Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Ich denke an die Probe aus Frankreich Mitte November, die angeblich auch Covid-19 positiv war (der Arzt eines Krankenhauses hat sich über die seltsamen schwere Erkrankung gewundert und eine Probe aufgehoben)

    Diese mysteriöse Probe war aber plötzlich verschwunden, als andere Wissenschaftler sich dafür auch interessierten. Drosten hat darüber mal sehr ausführlich in einem seiner frühen Podcasts erzählt. Aber Du hast recht, schlussendlich ist es egal, ob es November oder Dezember war. Fakt ist, es fing früher an als Ende Januar - Anfang Februar und somit sind die ersten Fälle einfach übersehen worden. Nur deshalb hat es in Europa so schnell so gross werden können.

  • Ja, es muss nicht immer alles lebenspraktische Relevanz haben. Ich finde es halt einfach interessant, Leute interessieren sich manchmal für Dinge :weissnicht:

    Das ist aber eine andere Aussage als:

    Das Virus ist also schon viel länger in Europa unterwegs und es tauchen neue Fragezeichen auf.

    oder

    Einiges halt, das stellt halt unser Bild von der Verbreitung der Pandemie auf den Kop

    .


    Interessant finde ich das auch.

    Bisher gibt es aber noch kein gesichertes Bild, also kann man es noch ni

  • Naja, wir haben Nachweise aus Europa bevor der erste gesicherte Fall in Wuhan berichtet wurde. Das stellt die ganze Tiermarktgeschichte endgültig zur Disposition. Ich würde schon sagen, dass das die Anfänge erheblich verrätselt. Würde übrigens auch nicht zu der Labor aus Wuhanthese so recht passen. Denkbar wäre allerdings ein Eintrag über die italienische Modeindustrie, ich habe mal gelesen, dass dort sehr viel Austausch mit Zentralchina besteht.

  • das ist doch nichts neues, dass in Notditalien sehr enge Verknüpfungen nach China bestehen. War schon vor einem Jahr keiner Überraschung, dass es dort stark hochging.

  • Ich denke mal, dass man zumindest annehmen muss, dass SARS-Cov2 über einen gewissen Zeitraum unentdeckt geblieben ist. So gesehen sollte man China vielleicht nicht verurteilen, sondern eher dankbar sein, dass sie es dann letztlich entdeckt haben.

    Wann und wo die erste Übertragung stattgefunden hat, werden wir vermutlich nie erfahren.

    Die Frage ist, ob wir etwas daraus lernen.

  • Ich denke mal, dass man zumindest annehmen muss, dass SARS-Cov2 über einen gewissen Zeitraum unentdeckt geblieben ist. So gesehen sollte man China vielleicht nicht verurteilen, sondern eher dankbar sein, dass sie es dann letztlich entdeckt haben.

    Wann und wo die erste Übertragung stattgefunden hat, werden wir vermutlich nie erfahren.

    Die Frage ist, ob wir etwas daraus lernen.

    Wenn man nicht weiß, wo es anfing, was soll man dann lernen?


    Ich glaube auch nicht, dass man inzwischen Wildtiermärkte verboten hat, als der Markt noch im Mittelpunkt stand. Lebensraumbegrenzung verschiedener Arten ist auch nicht einfach so auf lösbar.

  • Ich denke mal, dass man zumindest annehmen muss, dass SARS-Cov2 über einen gewissen Zeitraum unentdeckt geblieben ist. So gesehen sollte man China vielleicht nicht verurteilen, sondern eher dankbar sein, dass sie es dann letztlich entdeckt haben.

    Wann und wo die erste Übertragung stattgefunden hat, werden wir vermutlich nie erfahren.

    Die Frage ist, ob wir etwas daraus lernen.

    Ich war über die extreme Reaktion Mitte Januar in China überrascht. Bei so wenigen bekannt gegeben Fällen nicht nachvollziehbar. Deshalb habe ich es schon damals angezweifelt. Gerade das 1. betroffene Land reagiert normalerweise später als die nachfolgenden, weil es noch nicht weiß, was kommt. Ich gehe daher von viel höheren Zahlen aus. Berichte von Beobachtungen an den Krematorien sprechen auch dafür

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    • Offizieller Beitrag

    Ich war über die extreme Reaktion Mitte Januar in China überrascht. Bei so wenigen bekannt gegeben Fällen nicht nachvollziehbar. Deshalb habe ich es schon damals angezweifelt. Gerade das 1. betroffene Land reagiert normalerweise später als die nachfolgenden, weil es noch nicht weiß, was kommt. Ich gehe daher von viel höheren Zahlen aus. Berichte von Beobachtungen an den Krematorien sprechen auch dafür

    Ich meine, dass ich irgendwann irgendwo (nein, kann gerade keine Quelle suchen, sitze noch an den x-fach differenzierten Wochenplänen für nächste Woche) gelesen, dass man über Satellitenaufnahmen sehen konnte, dass schon 2019 (ich weiß nicht mehr, ich meine Oktober? Oder August?) die Parkplätze vor Kliniken in der Region Wuhan wesentlich stärker gefüllt waren als normalerweise um die Zeit, woraus Wissenschaftler den Schluss zogen, dass eventuell damals schon Infektionen auftraten und man es noch nicht einordnen konnte oder bekanntgeben wollte.

  • Wenn man nicht weiß, wo es anfing, was soll man dann lernen?


    Ich glaube auch nicht, dass man inzwischen Wildtiermärkte verboten hat, als der Markt noch im Mittelpunkt stand. Lebensraumbegrenzung verschiedener Arten ist auch nicht einfach so auf lösbar.

    Es gibt schon eine Weile weltweite Surveillance Programme, die versuchen, Ausbrüche neuer Erkrankungen schnellstmöglich zu identifizieren, Betroffene zu isolieren und die Verbreitung zu stoppen.

    Mobile Teams untersuchen sowohl verdächtige Anhäufungen bestimmter Symptome bei Menschen als auch stichprobenartig Tierpopulationen von Fledermäusen über Schweine in Mastbetrieben bis hin zu Wildvögeln.

    Wir haben zum Beispiel immer recht genaue Daten dazu, wo sich welche Variante der Vogelgrippe in welchem Ausmaß in Populationen von Wildvögeln und Vogelzuchtbetrieben findet.


    Ein Problem ist, dass das System bisher vor allem auf Influenzaviren eingestellt war und weniger auf Coronaviren oder andere zoonotische Viren. Das selbe gilt für Pandemiepläne u.ä. Dabei hatten wir ja alleine in den letzten 20 Jahren schon vor SARS-CoV 2 zwei Epidemien, die von Coronaviren ausgelöst wurden, nämlich SARS Classic und MERS. Viel zu lange durch die Lappen gegangen sind uns in den letzten 10 Jahren außerdem Zika und Ebola. Jedes Mal wurde zu spät reagiert.


    Was kann man also lernen: noch mehr Surveillance, noch schnelleres Reagieren, keine zu starke Fixierung auf einen bestimmten Typ von Erreger. Schnelle, ehrliche Kommunikation statt Geheimhaltung und Beschwichtigung. Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere dort, wo Menschen eng mit Tieren interagieren. Bevorratung von Schutzkleidung. Entwicklung von Impfstoffen und antiviralen Medikamenten nicht erst im Notfall, sondern laufend. All das kostet Geld und Ressourcen, aber sicher deutlich weniger als eine außer Kontrolle geratene Pandemie.


    Es ist keineswegs so, als wäre das alles neu. Das fordern Virologen und Epidemiologen schon lange, aber wie heißt es so schön: „There’s no glory in prevention.”

  • Interessant fand ich, dass de Maizière die Tage sagte, dass vor ein paar Jahren im Bundestag ein Bericht über eine mögliche Viruserkrankung ähnlich der spanischen Grippe mit Wurzel im ostasiatischen Raum vorgelegt, sogar eine Arbeitsgruppe hierfür gebildet worden sei, diese jedoch wieder aufgelöst wurde, weil keine nennenswerten Ergebnisse hierbei herauskamen.

    Hierdurch hätte man zwar nicht die Pandemie verhindern, aber zumindest besser hierauf vorbereitet sein können.

  • Interessant fand ich, dass de Maizière die Tage sagte, dass vor ein paar Jahren im Bundestag ein Bericht über eine mögliche Viruserkrankung ähnlich der spanischen Grippe mit Wurzel im ostasiatischen Raum vorgelegt, sogar eine Arbeitsgruppe hierfür gebildet worden sei, diese jedoch wieder aufgelöst wurde, weil keine nennenswerten Ergebnisse hierbei herauskamen.

    Hierdurch hätte man zwar nicht die Pandemie verhindern, aber zumindest besser hierauf vorbereitet sein können.

    So ist es. Ziemlich frustrierend.


    Nach der Schweinegrippe wurden weltweit tolle, ausgefeilte Pandemiepläne erstellt. Es gab aufwändige Simulationen, Vorräte an Medikamenten und Schutzausrüstung, mehr Geld für Forschung und Entwicklung.

    Auch Deutschland hat seit 2009 einen durchdachten Pandemieplan in der Schublade.

    Klang alles super.


    Dummerweise waren da aber auch noch die Wirtschaftskrise, Klimawandel, politischer Rechtsruck, sinkende Renten, Flüchtlingskrise, Kriege, Terrorismus und die menschliche Neigung zur „Kopf-in-den-Sand“ Strategie. Und da spielte die Pandemievorsorge halt schnell keine große Rolle mehr.


    Da können noch so viele Wissenschaftler vor der drohenden Gefahr warnen, solange sie nicht offensichtlich ist, setzt man lieber auf die „Wird schon nix passieren!“ Strategie.

    Und dann wundert man sich, wenn plötzlich die Welt stillsteht, weil leider halt jetzt doch keine Schutzkleidung da ist und mangels Fördergeldern keiner mehr am Coronaimpfstoff weitergeforscht hat. Konnte ja schließlich keiner ahnen...

  • Es gibt eine Arte-Doku über die Pandemien der jüngsten Zeit und wie man versucht sich vorzubereiten bzw. Vorhersagen zu treffen. Produziert kurz vor Corona, leider finde ich sie gerade nicht mehr. Wenn man die anschaut, treibt es einem die Tränen in die Augen. Natürlich hat man gewusst, das sowas kommt. Die Strategie ist nicht "Wird schon nix passieren." sondern "Wird schon gut gehen." Ist halt jetzt nicht gut gegangen, mei.


    Aber ich bin mir sicher, wenn man sich gerade in den Flieger setzen und nach Serbien oder Albanien fliegen würde, die Leute dort fragen würde, wie es ihnen gerade so geht, die haben sicher nicht so den Stress mit Corona wie unsereins hier. Uns scheint seit Jahrzehnten schon die Sonne aus dem Hintern und unsere grösste Sorge war bis letztes Jahr das billigste Flugticket auf die Malediven. Man muss den Kopf gar nicht so weit drehen um Menschen zu finden, die immer noch grössere Probleme haben als Corona.

  • Interessant fand ich, dass de Maizière die Tage sagte, dass vor ein paar Jahren im Bundestag ein Bericht über eine mögliche Viruserkrankung ähnlich der spanischen Grippe mit Wurzel im ostasiatischen Raum vorgelegt, sogar eine Arbeitsgruppe hierfür gebildet worden sei, diese jedoch wieder aufgelöst wurde, weil keine nennenswerten Ergebnisse hierbei herauskamen.

    Hierdurch hätte man zwar nicht die Pandemie verhindern, aber zumindest besser hierauf vorbereitet sein können.

    Ich möchte darauf hinweisen, dass ich bereits zum Anfang der Pandemie die entsprechende Bundesdrucksache hier verlkinkt hatte (finde den Post gerade nicht wieder). Hier also noch mal. Drucksache 17/12051 von 2013

    https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf


    Z.B. (S. 5)

    "Das Szenario beschreibt ein außergewöhnliches Seuchengeschehen, das auf der Verbreitung eines neuartigen Erregers basiert. Hierfür wurde der zwar hypothetische, jedoch mit realistischen Eigenschaften versehene Erreger „Modi-SARS“ zugrunde gelegt. Die Wahl eines SARS-

    ähnlichen Virus erfolgte u. a. vor dem Hintergrund, dass

    die natürliche Variante 2003 sehr unterschiedliche Gesundheitssysteme schnell an ihre Grenzen gebracht hat.

    Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass Erreger mit

    neuartigen Eigenschaften, die ein schwerwiegendes

    Seuchenereignis auslösen, plötzlich auftreten können

    (z. B. SARS-Coronavirus (CoV), H5N1-Influenzavirus,

    Chikungunya-Virus, HIV).14 Unter Verwendung vereinfachter Annahmen wurde für dieses Modi-SARS-Virus

    der hypothetische Verlauf einer Pandemie in Deutschland

    modelliert, welcher sowohl bundesrelevant als auch plausibel ist"

  • Wunsiedel im Fichtelgebirge ist jetzt auch unter der 300. Auch in Tirschenreuth ist es noch einmal zurückgegangen. Vlt. hat der Druck und die Aufmerksamkeit von außen geholfen.


    Shoutout zu Kaufbeuren-Stadt: Inzidenz=7 :) !

  • Bei uns verbreitet es sich auf einmal in Kindergärten gut, schon mehrere Gruppen unterschiedlicher Einrichtungen sind in Quarantäne. Ist zwar blöd für die Inzidenz, aber Kinder erkranken ja in der Regel nur leicht und wenn die Impfungen bald soweit vorangeschritten sind, dass die Großeltern nichts zu befürchten haben, wäre das ja auch nicht mehr so schlimm.

  • Die kleinen ländlichen Landkreise wie Tierschenreuth spielen für Deutschlands Situation keine (große) Rolle. Wenn die Indzidenzzahlen in München oder Köln so wären? (Hamburg und Berlin zählen als Bundesländer extra.)


    Sie spielen keine Rolle, weil es erstens absolut wenige Menschen sind (in unserem LK sind aktuell mehr infiziert und wir sind noch unter 100, es sind also mehr Menschen da, die andere anstecken können, sie sind vielleicht sogar unvorsichtiger, weil IZ unter 100) und zweitens sind Menschen in ländlichen LK weniger mobil als in städtischen (spekulieren über Gründe mache ich jetzt nicht). @Lindbergh , von daher verstehe ich deine Besessenheit auf diese LK nicht (außer du hast persönliche Beziehungen zu ihm).

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  • Kommt immer drauf an, was zu diesen Inzidenzen führt. So ein Jodelfest macht plötzlich auch einen ganz kleinen Kanton ganz relevant fürs ganze Land 😉

  • Bei uns verbreitet es sich auf einmal in Kindergärten gut, schon mehrere Gruppen unterschiedlicher Einrichtungen sind in Quarantäne. Ist zwar blöd für die Inzidenz, aber Kinder erkranken ja in der Regel nur leicht und wenn die Impfungen bald soweit vorangeschritten sind, dass die Großeltern nichts zu befürchten haben, wäre das ja auch nicht mehr so schlimm.

    Du meinst die Urgroßeltern? Die Großeltern von Kindergartenkinder sind fast alle unter 80, viele sogar unter 65 und stecken bei der Arbeit ihre Kollegen an.

    (Genau so ist es hier in 2 LK geschehen.)


    Außerdem wird seit einiger Zeit immer geschrieben, dass das Durchschnittsalter auf Intensivstationen im Gegensatz zur 1.Welle deutlich gesunken sind. Es sind die über 50jährigen, die so schwer erkranken, dass sie sehr lange auf der Intensivstation liegen (teilweise mehrere Monate), die alten sterben leider sehr schnell.

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