9000€ brutto im Monat (zum Einstieg), 22 Zeitstunden Arbeit (netto) pro Woche, max. 4 Jahre Ausbildung

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    • FrauZipp schrieb:

      wie heisst es hier so oft:

      Augen auf bei der Berufswahl
      Jupp. Wenn man sie dabei zu hatte, verbringt man womöglich den Rest seines Lebens damit, in Berufsforen herumzunörgeln. Gott bewahre.
      "Und hast du die Ausrufezeichen bemerkt? Es sind fünf. Ein sicheres Zeichen dafür, daß jemand die Unterhose auf dem Kopf trägt." (T. Pratchett)
    • Viel interessanter als die Kohle finde ich das hier:
      "Für extreme Fälle gibt es außerdem die Möglichkeit, das CISM (Critical Incident Stress Management) Programm in Anspruch zu nehmen. In dem Programm arbeitet man die Situation mit erfahrenen Psycholog*innen auf und spricht darüber, woran es lag, dass das kritische Ereignis eingetreten ist, um sich nicht zu sehr dadurch zu belasten und die Arbeit mit nach Hause zu nehmen."
      Das hätte ich auch gerne, denn kritische Ereignisse habe ich an unserer Schule mehr als genug.
    • FrauZipp schrieb:

      Augen auf bei der Berufswahl
      Genau deshalb schreibe ich ja hier. Gibt ja genug unbedarfte potentielle Lehramtsstudent*innen, die man noch rechtzeitig auf den "rechten Weg" bringen könnte...

      Freakoid schrieb:

      Das hätte ich auch gerne, denn kritische Ereignisse habe ich an unserer Schule mehr als genug.

      Frage doch enfach beim Kultusministerium deines Vertrauens nach solchen Unterstützungsangeboten. Trendige Stichworte, die dir bei deiner Argumentation helfen könnten: "Bildungsrepublik Deutschland", "Bildung ist der einzige Rohstoff in Deutschland", "Steigerung der Attraktivität des Lehrersberufs um dem Lehrermangel entgegenzuwirken", "Bildung ist unsere Zukunft", "Inklusion und Integration verdienen nur das Beste"...

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen
    • In unserer Gesellschaft kann man noch so viel darüber diskutieren was eine Arbeit wert sein sollte.
      Manche hier im Forum diskutieren heftig darüber, als ob sie tatsächlich mehr verdienen würden, wenn sie die anderen davon überzeugten, dass sie doch nun wirklich mehr verdient hätten - weil Ihre Arbeit so anstrengend sei, wg. ihrer Qualifikation oder gar "Verantwortung".

      Was die Arbeitet tatsächlich Wert ist, sieht man am Gehaltszettel.
    • Morse schrieb:

      Was die Arbeitet tatsächlich Wert ist, sieht man am Gehaltszettel.
      Richtig. Im Sinne von "Wert für unser (kapitalistisches) Wirtschaftssystem". Und das hat NICHTS mit z.B. der "Verantwortung für Menschenleben" zu tun!

      Gruß !

      ps: Und wer immer noch nicht kapiert hat, warum Fluglotsen soviel verdienen, der sehe sich die Verkaufspreise eines Airbus an...
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Mikael ()

    • Mikael schrieb:

      Morse schrieb:

      Was die Arbeitet tatsächlich Wert ist, sieht man am Gehaltszettel.
      Richtig. Im Sinne von "Wert für unser (kapitalistisches) Wirtschaftssystem". Und das hat NICHTS mit z.B. der "Verantwortung für Menschenleben" zu tun!
      Ja.
      Menschenleben bzw. Arbeitskräfte sind schon auch im Kapitalismus noch einiges Wert, sonst gäbe es keine Familienpolitik, aber wie viel ein Menschenleben wert ist, muss erst mal ausgerechnet werden - dafür gibt's dann z.B. die Gesundheitspolitik.
    • Mikael schrieb:

      FrauZipp schrieb:

      Augen auf bei der Berufswahl
      Genau deshalb schreibe ich ja hier. Gibt ja genug unbedarfte potentielle Lehramtsstudent*innen, die man noch rechtzeitig auf den "rechten Weg" bringen könnte...
      Nachdem du nicht müde wirst zu betonen, dass heutzutage quasi nur noch menschliches Knäckebrot oder in anderen Bereichen gescheiterte Existenzen den Schuldienst anstreben darf man wohl getrost annehmen, dass dir dies von allen möglichen Aspekten kein Anliegen ist.
    • Mikael schrieb:

      Morse schrieb:

      ... aber wie viel ein Menschenleben wert ist, muss erst mal ausgerechnet werden ...
      Ich bin sicher, dass das an entsprechender Stelle schon alles ausgerechnet worden ist. Aber die Ergebnisse fallen dann sicherlich unter "Geschäftsgeheimnis" oder "Verschlusssache" ...
      Teilweise schon: die Versicherungen, Krankenhäuser und Medikamentenhersteller müssen ja Gewinne erwirtschaften und konkurrieren in einem Markt.
      Teilweise auch nicht: Pflegesätze, Sozialleistungen usw. sind ja öffentlich/transparent.
    • Unabhängig vom Gehalt:

      Die Fluglotsen in dem Artikel müssen regelmäßige, lange Pausen machen, weil sie immer hochkonzentriert sein müssen und in kürzester Zeit viele Entscheidungen treffen müssen.
      Mal abgesehen davon, dass ich durchaus finde, dass Fluglotsen mehr Verantwortung finden. Die Stressbelastung durch diese 100% geistige Anwesenheit und die vielen Entscheidungen ist tatsächlich vergleichbar mit dem Lehrerberuf. Das kann man eben nicht mit einem Bürojob vergleichen, wo man mal rumträumen kann.
      Ich halte es für unzumutbar, dass Lehrer so viele Stunden unterrichten müssen. Wenn man bedenkt, dass bei 6 Schulstunden am Stück ganz realistisch ofmtals Null Minuten Pause dazwischen sind (denn wir wissen alle, was in den "Pausen" abläuft), in Verbindung mit diesem hohen Level an benötigter Aufmerksamkeit und der Anzahl an Entscheidungen, dann sollte man schon mal überlegen, ob da nicht einmal etwas reformiert werden sollte.
      Kraftfahrer haben ihre vorgeschriebenen Pausen / Lenkzeiten, Fluglotsen machen laut Artikel richtig lange Pausen und arbeiten netto wenig, aber Lehrer schickt man gerne mal in Schultage mit 6 Stunden Unterricht am Stück ohne Pause, und danach noch schön Konferenz oder am Abend Elternabend.
    • Ich bin da voll bei dir, dass wir ebenfalls einen Beruf haben, der hohe Aufmerksamkeit und eine hohe Frequenz von Entscheidungen mit sich bringt. Ein Moment der Unaufmerksamkeit führt hier i.d.R. aber nicht gleich zum Verlust von 200 Leben. Und das bringt mich zum hier schon öfter geäußertem Standpunkt zurück, der aber nicht salonfähig zu sein scheint: Eigenverantwortung als Lehrkraft und als Kollegium.

      Ich plane für mich im Unterricht öfter Arbeitsphasen der Schüler ein, in denen diese z.B. mal über 20min eigenständig arbeiten. Bei entsprechend einzuführenden Arbeitsstrukturen und geeignetem Material tauchen dann auch nicht ständig Nachfragen auf, die man Schülern auch teils abtrainieren kann. Damit entstehen natürlich keine Pausen, aber zumindest Zeiträume, die einen auch im Unterricht etwas entspannen lassen können.

      Als Kollegium kann man z.B. vereinbaren (und in Schule leben), dass im Lehrerzimmer nicht ständig zur Tür gesprungen wird, wenn Schüler anfragen oder dass man schlicht nicht ansprechbar ist in dieser Zeit. Dadurch kann man sich durchaus so etwas wie eine 15min Pause verschaffen, wenn man nicht gerade zur Aufsicht eingeteilt ist. Hilfreich ist es auch zu vereinbaren, z.B. die Kaffeeküche als "schulfreie Zone" zu betrachten, in der nicht über Klasse x und Schüler y gesprochen wird. Noch besser natürlich, wenn ein eigens eingerichteter Ruheraum mit Ruhegebot zur Verfügung steht. Ich will nicht behaupten, dass das einfach zu realisieren ist oder gar alle Probleme löst. Aber wir sind den Belastungen in unserem Beruf auch nicht hilflos ausgeliefert.