Korrekturfach und Sozialleben

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Sag mal, auf welcher Seite stehst du eigentlich?

    Ich denke mal, es ist egal, auf "welcher Seite" er steht. Oder darf er hier nicht schreiben, weil er nicht auf deiner Seite steht?


    kl. gr. frosch, Moderator

  • Eventuell könnte man sich mal zu einem Korrekturworkshop treffen. Wahlweise auch mal eine Klausur gemeinsam erstellen. Ich würde da genau analysieren woran es liegt, dass deine Korrekturzeiten so wahnsinnig lang sind.

    Genau das habe ich weiter oben ja auch schon vorgeschlagen. Auf diese konstruktive Idee ist er aber nicht eingegangen, weil er wohl erstmal Dampf ablassen muss. ;)

    • Offizieller Beitrag

    Nichts gegegn euren löblichen Fleiß in NRW eure SuS besonders gut aufs Abitur vorzubereiten: Wenn aber andere BL ganz ohne derartigen Zusatzaufwand ebenso erfolgreich ihre SuS auf das Abitur vorbereiten, frage ich mich, ob dieser extreme Zusatzaufwand, denn das ja offensichtlich bedeutet tatsächlich sein muss?

    Auch wenn ich gleich von NRW-Kolleg*innen als super unkollegial bagestempelt und gejagt werde: uns geht es vergleichsweise korrekturmässig in NRW SEEEEEHR gut. und dass jetzt ein paar Erdkundelehrer*innen eine enorme Belastung in ihrem Oberstufenkurs / LK haben, ist natürlich doof, aber: bei voller Stelle 3 Kurse zu haben, die "nur 1-2 Mal" pro Halbjahr schreiben, ist nicht das, was ich als Vollkorrekturfachlerin aus NRW unbedingt hören möchte...


    Denn: in NRW werden nur in den "Hauptfächern" und in ca. 4-5 Kursen in der Oberstufe Klausuren geschrieben, das heißt, die hohe Belastung ist insbesondere im Vergleich zu den korrekturfreien Lerngruppen der Sek 1, die man haben könnte. Ich habe in jeder Lerngruppe Korrekturen, und obwohl die LK-Klausure mehr Zeit verlangen, habe ich durchaus lieber 15-20 LK-Klausuren 2 mal im Halbjahr, als 25-30 Klassenarbeiten 3 mal im Halbjahr.

    Und ja, ich bin gerade auch Vorabi-Klausuren geplagt (übrigens: 3 Lerngruppen), dann werden eben die Q1-Klausurstappeln bis zu den Osterferien warten.
    und ja, zur Zeit ist das Sozialleben aufs Minimum runtergefahren. Ich mache einfach häppchenweise: jeden Tag 2 Klausuren, an kurzen Tagen 3. Bzw. ich kenne meine Schüler*innen: die Schüler*innen, die tendenziell schneller gelesen werden (gute Schrift, gute Sprache, guter Inhalt), werden eher am Ende des täglichen Stappels gelegt.
    Mit einer guten Strategie schaffen wir alle den Vorabi-Berg und können dann die Osterferien einigermaßen genießen.

  • Danke, watweisich

    Ich frage mich auch, warum „Kollegen“ andere mit Belehrungen und Handlungskritik antworten.

    „Auf welcher Seite stehst Du“

    - sehr gut reagiert.

  • Trotzdem muss ich insgesamt feststellen, dass, selbst wenn man kein Vollkorrekturfachlehrer wie in meinem Fall ist, mir die Arbeitsbelastung exorbitant hoch erscheint. Vor meiner Lehrertätigkeit war in in mehreren Berufen in Vollzeit beschäftigt und hatte bei keinem dieser Jobs eine ähnlich hohe Arbeitsbelastung bei der 39,5h-Woche. Das kann ja nicht nur an mir liegen?


    Was ich am Ende damit sagen will ist:


    Wie schafft Ihr das, wenn Ihr zwei Hauptfächer unterrichtet?????


    Und gleichzeitig frage ich mich:


    Warum lasst Ihr euch sowas bieten???

  • Handlungskritik

    Weil die eigenen Handlungen auch Ursache des Problems sein können. Wenn man das nicht lesen/hören will, darf man nicht fragen. Es sind bereits mehrere KuK hier zu dem Schluss gekommen, dass der TE eigentlich eher wenig korrekturintensive Kurse führt. Ich unterrichte z. B. ausschliesslich Sek II und korrigiere - das lässt sich aus allen genannten Zahlen eindeutig ableiten - erheblich mehr. Da mein Empfinden und auch das der Mehrheit meiner KuK dadurch bei weitem nicht so beeinträchtigt ist wie das des TE muss es für dessen Unzufriedenheit wohl andere Ursachen geben als die blosse Anzahl an Korrekturen.

  • Vor meiner Lehrertätigkeit war in in mehreren Berufen in Vollzeit beschäftigt und hatte bei keinem dieser Jobs eine ähnlich hohe Arbeitsbelastung bei der 39,5h-Woche

    Ich weiss nicht in welchen Berufen Du gearbeitet hast. Ich kenne absolut niemanden, der in einem akademischen Beruf eine 39.5 h Woche arbeitet.

  • Ach Gott sind wir toll hier, bei uns macht keiner irgendeinen Abschluss ohne Prüfung in Deutsch, Mathe und Französisch.

    In BaWü macht jeder 4 schriftliche Abiprüfungen: Deutsch, Mathe, Fremdsprache und anderes Fach. Dazu Kommunikationsprüfung und mündliches Abifach.

    (De, Ma, Fremdsprache und 2 weitere Fächer sind Leistungskurse).

  • Zauberwald Unsere Häschen machen in 5 Fächern (Mathe, Deutsch, Französisch, Schwerpunktfach, Ergänzungsfach oder Englisch) je eine schriftliche (240 min) sowie je eine mündliche (15 min) Prüfung.

  • Schiess los. Ich kenne niemanden. Ich könnte auch in der Industrie arbeiten, ich hab ja nicht auf Lehramt studiert. Da käme ich hundert pro auf erheblich mehr Arbeitsdtunden pro Woche.

  • Weil die eigenen Handlungen auch Ursache des Problems sein können. Wenn man das nicht lesen/hören will, darf man nicht fragen. Es sind bereits mehrere KuK hier zu dem Schluss gekommen, dass der TE eigentlich eher wenig korrekturintensive Kurse führt. Ich unterrichte z. B. ausschliesslich Sek II und korrigiere - das lässt sich aus allen genannten Zahlen eindeutig ableiten - erheblich mehr. Da mein Empfinden und auch das der Mehrheit meiner KuK dadurch bei weitem nicht so beeinträchtigt ist wie das des TE muss es für dessen Unzufriedenheit wohl andere Ursachen geben als die blosse Anzahl an Korrekturen.

    Das sehe ich ein. In meinem Kollegium erlebe ich aber jeden Tag, dass ich mit meiner Einschätzung nicht alleine bin.


    In den anderen akademischen Berufen wurden mir Überstunden entweder bezahlt oder durch Urlaub abgegolten. Ist das mittlerweile nicht mehr üblich?

    • Offizieller Beitrag

    Ich lasse mir bitten, weil ich zu dem Schluss gekommen bin, dass ich über das Jahr verteilt nicht weeeeeesentlich mehr als die 41 Stunden die Woche arbeite, die ich leisten soll. Weil der Grund für die Überstunden nicht an den Korrekturen (mein Grundjob) sondern vielleicht Projekte, die mir am Herzen liegen und ich über meine Arbeit hinaus mache.
    Ich wüsste nicht, wie ich es schaffen würde, wenn ich Kinder hätte und bewundere jede/jeden, die / der das schafft. Trotzdem (Achtung, ich setze beide Sachen nicht gleich!!) habe ich Hobbys, weil ich für mich festgestellt habe, dass ich dadurch besser abschalte, und feste Privattermine mir gut tun. Ich spiele Musik und treibe Sport, zum Teil mit festen Vereinsterminen. Seitdem ich es für mich fest verankert habe, geht es mir viel besser.
    Manchmal lasse ich einen solchen Termin ausfallen, aber nie, um zu korrigieren, wenn ich schon den ganzen Tag 8-10 Stunden Schule und Schreibtisch gehabt hätte. Wenn ich mir einen schönen entspannenden Nachmittag gemacht habe, dann muss ich vielleicht abends meine Arbeit machen und dann kann ich nunmal nicht zum Training. Ich kann nicht unter der Woche frei machen, am Wochenende die Freizeit genießen und die Ferien auch frei haben.
    Da ich weiß, dass ich unter der Woche / unter dem Jahr oft zu platt bin, bereite ich in den Ferien sehr viel vor. In den ersten Jahren waren halt 4 Wochen in den Sommerferien dafür verplant (nicht 8 Stunden am Tag, aber locker 4 Stunden). Dafür habe ich in den korrekturarmen Zeiten aber ein schönes "entspannteres" Leben, weil ich nur noch nachjustiere und wenig vorbereiten muss.
    In den kleinen Ferien wird sehr viel korrigiert, was ich da verschieben kann. und ja, es gibt Wochen, wo ich nach 8 Schulstunden wieder an den Schreibtisch muss, bzw. in den Pausen in der Schule korrigiere. Konnte ich vorher nicht, kann ich jetzt. Eine ruhige Ecke lässt sich immer finden.

    Überlege dir Ankerpunkte, finde ein gutes System und belohne dich immer nach zb. 2-3 Klausuren. Und ehrlich sein, was die eigene Arbeitslast angeht: wenn ich mitten in meiner Klausur "kurz" ins Lehrerforum gehe, muss ich am Ende der Klausur die Zeit davon abziehen und ehrlich sein: aus "kurz" wurde durchaus mehr... ;)


    chili

  • Ich weiss nicht, was in Deinem Fachbereich üblich ist. In der Industrie wäre ich sicher AT angestellt und dann war's das mit den ausbezahlten Überstunden. Wäre ich nicht an der Schule, würde ich wohl trotzdem beim Kanton oder Bund arbeiten (Kantonslabor oder so). Weniger Geld als in der Industrie aber deutlich lauschigere Arbeitszeiten.

  • In den anderen akademischen Berufen wurden mir Überstunden entweder bezahlt oder durch Urlaub abgegolten. Ist das mittlerweile nicht mehr üblich?

    Doch, das ist genau so.

    Das führt dazu, dass mein Mann fast genauso viele Ferien ( bis auf 3-5 Wochen) hat wie ich und trotzdem mehr als das Doppelte von mir verdient.

  • Ja... Meine Lebensgefährtin hat auch Mitarbeiter. Seither arbeitet sie selbst noch mehr weil Geschäftsleitung. Das ist kein Kriterium. Bei allen AT Angestellten in der Industrie steht's im Vertrag explizit so drin, dass Überstunden durch das "erhöhte Entgelt" bereits abgegolten sind. Ich sag Dir nur, ich kenne keine Akademiker die bei Vollzeit weniger als ich arbeiten. Ich sage nicht, dass es das nicht gibt. Die Frage ist nur, was sind das dann für Stellen. Wenn ich z. B. an meine Hausärztin, meinen Orthopäden und meine Tierärztin denke, dann bin ich sicher dass die keine 39.5 h Woche haben. Letztere übrigens am allerwenigsten. Aber natürlich sind das nur einzelne Fallbeispiele.

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