellschaften und die Bahn gerade jetzt streiken muß, wo sie in den Urlaub wollen usw. usw. ...
      Bei der Bahn und in der Luftfahrt würde ich deswegen als Gewerkschaftschef ganz klar den Streik 2 Tage vor Weihnachten starten oder passend zu den Osterferien.

      Ketzerisch habe ich diesbezüglich auch schon einmal formuliert: Man müßte gezielt die Abschlußprüfungen bestreiken, auf das in einem Jahrgang nicht ein Schüler die Schulen mit einem Abschluß verläßt. ;)
    • Pattyplus:

      ich glaube nicht, dass der Schüler, der dann die Schule ohne Abschluss verlässt, irgendeinen Einfluss auf das Ziel der Arbeitskampfmaßnahme haben wird. Bei den Verhandlungen ist er gar nicht involviert. Das macht also nicht so viel Sinn.

      kl. gr. frosch
      Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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      Merke: wer auf dem Rad friert, fährt zu langsam. (By O.Meier ;) )
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      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
    • kleiner gruener frosch schrieb:

      Pattyplus:

      ich glaube nicht, dass der Schüler, der dann die Schule ohne Abschluss verlässt, irgendeinen Einfluss auf das Ziel der Arbeitskampfmaßnahme haben wird. Bei den Verhandlungen ist er gar nicht involviert. Das macht also nicht so viel Sinn.
      Ich bin nicht Pattyplus, aber:

      1. Würden bei so einer Maßnahme sicher kein Schüler "dann die Schule ohne Abschluss" verlassen. Die KMs würden das Nachholen dessen organisieren, mit ziemlich hohem Aufwand, was den Betrieb stören würde. Dies ist der Hebel des Streiks.

      2. Ja, die Schüler sind nicht involviert, genau so wenig wie Fahrgäste bei der DB oder Eltern von Kitas. Aber die KMs (!) haben ein Interesse daran, dass die Abschlüsse erteilt werden, genau so wie der Staat/Unternehmen, dass Arbeiter an den Arbeitsplatz kommen und ihre Kinder vorher in Betreuung geben können.

      Das macht also Sinn!

      Gezielt Abschlußprüfungen zu bestreiken ist sogar besonders wirkungs- und damit sinnvoll, allerdings wäre diese Terminierung ein besonders scharfes Mittel, das nicht gleich als allererste Maßnahme genutzt werden sollte - wohl aber als mögliche Eskalation angedroht.