Patzige Schüler in der Berufsschule

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    • Patzige Schüler in der Berufsschule

      Hallo,

      ich hatte eine komische Situation mit einer Schülerin aus der Berufsschule (1. Lehrjahr, Probezeit)

      Wer hatte das schon mal, dass eine Schülerin/ein Schüler immer patzig reagiert? Es ist immer so eine komische Art, die mich einfach nervt. Bei Ansprache nach dem Unterricht ist sie immer patziger geworden.

      In solchen Situationen fühle ich mich teilweise handlungsunfähig, weil wir keinen Maßnahmenkatalog haben. Der Klassenlehrerin ist das auch aufgefallen, aber es gibt keine Konsequenzen. Sie denkt, es geht immer um ihr Wohlbefinden. Ich habe das Gefühl, dass sie es nicht akzeptiert, wenn es nicht so läuft wie sie will.

      Und dann immer dieses überheblich patzige Verhalten ...

      Wie reagiert ihr da so?

      danke
    • Wie ich da reagiere? Gar nicht! Irgendwann wird sie es selbst merken, dass sie bei mir da auf Granit beißt.

      Im Moment habe ich eine Schülerin in der 13, die seit Ende letzten Schuljahres schmollt weil sie „nur“ 12 NP in ihrer GfS bekommen hat.

      Nun, soll sie doch. Mein Schaden ist das nicht. Nur ihrer. Aber da wird sie auch irgendwann selbst drauf kommen.
    • Erste Regel: Entspannt bleiben.

      Jugendliche in diesem Alter reagieren mitunter patzig - das ist sicherlich nicht schön, aber ganz oft nicht zu ändern. Ich würde in der nächsten Ansprache klare Worte dazu finden und mir einen freundlicheren Tonfall erbitten.
      Wegen so etwas gleich mit "Konsequenzen" zu drohen, halte ich für nicht zielführend. Das wird dann schnell ein Machtk(r)ampf, bei dem es nichts zu gewinnen gibt.
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • "Sag das mal freundlich, ich kann nix für deine schlechte Laune", "jetzt reg dich erst mal ab und dann sagst du nachher in Ruhe, was los ist" oder kurz "falscher Ton". Du musst dich nicht anblaffen lassen. Und wichtigstes Werkzeug: nichts persönlich nehmen- ihre Laune ist bei ihr, deine Laune bei dir und dazwischen ist eine unsichtbare Grenze.

      Ansonsten gilt meist: a) aussprechen, was du empfindest oder b) spiegeln, was du hörst. Mit diesen beiden Techniken kommt man ganz gut durch den Kommunikationsalltag ;)
    • Krabappel, ich frage mich, wie Du so in echt als Kollegin drauf bist - und das meine ich in diametraler Abgrenzung zu dem letzten persönlichen Kommentar, den Du hier abbekommen hast. Es wäre bestimmt amüsant, Dich im Lehreralltag mal "live" zu erleben. ;)
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • Bolzbold schrieb:

      Krabappel, ich frage mich, wie Du so in echt als Kollegin drauf bist - und das meine ich in diametraler Abgrenzung zu dem letzten persönlichen Kommentar, den Du hier abbekommen hast. Es wäre bestimmt amüsant, Dich im Lehreralltag mal "live" zu erleben. ;)
      Ich finde, wir sollten mal einen anonymen Stammtisch im real life organisieren. Würde mich interessieren, ob man sofort wüsste, wer wer ist :D
    • Trantor schrieb:

      Ich kenne das gar nicht anders :P
      Merke auch gerade, wie sehr man sich daran gewöhnt, (Förder)schülern soziale Selbstverständlichkeiten zu erklären, bzw. deren Sprachrohr zu werden und alles zu verbalisieren.

      Heute z.B.: Da stehen sich Kinder gegenüber und schnauzen sich an, A zeigt auf B, A: "der hat doofe Wörter mit Sex und so gesagt" B reißt die Hände hoch: "ey, was? ich hab bloß blablub gesagt, aber der hat mich geschubst!". A geht drohend einen Schritt auf B zu: "joa, klar Alter, lüg nicht, du hast das und das gesagt!!" Sie bauen eine Drohkulisse vom Feinsten auf, ganz so, wie sie's im Ghetto von den Großen kennen. Wir sagen dann sowas wie "hast du's gehört? Leon mag keine Wörter mit Sex auf dem Schulhof. Die sind hier tabu". Und zum andern: "Schubsen tut weh, Hans will nicht geschubst werden. Ihr spielt jetzt dort und du da drüben". Wie im Kindergarten.

      Bei den Großen sind's dann andere Themen, aber letztlich dasselbe. Setz dich jetzt hin/ich freu mich, dass du heute da bist/sprich freundlich/sie mag es nicht, wenn man ihre Geheimnisse ausplaudert/du musst jetzt täglich duschen/dir geht's heute nicht gut, stimmt's?/Magst du erzählen, was los ist?/guck nach vorn/das macht dich wütend/oh, das ist traurig, natürlich darf man da weinen/schluss jetzt, das nervt...

      Also alles neben, nach und zwischen Unterricht versteht sich, weil wen interessieren schon Brüche und LouisXIV :hammer:
    • Frank33 schrieb:

      Hallo,

      ich hatte eine komische Situation mit einer Schülerin aus der Berufsschule (1. Lehrjahr, Probezeit)

      Wer hatte das schon mal, dass eine Schülerin/ein Schüler immer patzig reagiert? Es ist immer so eine komische Art, die mich einfach nervt. Bei Ansprache nach dem Unterricht ist sie immer patziger geworden.

      In solchen Situationen fühle ich mich teilweise handlungsunfähig, weil wir keinen Maßnahmenkatalog haben. Der Klassenlehrerin ist das auch aufgefallen, aber es gibt keine Konsequenzen. Sie denkt, es geht immer um ihr Wohlbefinden. Ich habe das Gefühl, dass sie es nicht akzeptiert, wenn es nicht so läuft wie sie will.

      Und dann immer dieses überheblich patzige Verhalten ...

      Wie reagiert ihr da so?

      danke


      Ist mir ein bisschen zu unkonkret. Aber patzige, zickige Schüler und Schülerinnen gibt es doch zuhauf - und Erwachsene auch!

      Ob man das "wegerziehen" kann?
      "Aus Niederlagen kann man auch gestärkt hervorgehen." (AUS: Günter Görlich: Eine Anzeige in der Zeitung)
    • Krabappel schrieb:

      Wie im Kindergarten.
      DAS finde ich auch, zumindest kann man den Kindern in der Grundschule genau das auch vorhalten und sagen, dass sie sich wie Kleinkinder benehmen, obwohl man anderes erwarten kann.

      Allerdings ist es oft bei Erwachsenen nicht besser, lernen am Vorbild!
      Die Kinder werden erwachsen, aber zumeist denkt man, sie würden noch im Sandkasten sitzen und sich mit Sand bewerfen.

      ... leider bleibt es nicht bei Sand.
    • Ich fahre mit der Strategie 'kill them with kindness" recht gut. Oft wollen die "lieben Kleinen" einfach provozieren und stänkern, der Spass daran verfliegt jedoch recht schnell, wenn man genau gegenteilig reagiert. Außerdem kommt dann oft noch der soziale Druck dazu, wenn außenstehende sus das Ganze beobachten und empört darauf reagieren, dass Schüler xys Patzigkeit auf Frau Hannelottis Freundlichkeit trifft. Da kommen dann ganz gerne mal Sätze wie "man wie asozial bist du denn, Frau Hannelotti geht so freundlich mit dir um und du benimmst dich wie ein Vollassi" :P Ich lasse mich grundsätzlich nicht von Patzigkeit zu Konfrontationen hinreißen, sowas schaukelt sich dann nur unnötig hoch und da behalte ich lieber das Zepter in der Hand indem ich mich nicht von einem Schüler ins Gefecht ziehen lasse. Den spielraum räume ich meinen sus nämlich nicht ein, über mein Verhalten bestimmen zu können. Wenn also jemand Bock auf Stunk hat, muss er sich wohl jemand anderen suchen, ich lasse mich dazu jedenfalls nicht herab. Bisher hat das auch bei schweren Fällen immer geholfen und auf lange Sicht dazu geführt, dass die SuS mein Verhalten spiegeln und sich in meiner gegenwart sehr höflich zeigen. Bei KuK, die sich auf Krawallspielchen einlassen beobachte ich oft ein sehr unangenehmes Klima im Unterricht das entweder von extremem Druck und Härte durch die Lehrkraft bestimmt ist oder durch unfassbare Unverschämtheit der SuS. Und das wäre mir persönlich zu anstrengend.
    • @Hannelotti so ähnlich mache ich das an der Hauptschule auch. Ich bin zwar wirklich das Sprachrohr der Kinder, so wie Krabappel beschrieben hat, aber meine Grundhaltung dabei ist eigentlich konsequent freundlich und ruhig. Dass die Kinder das irgendwann spiegeln, kann ich nur bestätigen. Außer die psychisch erkrankten, die schaffen das halt nicht unbedingt und davon haben wir einzelne in den Klassen mit drin...ansonsten läuft die Strategie gut :)
      Ich tippe am Handy.