Die Gemeinschaftsschule in Sachsen (Kl. 1-12) kommt

  • CDL: Wünschst du dir manchmal, dass du deinen Unterricht auf nur einer statt 5 Niveaustufen halten könntest? In meinen Augen ist das einer der Schwachstellen der Gesamtschule bzw. von Inklusionsklassen, da du schließlich auch nicht nur ein Fünftel des Deputats leisten musst, oder? Es ist zwar illusorisch, zu denken, dass eine reine Realschulklasse absolut homogen ist, aber der Abstand zwischen dem leistungsschwächsten und dem leistungsstärksten Schüler ist ein gutes Stück kleiner, was einfach den Arbeitsaufwand für die Vorbereitung des Unterrichts signifikant schmälert.
    Und wenn Lehrer einfach mal egoistisch denken würden, müssten sie sich doch politisch für eine Reduktion des Arbeitsaufwandes außerhalb des Unterrichts auf ein vertretbares Minimum einsetzen, oder?


    Zu den Arbeitsplänen: Als leistungsstarker Schüler liebte ich diese Arbeit damals. Aber ich kann verstehen, was bei leistungsschwachen Schülern gegen sie spricht. Man muss jede Station wirklich penibelst planen, um am Ende nicht wegen jeder Kleinigkeit gefragt zu werden. Am Ende soll diese Unterrichtsmethode auch den Lehrer entlasten, was jedoch schnell in umfangreiche Unterrichtsplanung umschwenken kann.

  • CDL: Wünschst du dir manchmal, dass du deinen Unterricht auf nur einer statt 5 Niveaustufen halten könntest? In meinen Augen ist das einer der Schwachstellen der Gesamtschule bzw. von Inklusionsklassen, da du schließlich auch nicht nur ein Fünftel des Deputats leisten musst, oder? Es ist zwar illusorisch, zu denken, dass eine reine Realschulklasse absolut homogen ist, aber der Abstand zwischen dem leistungsschwächsten und dem leistungsstärksten Schüler ist ein gutes Stück kleiner, was einfach den Arbeitsaufwand für die Vorbereitung des Unterrichts signifikant schmälert.

    Ich höre als Antwort auf deine Frage gerade direkt nicht nur mein halbes Kollegium, sondern viele Lehrerinnen und Lehrer, die "klassische" Realschullehrkräfte sind laut "ja" schreien. Ich selbst kenne es nur so wie es jetzt ist mit den verschiedenen Niveaustufen und ja, zu Beginn hat mit mich das überfordert, vor allem, weil ich keine KuK hatte, die sich damit bereits auskannten und mich anleiten konnten im Ref. Da wäre auch meine Antwort ein klares "ja" gewesen. Inzwischen habe ich mich eingearbeitet, weiß gerade meine Inklusionsklasse unglaublich zu schätzen und würde das nicht missen wollen, obgleich es soviel Arbeit ist, weil es einfach auch wahnsinnig befriedigend ist in so einem Setting erfolgreich mit den SuS zu arbeiten und diese fachlich und auch sozial voranzubringen. Das liegt aber auch sehr stark an dem hervorragenden Personalschlüssel in unserer Inklusionsklasse, der keineswegs repräsentativ wäre. Müsste ich Inklusion unter Bedingungen ermöglichen wie viele Mitanwärter das an ihren Schulen mussten, würde ich mich wohl schlichtweg überfordert und überlastet fühlen.
    Mit Heterogenität müssen wir alle an allen Schulformen und in allen Klassen täglich arbeiten, insofern ist es genau genommen illusorisch jemals nur eine Niveaustufe zu erwarten oder sich wünschen zu wollen- zumindest, wenn man den SuS wenigstens annähernd gerecht werden möchte. Leistbar ist das aber eben nur bei entsprechender Personaldecke, ausreichender Ausstattung (Räume für äußere Differenzierung, Materialien,..) und beispielsweise Teamteaching in entsprechenden Lerngruppen (gerade die Inklusion erfordert das finde ich ausnahmslos, will man in einer Klasse von 25-30SuS für die verschiedenen Niveaustufen guten Unterricht planen und durchführen), andernfalls bluten wir Lehrkräfte letztlich nur aus. Die Ergebnisse auch der aktuellen PISA-Untersuchung zeigen ja, dass es erforderlich ist, gerade das untere Fünftel unserer SuS besser zu fördern, besser abzuholen, besser zu unterstützen bei der Ausbildung ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Wenn die Politik das irgendwann einmal ernsthaft angehen möchte, wird es ohne entsprechende Investitionen in die entsprechenden Schulformen und vorher bereits in die frühkindliche Bildung von Kindern aus bildungsferneren Familien, bzw. Familien ausländischer Herkunft nicht möglich sein tatsächlich etwas für diese Gruppen von SuS zu verändern.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    2 Mal editiert, zuletzt von CDL ()

  • ...
    Und wenn Lehrer einfach mal egoistisch denken würden, müssten sie sich doch politisch für eine Reduktion des Arbeitsaufwandes außerhalb des Unterrichts auf ein vertretbares Minimum einsetzen, oder?

    Absolute Zustimmung, nur: die Gesamtschule kommt ja nun bei uns auch. Die Frage ist also nicht ob, sondern wie.

  • Ich bin zwar eher gegen das Gemeinschaftsschulkonzept, aber für diejenigen, die unter diesen Bedingungen arbeiten müssen (z.B. auch @CDL in ihrer Inklusionsklasse): Wäre es denn möglich, das Klassenkonzept auszuhebeln und es gibt statt "7a Mathe", "7b Mathe", "7c Mathe" "7 Mathe leicht", "7 Mathe mittel", "7 Mathe schwer"? In jedem Kurs werden dieselben Inhalte vermittelt, aber auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, und jeden Morgen können die Schüler einschätzen, ob sie lieber in den leichten, den mittleren oder den schweren Kurs gehen möchten. Das hätte den Vorteil, dass die Lehrkraft nicht mehr drei- oder gar fünffach differenzieren müsste, sondern nur für die jeweilige Niveaustufe. Wie dann auf dieser Grundlage Benotung funktioniert, da bin ich überfragt, aber es wäre zumindest eine Idee, denn bei einem Vollzeitdeputat und realen Arbeitsbedingungen ist Fünffachdifferenzierung nicht lange durchhaltbar für jemanden, der nicht irgendwann mit Burnout in der Klinik landen möchte...

  • Lindbergh: So wird es üblicherweise gemacht.Es wird eine äußere Differenzierung gefahren und G-bzw. E-Kurse eingerichtet.


    An meiner Schule läuft es so, dass wir sämtliches Material im Fachteam aufgeteilt haben und einzelne Lehrkräfte Material für bestimmte Themen aufbereiten, das dann individuell von den SuS bearbeitet wird. So haben wir im Unterricht, Zeit für die Unterstützung von einzelnen Schülern. Das klappt und niemand arbeitet sich krumm.

    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

  • Das ist sehr wünschenswert. Leider habe ich bei uns die Erfahrung gemacht, dass Kollegen gerne mein Material annehmen und nutzen, ich aber keines im Gegenzug bekomme. Irgendwann habe ich dann aufgehört zu teilen, weil ich es nicht einsehe.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Wir haben das konzeptuell verankert. KuK, die dazu nicht bereit wären, gibt es nicht. Dennoch zoffen wir uns selbstverständlich von Zeit zu Zeit über die inhaltliche und methodische Ausgestaltung. So bleibt es schön im Fluss ;)

    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

  • Das heißt, in deinen Förderschulklassen sind die Gruppen automatisch homogen? Oder findet zwischen den je 5-10 Jugendlichen keine Segregation statt?

    Nö, unsere Gruppen sind alles andere als homogen. Ich kann aber jeden viel besser im Blick haben und die SuS kennen sich untereinander auch viel besser. Manche sind seit der Vorklasse in einer Lerngruppe. Aus dem Weg gehen ist nur bedingt möglich. Es gibt auch nicht so eine große Gruppendynamik wie in Regelschulklassen. Woher soll sie auch kommen?

  • Ich bin zwar eher gegen das Gemeinschaftsschulkonzept, aber für diejenigen, die unter diesen Bedingungen arbeiten müssen (z.B. auch @CDL in ihrer Inklusionsklasse): Wäre es denn möglich, das Klassenkonzept auszuhebeln und es gibt statt "7a Mathe", "7b Mathe", "7c Mathe" "7 Mathe leicht", "7 Mathe mittel", "7 Mathe schwer"? In jedem Kurs werden dieselben Inhalte vermittelt, aber auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, und jeden Morgen können die Schüler einschätzen, ob sie lieber in den leichten, den mittleren oder den schweren Kurs gehen möchten. Das hätte den Vorteil, dass die Lehrkraft nicht mehr drei- oder gar fünffach differenzieren müsste, sondern nur für die jeweilige Niveaustufe. Wie dann auf dieser Grundlage Benotung funktioniert, da bin ich überfragt, aber es wäre zumindest eine Idee, denn bei einem Vollzeitdeputat und realen Arbeitsbedingungen ist Fünffachdifferenzierung nicht lange durchhaltbar für jemanden, der nicht irgendwann mit Burnout in der Klinik landen möchte...

    Das ist dann halt aber keine Inklusion mehr. An meiner Inklusionsklasse sehe ich, was bei entpsrechender Personaldecke möglich ist für alle Kinder in so einer Klasse. Ich habe viele sehr leistungsschwäche SuS in der Klasse, diverse Förderschwerpunkte, Nachteilsausgleich und daneben Kinder auf Gym-Niveau. Alle profitieren voneinander, weil das Setting es erlaubt, die verschiedenen Lernbedürfnisse und -voraussetzungen und Lerntempi so zu verzahnen, dass die Klasse sich gegenseitig stärkt. Die Klasse ist sowohl methodisch im Bereich des kooperativen Lernens, als auch in der sozialen Entwicklung ihrem Alter weit voraus, fachlich sind alle auf dem Stand, auf dem sie sein sollen und können mit ausreichend Angeboten für die Leistungsträger schneller arbeiten zu können. Das zu trennen in Form einer äußeren Differenzierung wäre ein ernsthafter Verlust. Dieser wäre zwar unumgänglich ohne unsere Personalsituation in dieser Klasse (in ca. 2/3 der Wochenstunden kann Teamteaching stattfinden), aber ist meines Erachtens nicht der erstrebenswerte Weg, nur der, den man ggf. halt gehen muss, um mangels entsprechenden Personals eine solche Situation gesund stemmen zu können.


    Wir haben in 2 Jahrgangsstufen in den Hauptfächern versuchsweise in diesem Schuljahr äußere Differenzierung im Sinne der Prüfungsvorbereitung, weil wir auch noch nicht sicher sind, wie der richtige Weg für uns und unsere SuS sein kann. Ob dies unser Weg werden wird, wird sich zeigen bzw. wird am Schuljahresende geprüft und gemeinsam in einer GLK entschieden werden.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • das ist halt der wahnsinnsluxus, doppelsteckung. das ist hier undenkbar. man ist ja schon froh, wenn der pflichtunterricht nicht entfallen muss mangels lehrkraft. darf ich fragen, welche leute dann in den 1/3 der stunden ohne doppelsteckung überleben? und wer teilt die teams ein? (mit manchen kollegen ist sowas ja ein traum, mit anderen möchte ich bitte niemals nie in einem raum eine klasse bespaßen müssen, völlig inkompatibel). wie sehr muss man sich verbiegen? wie groß sind eure lerngruppen? (biete 34 in den großen, 30 in den kleinen gruppen, 25 in der oberstufe).

  • Ich las heute in der GEW-Zeitung einen Artikel über die Benachteiligung der Oberschule, die eigentlich das "Kernstück" des sächsischen Schulsystems sein sollte. Stattdessen: überproportional...
    ...niedrige Stellenbesetzung
    ...viele Quereinsteiger/ Schulartfremde
    ...viel Inklusion
    ...viel Migration


    Und ewiger Zirkus um stufengleiche Höhergruppierung, zähe Reisekostenantragserstattungen, nicht bearbeitete Anfragen an die Behörden usw.


    Vielleicht wäre eine behördlich organisierte Aufwertung der Oberschulen und ihrer Lehrer*innen mal ein Anfang in Sachen Gleichbehandlung von Schüler*innen. Wären Oberschulen kleiner und besser ausgestattet als Gymnasien, würde es manchem an Bildung interessierten und besser situierten Elternteil leichter fallen, sein Kind dort anzumelden.


  • Dasselbe kleine Drama hat sich in BaWü rund um die Realschulen abgespielt; erst unter Eisenmann hat sich die Lage wieder etwas verbessert, aber im Grunde ist der Fortbestand der Realschulen weiterhin nicht gesichert. Man wollte sie ja quasi durch die Hintertür entsorgen unter der rot-grünen Landesregierung (Einführung G-Niveau u. Hauptschulabschlussprüfung).


    Das ist bzw. war eine Bildungspolitik, die meilenweit an echter Bildungsgerechtigkeit vorbei plant und agiert. Es geht/ging nur darum, möglichst alle in einen Topf zu packen wo mit großem Etikett "kunterbunte Vielfalt" drauf zu lesen ist. Was sich in diesem Topf abspielt, war (und ist) so gut wie egal.

  • @Buntflieger: Was sagen denn die Bürger (insbesondere eure Eltern) zu dieser Handhabe des Sek I-Schulsystems in BW? Zufrieden oder weniger? Könnte es Grund genug sein, die Grünen bei der nächsten Wahl abzuwählen? Ich meine, dass Unzufriedenheit mit der Umsetzung von Inklusion bei der letzten NRW-Wahl zum Wechsel von SPD zu CDU führte...

  • @Buntflieger: Was sagen denn die Bürger (insbesondere eure Eltern) zu dieser Handhabe des Sek I-Schulsystems in BW? Zufrieden oder weniger? Könnte es Grund genug sein, die Grünen bei der nächsten Wahl abzuwählen? Ich meine, dass Unzufriedenheit mit der Umsetzung von Inklusion bei der letzten NRW-Wahl zum Wechsel von SPD zu CDU führte...

    Ich bin zwar nicht Buntflieger, kenne das Ganze aber auch. Am Anfang haben relativ viele ihre Kinder dort hin geschickt, denn die Schulen bekamen ja alle eine rundum Erneuerung und wurden toll ausgestattet. Tatsächlich ging bei meiner Realschule aufgrund der Anmeldezahlen schon ein wenig die Angst um. In den letzten 1-2 Jahren hat sich dann aber gezeigt, dass doch einige von den Gemeinschaftsschulen wieder bei uns landen und auch die Anmeldezahlen haben sich wieder normalisiert. In einem Jahr waren wir in Klasse fünf nur dreizügig, aber jetzt nach Klasse sechs mussten aus den drei doch auch vier Klassen gemacht werden. Wir sind also wieder durchgängig vierzügig.
    Eine Gemeinschaftsschule in der Umgebung wurde inzwischen sogar wieder dicht gemacht.

  • Ich denke, dass sich der Bürger-/Elternwille langfristig auch immer durchsetzen wird. Klar, manchmal muss die pädagogische Kuh durch das Dorf getrieben werden, aber dann müssen wir uns einfach denken: "Augen zu und durch!". Das zeigt dein Beispiel ganz schön :) .

  • Ich denke, dass sich der Bürger-/Elternwille langfristig auch immer durchsetzen wird. Klar, manchmal muss die pädagogische Kuh durch das Dorf getrieben werden, aber dann müssen wir uns einfach denken: "Augen zu und durch!". Das zeigt dein Beispiel ganz schön :) .

    Mhm, wenn man nur lange genug wartet, gibts wieder so Scheite zum Draufknien als Strafe, Kreidetafeln und Schulfächer. Ach nee, Moment, letzteres hat sich in 100 Jahren Schule ja gar nicht geändert. Wie schön für die altbackenen Junggesellen, bloß nicht umgewöhnen!

  • Bei uns in der Stadt ergibt sich zur Zeit folgendes Bild:
    - Nach anfänglicher Euphorie lassen die Anmeldezahlen stark nach. Gerade in den unteren Klassen sitzen mittlerweile größtenteils Schüler mit Hauptschulempfehlung, von sozialer Durchmischung keine Spur. Die Realschulen im Ort platzen aus allen Nähten. Viele Eltern wollen einfach nicht, dass ihr Kind auf die GMS kommt und ziehen die Realschule vor.
    - Bei uns im Kollegium steht der Großteil nicht hinter dem Konzept der GMS. Die dienstälteren KollegInnen - überwiegend RealschullehrerInnen - sagen unisono, dass es früher deutlich weniger Arbeit war. Die Unzufriedenheit und damit auch die Zahl der Versetzungsanträge ist entsprechend hoch. Und die Versetzungswünsche gehen tendenziell in Richtung anderer Schulformen. Eine neue Schulform gegen die Wünsche weiter Teile der Lehrerschaft einzuführen. Kritisch.
    - Die verlangte Binnendifferenzierung funktioniert kaum. Wie schon von anderen angemerkt, gehen gerade die leistungsschwachen Schüler in dem System unter. Die KollegInnen, die vorher an der Hauptschule waren, sagen klar, dass es damals an Hauptschulen besser funktioniert hat.
    - Der Lehrermangel schlägt bei uns natürlich auch voll durch. Zur Zeit wird unser Kollegium durch Gymnasiallehrer aufgefüllt, die oftmals von der Schülerschaft zu weit weg sind und für das System noch weniger ausgebildet sind. (Gilt auch für mich!). Sek. I-Lehrer und vor allem Sonderpädagogen fehlen. Wir bräuchten vielmehr Personal um das ganze anständig umzusetzen.


    Ist jetzt natürlich nur ein Einzelbericht, aber allgemein hört man hier im Ländle nicht so viel Positives von der GMS. Warum sollte es in Sachsen, wo der Lehrermangel noch sehr viel größer ist, besser laufen? Das Lehrerdasein wird durch die GMS eher nicht angenehmer.

  • Mhm, wenn man nur lange genug wartet, gibts wieder so Scheite zum Draufknien als Strafe, Kreidetafeln und Schulfächer. Ach nee, Moment, letzteres hat sich in 100 Jahren Schule ja gar nicht geändert. Wie schön für die altbackenen Junggesellen, bloß nicht umgewöhnen!

    Naja, Bücher, Hefte und Blöcke gibt es ja auch nach wie vor. So schnell wird das Papier nicht abgeschafft werden.


    [Ironie] Ich lese übrigens in Englisch nur Texte über Grammatik, Wortarten und Satzstrukturen. Alles andere wäre mir zu fachübergreifend und progressiv. Meine Deutschkollegin hält es genau so! In Mathe wird nur mit Zahlen und Variablen jongliert. Sachbezogene Aufgaben sind zu verwirrend und unnötig. Auch in den Nebenfächern bleiben wir immer schön bei dem Fach. Für Abschweife in andere Fächer habe ich einfach keine Zeit. Das gibt nur Durcheinander![/Ironie]


    Ich bin ja neuerer Technik definitiv nicht abgeneigt und schaue mir das gerne an. Leider erleichtern sie einem das Leben nicht unbedingt oder nur bedingt. "Sternehimmel" und Geflimmer können vom Beamer projizierte Bilder unkenntlich machen. Ersatz-Beamer sind dann leichter, so dass die Tafel ständig von alleine nach oben wandert. Dann kannst du schon mal nach Büchern schauen, die genau das richtige Gewicht haben, damit es passt. Oder Ersatz ist in ganz weiter Ferne, weil solche Tafel-Beamer, wie wir sie haben, nach zehn Jahren nicht mehr zeitgemäß sind und die Produktion ganz eingestellt wurde. So sieht es jedenfalls die Firma, aber der Schulträger sieht es anders und was neues ist zu teuer. Leidtragender bist du! Wenn du dich aufgrund der schlechten Leitung nicht nach fünf Minuten, sondern gar nicht einloggen kannst, macht das auch richtig viel Spaß. Meldet man das dann dem 40 km entfernt sitzenden zuständigen Techniker und bekommt ein Screenshot in der Antwortmail angehängt mit dem Zusatz "Müsste eigentlich funktionieren", wird einem Handgeschriebenes auf einer Tafel plötzlich deutlich sympathischer. Nach häufigem Abstürzen oder fünfmaligem Rekalibrieren der Stifte hatte man dann endgültig keine Lust mehr.


    Und zum Elternwillen: du selbst hast ja auch keine besonders guten Erfahrungen an der Regelschule als Sonderpädagoge gesammelt. Der Elternwille rettet uns derzeit den Allerwertesten. Da merken immerhin viele Eltern, was für ein unausgegorener Quatsch da teilweise verzapft wird und ziehen für sich die Konsequenzen. So gut wie niemand will die Bildung des eigenen Kindes auf dem Altar irgendeiner netten aber undurchdachten Idee opfern, egal wie sehr man den Grundgedanken dieser Idee wertschätzt.

  • Warum sollte es in Sachsen, wo der Lehrermangel noch sehr viel größer ist, besser laufen?

    das erwartet, denke ich, kein Kollege. Die Frage ist für mich eher, was tun, damit man das Beste daraus macht? Allerdings sind die Entscheidungsträger und Planer ja eher nicht hier vertreten und am Ende kostet sowieso alles Geld. Aber vielleicht kann z.B. die Elternvertretung was bewirken?


    Fakt ist, dass eine großes Intetesse in der Bevölkerung dafür vorhanden war. Also sicher viele Nichtlehrer (aber auch die GEW) und eben Eltern, die ja nun eine nicht unwesentliche Rolle im Bereich Schule spielen.

  • das erwartet, denke ich, kein Kollege. Die Frage ist für mich eher, was tun, damit man das Beste daraus macht?

    Alles dafür tun, dass die eigene Schule eben keine GMS wird. Und im Fall der Fälle: Versetzungsantrag an eine andere Schulform stellen. Es dürfte genügend Lehrkräfte geben, die die GMS begrüßen. Sollen die die damit verbundene (im Ergebnis - das ist der entscheidende Punkt - absolut unnötige!) Mehrarbeit bitteschön leisten.

Werbung