Habt ihr den Seiteneinstieg bereut?

  • Hallo zusammen,
    ich studiere im ersten Semester Lehramt auf Gymnasium (Englisch, Französisch). Französisch macht mir momentan nicht so Spaß aber ich bin eigentlich ganz gut darin. Meine Mutter ist Lehrerin (auch Englisch, Französisch) und ist ganz begeistert, ich höre seit Jahren, dass Lehrer der beste Job der Welt sei. Ich hatte nicht so recht eine Idee was ich nach dem Studium machen soll, habe Praktika an ihrer Schule gemacht, gebe seit Jahren Nachhilfe, mache jetzt ein Praktikum an der Grundschule (was mir Spaß macht aber ich mir nicht vorstellen kann, es für "immer" auszuüben) und so habe ich mich entschieden auch Lehramt zu studieren. Aber ich glaube ich möchte es abbrechen und z.B. sowas wie Kommunikationswissenschaften studieren. Ich weiß im Grunde nicht so recht was ich will, ist auch normal mit 19 finde ich, viele wissen es auch nicht. Meine Eltern machen mir Druck, dass ich jetzt Praktika machen soll, das habe ich auch vor.
    Sie "erlauben" und finanzieren mir auch natürlich das zu studieren was ich studieren will, aber meine Mutter verunsichert mich schon ständig mit Argumenten wie: "
    - wenn, dann mach BWL, als Geisteswissenschaftler wirst du später im Job ausgenutzt, musst viele unbezahlte Überstunden machen (z.B. Medienbranche)
    - verdienst viel weniger als ein Lehrer
    - kannst viel weniger Urlaub nehmen (eine Freundin von ihr in der PR Branche kann höchstens 2 Wochen am Stück Urlaub nehmen)
    - hast auch viele Sachen die dir keinen Spaß machen (ich habe z.B. mit einer Freundin vom einer Mutter gesprochen, die meinte, sie würde nicht nochmal Lehramt studieren - hat aber sonst auch nie in der freien Wirtschaft gearbeitet - da sie Korrekturen und Konferenzen hasst. Ich will eigentlich auch um 17 Uhr Feierabend machen und nach Hause gehen. Meine Mutter hat 100 Argumente, warum Lehrer insgesamt allerdings auch nicht mehr arbeiten würden als normale Arbeitnehmer)
    - die Jobs liegen nicht auf der Strasse, viele Geisteswissenschaftler müssen in Jobs arbeiten für die sie überqualifiziret sind, viele Geisteswissenschafter sind mit ihren Jobs dann doch unzufrieden und sagen , hätten sie doch Lehramt gemacht
    - keine Jobsicherheit, wenige Festverträge (man bekommt bei den Banken schwerer einen Kredit usw)
    - Familie und Beruf lassen sich besser vereinbaren (schon aufgrund der Ferienzeiten)


    Sie sagt, irgendwann bin ich ja keine 19 mehr, habe eine Familie und dann werden "andere Sachen" wichtig. Ich komme mit Schülern gut aus, in der Uni werde ich immer gelobt, dass ich gut präsentieren/erklären kann. Also ich glaube ich könnte schon Lehrerin werden, aber ich "brenne" halt nicht so dafür... Ihr habt euch ja mit 19 auch gegen ein Lehramtsstudium entschieden und daher wollte ich fragen warum ihr überhaupt doch Lehrer geworden seid.
    Ist es für Geisteswissenschaftler in der "Wirtschaft" wirklich so viel schwieriger ähnlich gute Arbeitsbedingungen zu haben wie als Gymnasiallehrer?? Meine Mutter hätte auch "nicht dagegen" würde ich jetzt MINT-Fächer, Jura, Medizin, BWL usw studieren (was "Stabiles" eben).


    Die meisten Seiteneinsteiger hier haben ja sogar eher "ordentliche" oder MINT Berufe ausgeübt und sich trotzdem später für Lehramt entschieden. Daher würde es mich wirklich sehr interessieren warum und ob ihr euch wünschen würdet doch wieder zurückzugehen in den alten Beruf... Ich bin nur von Lehrern oder Informatikern (mein Vater) umgeben, ich kenne wenige, die andere Berufe ausüben und sowieso habe ich wenige gefunden, die für ihren Beruf "brennen" (außer eben meine Eltern, aber deren Berufe begeistern mich nicht sooo, Informatik schon gar nicht. UND meine Eltern meinen, da sowieso wenige für ihren Beruf richtig "brennen" und ich auch nur weiß was ich NICHT machen möchte und nicht was ich machen möchte - ok, ein Brautmodengeschäft managen, das wäre toll - soll ich eben pragmatischer denken).


    Daher wäre ich sehr dankbar, wenn mir möglichst viele Leute ihren Werdegang kurz schildern würden oder mich auch etwas beraten könnten. Vielen DANK!!
    Asillisa

  • ok, ein Brautmodengeschäft managen, das wäre toll -

    Na, da hast du's doch :)


    Ich finde, Eltern sollten sich mit guten Ratschlägen ab einem gewissen Alter zurückhalten. Ich las kürzlich auf FB von einer Frau in deinem Alter, die wurde von ihren Eltern zum Medizinstudium gedrängt. Würde sie (wie ihr Plan war) ein Jahr auf Reisen gehen, entzöge man ihr auf ewig alle Familienkontakte. Soll ich erwähnen, dass die Eltern türkischer Abstammung waren? Eigentlich egal, wenn ich lese, wie Eltern aufgeklärter Nationen ihre erwachsenen Kinder unter Druck setzen.

  • Oh je, diese Situation und die vielen Gedanken erinnern mich an mich in dem Alter... Unabhängig davon, dass viele Einzelaspekte, die Du (bzw. Deine Mutter) nennst, richtig sind: Du bist auf dem besten Weg, Dir alles zu "zerdenken" und in Plänen B, C, und D zu planen. Das sind die besten Voraussetzungen, um sich völlig verrückt zu machen und wirklich nicht mehr zu wissen, was man eigentlich will! Ich weiß da wirklich, wovon ich rede; meine Eltern (beide Lehrer!) haben mit mir ebenfalls fürchterlich viel abgewogen und taktiert, mich also intensiv "beraten". Das Ergebnis war, dass ich angefangen habe Lehramt zu studieren, abgebrochen habe und dann erstmal richtig Trompete studiert habe. Der Wechsel von Lehramt an einer Uni zum Studiengang "Instrumentalpädagogik" an einer Musikhochschule war wie eine Befreiung; damals war ich mir sicher, kein Lehrer an einer allgemeinbildenden Schule werden zu wollen.


    Dass ich dann den Seiteneinstieg gemacht habe, liegt daran, dass ich für einige Jahre über die typischen Musikschul-Jobs (schlecht bezahlt und unsicher) ohnehin viel in Gesamtschulen und Gymnasien war, um Bläserklassen zu unterrichten, teils in Großgruppen. Das lief alles ziemlich gut, mein musikwissenschaftliches Interesse war im Studium auch stark ausgeprägt, so dass ich mir gesagt habe: "Du bist inzwischen eh fast nur in "richtigen" Schulen, die Perspektiven im Musikschulbereich sind miserabel; warum nicht direkt an eine Gesamtschule/Gymnasium gehen?" Ich habe also Unterrichten gegen Unterrichten eingetauscht. Mit allen großen Unterschieden, die natürlich dazu gehören!


    Jetzt kann ich weiterhin mit der Trompete auftreten, wenn mir danach ist, die Existenz hängt aber nicht mehr davon ab. (Fast überflüssig zu erwähnen ist, dass ich mit dem Seiteneinstieg "trompeterisch" besser geworden bin; der Druck war eben genommen. Sehr interessant, was der Kopf so alles blockieren kann.)


    Soweit meine Story in Kurzform, vielleicht hilft es Dir ja. Einen Rat erlaube ich mir noch: Lies Deinen eigenen Ausgangspost nochmal und sortier mal auseinander, was Deine Ansichten und was die Deiner Mutter sind. Ihre Begeisterung für ihren Beruf in allen Ehren; aber so etwas kann man anderen nicht überstülpen. Du hast ja selber schon Leute gehört, die den Beruf auf keinen Fall wieder ergreifen würden. Das allerwichtigste für Dich ist herauszufinden, was Du wirklich willst. Und das ist - siehe oben - nach soviel bereits erfolgter Denkerei ganz schön schwierig!


    Viel Erfolg und alles Gute!
    Brasstalavista

  • Lass Dir nicht so sehr reinreden. Finde Deinen eigenen Weg. Wenn Du nicht ins Lehramt willst, solltest Du das auch nicht anstreben. Einen Beruf wegen Sicherheiten etc zu wählen, ist nicht besonders klug. Insbesondere das Lehramt kann einen dann kaputt machen, weil es eben kein Bürojob 9-5 ist. Lehramt hat viele Vorteile, aber die bekommt man auch, wenn man zB mit einem anderen Beruf im ÖD arbeitet. Auch das ist möglich.


    Grundsätzlich stütze ich viele der Argumente, die Deine Eltern liefern. Trotzdem sind das Gründe, die eher praktischer Natur sind. Wenn Du jetzt schon haderst mit Deiner Wahl, ist das eigentlich ein sicheres Zeichen dafür, dass Du das nicht willst! Und damit an der Schule sicher nicht glücklich wirst. Den vielen Vorteilen, die Du oben nennst, stehen auch viele Nachteile gegenüber.


    - Kein Feierabendgefühl, durch teilweise arbeiten zuhause
    - keine echte Arbeitsplatzwahl als Beamte (Forste Dich mal durch die vielen Versetzung-Threads hier. Eine Kollegin arbeitet seit nun 4 Jahren bei uns, obwohl ihr Lebensmittelpunkt 150km weiter weg liegt. Durch unterschiedliche Regierungsbezirke ist die Versetzung nochmal schwerer. Anders ist es evtl. mit echten Mangelfächern, aber mal eben zu einer anderen Schule geht meist nicht.)
    - Immer in den Ferien in den Urlaub fahren (teuer, seeehr voll, Überbucht....)
    - BWL hat auch ein bißchen den Ruf, dass das Leute machen, die sonst nicht wussten, was sie machen sollen
    - Verdienst ist nicht zwingend weniger als bei Lehrern. Die freie Wirtschaft hat den Vorteil, dass man ums Gehalt und Boni verhandeln kann. Ist man bei einem DAX-Unternehmen angestellt, kann man sehr viel mehr verdienen.
    - Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Nicht zwingend. Lies Dich mal hier durch, wie schwer es Teilzeitkräfte haben mit Stundenplänen etc. Insbesondere an Schulen mit Ganztag ist die Vereinbarkeit nicht unbedingt gegeben. Ich habe Freunde (Förderschule), die jede Woche Teamsitzungen bis 18 Uhr haben. Der Kindergarten hat idR dann zu. Die Tagesmütter betreuen dann auch nicht mehr.
    - .... (sicher fallen anderen Usern noch weitere "Nachteile" ein. Ich will Dich nicht davon abbringen - bin ja selber sehr glücklich - aber Dir zu verschweigen, dass es auch Nachteile gibt, finde ich fahrlässig. Du musst nun entscheiden, welche Vor- und welche Nachteile für Dich ausschlaggebend sind.)


    Zu Deiner Frage: Ich habe den Seiteneinstieg nie bereut. Ich könnte auch wieder zurück. Mit Maschinenbau findet man eigentlich immer was. Bin da immer durch Fortbildungen auch stark auf dem Laufenden geblieben. Aber ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung. Du solltest nur nicht unbedingt auf den Seiteneinstieg bauen, denn da muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Es gehört eine Menge Glück dazu, dann eine Stelle zu bekommen.

  • ... eine Sache habe ich vergessen: Das mit dem "Brennen" vergiss mal ganz schnell wieder. Dieses ewige "man muss für seinen Beruf brennen" ist der allerbeste Weg in die Selbstausbeutung und in den Burnout! Ein Beruf ist ein Beruf. Und in den seltensten Fällen auch noch komplette Erfüllung, Hobby und Leidenschaft in einem...

  • mach doch einfach mal. du bist noch sehr jung und in der luxeriösen situation, notfalls auf die ressourcen deiner eltern zurückgreifen zu können. das hat nicht jeder. wenn du möchtest, studier eine geisteswissenschaft, mach viele praktika, vor allem auch einen studentischen job in den bereichen, die dich interessieren, auch, um kontakte aufzubauen. wenn du gut bist (!), kommst du da auch unter. durchschnittliche geisteswissenschaftler haben es schwerer auf dem arbeitsmarkt, aber auch das geht. nur machen musst du, das kann dir keiner abnehmen. sicherheiten gibt es keine, nur erfahrungen.

  • Klingt nach einem typischen Fall von "was mit Medien".


    Der Lehrerberuf hat durchaus Nachteile, aber die Chancen auf eine Festanstellung und ein abnehmbares Gehalt, sind durchaus höher als bei den geisteswissenschaftlichen Alternativen.


    Ich finde da haben deine Eltern einfach nicht Unrecht.

  • Hallo asillisa,


    ich kann deine Situation nachvollziehen, da ich damals mit Beginn des Lehramtsstudiums in eine Reise mit unbekanntem Ziel startete. Mit dem Ziel meine ich die Frage, ob der Job einem überhaupt liegt. Ich finde, dass man das für sich selbst erst im Referendariat merkt, und das ist sehr spät, wenn man bedenkt, dass bis dahin gerne mal 5-7 Jahre vergehen. In den Praktika bekommt man einen ersten Eindruck, aber eher in Richtung "Kann ich grundsätzlich mit Kindern/Jugendlichen arbeiten?". Was ich unterschätzt habe, ist dass bereits zu Beginn des Referendariats eine enorme Erwartungshaltung an dich gestellt wird. Ich dachte, dass man viele Dinge erst dann lernt, aber vielmehr wird erwartet, dass du bereits dein Handwerk beherrschst, welches im Referendariat hingegen nur verfeinert wird. Beispiel: Du sollst "Landeskunde Frankreich" unterrichten und das muss auf Anhieb klappen. Selbst wenn du bis dato gar nicht weißt, wie man als Lehrer überhaupt an das Thema herangeht. Generell wirst du im Studium nur zu bestimmten Themen etwas hören, aber musst dich danach mit quasi allen relevanten Themen des Mikrokosmos "Schule" auskennen. Ich habe z.B. im Studium kaum etwas zu digitalen Medien oder Inklusion gehört, in der Schule muss ich dies jedoch im Alltag anwenden. Das kann insofern enttäuschend sein, weil du an dem ganzen Ausbildungssystem zu zweifeln beginnst (und an dir selbst) und zusätzlich ständig unter Bewertungsdruck stehst. Was ich noch unterschätzt habe, da stets als positiven Effekt interpretiert: Du kannst auch von zuhause arbeiten. Vielmehr ist es so, dass du ständig mit dem Arbeitsdruck konfrontiert bist, da du zumindest zu Beginn gefühlt nie "Feierabend" hast, da man sich ja immer noch ein bisschen mehr Mühe geben kann. Du kannst die 40-Stunden-Woche einhalten, wenn du dich richtig gut organisieren kannst, und selbst dann wirst du an denen gemessen, die mehr arbeiten, was im Vergleich deine Leistung (und sei sie noch so toll) schmälert. In dem Job arbeiten sehr viele Leute aus Leidenschaft, was dazu führt, dass du schnell schlechte Karten hast, wenn du "nur" deine Arbeit machst, weil du deine Erfüllung in anderen Dingen siehst. Kann aber auch schulformabhängig sein...


    Unterschätze auch die Arbeit mit den Schülern nicht! Es macht einen Riesenunterschied, ob du mit einem Kind oder einer Kleingruppe arbeitest und denen ein bisschen hilfst oder vor einer ganzen Klasse stehst und 45 Minuten Unterricht, der in sich mit den fachlichen Anforderungen, den erzieherischen Aspekten und der Didaktik/Methodik sehr komplex ist, hältst.


    Der Lehrerberuf hat seine Vorteile, aber man muss sich auch den Nachteilen bewusst sein und diese lassen sich aus Sicht eines Studenten noch sehr schwer fassen...


    Mit freundlichen Grüßen

  • Meine Tochter wollte auch was mit Medien studieren. Nachdem sie eine aufwändige Mappe abgeben musste, immer wieder andere, je nach Uni, hat sie fast 1 Jahr gebraucht, um diese Bewerbungsmappen zu erstellen, Filme zu drehen usw. Sie studiert jetzt Literatur-Kunst und Medien. Medien gefällt ihr gar nicht, dafür brennt sie auf einmal für Literatur, was ich nie gedacht hätte, hat da auch große "Erfolge" an der Uni. Sie sagt manchmal: "Wenn das fertig ist, muss ich noch was anderes studieren oder ich bleibe an der Uni." Also hat sie nicht so richtige Ideen, was sie mit dem Studium anfängt, obwohl ich mir sicher bin, dass sie was daraus machen wird.


    Sie geht manchmal mit mir in die Schule, mag die Kleinen, organisiert in ihrer Freizeit Zeltlager für Jugendliche und ist da die Hauptverantwortliche....


    Ich lasse sie, setze sie unter gar nichts. Finanziell geht das aber, sonst wüsste ich auch nicht. Warum ich das erzähle? Du bist nicht die Einzige. Schau dir das mit den Medien an, informiere dich über die Inhalte. Meine Tochter ist z.B. ununterbrochen am Hausarbeiten schreiben.

  • mach doch einfach mal. du bist noch sehr jung und in der luxeriösen situation, notfalls auf die ressourcen deiner eltern zurückgreifen zu können. das hat nicht jeder. wenn du möchtest, studier eine geisteswissenschaft, mach viele praktika, vor allem auch einen studentischen job in den bereichen, die dich interessieren, auch, um kontakte aufzubauen. wenn du gut bist (!), kommst du da auch unter. durchschnittliche geisteswissenschaftler haben es schwerer auf dem arbeitsmarkt, aber auch das geht. nur machen musst du, das kann dir keiner abnehmen. sicherheiten gibt es keine, nur erfahrungen.

    Das finde ich auch, aber die Mutter sollte sie nicht weiter verunsichern.

  • Alle Argumente die deine Mutter/Eltern anbringen sind natürlich richtig, helfen dir aber nicht ein My (sprich: "Mü") dabei deinen Weg zu finden. Dein Weg liegt irgendwo im Verborgenen in dir. Nur wenn du den Mut hast, dich auf diese Reise mit ungewissem Ausgang zu begeben, dir erlaubst auch einmal falsch abzubiegen, zurückgehen zu müssen, um an der letzten Kreuzung eine andere Abzweigung zu wählen, kannst du deinen Weg finden. Diese Reise beinhaltet äußere Schritte, wie Entscheidungen die du für dich selbst treffen und deren Folgen du aushalten lernen musst, aber auch ein inneres Zudirkommen und dir selbst zuhören zu lernen. Wir alle haben tief in uns eine Stimme (nein, nicht die Stimmen von Mama und Papa mit all ihren Erwartungen, Forderungen und Ratschlägen, die wir alle natürlich auch lebenslang im inneren Ohr haben, sondern deine innere Stimme), eine Art innere Weisheit, die uns leitet und uns unseren eigenen Weg weist, wenn wir uns selbst achtsam genug begegnen und zuhören.


    Das hat teilweise etwas mit erwachsener werden zu tun, dich weiter abnabeln von deinen Eltern -ein völlig normaler Schritt mit 19- ,teilweise auch etwas mit persönlicher Achtsamkeit, die gerade Lehrern gut tut, um den Beruf (möglichst) gesund bis zur Pension ausüben zu können.
    Brasstalavista hat es bereits geschrieben: Wer zu heiß brennt für seinen Beruf riskiert auszubrennen. Gerade in sozialen Berufen ist das ein echtes Risiko. Erfüllt sein von seinem Beruf kann man auch in gesunder Weise und sei es auch nur, weil du etwas gefunden hast, was du gut kannst, was dir leicht fällt und den Raum (Zeit/finanzielle Mittel) um andere Lebensziele zu realisieren. Das kann die Familienplanung sein, ein Hobby, etc.


    Nutz´ das Sommersemester, um dich in die Seminare andere Fachbereiche reinzusetzen die dich reizen, wie die Kommunikationswissenschaften. Durch Bachelor/Master ist etwas verloren gegangen, was früher deutlich üblicher war: Der Blick über den Tellerrand des eigenen Fachs während des Studiums, auch um den Preis eines Extrasemesters. Ich habe u.a. ein halbes Jurastudium auf diese Weise absolviert und möchte das keinesfalls missen, auch wenn die Rechtswissenschaften letztlich nur wissenschaftlich spannend sind für mich, nicht beruflich.
    Mach´ein Praktikum oder einen Nebenjob in einem Bereich außerhalb der Schule den du spannend findest. Hab einfach den Mut deinen eigenen Weg zu finden, was immer das dann am Ende bedeutet.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Zu deiner Frage , ob man den Seiteneinstieg bereut hat.
    Erst einmal zu mir.
    Ich habe ein geisteswissenschaftliches Studium abgeschlossen. Nach meine Studium war es sehr schwer, eine langfristig angelegte Stelle zu bekommen und ohne Vitamin B nahezu unmöglich. Während meines Studiums und sicher auch die Zeit davor, war es nie ein Ziel für mich gewesen, Kinder zu unterrichten oder an einer Schule zu arbeiten. Eigentlich wollte ich in die universitäre Lehre. Als ich dann meine Dissertation angefangen habe, habe ich eine Vertretungsstelle angenommen, um meine Arbeit zu finanzieren, aber mehr aus der Idee von einem guten Freund heraus, der selbst Lehrer ist.
    Ich habe also so angefangen, wie es hier viele bemängeln, ohne jegliche Vorkenntnisse. Von jetzt auf gleich stand ich auf einmal vor einer Klasse. Ohne die vielen netten Kollegen, die mich toll unterstützt haben, wäre es nicht möglich gewesen und in den ersten Wochen wollte ich auch so alles wieder hinschmeißen. Es war wirklich eine harte Zeit. Den Kollegen gilt immer noch mein ganzer Dank, denn ohne ihren Einsatz und Verständnis, hätte ich dies nie geschafft. Nach vielen Vertretungsstellen und mittlerweile 7 Jahren bin ich fest an einer Schule.
    Bereut habe ich den Schritt nie, auch wenn man sich von den "höheren" Stellen häufig eine bessere Unterstützung gewünscht hätte.
    Ich bereue aber auch nicht mein Studium, denn durch das konnte ich Erfahrungen sammeln und habe Sachen erfahren, die ich sonst nie kennengelernt hätte.
    Aus heutiger Sicht könnte ich natürlich sagen, hätte ich lieber gleich auf Lehramt studiert, aber damals konnte ich mir das nicht als Beruf vorstellen. Ich wollte nie etwas mit Kindern machen. Heute erfüllt es mich und ich habe mich bewusst für diesen Weg entschieden, auch wenn ich immer noch jeden Tag dazu lerne.


    Du solltest wirklich deinen eigenen Weg finden. Es ist nie einfach, aber genau dieser Weg macht jeden von uns aus und keine Erfahrung auf diesem Weg ist umsonst.

  • Ganz unabhängig von den Erfahrungen von Seiteneinsteigern, etc.


    Willst du dein Leben leben oder das deiner Eltern? Wenn du bereits jetzt im Studium das Gefühl hast, dass der Beruf des Lehrers nicht so deins ist, dann würde ich schleunigst die Reißleine ziehen. Meine Schwester hat sehr lange auch Lehramt studiert. Aus denselben Gründen, die deine Mutter anführt... Verbeamtung, viel Freizeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, etc.


    Nun ist es Gott sei Dank so, dass meine Schwester einige Jahre jünger ist als ich und sie daher meinen Berufseinstieg mitbekommen hat während sie noch am Anfang ihres Studiums war. Mein erstes Schuljahr nach dem Referendariat hatte ich noch nicht einmal vollständig absolviert, da hat sie schon die Reißleine gezogen und umgesattelt. Und zwar nicht, weil ich irgendwie gejammert hätte, wie stressig und wie viel Arbeit alles ist, etc. Sie hat einfach den "realen" Zeitaufwand mitbekommen... Dass man eben nicht mittags fertig ist. Dass man am Wochenende im Schnitt einen halben Tag an den Schreibtisch muss. Dass man Korrekturen oder Unterrichtsvorbereitung auch mal auf die Ferien verlegen muss. Heute ist sie Assistenz der Geschäftsführung bei einem sehr bekannten, großen deutschen Unternehmen und ist da super glücklich. (Meine Schwester ist übrigens mittlerweile 30 und hat sich erstmal gegen Kinder entschieden... Soviel zu "Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Ihr Partner ist selbständig, hat also relativ wenig Freizeit. In dem Zusammenhang wäre dann die Frage, was sie genau mit 14 Wochen Ferien anfangen will...)


    Mit 19 bist du dann wahrscheinlich gleich von der Schule an die Uni? Mein Rat: Nimm dir eine Auszeit (das kann man auch "elterntauglich" tun während man noch eingeschrieben ist... ;)) und überlege dir, auf was du wirklich Lust hättest.


    Irgendwo las ich was von Brautmodengeschäft... Eine kaufmännische Ausbildung könnte da sicher als erster Schritt nicht schaden. Da verdienst du auch ein bisschen was und liegst deinen Eltern nicht vollends auf der Tasche. Studieren kannst du danach ja immer noch. Deine Eltern werden mit dem Argument kommen, dass du so viel Zeit "verlierst"... Hallo?! Du wirst bis Ü70 arbeiten müssen... Rente wirst du eh keine mehr bekommen... Ob du da mit Mitte 20 oder Anfang 30 ins Berufsleben einsteigst, who cares?!


    Eine weitere Idee: Du studierst zwei Sprachen... Wie wäre es mit einem Auslandsaufenthalt? Work and Travel in Australien, Neuseeland, etc. Da kannst du in unterschiedliche Jobs reinschnuppern... Vielleicht ist was für dich dabei. Vielleicht lernst du in Neuseeland die Liebe deines Lebens kennen und bleibst dort? Wer weiß das schon? So einen feschen jungen Landwirt mit 30.000 Schafen, der einen Helikopter braucht um an seine Herden dranzukommen... Natürlich ist das Spinnerei... Aber wissen kann man es nicht...


    Das einzige Problem, das du hast, ist, dass du das ganze irgendwie elterntauglich verpacken musst. Du bist ja doch mehr oder minder auf sie angewiesen, zumindest finanziell. Was allerdings dann wieder für die Ausbildung sprechen würde...

  • ich sammle mal für dich (ja, ich möchte nicht korrigieren):


    - du magst die sprachen und kommst da gut an der uni zurecht. mach doch erstmal da weiter.


    - setz dich im kommenden semester - auch, wenn du dann weniger credit points in deinen eigentlichen aktuellen fächern sammelst - in wenigstens drei fachfremde veranstaltungen. dabei darfst du unterwegs die veranstaltungen wechseln, aber zu keinem zeitpunkt weniger als drei fachfremde sachen besuchen. lass dich überraschen. ich bin so zur politikwissenschaft gekommen, eine ganz großartige sache. ich hätte ohne das nie mitbekommen, dass es das überhaupt gibt, sozialkunde kam an meiner schule in der oberstufe leider nicht mehr zustande. es ist völlig okay, über die regelstudienzeit zu geraten und es ist auch völlig okay, ein paarmal die fächer, v.a. nebenfächer, zu wechseln. die verschulung hat das studium nicht verbessert; versuche, dich dem so gut es geht zu entziehen. du bist in der luxeriösen situation aufgrund des fehlenden wirtschaftlichen drucks dir das leisten zu können.


    - such dir einen nebenjob als aushilfe in einem brautmodenladen. und wenn es nur ist, um glückliche bräute in tollen kleidern zu betrachten, wenn dich das glücklich macht. lern da leute kennen, schau dir an, wie der markt in diesem bereich in deiner stadt/deiner region/deutschland/weltweit aufgeteilt ist, wer produziert, wer verkauft warum was wo wieviel, welche noch nicht bespielten nischen gibt es, vielleicht kannst du mal auf eine messe mitfahren...


    - schau dir ein paar bwl-veranstaltungen des grundstudiums an, das kannst du mal brauchen. vielleicht kann man an deiner uni auch bwl im nebenfach machen? sonst für nach dem abschluss auch das ziel mba im auge behalten, von wegen brautmodenladen.


    - mach praktika in geisteswissenschaftlichen bereichen, die dich interessieren: medien aller art (du kennst die hälfte sicher nicht mal), guck, dass du eine jorunalistische mappe zusammenbekommst mit deinen ersten publikationen, kulturbereich - museen, theater, agenturen, stiftungen, staatliche stellen, gerade auch die städte und ihre referate, pr, werbung, personalwesen, mode... was auch immer dich anlacht. kontakte schaden nie. erwarte keine bezahlung, dafür musste andere jobs vorher/nachher machen.


    - genieß das studentische leben in vollen zügen. geh ins theater, ins kino, zum feiern, so oft es geht mit wem auch immer cafe trinken, verfolge spannende seitenprojekte, du bist nur einmal jung. diese freiheit kommt nie wieder und dich selber finden kannste nur selbst.


    - hör weniger auf deine eltern. du wirst mit 40 eh zu einer sehr ähnlichen variante deiner eltern mutiert sein. :)

  • Du erwähnst ungefähr 20 Mal was andere Leute, vor allem deine Eltern sagen.
    Ich würde erst einmal herausfinden, was du wirklich willst. Ich denke, dass viele Kommunikationswissenschaft studieren, weil es letztlich so unspezifisch ist, dass man die Entscheidung, was man machen möchte, noch einige Jahre vertagen kann. Es klingt halt, als gäbe es danach viele schöne Berufsbranchen wie PR, Journalismus, etc. Gibt's auch, aber man sollte es besser nicht als Verlegenheitsentscheidung betrachten sondern sie bewusst treffen.


    Schlau ist es, meiner Meinung nach, sich einfach vor dem Studium mal gründliche Gedanken zu machen, was man später will. Und eine eigene Entscheidung treffen, nicht beeinflusst von der Familie oder dem Forum oder Zukunftsängsten etc. Frag dich mal: Was und wie willst du später arbeiten: in einem Büro, viel am PC, eher mit Menschen, künstlerisch, etc ...?


    Und dann sollte man immer im Hinterkopf behalten: Keine Entscheidung ist für ewig, man kann sich auch immer beruflich wieder verändern, was man am Seiteneinstieg sieht.

  • Achso, und neben Lehramt und Kommunikationswissenschaft gibt es auch noch 1.000 weitere Studiengänge. Vielleicht hilft es dir, das komplette Angebot durchzuschauen und über jedes einzelne einen Moment nachzudenken.

  • Ich bin ja kein "Seiteneinsteiger" im eigentlichen Sinne, da hier in der Schweiz fürs Lehramt Gymnasium immer der fachwissenschaftliche Master gefordert ist. Studiert habe ich aber in Deutschland und zwar auf Diplom, also ursprünglich eben nicht mit der Absicht Lehrer zu werden. Mir ging es wie der TE (und wahrscheinlich den meisten 19jährigen immer schon...), ich wusste halt ich will was mit Naturwissenschaften, aber was und wozu jetzt genau, keine Ahnung. Physik hätte mich mehr interessiert, aber ich hatte das diffuse Gefühl, dafür könnte ich zu doof sein. Ein Bekannter sagte mir, man könne sich mit Chemie im Hauptstudium dann ja mehr in Richtung Biologie oder Physik orientieren, man sei also nicht von vornherein schon festgenagelt und ausserdem würden Chemiker eigentlich immer einen Job finden. Das habe ich ihm geglaubt und dann mal losstudiert. Was er gesagt hat, stimmt übrigens auch.


    Leider war ich während des Studiums nie so ganz Feuer und Flamme für die Chemie, was mich dann in der Summe auch ein Semester gekostet hat, das ich aus Unlust vertrödelt habe. Mein Problem war aber, dass ich es mir aus finanziellen Gründen nicht hätte leisten können, das Studium wieder abzubrechen. Ich war BaföG Student, von zu Hause aus gab es nullkommagarkeine Unterstützung, im Gegenteil habe ich gegen Ende des Studiums schon angefangen meine Mutter finanziell zu unterstützen mit Geld, das ich bei diversen HiWi Jobs verdient habe.


    Wie über 90 % aller Chemiker habe ich dann noch die Promotion angehängt, weil man ohne die eben in der Regel keinen Job bekommt. Währenddessen habe ich eigentlich immer gewusst, dass ich eine lausige Wissenschaftlerin bin und meine Ausbildung irgendwie nicht mit meinen Interessen vereinbar ist. Die sind mir nämlich während des Studiums und vor allem während der Promotion sehr klar geworden: Lehre. :)


    Nach Abschluss der Promotion habe ich einmal mehr prokrastiniert, was in dem Moment die beste Entscheidung ever war. Anstatt nämlich anzufangen Bewerbungen zu schreiben (ich hätte ehrlich nicht gewusst auf welche Jobs eigentlich...) bin ich mit den Zweitkorrektor meiner Dissertation nach Genf gegangen. Dort habe ich überhaupt nicht mehr in der Forschung gearbeitet sondern fast ausschliesslich am Aufbau eines Schülerlabors mitgeholfen. Das war mein Schlüsselmoment, ab da wusste ich, was mein Beruf sein wird. Nun hatte ich ein riesen Glück, dass ich unterdessen ja in der Schweiz war und dort meine fachliche "Überqualifikation" der ganz reguläre Weg ins Lehramt Gymnasium ist. Also bin ich nach Basel, habe dort in einem Jahr Vollzeitstudium das Eidgenössische Lehrdiplom gemacht und bin seit 2013 im Schuldienst tätig. Ich hatte sogar in Karlsruhe noch nachgefragt wie es mit dem Seiteneinstieg in Baden-Württemberg sei, das erschien mir aber ausgesprochen unattraktiv.


    Wieso schreibe ich das alles... Nun, ich denke, es ist ziemlich normal, dass man mit 19 keine rechte Ahnung hat, was man beruflich mal machen soll. Ich denke, man sollte sich auch gar nicht dazu zwingen, zu Beginn des Studiums schon minutiös alles zu planen. Studiere das was Dich interessiert und meistens ergibt sich der Rest im Laufe der Zeit. Die Vorstellungen werden immer klarer und irgendwann fällt der Groschen. Natürlich gibt es die, die am Ende "übrig bleiben", solche kennen ich auch. Das ist aber eine absolute Minderheit, die in der öffentlichen Wahrnehmung nur deshalb so überrepräsentiert ist, weil es halt schwierige Fälle sind, über die jeder meint lästern zu können.


    Noch ein Rat: Du entscheidest selbst, was Du tust. Deine Eltern sind irgendwann nicht mehr da um die Scherben aufzukehren, wenn es schief geht. Meine Mutter wollte immer, dass ich "irgendwas mit Fremdsprachen" mache, darauf habe ich geschissen. Notfalls muss Du teilzeit arbeiten um Dich finanziell unabhängig zu machen, das haben Generationen von Studenten vor Dir auch schon geschafft. Ich hab das BaföG immer aufgestockt, anders hätte ich nicht überleben können.


    Zum Thema "Seiteneinsteiger" gibt es natürlich Statistiken wie viele es effektiv sind. So viele wie hier im Forum schreiben müsste man meinen, es gibt fast niemanden mehr, der in Deutschland auf Lehramt studiert. Die realen Zahlen sprechen aber eine andere Sprache:


    Einstellung von Lehrkräften 2017


    Es sind nur einzelne Bundesländer, die im Moment sehr viele Seiteneinsteiger einstellen und es sind nur wenige Fächer, in denen Seiteneinsteiger effektiv eine Chance haben. Die Fremdsprachen gehören nicht dazu. Darauf würde ich also absolut nicht spekulieren.

    ==============================


    Noch schlimmer? Was kann denn noch schlimmer sein? Jehova! Jehova! Jehova!

  • Hallo!


    Zunächsteinmal möchte ich mich den anderen usern anschließen und dir sagen, dass du volljährig bist und es dein Leben ist. Du solltest weder das tun was deine Eltern dir vorschrieben, noch andere.


    Wichtig ist herauszufinden, was DU möchtest, denn es ist dein berufliche Zukunft, sich zu informieren schadet dennoch nicht.


    Deshalb möchte ich dir aufgrund deiner Überlegungen einen ganz praktischen Tipp geben. Bleibe erstienmal bei dem Studium und informiere dich in der Zeit eingehends.


    Man sollte den Beruf nicht nur nach dem Faktor Sicherheit wählen, dennoch bist du mit Kommunikationswissenschaften oder Geisteswissenschaften ganz schlecht beraten- da gebe ich deinen Eltern Recht.


    Ich habe Geisteswissenschaften studiert und kann bestätigen, dass die meisten Geisteswissenschaftler sich von Job zu Job hangeln und tatsächlich sehr schlechte beruflichen Aussichten haben.


    Das bedeutet doch aber nicht im Umkehrschluss, dass du deshalb Lehrerin werden solltest, es gibt ausßerhalb von BWL, Lehramt auch noch andere Optionen. Und wer hat gesagt, dass man dringend studieren muss?

  • das mit den sehr schlechten beruflichen aussichten für geisteswissenschaftler stimmt so nicht. es gibt solche fälle und es ist nicht das am besten bezahlte segment des arbeitsmarktes. es gibt aber auch sehr viele, sehr erfolgreiche geisteswissenschaftler. du musst nur wirklich gut sein und frühzeitig praktika und kontakte veranstalten. das erfordert geld, aus eigenen anderen jobs und/oder elternhaus, da die meisten praktika nicht bezahlt sind/schlecht bezahlt sind. aber dann wird das schon. für leute mit ausgeprägtem sicherheitsdenken ist der bereich aber sicher nichts.

  • Ich kann dir auch nur raten, dich umzuschauen, vielleicht kannst du was "Stabiles" mit deinen Interessen verbinden. Du bist mit 19 noch sehr jung und brauchst keine Angst haben, dass du irgendwie Zeit verschwendest. Ich habe selbst einen sehr komischen Lebenslauf und viele Jahre, aus Unwissenheit und falschen Vorstellungen, "verschwendet". Erst mit 25 Jahren habe ich den Studiengang gefunden, der mich interessiert und bei dem ich jetzt mein Bestes gebe.


    Aber in den vielen "verschwendeten" Jahren, habe ich herausgefunden, was mir liegt und was mir nicht liegt bzw. was ich machen möchte und was nicht.


    Auch noch als Tipp von mir. Fang nicht an, wie bereits oben erwähnt, alles zu zerdenken und dich mit anderen zu vergleichen. Das kann nur in die Hose gehen. Bleib bei deinen Zielen und gib dein Bestes.


    Wünsch dir viel Erfolg :gruss:

Werbung