Wechsel von Bayern nach Berlin

  • Hallo allerseits!

    Ich studiere in Bayern für Realschule und bin demnächst damit fertig. Allerdings werde ich nicht in Bayern bleiben, da es mich privat nach Berlin verschlagen wird.
    Leider konnte ich online bisher nicht wirklich viel finden, daher stelle ich meine Fragen hier. Zugegebenermaßen hat der Umzug keine Eile und es steht nicht fest, ob ich das Ref in Bayern oder Berlin machen werde.
    Wäre ein Ref in Berlin möglich? Aufgrund der unterschiedlichen Schulstruktur zielt der Vorbereitungsdienst in Berlin ja nicht darauf ab, Sek 1 Lehrkräfte auszubilden. Kann mir leider nur schwer vorstellen, dass ich für das Ref an ISS und Gym. zugelassen werde.
    Falls nicht anders möglich, würde ich logischerweise das Ref in Bayern machen und dann nach Berlin ziehen. Läuft die Anerkennung für eine Anstellung ohne Nachqualifikationen? Bindet mich meine Ausbildung an die ISS oder wäre die Sek 1 am Gym auch eine Option?

    Vielen Dank schonmal!

  • Ehrlich gesagt würde ich beides nicht nach bayrischer Vorgabe haben wollen ;)

    Was genau meinst du?


    (Ich kenne beide "Systeme".)

    Und ich denke nicht, dass die Arbeitsbedingungen wirklich schlechter sind überall.

    Ja, das hängt tatsächlich natürlich auch sehr von der Schulart und der einzelnen Schulen und Schulleitungen ab. Das Bundesland ist da wahrscheinlich eher zweitrangig.

  • Ich möchte den bayrischen Notendruck definitv für niemanden haben und das lernen nur von Probe zu Probe.


    Und auch das Schulsystem mit 6 Jahren Grundschule würde ich gegen nichts auf der Welt eintauschen

  • Also beziehst du dich auf die Grundschule? Ich habe die Grundschule gerade hinter mir mit Kind 1 und fand es absolut in Ordnung. Da war nichts mit übermäßigem Stress von Seiten der Kinder - außer die Eltern wollten unbedingt den Übertritt ans Gymnasium mit allen Mitteln pushen, das ist dann was anderes. Das Problem an der Grundschule hier liegt meiner Meinung nach eher an den Eltern und dass hier die Übertrittsquote sehr hoch ist. Ich sehe es dann selbst ab Klasse 5, dass 10-20% der Schüler*innen (ja nach Klasse) nicht fürs Gymnasium geeignet sind... Und dann scheitern... und dann heißt es: Zuviel Druck, zu viel Stress...


    Nichtsdestotrotz finde ich 4 Jahre auch zu kurz für die Grundschule und würde 6 Jahre befürworten. Jetzt im Altern von 10 Jahren schon vorläufig endgültig die Schulform festzulegen finde ich auch schwierig, v. a. bei Fällen, die sich möglicherweise erst später "entwickeln".


    Was den Notendruck unabhängig vom Übertritt nach der Grundschule angeht, empfinde ich ihn hier nicht anders als in Berlin.

  • Nichtsdestotrotz finde ich 4 Jahre auch zu kurz für die Grundschule und würde 6 Jahre befürworten. Jetzt im Altern von 10 Jahren schon vorläufig endgültig die Schulform festzulegen finde ich auch schwierig, v. a. bei Fällen, die sich möglicherweise erst später "entwickeln".

    Das ist auch mit einer vierjährigen Grundschulzeit gut möglich. Wir bekamen in der Oberstufe viele Schüler aus Bayern dazu, oftmals mit Haupt- oder Realschulhintergrund. Einige von ihnen waren in der Oberstufe dann besser als diejenigen mit Gymnasialhintergrund, die von Anfang an in meinem Bundesland beschult wurden. Also ja: Ein selektives Schulsystem bietet auch Spätentwicklern genug Raum - nicht wahr, Berufsschule93 ?

  • Es ist völlig OK, dass du gegen eine frühe Trennung bist, da streiten sich eh die Geister. Es gibt ja auch diverse Ansätze von der vier- zur sechsjährigen Grundschule bishin zur Einheitsschule bis Klasse 10. Als Privatperson hat da jeder eine eigene Position zu. Schwierig wird es da erst für die Bildungspolitiker, die für ihr Bundesland eine einheitliche Lösung treffen müssen. Und da sind Bayern und Berlin quasi oppositionell eingestellt.

  • Zu meiner Schulzeit gab es in Niedersachsen noch die zweijährige "Orientierungsstufe" (Klassen 5 und 6); am Ende von Kl. 6 wurde entschieden, welche SuS auf's Gymnasium, die Real- oder Hauptschule gehen sollten. Die OS wurde m E. 1981 eingeführt und erst 2004 wieder abgeschafft. Mir haben die beiden Schuljahre damals gut gefallen (ich fand sie, ehrlich gesagt, ziemlich "chillig"), aber viele Bekannte, die Kinder haben, meinen, dass ein Übergang in die weiterführenden Schulen schon nach Kl. 4 zielführender sei.

  • Also beziehst du dich auf die Grundschule? Ich habe die Grundschule gerade hinter mir mit Kind 1 und fand es absolut in Ordnung. Da war nichts mit übermäßigem Stress von Seiten der Kinder - außer die Eltern wollten unbedingt den Übertritt ans Gymnasium mit allen Mitteln pushen, das ist dann was anderes. Das Problem an der Grundschule hier liegt meiner Meinung nach eher an den Eltern und dass hier die Übertrittsquote sehr hoch ist. Ich sehe es dann selbst ab Klasse 5, dass 10-20% der Schüler*innen (ja nach Klasse) nicht fürs Gymnasium geeignet sind... Und dann scheitern... und dann heißt es: Zuviel Druck, zu viel Stress...


    Nichtsdestotrotz finde ich 4 Jahre auch zu kurz für die Grundschule und würde 6 Jahre befürworten. Jetzt im Altern von 10 Jahren schon vorläufig endgültig die Schulform festzulegen finde ich auch schwierig, v. a. bei Fällen, die sich möglicherweise erst später "entwickeln".


    Was den Notendruck unabhängig vom Übertritt nach der Grundschule angeht, empfinde ich ihn hier nicht anders als in Berlin.

    Nein, ich beziehe mich auf das komplette bayrische Schulsystem und ja auf die Art der Notengebung. Die finde ich nicht gut.


    Auch Fremdsprachenwahl usw. nicht mein System.

  • Ich fürchte leider nicht nur die Arbeitsbedingungen, sondern das gesamte Bildungssystem und -niveau ... :-(

    Ja, und vielleicht findet man auch einfach in Würzburg mehr deutsche Mittelschichtsfamilien mit zwei Kindern und Violinunterricht als in Berlin? Egal, ziehen wir einfach alle nach Bayern 8_o_)

  • Ja, und vielleicht findet man auch einfach in Würzburg mehr deutsche Mittelschichtsfamilien mit zwei Kindern und Violinunterricht als in Berlin?

    Es soll auch in Berlin Wohlstandsviertel geben, wo der Ausländeranteil gegen 0 läuft ;) Berlin ist einfach groß und vielschichtig.

  • Ja, und vielleicht findet man auch einfach in Würzburg mehr deutsche Mittelschichtsfamilien mit zwei Kindern und Violinunterricht als in Berlin? Egal, ziehen wir einfach alle nach Bayern 8_o_)

    Da Würzburg weniger Einwohner hat als der durchschnittliche selbst der kleinste Berliner Stadtbezirk (nach der Neugliederung), würde ich sagen: Vermutlich nicht.


    Und nein, bitte zieht nicht alle nach Bayern (Anwesende selbstverständlich ausgenommen!). Wir sind jetzt schon mit gut 12 Millionen ganz gut ausgelastet. Zieht nach Brandenburg, zieht nach Ostsachsen, zieht nach Sachsen-Anhalt (meiner Meinung nach eines der meistestunterschätztesten Länder), bringt gern auch ein paar Konzernsitze mit - das würde dem Land insgesamt glaube ich recht gut tun.

    Wir bekamen in der Oberstufe viele Schüler aus Bayern dazu, oftmals mit Haupt- oder Realschulhintergrund. Einige von ihnen waren in der Oberstufe dann besser als diejenigen mit Gymnasialhintergrund, die von Anfang an in meinem Bundesland beschult wurden.

    Mit Verlaub, lieber Lehramtsstudent - solche Fälle habe ich in meiner Jugend reichlich miterlebt und wage zu behaupten: Das lag nicht am bayerischen, sondern am hessischen System.

    The penis

    Mightier than the sword.

    - frei nach Edward Bulwer-Lytton

  • Und nein, bitte zieht nicht alle nach Bayern (Anwesende selbstverständlich ausgenommen!). Wir sind jetzt schon mit gut 12 Millionen ganz gut ausgelastet.

    Ach komm, da geht noch was! Wir haben in NRW fast 18 Mio. Einwohner auf der Hälfte der Fläche Bayerns.

  • Berlin hat nicht nur Britz, Kreuzberg, Marzahn und Neukölln - da gibts auch Charlottenburg, Spandau, Wilmersdorf...

    Ich war ein paar Mal da und jedes Mal froh, wieder da weg zu sein. An sich mag ich ja Chaos, aber nicht dieses.Berlin hat auf mich gewirkt wie ein rieseiges mosaik, dass jemand zerbröselt und völlig falsch und mit gewalt wieder zusammengesetzt hat. Da werd ich kirre, und ich bin Ruhrpott gewohnt...

    (btw, Bayern wäre aber auch nicht meins, und wenns eh private Gründe sind... allerdings ist es mMn sinnvoll, wenn du kannst, das Ref in dem Bundesland zu machen, wo du dann auch arbeiten willst)

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Ach komm, da geht noch was! Wir haben in NRW fast 18 Mio. Einwohner auf der Hälfte der Fläche Bayerns.

    Eben.

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    - frei nach Edward Bulwer-Lytton

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