Sportunterricht Lehrer m/w

  • Ich hätte schwören können mein Kalender sagt wir haben nächste Woche 2020 und das hier ist ein Forum für akademisch (aus)gebildete Menschen. Selbstverständlich ist mir vollkommen wurscht welchen Geschlechts mein Sporttrainer, Physiotherapeut oder Arzt ist, Hauptsache die Person erledigt ihren Job professionell.

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • ja Herr Schmidt, dann beantworte mir die eine Frage: warum möchte ein Mann Gynäkologe werden?

    Aus nicht nachvollziehbaren Gründen.
    Genauso wenig kann ich es aber nachvollziehen, warum Frauen Gynäkologin werden wollen oder jemand Zahnarzt, Heizungsinstallateur oder Kassierer werden möchte.
    Warum gehen männliche Lehrer an Mädchenschulen? Auch hier "honni soit, qui mal y pense"?


    Nebenbei bemerkt kann auch ein männlicher Sportlehrer Tanzen und so´n Kram geben, dann macht es auch nicht mehr Spaß.

  • Und das ist NICHT sexistisch? Du gehst also davon aus, dass eine Frau weniger Geld braucht?

    Hä? Ich habe erklärt, dass Männer eher Berufe wählen, für die man studieren muss und in denen man genug verdient, um eine Familie zu ernähren. Ich kann nichts dafür, dass Frauen diese Überlegungen, statistisch gesehen, seltener anstellen, habe mit keinem Wort die Ansicht geäußert, dass Frauen weniger Geld brauchen oder bestimmte Berufe nicht ausüben sollen. Wo hast du das denn wieder eininterpretiert?

  • wegen so welchen wie dich und samu. Also biggotry


    Hä? Ich habe erklärt, dass Männer eher Berufe wählen, für die man studieren muss und in denen man genug verdient, um eine Familie zu ernähren. Ich kann nichts dafür, dass Frauen diese Überlegungen, statistisch gesehen, seltener anstellen, habe mit keinem Wort die Ansicht geäußert, dass Frauen weniger Geld brauchen oder bestimmte Berufe nicht ausüben sollen. Wo hast du das denn wieder eininterpretiert?

    Heutzutage ernähren auch Frauen Familien und studieren öfter als Männer (glaube ich).https://www.boeckler.de/52369.htm#

    Einmal editiert, zuletzt von lamaison ()

  • ja Herr Schmidt, dann beantworte mir die eine Frage: warum möchte ein Mann Gynäkologe werden?

    Ich bin kein Gyn. Vielleicht setzte ich meine Frau mal darauf an, ihren Arzt zu fragen.
    Wahrscheinlich antwortet er so etwas ähnliches, wie Ärzte, die (anderen) Männern am Sack rumfummeln/ihnen den Finger in den Po stecken, die betäubte/hilflose Menschen aufschneiden oder Fremden im Mund rumfummeln wollen. Ich gehe davon aus, dass weder Urologen, noch Chirurgen, noch Zahnärzte (mit wenigen Ausnahmen) noch Gynäkologen ihren Job machen, weil es sie geil macht. Es soll ja sowas wie Professionalität geben, habe ich gehört.

  • Hat eigentlich noch jemand ein Argument gegen die Ausgangsfrage, also dass Sportlehrer Jungen unterrichten und Lehrerinnen Mädchen in der Oberstufe?

    Wie wäre es mit dem GG?


    Zitat von GG Artikel 3

    Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Am Ende zählt doch die Leistung und in sozialen Berufen auch die Einfühlsamkeit. Wenn eine Person dazu in der Lage ist, dann sollte sie jeden Beruf, den sie gerne ausüben möchte, auch ausüben dürfen. Im Übrigen möchte ich mal daran erinnern, dass es auch immer noch genug Leute gibt, die meinen, dass der Grundschullehrerberuf nur "Frauensache" sei. Sollten da nicht Lehrer im Sinne ihrer Kollegen und Schüler, die auch irgendwann mal einen Job erlernen, dagegen halten?

  • Heutzutage ernähren auch Frauen Familien und studieren öfter als Männer (glaube ich).

    Und jetzt? Trotzdem gibt es mehr Hebammen als Geburtshelfer und deutlich mehr Frauen, die (finanziell gesehen) Nonsens wie Anglistik studieren.
    Ich bin ja auch so ein Trophy-Husband, der eigentlich nur zum Spaß arbeitet, weil meine Frau erheblich mehr als ich verdient. Die hat allerdings nicht Anglistik studiert.

  • Ich war jedenfalls heilfroh, dass ich in der Oberstufe endlich die Sportlehrerinnen mit Gymnastik und Tanz und ihrem Schwebebalken los war. Dafür Basketball, Badminton und Volleyball mit den Jungs, klasse!


    Aber ich hab auch kein Problem mit Gynäkologen, wahrscheinlich bin ich zu unsensibel...

    Ging mir auch so, ich war immer heilfroh, wenn unsere Lehrerin endlich mal wieder fehlte (in den Klassen 7-11) und wir mit den Jungen zusammen Handball, Basketball usw. spielen konnten und nicht Hallen-Halma mit den Mädchen. Hat mich auch bei JtfO immer tierisch gestört, dass es immer hieß, vorsichtiger.
    Mein Gott, wir haben Handball gespielt und nicht mit Barbies, da sollen die nicht gleich heulen, aber so verpimpelt kommen heute noch welche aus der Jugend hoch. Echt anstrengend.


  • Im Übrigen möchte ich mal daran erinnern, dass es auch immer noch genug Leute gibt, die meinen, dass der Grundschullehrerberuf nur "Frauensache" sei. Sollten da nicht Lehrer im Sinne ihrer Kollegen und Schüler, die auch irgendwann mal einen Job erlernen, dagegen halten?

    In den 80er und 90erJahren gab es noch viele männliche Grundschullehrer. Die sind jetzt irgendwie fast ausgestorben. Wenn es sie noch gibt, sind sie meist Schulleiter oder auf dem Schulamt zu finden.

  • In den 80er und 90erJahren gab es noch viele männliche Grundschullehrer. Die sind jetzt irgendwie fast ausgestorben. Wenn es sie noch gibt, sind sie meist Schulleiter oder auf dem Schulamt zu finden.

    DAs ist bei uns glücklicher Weise anders, unsere Schulleitung ist komplett weiblich, die Lehrer haben wir in anderen Positionen, aber wir haben sie glücklicher Weise, so wie wir auch Erzieher haben und davon fast genauso viel wie Erzieherinnen.

  • Ich bin ja auch so ein Trophy-Husband, der eigentlich nur zum Spaß arbeitet, weil meine Frau erheblich mehr als ich verdient. Die hat allerdings nicht Anglistik studiert.

    Du hast es einfach nur gut. :top:

  • Mal zurück auf Los:


    Es gibt also Schulen, da wird koedukativ Sport unterrichtet und es gibt welche, da gibt es das nicht.


    Gibt es Schulen, bei denen nicht koedukativ unterrichtet wird, aber das Geschlecht der Lehrkraft im Sportunterricht egal ist? Also männliche "Sport weiblich" Lehrer? Oder weibliche "Sport männlich"?


    Wenn man sich mal die freien Stellen in Bayern ansieht, dann wird da tatsächlich nach Fach "Sport weiblich" beispielsweise gesucht. Wie erwirbt man darin die Fakultas?

  • Wenn man sich mal die freien Stellen in Bayern ansieht, dann wird da tatsächlich nach Fach "Sport weiblich" beispielsweise gesucht. Wie erwirbt man darin die Fakultas?

    In Bayern wird ab der 5. Klasse Sport nach Geschlechtern getrennt unterrichtet, die Lehrkraft hat das gleiche Geschlecht wie die zu unterrichtenden Schüler. In der Grundschule sind noch alle Kinder zusammen, die Lehrkraft kann männlich oder weiblich sein. Frauen, die Sport auf Lehramt studieren, unterrichten demnach "Sport weiblich" und Männer "Sport männlich"

  • Im Grunde hat @Schmidt Recht, dass im Schnitt mehr Frauen mehr Studiengänge studieren, die nicht direkt wirtschaftlich verwertbar sind. Und es gibt im Schnitt auch mehr Trophy-Wives als Trophy-Husbands. Aber da soll jeder glücklich werden wie er möchte...


    Ich denke, dass es normal ist, dass ein "Kunde" im weitesten Sinne in Berufen mit Körpernähe intuitiv etwas Scheu gegenüber dem anderen Geschlecht hat. Dann muss der "Anbieter" (also Entbindungspfleger, Sportlehrer, Gynäkologe, etc.) aufzeigen, dass diese Scheu unbegründet ist, da er sich bemüht, dass sich der "Kunde" so wohl wie möglich fühlt. Ich würde mal sagen, dass gerade Männer in klassischen Frauenberufen schon früh in der Ausbildung lernen, dass man in gewissen beruflichen Situationen besonders feinfühlig reagieren muss - sie sind im Zweifelsfall darauf vorbereitet.
    Wegen Sportunterricht: Die Themen sind ja durch den Lehrplan vorgegeben und sollten eine Breite an Sportarten anbieten, sodass für jeden etwas dabei ist. Im Übrigen ist es heute auch normal, dass Mädchen Fußball und Jungs Tanz mögen. Jeder so wie er es am liebsten hat...

  • Zitat von Sommertraum

    In Bayern wird ab der 5. Klasse Sport nach Geschlechtern getrennt unterrichtet, die Lehrkraft hat das gleiche Geschlecht wie die zu unterrichtenden Schüler. In der Grundschule sind noch alle Kinder zusammen, die Lehrkraft kann männlich oder weiblich sein. Frauen, die Sport auf Lehramt studieren, unterrichten demnach "Sport weiblich" und Männer "Sport männlich"

    So, die Frage ist jetzt - muss sich das in Zukunft auf Grund des Urteils ändern?


    Ob das nun sinnvoll, zeitgemäß oder sonstwas ist, ist ja ein ganz eigenes (anscheinend mehrseitiges) Thema.

  • Hat eigentlich noch jemand ein Argument gegen die Ausgangsfrage, also dass Sportlehrer Jungen unterrichten und Lehrerinnen Mädchen in der Oberstufe?

    Ungeachtet des logischen Fehlers deiner Frage: es ist sexistischer Schwachsinn. Nicht nur unterstellt man so jedem Lehrer (männlichen wie weiblichen) grundsätzlich sexuelles Interesse am anderen Geschlecht zu haben und unprofessionell zu sein, es unterstellt auch, dass es "die Mädchen" und "die Jungen" gibt, jede Gruppe aufgrund des Geschlechts bestimmte Eigenschaften hat (Mädchen sind schüchtern, schwach, wollen betüddelt werden, lieber Tanzen und mit bunten Bändern spielen, müssen von "den Jungs" ferngehalten werden, können sich qua Geschlecht nicht gegen gleichaltrige Jungen durchsetzen; Jungs sind alle wild, aggressiv, groß, wollen Fußball spielen etc.).

  • Du hast es einfach nur gut. :top:

    schon witzig, dass gerade hier nicht zwischen privatem Empfinden/Einzelfall und Statistik unterschieden wird. "Frauen sind alle selbst Schuld, wenn es schlechter bezahlte Berufe gibt" vs. "meine Frau verdient mehr". "Es ist total normal, dass Männer einen Beruf erlernen, indem es nur darum geht, weibliche Geschlechtsorgane zu untersuchen" vs. "Ich lasse mich von einem Gynäkologen behandeln." "Niemand darf diskriminiert werden" vs. "ich hatte eine Sportlehrerin, die "Hallenhalma" spielte".


    Ihr kommt mit Gleichberechtigung in der Frage, ob Lehrerinnen und Lehrer geschlechtergetrennt Sport unterrichten sollten und begründet das mit der Auswahl von Sportarten, die ein Lehrplan vorschreibt oder gar einer einzelnen Lehrerin Spaß gemacht haben...

  • Ihr kommt mit Gleichberechtigung in der Frage, ob Lehrerinnen und Lehrer geschlechtergetrennt Sport unterrichten sollten und begründet das mit der Auswahl von Sportarten, die ein Lehrplan vorschreibt oder gar einer einzelnen Lehrerin Spaß gemacht haben...

    Äh nein, die Sportarten sind für alle Geschlechter gleich, aber die Ausführung von einigen war mit nur Mädchen nicht zu ertragen.

  • schon witzig, dass gerade hier nicht zwischen privatem Empfinden/Einzelfall und Statistik unterschieden wird. "Frauen sind alle selbst Schuld, wenn es schlechter bezahlte Berufe gibt" vs. "meine Frau verdient mehr". "Es ist total normal, dass Männer einen Beruf erlernen, indem es nur darum geht, weibliche Geschlechtsorgane zu untersuchen" vs. "Ich lasse mich von einem Gynäkologen behandeln." "Niemand darf diskriminiert werden" vs. "ich hatte eine Sportlehrerin, die "Hallenhalma" spielte".
    Ihr kommt mit Gleichberechtigung in der Frage, ob Lehrerinnen und Lehrer geschlechtergetrennt Sport unterrichten sollten und begründet das mit der Auswahl von Sportarten, die ein Lehrplan vorschreibt oder gar einer einzelnen Lehrerin Spaß gemacht haben...

    Nicht "Frauen sind selbst daran schuld, dass es schlechter bezahlte Berufe gibt", sondern "Frauen sind selbst daran schuld, dass sie diese Berufe/Studiengänge gut bezahlten Alternativen vorziehen".


    Die anderen Vergleiche verstehe ich nicht. Sorry.


    Zum Rest: siehe mein vorhergehender Beitrag.

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