Arbeit im Multiprofessionellem Team

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Arbeit im Multiprofessionellem Team

    Guten Abend zusammen,

    ich arbeite seit 5 Jahren in der offenen Kinder- und Jugendarbeit als Sozialpädagoge. Nun werden vermehrt Stellen für die Arbeit in multiprofessionellen Teams an weiterführenden Schulen ausgeschrieben. Leider konnte mir bisher keine Schule eine zufriedenstellende Antwort auf meine Frage geben, wie ich mir die Arbeit vorzustellen habe. Auch die Stellenbeschreibungen finde ich sehr allgemein und wenig konkret.
    Hat hier vielleicht wer Erfahrung damit und kann mir einen Einblick in die alltägliche Arbeit in einer solchen Anstellung geben? Wo würde ich mich, neben Klassenlehrer, Fachlehrer, Schulsozialarbeiter und Sonderpädagogen wiederfinden. Können klare Zuständigkeiten und Aufgabenfelder benannt werden?

    Eure Erfahrungen und mögliche Erklärungen würden mir bei der Entscheidung, mein Arbeitsfeld zu verändern, sehr weiterhelfen.
    Vielen Dank schon mal!
  • Off-topic:

    Bambule schrieb:


    Nun werden vermehrt Stellen für die Arbeit in multiprofessionellen Teams an weiterführenden Schulen ausgeschrieben. Leider konnte mir bisher keine Schule eine zufriedenstellende Antwort auf meine Frage geben, wie ich mir die Arbeit vorzustellen habe. Auch die Stellenbeschreibungen finde ich sehr allgemein und wenig konkret.
    [...]

    Können klare Zuständigkeiten und Aufgabenfelder benannt werden?

    Bitte entschuldige diesen kaum hilfreichen Kommentar, aber ich musste richtig lachen, als ich das eben las!

    Die zitierte Frage hast Du ja schon selbst beantwortet (bekommen)...
  • Ich bin mir gerade unsicher, ob ich eure 'Beiträge richtig interpretiere. Ich kenne die Arbeit an einer Schule nicht und wollte auch keine Thema zur aktuellen Schulpolitik eröffnen. Das dies vom Thema nicht zu trennen ist, ist mir jedoch klar.
    Es würde mir weiterhelfen, wenn jemand von euch davon berichten könnte, wie dieses Thema an euren Schulen angegangen wird. Es geht dabei um eine grobe Vorstellung von dem, was einen Sozialpädagogen in der Arbeit im MPT erwartet. Ob dies nun sinnvoll ist, oder gar lachhaft, ist mir in dem Moment recht egal.
    Das bei diesem Thema Planlosigkeit vorherrscht, habe ich bereits erkannt und genau aus diesem Grund suche ich auf diesem Weg nach Antworten. Wenn sich für meine Berufsgruppe neue Arbeitsfelder auftun, möchte ich diese kennen und verstehen, um sie für mich in Erwägung zu ziehen.
  • roteAmeise schrieb:

    Es ist schon fast erschreckend, wie genau Bambules Beitrag eines der Probleme aktueller Schulpolitik auf den Punkt bringt.
    Ich hatte letzte Woche ein Gespräch mit meinem Chef und er schweifte auch auf dieses politische Terrain ab. Er hat regelmäßig mit dem Ministerium zu tun und es passt so schön zu dem, was du schreibst. Dort werden richtungsweisende Entscheidungen getroffen, dass irgendetwas passieren zu hat umd umgesetzt werden muss, aber nur sehr selten wie und ob das in der Realität machbar ist.
    Die Stelle klingt für mich eindeutig nach: im Zuge der Inklusion haben wir diese Stelle bekommen, aber was die konkret machen soll/muss, wissen wir selbst noch nicht. Es wird sich herausstellen und die betreffende Person soll es hauptsächlich für sich selbst herausfinden.
  • Ein paar Beispiele aus den mir bekannten Schulen:
    • Beratung/Unterstützung von Schülern im sozialen Bereich
    • Streitschlichtung
    • Beratung von Lehrkräften bzgl. sozialer Schülerprobleme
    • Sozialtrainingsstunden in Klassen
    • Kommunikation mit Jugendamt/Schulpsychologe, etc.
    • Leitung von Inklusionshelfern
    • Leitung von externen Ganztagsteamern
    • AG im Ganztagsbereich
    • OGS-Leitung
    • Elternhilfe bei Anträgen, z.B. BUT
    • einwerben von Projektmitteln im sozialen Bereich


    Letztendlich scheint das sehr individuell zu sein. Die mir bekannten Stellen haben die ganze Bandbreite von nur "Antragsausfüllhilfe" (ehrlicherweise bei einer Teilzeitstelle) bis hin zu fast allen genannten Punkten.
    Es kommt also darauf an, was die Schule und der Stelleninhaber aus dem Ganzen machen.
  • Bambule schrieb:

    Ich bin mir gerade unsicher, ob ich eure 'Beiträge richtig interpretiere. Ich kenne die Arbeit an einer Schule nicht und wollte auch keine Thema zur aktuellen Schulpolitik eröffnen. Das dies vom Thema nicht zu trennen ist, ist mir jedoch klar.
    Es würde mir weiterhelfen, wenn jemand von euch davon berichten könnte, wie dieses Thema an euren Schulen angegangen wird. Es geht dabei um eine grobe Vorstellung von dem, was einen Sozialpädagogen in der Arbeit im MPT erwartet. Ob dies nun sinnvoll ist, oder gar lachhaft, ist mir in dem Moment recht egal.
    Das bei diesem Thema Planlosigkeit vorherrscht, habe ich bereits erkannt und genau aus diesem Grund suche ich auf diesem Weg nach Antworten. Wenn sich für meine Berufsgruppe neue Arbeitsfelder auftun, möchte ich diese kennen und verstehen, um sie für mich in Erwägung zu ziehen.
    In Hessen gibt es ja diese neuen UBUS-Stellen. Ich hatte auch schon mit einer von denen indirekt zu tun. Sie wollte bei einem Beratungsgespräch mit dabei sein, um mal einen Eindruck von einem möglichen Arbeitsfeld zu bekommen und überhaupt einen Überblick, was so alles an ihrer Schule los ist. Sie muss selbst schauen, wo sie sich einbringen kann und dies mit der Schulleitung (und dem Kollegium) abstimmen. Das wird je nach Schulart komplett anders aussehen. Meine beiden Leitungen in der Beratung wussten jedenfalls nix dazu.
    Heute habe ich an einer Beratungsschule mitbekommen, wie alle Schulleitungsmitglieder der Schule irgendetwas zu einer UBUS-Stelle unterschreiben mussten. Die Schule hat bereits eine Sozialpädagogin und mir ist gar nicht so klar, wie sich die beiden Stellen in ihren Bereichen voneinander abgrenzen ...
  • Bambule schrieb:

    ....muss ja nicht negativ sein und kann auch bedeuten, dass die betreffende Person sich mit seinen Vorstellungen verwirklichen kann...
    Ne, das muss es nicht, das ist wahr. Es birgt aber trotzdem eine riesige Gefahr, die mit der Größe des Systems immer enormer wird. Man braucht schon eine Beschreibung der Kompetenzen und Aufgaben, sonst kommt man sich schnell in die Quere oder Dinge bleiben liegen. Das Liedchen kann ich dir aus der Beratung singen, wo es derzeit keinen "Leistungskatalog" gibt. Da gibt es recht schnell Ausschläge in beide Richtungen.
  • Danke für eure Antworten. Auch wenn sie meine Frage nicht beantworten, tun sie es auf eine gewisse Art und Weise dann doch.
    Für mich klingt es nun nach: ```Keine Ahnung, ``zusätzliche Stunden?Immer her damit!``, Schulsozialarbeit mit neuem Namen, Netzwerken im inneren Kreis,...``

    Nun stehe ich vor dem Problem, dass ich erfahren habe, dass planlose Stellen enormes Potential bieten, sich selber in der Arbeit zu verwirklichen, ohne an vorangegangenem gemessen zu werden. Die beschriebenen Problem, die dabei jedoch auftreten können, kenne ich allerdings auch zu gut... :zahnluecke:
  • An meiner letzten Schule (meine neue hat keinen Sozialarbeiter), ich ergänze Kodis Vorlage:
    • Beratung/Unterstützung von Schülern im sozialen Bereich
    • Streitschlichtung (Schüler, Eltern, Lehrer)
    • Ausbildung der Streitschlichter
    • Beratung von Lehrkräften bzgl. sozialer Schülerprobleme
    • Sozialtrainingsstunden in Klassen
    • Beratung von Lehrkräften bzgl. Sozialtrainingsstunden
    • Beteiligung an Projekten in Klassen
    • Klassenfahrtsbegleitung bei schwierigen Klassen
    • Kommunikation mit Jugendamt/Schulpsychologe, etc.
    • Unterstützung bei der Beantragung von Inklusionshelfern
    • Koordination und Aufteilung der zugeteilten Inklusionshelferstunden
    • Kommunikation mit Inklusionshelfern
    • AG im Ganztagsbereich
    • Elternhilfe bei Anträgen, z.B. BUT
    • Organisieren von Dolmetschern
    • Anwesenheit bei einzelnen (herausfordernden) Elterngesprächen / Unterstützung
    • Kommunikation mit Asylbewerberwohnheimen
    • einwerben von Projektmitteln im sozialen Bereich
    • Organisation und Durchführen von Kaffee- und Kuchenbasar bei allen Festen
    • Auftritte mit der AG bei allen Festen bzw. Schulhausgestaltung mit AG-Produkten
    • Leitung des Teams aus Schulleitung, Schulsozialarbeit, Sonderpädagogik, Schulpsychologie, Jugendamt (Vorstellen der wichtigsten Problemschüler reihum)
    • Vernetzungsrunden im Bezirk
    • Vernetzungsrunden mit KiTas
    • Telefondienst
    • Klingel- und Türöffnungsdienst
    • Mitglied im Krisenteam
    • Partnerverträge mit externen Partnern und Kommunikation mit diesen
    • wöchentliche Gesprächsrunden mit Sonderpädagogen
    • wöchentliche Gesprächsrunden mit Schulleitung
    • Schreiben von Berichten über die eigene Arbeit an den Arbeitgeber (freier Träger)
    • Schreiben von "Das-will-ich-besser-machen"-Schriftstücen an den Arbeitgeber (bestimmt gibt es im Managerdeutsch dafür ein wohlklingendes Wort)
    Wohlgemerkt, eine Schule, etwas mehr als 1,5 Stellen. Die Inhaberin der vollen Stelle hat sich den Allerwertesten aufgerissen, weil sie eben auch eigene Ideen umsetzen wollte.
    Aber wie gesagt: Das kann an der nächsten Schule anders aussehen. Es gibt meist keine (klare) Beschreibung.
    Free Klorollen! Keine Klorollen-Basteleien mehr in Grundschulen!

    Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
  • Ich ergänze noch die Unterstützung im Unterricht, entweder als Doppelbesetzung oder Kleingruppenförderung in einem anderen Raum.
    Unterstützung im Unterricht nimmt bei den mir bekannten Stellen in unterschiedlicher Form rund 75 Prozent der Arbeitszeit ein. Schulsozialarber gibt es ja bereits und da kommen sich die Aufgaben tlw. etwas in die Quere.
    Der Einsatz richtet sich u.a. nach dem Bedarf, den die Schule hat, in Absprache mit dem, was die Person einbringen kann.

    Dazu zählen in Bezug auf den Einsatz im Unterricht:
    - Doppelbesetzung z.B. in schwierigen Klassen
    - Kleingruppenförderung in diversen Fächern
    - Leseförderung
    - Durchführung von kleinen "Projekten" / Kursangeboten (keine Planung von benotetem Unterricht) zum Beispiel im berufsorientierenden Bereich
    - Betreuuung von Schülern ohne Sportsachen
    - Trainingsraumbesetzung
    - Begleitung von Exkursionen
    - Aufsicht während des Nachschreibens einzelner Schüler von Klassenarbeiten
    Ich tippe am Handy.
  • Nein Bambule, die KollegInnen wollen Dich nicht ärgern, sondern es ist tatsächlich so wie sie es beschreiben. Die Stellen wirken so wie, wir schaffen jetzt Mal ein paar Stellen und überlegen uns hinterher was man damit anfangen kann. Es gibt so gut wie keine Vorgaben (NRW) hinsichtlich des Aufgabenprofils. Insoweit werden hier Sozialpädagoge. Genauso eingestellt wie Physiotherapeuten, Dachdecker oder Schreinermeister. Du tust also gut dran, bei der zukünftigen Schulleitung genau nachzufragen, wie man sich an der betreffenden Schule den Einsatz vorstellt. Insoweit kannst Du Dich mit eigenen Vorschlâgen einbringen. Vielleicht ist das für die Schulleitung ja interessant. Klingt unausgegoren? Vielleicht können die Idee ja aus der Schulpolitik stammen
    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc: