Wie geht ihr mit Lärm in der Schule um? Bitte um Tipps :)

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    • Wie geht ihr mit Lärm in der Schule um? Bitte um Tipps :)

      Guten Abend Zusammen,

      ich bin nach 15 Jahren wieder zurück an der Schule und arbeite seit 2 Wochen in der 5. und 6.Klasse einer Hautpschule in Düsseldorf. Es ist so laut bei uns an der Schule/ im Klassenraum, dass meine Ohren nun seit einigen Tagen komplett dicht sind. In einer Klasse speziell ist es extrem laut. Ich hatte dieses letzte Woche als Thema behandelt und habe das Gefühl, dass meine Schüler es verstanden haben. Jedenfalls viele davon. Es ist nun- im Vergleich zu den Tagen davor- (im Klassenraum) sehr ruhig. Momentan habe ich täglich Kopfschmerzen und Nackenschmerzen. Mein Hals, meine Ohren glühen. Nach dem Unterricht, sobald ich Zuhause bin, muss ich erst einmal für eine Stunde schlafen. Ansonsten bin ich zu nichts zu gebrauchen.

      Ich habe es mir nicht so stressig vorgestellt. :(

      Wie geht ihr mit der Lärmbelästigung um? Was kann ich tun, um mich zu ''schützen''?

      Viele liebe Dank im Voraus für Eure Ratschläge und Erfahrungen.

      Viele Grüße aus Düsseldorf
      Lillyfee
    • Ich bin kein Lehrer, aber habe ausgerechnet dazu eben was auf
      Youtube gesehen. Etwas, das man evtl. als Lehrer/in ausprobieren könnte. Es geht um "The Good Behavior Game". Die Klasse wird während des Unterrichts in zwei Gruppen geteilt. Jene, die sich am besten (am leisesten) verhält wird am Ende belohnt. Die besonders lauten SuS reagieren auf peer pressure scheinbar eher als auf LuL.

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    • BWGYM schrieb:

      Ich bin kein Lehrer, aber habe ausgerechnet dazu eben was auf
      Youtube gesehen. Etwas das man evtl. als Lehrer/in ausprobieren könnte. Es geht um "The Good Behavior Game". Die Klasse wird während des Unterrichts in zwei Gruppen geteilt. Jene, die sich am besten (am leisesten) verhält wird am Ende belohnt. Die besonders lauten SuS reagieren auf peer pressure scheinbar eher als auf LuL.
      Kann in der Praxis dazu führen, dass die SuS in der "schlechten" Gruppe erst recht aufdrehen, da es ja eh aussichtslos sei, mal eine Belohnung zu erhalten. Sinnvoller scheinen mir da Zwischenschritte, die von allen Gruppen erreichbar sind und die Kriterien im Lauf der Zeit etwa strenger zu machen. Und dann ist man nah an Klassikern des Classroom-Managements dran. Ich denke da an die schrittweise Einführung echter Stillarbeitsphasen (anfangs vlt. nur 1min, dann Zeiträume ausdehnen), feste Rituale für (Zwischen-)Fragen, Austauschphasen usw.

      Zur Ausgangsfrage: Mich hat in einigen Klassen vor allem die Lautstärke während Erarbeitungsphasen in Partner- und Gruppenarbeiten gestört. Das war nicht einmal böswillig von den SuS, sondern sie konnten einfach ihre eigene Lautstärke nicht einschätzen und haben sich unbewusst gegenseitig in der Lautstärke überboten. Also haben wir Mechanismen zum Selbstfeedback der Lautstärke entwickelt, danach war es sehr viel angenehmer.
    • @Seph Also laut der Studie, die im Video angeführt wird, kann es sogar langfristig vorteilhaft für die SuS sein (insbesondere für die lauten Jungs). Aber ausprobiert wird es selten. Vielleicht kann man beim nächsten Mal die Gruppe taktischer durchmischen, so dass auch die Unzufriedenen vom letzten Mal ein Erfolgserlebnis haben. :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von BWGYM ()

    • BWGYM schrieb:

      Ich bin kein Lehrer, aber habe ausgerechnet dazu eben was auf
      Youtube gesehen. Etwas, das man evtl. als Lehrer/in ausprobieren könnte. Es geht um "The Good Behavior Game". Die Klasse wird während des Unterrichts in zwei Gruppen geteilt. Jene, die sich am besten (am leisesten) verhält wird am Ende belohnt. Die besonders lauten SuS reagieren auf peer pressure scheinbar eher als auf LuL.
      Na das ist ja mal hilfreich. Super! Danke. Muss ich gleich mal testen. Hast du sonst noch was auf youtube gesehen?
    • Hallo und willkommen,

      ist es möglich, dass du auch eine gewisse Gewöhnungszeit brauchst? Unterrichten IST anstrengend, auch in nicht so lauten Klassen. 15 Jahre ist ja schon eine ziemliche Zeitspanne und man wird auch nicht jünger :D

      Lillyfee_de schrieb:

      Ich hatte dieses letzte Woche als Thema behandelt und habe das Gefühl, dass meine Schüler es verstanden haben. Jedenfalls viele davon. Es ist nun- im Vergleich zu den Tagen davor- (im Klassenraum) sehr ruhig.
      klingt danach, als ob es nicht so sehr um Disziplinprobleme ginge, sondern um Hibbeligkeit und Schaffens-/Quasselfreude? Dann hilft es vielleicht, den Unterricht kleinschrittiger zu planen, eher so wie man das in Klasse 2 tun würde. Also wieder aufschreiben, was man vor hat und jede Sequenz und vor allem jeden Übergang zu planen und auch im Verlauf bewusst zu steuern. "Legt eure Stifte hin, guckt nach vorne. Tim? Leg den Stift hin. Prima, jetzt hört zu. Pscht, der Mund ist zu, Alice. Wenn ich jetzt sage, erst dann, holt die Fensterreihe leise ihre Farbkästen aus dem Regal. Jetzt. Tom, wir geeehen. Toll, Max kann das besonders leise..." also mit wenig Sprache, aber so vom Prinzip. Und ggf. Bildkarten für bestimmte Phasen, die sich wiederholen, Rhythmen helfen.
    • Die meisten Klassenzimmer sind leider akustische Katastrophen. Gibt's denn Vorhänge, vielleicht einen Teppich, irgendwas was Schall schluckt? Das macht einen enormen Unterschied. Wenn du da so empfindlich bist würde ich mir in der Richtung was überlegen.
      Ich gebe in den Unterrichtsphasen auch eine Lautstärke vor
      : Flüsterphase, Stillarbeit,...

      Lautstärke visuell rückmelden macht auch Sinn. Hatte mir da Mal eine "Lärmampel" aus WhatsApp Smileys gebastelt. Hat wahre Wunder gewirkt.
    • Im Unterricht geht es bei mir - mit etwaigen Abstrichen, etwa wenn Wespe ins Klassenzimmer fliegt. Die Tipps oben sind gut.

      Was mich interessieren würde:

      Sind eure Schüler auch immer so laut, wenn sie in die Klasse kommen?
      Wie ist es mit Pausen?
      Schulhof?
      Flure, hallendes Schulgebäude?

      Das sind so Situationen, wo ich mir hin und wieder Oropax in die Ohren stecke. Der Geräuschpegel kommt einem Flughafen gleich.
    • Auct schrieb:

      Sind eure Schüler auch immer so laut, wenn sie in die Klasse kommen?
      Wie ist es mit Pausen?
      Schulhof?
      Flure, hallendes Schulgebäude?
      Eher nicht (quatschen halt)
      Laut
      Laut
      Laut


      Es gibt Lärmpegel-Apps, die eben (wie der Name schon sagt) den Lärmpegel messen und ab einem bestimmten Niveau Alarm geben (wenn der Alarm 3x die Stunde ertönt, gibt es irgendeine Konsequenz, Extraaufgabe oder nur noch Stillarbeit für den Rest der Stunde) oder sogar Apps, die bestimmte, unangenehme Geräusche abspielen können (z. B. Fingernägel auf Tafel kratzen o. Ä. :grimmig: ), habe ich aber selbst nicht ausprobiert.


      Ich habe lediglich so eine "Rezeptionsglocke" am Lehrerpult. Wenn ich da einmal (oder auch mehrmals) ordentlich raufhaue, ist auch schnell Ruhe.
    • Den Übergang von Pause mit völlig aufgedrehten Kindern ins Klassenzimmer haben wir mit Musik gelöst. Was entspanntes (Soundtracks eigenen sich sehr, zB. The Terminal). Die Klassen wissen, es muss so leise sein, dass die Musik hörbar bleibt. Flüsternd Material bereit legen und los geht's. Wenn noch Zeit ist und sie nochmal plaudern wollen müssen sie wieder vor die Tür.
      Die Klassen genießen es :)
    • Krabappel schrieb:

      Seph schrieb:

      ... Also haben wir Mechanismen zum Selbstfeedback der Lautstärke entwickelt, danach war es sehr viel angenehmer.
      darf ich fragen, welche das sind? Klingt interessant...
      Ausgangspunkt war ein Gespräch mit der Klasse über Belastungssituationen im Alltag, bei dem auch Schüler rückmeldeten, dass sie nach einem Schultag in solchem Lärm total fertig sind und seitens der Schüler ebenfalls das Interesse bestand, den Geräuschpegel zurückzufahren. Neben eher klassischem Einsatz von "Lärmwächtern" analog zu Zeitwächtern in Gruppenphasen haben wir im wesentlichen vier miteinander vernetzte Maßnahmen in unsere gemeinsame Arbeit eingeführt:

      -> gezieltes Training der Abfolge "konsequente Stillarbeit" -> "Austauschphase Tandems oder Kleingruppen" --> "Vorstellung, Austausch Plenum" über erst kurze, dann länger werdende Zeiträume
      -> für kurze Austauschphasen konsequentes Flüstern als einzig tolerierte Lautstärke, Selbstkontrolle durch Berühren des eigenen Halses mit der Hand: beim Flüstern vibriert da nichts, beim Sprechen schon. Nach kurzer Zeit hat
      bereits das rein optische Signal, die Hand zum Hals zu führen, als Erinnerung ausgereicht
      -> für längere Austauschphasen Erweiterung des Raums auf Tische im Flurbereich oder draußen (muss die Raumsituation hergeben), dann kann in einem Bereich still gearbeitet und im anderen bereits gesprochen werden
      -> in Plenumsphasen konsequentes zurücksetzen von "Dränglern", dadurch kein Schnippsen oder herein rufen mehr. Auch das wurde mit der Klasse vorab besprochen und gilt immer nur für den Moment. Ohne Schnippsen u.ä.
      werden die betreffenden Schüler gerne sofort wieder eingebunden.
    • Ich habe auch gute Erfahrungen mit unmittelbarem, technikgestütztem Lautstärkefeedback gemacht. Wenn "neutrale" Technik aufzeigt, dass es zu laut ist, dann scheint mir das wirksamer zu sein, als wenn ich mich persönlich über die Lautstärke beklage. Eine Möglichkeit wäre z.B. die Nutzung folgendem Tools: schule.at/tools/werkzeuge-fuer…taerke-visualisieren.html
      Dafür braucht man natürlich ein Notebook (aufgrund des üblicherweise eingebauten Mikros, welches in einem normalen Desktop PC idR. nicht integriert ist) und einen Beamer im Klassenzimmer.

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    • EducatedGuess schrieb:

      Die meisten Klassenzimmer sind leider akustische Katastrophen. Gibt's denn Vorhänge, vielleicht einen Teppich, irgendwas was Schall schluckt? Das macht einen enormen Unterschied. Wenn du da so empfindlich bist würde ich mir in der Richtung was überlegen.
      Die Diskussion hatten wir an meiner Schule auch schon einmal, wir haben überall Parkettboden und es hallt ganz ordentlich. Teppichböden sind leider völlig unmöglich aufgrund neuer Regularien beim Brandschutz.
    • mi123 schrieb:

      Die Diskussion hatten wir an meiner Schule auch schon einmal, wir haben überall Parkettboden und es hallt ganz ordentlich. Teppichböden sind leider völlig unmöglich aufgrund neuer Regularien beim Brandschutz.
      Tragen die Schüler (und Lehrer) Hausschuhe?
      Haben die Stühle Fußbodenschoner?
      Habt ihr schallabsorbierende Materialien und Gegenstände?
      Deckenelemente?
      Gardinen/Vorhänge/Korkwände?

      (auch Rückfragen an die Threaderstellerin)

      Man kann schon manches verbessern, auch wenn ich froh über unsere Teppichböden bin.
    • mi123 schrieb:

      Die Diskussion hatten wir an meiner Schule auch schon einmal, wir haben überall Parkettboden und es hallt ganz ordentlich. Teppichböden sind leider völlig unmöglich aufgrund neuer Regularien beim Brandschutz.
      Teppich ist definitiv erlaubt. Das wird nur nicht gerne gemacht, weil es teurer zu reinigen ist. Da stellen sich die Schulträger gerne mal quer, wenn wir das für unsere schwerhörigen Schüler empfehlen und nehmen lieber die schallabsorbierenden Wandpanele.
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