Beiträge von frederick89

    Prinzipiell werden immer vorrangig die passend ausgebildeten Lehrkräfte eingestellt.

    Aktuell werden Gymnasiallehrer nur nachrangig in Grundschulen, Realschulen usw. eingesetzt, wenn der Mangel entsprechend ist.


    Und vermutlich über Jahre hinweg aufgrund der prognostizierten Bedarfslage ohnehin rein hypothetisch: Ein Wechsel der Gymnasiallehrkraft nach „unten“ ist eher möglich als der Wechsel einer Grundschullehrkraft nach „oben“. Ich würde aber nicht nur auf Gymnasiallehramt studieren, weil man im Zweifel eventuell an mehr Schulformen unter kommt.

    Eine Verlängerung der Probezeit muss dem RP gegenüber gut begründet werden. Darüber hinaus hat man selbst die Möglichkeit sich schriftlich zu äußern, wenn die Bewertung unzutreffend wäre. "Beliebtheit" ist erstmal kein Qualitätsmerkmal, solange keine Kriterien dafür bekannt wären. Ernsthafte unterrichtliche Mängel fallen SuS und Eltern gerade im notenarmen System der GMS unter Umständen weniger auf, einer SL aber durchaus, die auch schulrechtliche Verstöße mit in ihre Beurteilung einbeziehen muss (die vielen, auch erfahrenen KuK gar nicht bewusst sind oder ignoriert werden). Auch KuK sitzen nicht mit im Unterricht. Die spätere 2,0 würde ich insofern zuallererst so verstehen, dass sich da jemand zu guter Letzt doch noch am Riemen gerissen hat und die ernsthaften Mängel, die zur Verlängerung geführt hatten nachhaltig abgestellt hat.


    3,0 halte ich erst einmal nicht für auffällig als Bewertung. Wer eine 2,0 oder gar 1,0 will muss eben einen deutlich höheren Einsatz bringen -das gilt nicht nur für unsere SuS. Bedenkt man dann noch, dass auch weiterhin die Mehrheit der KuK an Gemeinschaftsschule die Stellen dort nicht deshalb angenommen hätten, weil sie unbedingt an eine GMS wollten, sondern in Ermangelung von Alternativen, dürfte klar sein, dass dort im Vergleich zu z. B. Realschulen oder Gymnasien mehr Lehrkräfte tätig sind, die keine Bestnoten im Ref erzielt hatten und womöglich eben auch danach nicht schlagartig Zweierkandidaten werden können, nur weil der Druck des Refs weggefallen wäre.

    Als Lehrer kennt man ja viele KollegInnnen auch an anderen Schulen. Unabhängig von der Schulform läuft da vieles anders: entspannter, menschlicher und nicht nur mit Angst und Druck von oben. Die Schulleitung hat unglaublich viel Einfluss. Auch bei Probezeitbeurteilungen. Und es gibt da leider Personen, die gerne Macht ausüben und den Job v.a. aus dieser Motivation heraus ausüben. Dass die Hälfte meiner einstigen KollegInnen - ich bin noch nicht allzu lange im Dienst - mittlerweile woanders unterrichtet und die Hälfte unserer bisherigen Refis (seit ich da bin) abgebrochen hat, spricht irgendwie auch eine deutliche Sprache.

    Der oben erwähnte Kollege hat an der neuen Schule genauso gut gearbeitet wie vorher und hat auch kein schlechtes zweites Staatsexamen gehabt.


    Aber immer wieder beeindruckend mit welcher Härte hier kommentiert wird.

    Interessant das so alles zu lesen. Bei uns gab es im vorletzten Schuljahr sieben Probezeitbeurteilungen mit 3,0 oder schlechter. Ein Kollege - bei SuS, Eltern und im Kollegium sehr beliebt gewesen, man hat nie was Schlechtes gehört - hat mit 4,0 eine Verlängerung der Probezeit bekommen. Nach erfolgter Versetzung an eine andere Schule hat er dann ein Jahr später dort nach einer Beurteilung mit 2,0 seine Urkunde erhalten.

    In BW sieht die Situation auch nicht besser aus. In und rund um Stuttgart sind aktuell im Bereich Sek. I noch annähernd 200 Stellen offen. In/um den Bodensee, Freiburg und Heidelberg sind so gut wie keine Stellen offen. Das Leben ist kein Ponyhof und You can't always get what you want und in der freien Wirtschaft ist auch nicht alles besser. Und man muss die Leute eben da einsetzen, wo der Bedarf ist. Richtig.

    Aber was macht es mit Menschen, wenn Jahr für Jahr alle Anträge abgelehnt werden? Und macht es für das System Schule Sinn, Reisende dauerhaft aufzuhalten? Die in NRW gängige Praxis, das man nach fünf Jahren in die Nähe seines Wunschortes kommt, funktioniert ja da komischerweise irgendwie. In Süddeutschland aber undenkbar. Und neulich hat mir eine Personalrätin erzählt, dass zwei KollegInnen mit gleichem Deputat und gleicher Fächerkombination ihre Schulämter/Schulen tauschen wollten. Da ging gar nichts. Unfassbar. Und die Kollegin mit Freund in Heidelberg wird irgendwann schwanger und ist dann ganz schnell da in der Gegend, während ich vermutlich noch meine ganzen 30er hindurch Jahr für Jahr meine Anträge stellen darf.

    Ich wollte nur aufzeigen, dass man im Zweifel mit Gymnasiallehramt doch eine etwas größere Bandbreite hat. Der studierte Realschullehrer kann im Zweifel eher nicht in der Oberstufe eingesetzt werden. Und diese größere Bandbreite dürfte sich mittelfristig auch eher nicht ändern.


    Und bzgl. meiner Schule liegt vieles an der Schulleitung. Es stellt nicht umsonst trotz vieler KollegInnen in der Probezeit jedes Jahr etwa ein Drittel des Kollegiums Versetzungsanträge. Man kann auch an einer GMS als Gymnasiallehrer glücklich werden. Ein ehemaliger Kollege, dessen Antrag durchgegangen ist, hat mir vor ein paar Wochen genau das berichtet. Gleiche Schulform, aber ein ganz anderes Klima.

    Stimmt natürlich. Und nur wenige, die ich kenne, sind von der GMS überzeugt. Aber als Studienrat kann man theoretisch irgendwann auch wieder an seiner ursprünglichen Schulform eingesetzt werden. Auch wenn mir vom Hörensagen nur ein konkreter Fall bekannt ist, wo das geklappt hat.

    Die Prognosen. 2010 oder 2011 saß ich in irgendeinem pädagogischen Seminar, das an meiner Uni (in Hessen) alle Lehramtsstudenten durchlaufen mussten. Hauptthema der Grundschullehramtsstudentinnen war die unfassbar schlechte Stellensituation. Wenige Jahre später hat sich das radikal geändert.

    Für die vielen Absolventen mit Gymnasiallehramt sieht/sah die Situation da schon viel schlechter aus. Allerdings sind viele jenseits der Gymnasien untergekommen - an Gesamtschulen/Gemeinschaftsschulen, an beruflichen Schulen oder über Qualifizierungsmaßnahmen an Grundschulen. Bei uns an der GMS sind z.B. einige Gymnasiallehrer mit Deutsch/Geschichte. Mit etwas Offenheit findet man schon den Weg ins System, auch wenn es dann nicht unbedingt die Wunschschule ist.

    Also der Lehrertausch zwischen den Bundesländern ist doch ein standardisiertes Verfahren. Zumindest in der Online-Maske steht nirgends etwas von einem Tauschpartner, den man finden/angeben muss. Den finden die Länder vielmehr selbst untereinander, da der Tausch insgesamt stellenneutral sein soll.

    Das sind natürlich die beliebten Gegenden. Heidelberg ist fast wie Freiburg. Mir wurde letztes Jahr vom hiesigen Personalrat mitgeteilt, dass eine Versetzung raus aus dem RP Stuttgart dahin quasi ein Ding der Unmöglichkeit sei.

    Außerdem möchte man ja auch als FK Mitglied mitbestimmen bei der Einführung eines neuen Lehrwerks, der Wiederaufnahme der äußeren Differenzierung ab Klasse 7 und ähnlichen wichtigen Themen. Man muss ja sowieso Bescheid darüber wissen.

    Bescheid wissen geht auch ohne Teilnahme durch Protokolle oder durch Kommunikation zwischen Tür und Angel. Viele Konferenzen kann man sich einfach sparen - verschwendete Lebenszeit und viel zu oft völlig ineffizient - und das ganze Drumherum geht oft zu Lasten des Unterrichts.

    Und die Schulaufsichtsbehörden greifen da vermutlich auch nicht ein? Wie ist denn die Fluktuation bei euch? Ich stelle meine Versetzungsanträge (inklusive Ländertausch) auch ganz primär wegen der Schulleitung und bin da bei uns nicht der einzige!

    Was sind denn das für Aussagen? Abknapsen? Da muss man dann den faulen Säcken vor der Wahl doch nochmal einen einschenken und die Elternschaft beruhigen.

    Im Sommer dann in der Schule hocken? Was soll das bringen?2 Wochen machen da doch den Bock auch nicht fett.

    Und wann soll man die Leistungsfeststellung machen, bei noch 11 Wochen Schule?

    Da bekomm ich Puls...

    Und dieser Mann war Lehrer? Unglaublich und einfach nur weltfremd.

    Richtig, und zudem hat der Mann die GMS mitzuverantworten. Da fällt (mir) zumindest aus bildungspolitischen Gründen seine Wahl schon recht schwer.

    Der Lehrerberuf ist nach all dem, was ich von anderen Berufen weiß, der teilzeitunfreundlichste Beruf den es gibt. Das ist schon ganz schön bezeichnend.

    Vollkommen richtig - gilt natürlich erst recht, wenn man nicht auf noch jüngere Kinder verweisen kann. Es könnte auch anders sein. Dann gibt es eben weniger Profilfächer und Kopplungen zu Lasten der Kollegen und dann vermutlich auch im Ergebnis viel weniger Versetzungsanträge und sowas wie pädagogische Kontinuität... Aber wenn die Gleichstellungsbeauftragte auf ein Teilzeitkonzept angesprochen bereits antwortet, dass das von der Schulleitung nicht gewünscht sei. Nun ja...

    Die einzige lohnenswerte Form von Teilzeit als Lehrkraft ist ein Sabbatical.

    Ich wohne by the way im absoluten Ballungsgebiet. Nun ja: Ein Kollege war acht Jahre im Schwarzwald - hat eine ganze Weile gedauert, bis er da weg konnte. Und als kontaktfreudiger Mensch, der er ist, hat er als einen wesentlichen Grund die eher raue Mentalität der Leute dort angegeben.

    Mein erster Stundenplan bei damals ca. 75% Teilzeit sah so aus, dass ich montags und dienstags die ersten beiden Stunden und die letzten beiden hatte, also jeweils vier Holstunden und die lange Mittagspause dazwischen - nach ein paar Monaten bin ich dann wegen dieses Stundenplanes bei der ersten Möglichkeit, die sich anbot, auf 100% gegangen.

    Nach wie vor empfinde ich diesen Stundenplan als eine unfassbare Ungeheuerlichkeit. In der freien Wirtschaft hat man bei einem entsprechenden Teilzeitanteil in der Regel einen Tag frei oder kann jeden Tag anteilig früher nach Hause. Und da heißt es immer, dass man als Lehrer so tolle Möglichkeiten hat, Teilzeit zu arbeiten...

    Ansonsten bin ich kein Fan von Hohlstunden - da bin ich einfach unproduktiv - und von Nachmittagsunterricht - kostet unglaublich viel Energie und ist oft ineffizient.

    Wenn mein Versetzungsantrag dann irgendwann mal durch ist und die Gestaltung von Teilzeitstundenplänen an der nächsten Schule genauso läuft, fange ich direkt wieder mit Anträgen an.

    Nun ja. Ich weiß, wie die Abschlüsse bei uns an der Gemeinschaftsschule vergeben werden. Da herrscht ganz klar ein hoher systemimmanenter Druck, möglichst viele möglichst hochwertige Abschlüsse zu vergeben. Theoretisch ist es zumindest denkbar, dass es an beruflichen Schulen/Gymnasien mitunter ähnlich laufen könnte.

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