Wahlen in Sachsen/Brandenburg - Riesenmehrheit gegen die AfD

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin Mitte 40 und mittelbar immer noch von der Zeit des Dritten Reichs betroffen, weil meine Großmutter unter den Folgen desselben zu leiden hatte. Es gibt die Kriegsgeneration sowie deren Kinder und Kindeskinder, die psychische Traumata und Folgen dieser unseligen Zeit bis heute in sich tragen bzw. darunter leiden - seien es Opfer des Holocaust oder beispielsweise Opfer von Vertreibungen.


    Sich heute hinzustellen und zu sagen "meine Vorfahren, die das betraf, sind alle tot, was geht mich das an?" zeugt von einer Ignoranz und einem hochgradigen Mangel an Sensibilität, die ihresgleichen suchen und letztlich solche Entwicklungen vom Grundsatz her wieder begünstigen. Die Beweise dafür sehen wir doch tagtäglich - auch in diesem Forum.

  • Themenwechsel - nicht Nazis, aber Krieg, und Erinnerungen: In meiner Kindheit und Jugend gehörten zum Straßenbild Männer, denen ein Bein oder ein Arm fehlte, Handprothesen sah man auch immer wieder, oder eine Art Augenklappe am Kopf wie bei einem meiner Großonkel (Granatsplitter). Ein anderer Onkel ist im Krieg gefallen. Lehrer mit Kriegsverletzungen waren auch an den meisten Schulen. Das kennen Jüngere alles nicht mehr.

    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum, weitgehend ohne ad hominem.

  • @Herr Rau:
    Wie gesagt, außer daß mir die Medien (und damals meine Lehrer in praktisch sämtlichen Fächern) eine Schuld eintrichtern, habe ich überhaupt keinen Bezug mehr dazu und meine Schüler sind noch einmal 1-2 Generationen weiter.


    Dafür habe ich selber als Schüler noch sehen dürfen was Tuberkulose etc. bedeutet und wenn ich an die Generation meiner Großeltern zurückdenke, ist die Schwester meiner Omi im Krankenhaus verstorben, als dieses im Tiefflug von Jagdflugzeugen beschossen wurde. Das ist zweifelsfrei auch ein Kriegsverbrechen. Der Bruder meines Opas wurde als Kriegsversehrter im Tiefflug von einem Jagdflugzeug auf offener Straße erschossen. Eine Brandbombe lag sogar über Jahrzehnte in meinem Garten.


    Trotzdem fange ich jetzt nicht an die Kriegsverbrechen aufzurechnen. Im Gegenzug erwarte ich dann aber auch, daß keiner mir eine "ewige Schuld" vorschreibt.

  • Himmeldonner, das verlangt ja auch keiner.
    kein Mensch sagt, du (oder deine SuS) wären "schuld" an der Vergangenheit. Wie auch, da haben wir nicht gelebt.
    So ein Blödsinn (also diese Behauptung) wird aber gerne von AfD & Co vorgebracht. Von wegen "eine Schande..."
    Was aber stimmt... wir haben eine Verantwortung dass sich so eine Scheisse nie mehr wiederholt.
    Und schon deshalb darf so eine Möchtegernpartei mit rassistischen Ideologien, egal wie schön verpackt, nie Macht bekommen.
    Am besten machen sich deren "Sympathisanten" raus aus Deutschland.
    Hier ist braune Soße mehrheitlich unerwünscht.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • @Miss Jones: Das klingt doch etwas überdramatisch... Es gibt Nazis, aber ein Großteil der AfD-Wähler sind, wie schon einmal von @plattyplus erläutert, einfach Leute, die eine Partei mit konservativen Werten (wie sie die CDU früher war bzw. die CSU immer noch ist) wählen wollen. Und "konservativ" ist innerhalb des demokratischen Spektrums.

  • @Miss Jones: Das klingt doch etwas überdramatisch... Es gibt Nazis, aber ein Großteil der AfD-Wähler sind, wie schon einmal von @plattyplus erläutert, einfach Leute, die eine Partei mit konservativen Werten (wie sie die CDU früher war bzw. die CSU immer noch ist) wählen wollen. Und "konservativ" ist innerhalb des demokratischen Spektrums.

    ...was sie von der Mentalität her zu dummen Mitläufern deklassieren würde.
    Wenn deine Argumentation stimmen sollte, hast du soeben allen "Konservativen Wählern" der Möchtegernpartei die Intelligenz abgesprochen (um zB Geschichtsbücher zu kennen und dann Parteiprogramme zu verstehen).


    Schön, dass wir einer Meinung sind. Wer AfD wählt, ist also selber Nazi, oder zu dumm, die Augen aufzumachen.
    Hast du sehr gut erkannt, @Lehramtsstudent

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

    • Offizieller Beitrag

    Viele Deutsche waren tatsächlich keine überzeugten Nazis sondern Mitläufer. Das war ja Grund für die kollektive Exkulpation, die man im Anschluss in der Nachkriegszeit vorgenommen hat. Individuelle Schuld mochte kaum einer anerkennen.
    Vielleicht ist diese Verhaltensweise die viel größere Mahnung an uns.

  • Bei mir sind schon einige Generationen mehr vergangen. Meine Großeltern hatten im Alter von 18-20 im Namen einer Regierung in den Krieg zu ziehen, die von meinen Urgroßeltern 1933 gewählt wurde. Weder aus der Generation meiner Ur-Großeltern noch aus der Generation meiner Großeltern ist einer meiner Vorfahren noch am Leben.

    Also weil Täter wie Opfer im Regelfall bereits verstorben sind, darf es uns gleichgültig sein, was im Namen unseres Landes Menschen millionenfach angetan wurde? Weil die wenigen, die noch leben ja sowieso sterben werden, dürfen wir uns für nicht-verantwortlich erklären? Wobei Verantwortung im Fall unserer Generation eben gerade nicht mehr Reparationen meint oder große Prozesse um Täter für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verurteilen, sondern das bewusste Lernen aus der Geschichte- eine Verantwortung, die eben im demokratischen Sinn niemals endet, denn das ist Teil der Gründungsgeschichte der BRD, die Basis unseres GGs und der Werte, auf die wir uns darin geeinigt haben.


    Mitglieder meiner Familie waren teils bei der Wehrmacht als einfache Soldaten, teils im KZ. Meine Großmutter hat nur mit sehr viel Glück überlebt, weil das Lager, in dem sie eingesperrt war rechtzeitig von der Roten Armee (auf der Flucht vor der sie überhaupt erst von den Nazis aufgegriffen und ins KZ gesteckt wurde) befreit wurde. Ihr Termin für die Gasöfen stand da bereits für den Folgetag fest. Als sie endlich in Deutschland ankamen- das Ziel ihrer Flucht, da sie Volksdeutsche waren- waren sie in der Nachkriegszeit bis zu ihrem Tod in ihrem Dorf nur Menschen zweiter Klasse, weil sie ja keine "richtigen" Deutschen waren, "nur" Volksdeutsche und weil sie ihre Blutlinie nicht "rein" gehalten hatten, sondern tatsächlich sozial integriert gewesen waren (mein Urgroßvater war Bürgermeister in seinem Dorf, seine Frau eine Kroatin- perfekte Integration sollte man meinen), weil sie keine Nazis gewesen waren...
    (Gerade wenn es um die Integration geht bzw. das Gefühl fremd/dazugehörig spielen bei so manchen Menschen in Deutschland bis heute unterschwellig die Rassegesetze der Nazis eine Rolle. Ich habe es mehr als einmal bei meiner früheren Arbeit erlebt, dass Kinder mir erzählt haben, ihnen sei von Mitschülern in der Klasse auf Nachfrage erklärt worden, sie wären ungeachtet des deutschen Passes erst "richtige Deutsche" wenn bis zu den Urgroßeltern zurück alle Deutsche gewesen wären. Ich wäre damit dann schon mal als "zu unarisch" raus mit einem Nicht-Deutschen Urgroßelternteil.)
    Mein Großvater väterlicherseits war in der Wehrmacht nach einer glücklichen Jugend mit HJ-Zeltlagern und Co. Im Laufe des Kriegs (und des Erwachsenwerdens) dämmerte ihm, dass die Dinge anders waren, als die Propaganda sie darstellte; nach der Entnazifizierung studierte er u.a. Geschichte, weil er das tiefe Bedürfnis hatte zu verstehen, wie es so weit hatte kommen können in Deutschland, wie er selbst sich so hatte manipulieren und täuschen lassen können (bis heute besitze ich seine Abschriften der Nürnberger Prozesse, die er sich damals kaufte) und selbst als Lehrer einen Beitrag dazu zu leisten, dass künftige Generationen es besser machen könnten und würden als seine Generation. "Wehret den Anfängen" war immer das Credo meines Großvaters, der ganz nebenbei bemerkt lebenslang ein ziemlich konservativ wählender Mensch war. Geschichtsbewusstsein und Verantwortung für die eigene Geschichte und eine konservative Sichtweise müssen sich nicht ausschließen, wenn die Menschenrechte das Zentrum bleiben.


    @Miss Jones: Das klingt doch etwas überdramatisch... Es gibt Nazis, aber ein Großteil der AfD-Wähler sind, wie schon einmal von @plattyplus erläutert, einfach Leute, die eine Partei mit konservativen Werten (wie sie die CDU früher war bzw. die CSU immer noch ist) wählen wollen. Und "konservativ" ist innerhalb des demokratischen Spektrums.

    Nicht jede Partei, die sich recht der Mitte befindet ist einfach nur konservativ @Lehramtsstudent , nicht jede Partei die auch sozial oder auch konservativ ist, ist deshalb noch dem demokratischen Spektrum zuzurechnen (und das gilt links wie rechts). Die AfD ist mit Sicherheit nicht einfach als konservative Partei zu bezeichnen. Sie ist vielmehr eine noch rechtspopulistische Partei mit einer Jugendorganisation, die wegen ihrer rechtsextremen Umtriebe bereits vom Verfassungsschutz beobachtet wird ebenso wie der zunehmend an Macht gewinnende nationalistische Flügel der Mutterpartei AfD. Sowohl die Jungen Alternativen, als auch die AfD betreiben deshalb seit geraumer Zeit ein Programm der oberflächlichen Deradikalisierung, um nicht als Gesamtpartei ins Visier des Verfassungsschutzes zu geraten und damit ganz offiziell das Label "rechtsradikal" umgehängt zu bekommen, von dem sich bestimmte Wählergruppen der AfD abschrecken lassen würden, die zwar gerne mit dem rechten Rand liebäugeln aber eben doch nicht offen rechtsradikal wählen würden. Zu diesem Programm gehört es eine Frau Sayn-Wittgenstein medienwirksam aus der Partei auszuschließen in Schleswig-Holstein - anders als einen Herrn Gedeon in BW, der als Antisemit zwar nicht mehr Teil der AfD-Landtagsfraktion in BW sein darf, wohl aber in der Partei verbleibt- während zeitgleich in Brandenburg scheibchenweise die Informationen der Presse bezüglich seiner rechtsextremen Umtriebe in der Vergangenheit von Herrn Kalbitz relativiert werden wo möglich und bestätigt und verharmlost werden, wo sie nicht mehr zu leugnen sind. Zu diesem Programm gehört es, dass die Partei eine innerparteiliche Arbeitsgruppe hat, die basierend auf juristischen Gutachten Hinweise gibt, wie verhindert werden kann als Gesamtpartei als verfassungschutzrechtlicher Verdachtsfall eingestuft zu werden:


    (...) Die Partei hat inzwischen eine "Arbeitsgruppe VS" eingesetzt, die vom Juristen Roland Hartwig geleitet wird. Die Arbeitsgruppe soll unter anderem Verhaltensregeln aufstellen, die verhindern sollen, dass die Partei tatsächlich ein Fall für den Inlandsnachrichtendienst wird. Als Grundlage dafür sollte ein Gutachten des emeritierten Freiburger Staatsrechtlers Dietrich Murswiek dienen, der bereits mehrfach auf AfD-Veranstaltungen auftrat. Doch was Murswiek der AfD nun aufgeschrieben hat, ist politischer Sprengstoff. NDR, WDR und "SZ" liegt eine zehnseitige Zusammenfassung des Gutachtens von Kommissionsleiter Hartwig vor. Murswiek nennt in seinem Gutachten demnach zahlreiche "Beispiele für Äußerungen, die von den Verfasssungsschutzbehörden als Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen gewertet wurden". Dazu zählt er "Fremdenfeindlichkeit", "Islamfeindlichkeit" bis zu "rassistischen Diskriminierungen".


    Auch die Verwendung von Begriffen wie "Systemparteien", "Umvolkung", "Großer Austausch", "Volkstod" oder die Verunglimpfung von Flüchtlingen als "Invasoren" sehen Verfassungsschützer demnach als Hinweis auf verfassungsfeindliche Bestrebungen. Problematisch sind dem Gutachten zufolge auch jegliche Relativierungen des Nationalsozialismus, Geschichtsrevisionismus und das Schüren von Ängsten vor Folgen von Masseneinwanderung. Letzteres "wird als Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit und damit Verfassungsfeindlichkeit" gewertet, heißt es.


    (...)

    Wer jetzt aufmerksam mitgelesen hat, dem wird klar, dass alle problematischen Begriffe und Aspekte bereits von diversen Vertretern der AfD ausgesprochen und wiederholt verteten wurden. Wer das noch als "Teil des demokratischen Spektrums" sehen mag, darf das offiziell bis die Partei eben tatsächlich zum Verdachtsfalls erklärt wird oder gesteht sich alternativ jetzt schon ein, dass das Deckmäntelchen der Demokratie ganz andere Umtriebe und Ziele beschönigen soll. Die AfD zu verteidigen bedeutet einen menschenverachtenden, geschichtsrevisionistischen Diskurs zu verteidigen. Zumindest beim Geschichtsrevisionismus sind die Vetreter in diesem Thread, die die Wahl der AfD verteidigen, rechtfertigen, beschönigen allesamt auch ganz vorne mit dabei.


    Systematisch gesehen hält eine Demokratie das schon aus, problematisch wird es nur, wenn eben dieser geschichtsrevisionistische Diskurs ausgerechnet von den Leuten verteten wird, die kommende Generationen ausbilden und diesen eine demokratische Geisteshaltung im Bewusstsein der und unter Verantwortungsübernahme für die eigene Geschichte vermitteln sollen.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • ...was sie von der Mentalität her zu dummen Mitläufern deklassieren würde.Wenn deine Argumentation stimmen sollte, hast du soeben allen "Konservativen Wählern" der Möchtegernpartei die Intelligenz abgesprochen (um zB Geschichtsbücher zu kennen und dann Parteiprogramme zu verstehen).


    Schön, dass wir einer Meinung sind. Wer AfD wählt, ist also selber Nazi, oder zu dumm, die Augen aufzumachen.
    Hast du sehr gut erkannt, @Lehramtsstudent

    Glaubst du den Stuss, den du schreibst, eigentlich selber, Mis Jones? Deiner Argumentation zu folgen sind alle also auch alle Wähler der Linken, Grünen und SPD dumm oder Kommunisten bzw. Linksradikale? Es lebe die Verallgemeinerung.

  • ...Weder aus der Generation meiner Ur-Großeltern noch aus der Generation meiner Großeltern ist einer meiner Vorfahren noch am Leben.

    und das sagt uns was? Dass man Nazis wieder wählen darf? :gruebel:

  • und das sagt uns was? Dass man Nazis wieder wählen darf?


    Die AFD mit Nazis gleichzustellen ist eine bösartige Unterstellung der politischen Linken. Damit disqualifiziert du dich schon selbst. Waren alle CDU'ler vor 20 Jahren also auch Nazis?
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  • Oder sind deiner Argumentation nach alle Grünen pädophil und alle Linken Wähler Kommunisten? Da lassen die Stammtischparolen grüßen. Auch politische Positionen der gegenteiligen Richtung sollte man als gebildeter Mensch akzeptieren und mit Argumenten bearbeiten. Gerade als Lehrer sollte man dazu eigentlich im der Lage sein. Das macht eine Demokratie aus, auch wenns schwer fällt.

  • Die AFD mit Nazis gleichzustellen ist eine bösartige Unterstellung der politischen Linken. Damit disqualifiziert du dich schon selbst. Waren alle CDU'ler vor 20 Jahren also auch Nazis?


    An vorderster Front der AfD und in deren Reihen sind Neonazis. tibo hat sich die Mühe gemacht, einige zu nennen. Aber du wirst auch woanders fündig, das Schnellste wäre Wikipedia.


    Und warum die CDU in Sachsen nicht konservativ genug ist, das möchte ich gern wissen. Kennt irgendwer hier die Wahlprogramme? Und die Entwicklung des Landes unter der CDU? Was wären denn deiner Meinung nach Themen, womit die AfD hier gepunktet hat, was die CDU nicht bietet und die anderen Parteien nicht auf dem Schirm haben? Also alles außer der Angst vor Burkaträgerinnen und Schweinefleischentzug in der Kita versteht sich.

  • Auch politische Positionen der gegenteiligen Richtung sollte man als gebildeter Mensch akzeptieren und mit Argumenten bearbeiten.

    nein. genau dann nein, wenn diese positionen auf die abschaffung der demokratie zielen, und das ist bei einer partei, die rechtsradikale in ihren reihen akzeptiert, wohl eindeutig der fall. gruppenbezogene menschenfeindlichkeit und demokratie sind unvereinbar, genau wie der pluralismus des gg und die autoriären vorstellungen, die die afd vertritt. also nein, die afd ist nicht einfach nur eine weitere stimme im politischen diskurs einer pluralistischen demokratie, auch wenn sie sich gerne als solche darstellt.


    die afd ist "demokratisch", insofern sie demokratie als ausdruck eines imaginierten einheitlichen "volkswillens" versteht, der per mehrheitsbeschluss herauszufinden ist, aber nur für biodeutsche teilnehmer. die anderen gehören ja nicht zum "volkskörper" (rassismus lässt grüßen, sie vertreten einen ethnischen volksbegriff, der sich an abstammung ("reines blut") orientiert) dazu, meint die afd. minderheiten müssen anschließend die klappe halten, weil die mehrheit hat ja abgestimmt, also fertig. - das ist ein dmeokratieverständnis, das aus der radikalen rechten bekannt und verbreitet ist, und sehr deutlich nicht mit dem gg vereinbar. das gg setzt stattdessen auf pluralismus (--> minderheitenschutz!) und wehrhafte demokratie.


    und genau das müssen wir tun, uns wehren gegen afd und ihre anhänger. die mehrheit der afd-wähler in sachsen und brandenburg gibt übrigens selbst in umfragen, wo ja eigentlich soziale erwünschtheit bestimmter antworten die ergebnisse oft verfälscht, offen (!) zu, die afd vor allem wegen ihres programms ("gegen überfremdung", mir ist übel) zu wählen und eben *nicht* aus "protest" (was ja schon schlimm genug wäre, nazis wählen, um die demokratie zu ändern - bestenfalls dumm und/oder fahrlässig).

  • Oder sind deiner Argumentation nach alle Grünen pädophil und alle Linken Wähler Kommunisten? Da lassen die Stammtischparolen grüßen. Auch politische Positionen der gegenteiligen Richtung sollte man als gebildeter Mensch akzeptieren und mit Argumenten bearbeiten. Gerade als Lehrer sollte man dazu eigentlich im der Lage sein. Das macht eine Demokratie aus, auch wenns schwer fällt.

    Um die geht es in diesem Thread nicht, aber nette Rauchbombe. Sonst noch einen eigenen, konstruktiven Beitrag zur sachlichen Auseinandersetzung?

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Themenwechsel - nicht Nazis, aber Krieg, und Erinnerungen: In meiner Kindheit und Jugend gehörten zum Straßenbild Männer, denen ein Bein oder ein Arm fehlte, Handprothesen sah man auch immer wieder, oder eine Art Augenklappe am Kopf wie bei einem meiner Großonkel (Granatsplitter). Ein anderer Onkel ist im Krieg gefallen. Lehrer mit Kriegsverletzungen waren auch an den meisten Schulen. Das kennen Jüngere alles nicht mehr.

    meine jüngere ost-afd-bekanntschaft fände sowas eher cool und würde dann einen fahnenumzug für diese "helden des volkes" veranstalten wollen, "man muss doch was für unsere alten leute tun, das gehört sich so". ein imagnierter, angeblich kurz bevorstehender "bürgerkrieg" in der brd ist zudem ein lieblings-mem der afd und anderer rechter umtriebe in der ganzen westlichen welt (z.b. identitäre, dritter weg, uniter...). da passen doch versehrte biodeutsche kriegshelden super ins bild.

  • Klasse, sollen die sich erstmal in Empathie und Mitmenschlichkeit gegenüber Kriegsopfern, Kriegsflüchtlingen und teilweise (wenn ich z.B. an die Jesidinnen hier in BW denke) schwerst traumatisierten Opfern von Kriegsverbrechen üben. Seine Nächsten zu kennen hilft ja auch, um solche irrationalen Ängste abbauen zu können.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Auch politische Positionen der gegenteiligen Richtung sollte man als gebildeter Mensch akzeptieren...

    ...wenns denn welche wären.
    Es ist aber nur dumme Dampfplauderei.
    Und ich hab nun mal Dummheitsallergie.


    Also... wenn du nichts sinnvolles, vor allem gehaltvolles und intelligentes beizutragen hast...
    ...wieso postest du dann überhaupt?
    Napoleonkomplex?
    Wir kennen die Pseudoargumente der reaktionären Fraktion.
    Die sind heute genauso dumm und falsch wie schon immer und werden sich wohl nie ändern.
    Also... da wir nichts dafür können, dass du in Geschichte nicht aufgepasst hast, und "Konservative", "dumme Mitläufer" und "Nazis" allesamt gleich siehst... tja... lös dein Problem doch bitte anderswo, ja? Uns langweilt das...
    Gibt da bestimmt Spezialisten, zahlt vllt sogar die Krankenkasse.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

    Einmal editiert, zuletzt von Miss Jones ()

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