Geschichte / Politik und Wirtschaft Sek. I

  • Hallo,


    Wie stehen die Chancen mit einem Sek 1 Studium in Geschichte/PoWi bzw. Geschichte/SoWi? Völlig unnötig oder doch brauchbar? Studienbeginn 2021.

    Naturwissenschaften und Hauptfächer fallen für mich raus. Evtl. Ethik oder Arbeitslehre.


    Alternativ käme nur Lehramt Förderschule oder Soziale Arbeit in Frage. Da ist der NC aber deutlicher höher angesetzt angesetzt und schwierig zu knacken.


    Danke für eure Meinung :)

  • Naturwissenschaften und Hauptfächer fallen für mich raus.

    Ich kann zu den Chancen nicht viel sagen. Wieso fallen denn Hauptfächer für dich raus?

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Ich glaub man wird zurzeit deutschlandweit nicht wegen, sondern trotz Geschichte eingestellt.

    Sowi bzw PoWi ist jetzt nicht das gefragteste, aber besser als Geschichte alle mal. Aber wenn du jetzt erst mit dem Studium anfängst bist du frühstens in 7 Jahren Für den Arbeitsmarkt brauchbar... bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein runter...

  • Alternativ käme nur Lehramt Förderschule oder Soziale Arbeit in Frage.

    Auch, wenn das nicht gefragt war: Ich kann dir von Zweiterem per se nur abraten, zumindest langfristig.


    Habe selbst zuvor Soziale Arbeit studiert, jedoch nicht in der Absicht, diesen Beruf (primär) auszuüben. Ein interessantes Studium, das viel für's Leben lehrt, und mit überwiegend "inspirierenden" KommilitonInnen (Lebenswege, Persönlichkeiten, Werte). Dir sollte aber bewusst sein, dass du in der Branche noch immer vergleichsweise schlecht bezahlt wirst. In vielen Fällen, gerade zum Berufseinstieg, arbeitest du in (mehreren) befristeten Teilzeitjobs, lange Tage, emotional z. T. sehr fordernd, intellektuell m. E. weniger. Als Mann hast du zwar gute Chancen auf eine Führungsposition, einen intellektuell anspruchsvolleren Job bei besserer Vergütung, jedoch arbeitest du hier i. d. R. im Management, hast mit Kindern/KlientInnen also kaum mehr zu tun.


    Wenn SP für dich in Frage kommt, rate ich dir pauschal hierzu, sollte das klappen (einen Versuch bzgl. NC wäre das doch wert, oder? Welchen Durchschnitt hast du?).

  • Zu Chancen kann ich nichts sagen, möchte nur anmerken, dass eine Kombination aus nur Nebenfächern den Effekt hat, dass man viele Klassen unterrichtet. Ich habe neben Politik und Wirtschaft noch ein Hauptfach, worin ich aber dieses Schuljahr ausnahmsweise keinen Lehrauftrag hatte. Dadurch hatte ich bei 16 Stunden Unterricht 11 verschiedene Lerngruppen. Das war während Corona furchtbar (Aber das gibt es in 7 Jahren hoffentlich nicht mehr) und auch so fand ich das schwierig, weil ich kaum eine Beziehung zu den Klassen aufbauen konnte geschweige denn eine Chance hatte nachhaltig die Namen der Schüler zu lernen.


    Der Vorteil ist vielleicht, dass reine "Nebenfächler" zumindest bei uns sehr selten Klassenlehrer werden.


    Warum nur Sek. I?

  • s3g4 Deutsch, Mathe und Englisch interessieren mich nicht so stark. Zu Mathe nochmal siehe unten :D Vielleicht würde ich noch Deutsch nehmen, aber dann nur zwangsweise.


    --- Ich habe einen 3er Abischnitt und mache zurzeit noch eine dreijährige Ausbildung, die ich nächstes Jahr beenden werde. Das hebt meinen Schnitt aber auch nicht zu dolle in die Höhe.


    Vogelbeere Gymnasium ist mir glaube ich zu fachwissenschaftlich, ich möchte mehr den Pädagogik/sozialen Bezug. Da habe ich ehrlich gesagt Angst, dass die Teenies v.a. in der Oberstufe vieles besser wissen als ich. Ich habe in manchen Beiträgen hier gelesen Geschichte und Politik wären für das Gym eine Arbeitslosenkombi, zumindest sieht es da noch schlechter aus als in der Sek. 1.


    An meinem damaligen Gymnasium gab es aber komischerweise mehrere Vollzeit-Lehrkräfte mit der Kombi Geschichte/PW. Und auch noch andere Lehrer mit PW und G im Zweitfach. Vielleicht war das bei mir auch eine Ausnahme?! :D


    Grundschule statt Soziale Arbeit/SP käme auch in Frage, aber da habe ich vor Mathe als Pflichtfach Angst, ich habe im Abi 2 Punkte geholt im Grundkurs. Möchte in Hessen studieren.


    Dankeschön für die ersten Rückmeldungen :)

  • --- Ich habe einen 3er Abischnitt und mache zurzeit noch eine dreijährige Ausbildung, die ich nächstes Jahr beenden werde. Das hebt meinen Schnitt aber auch nicht zu dolle in die Höhe.

    [...]

    Ich möchte mehr den Pädagogik/sozialen Bezug.

    [...]

    Möchte in Hessen studieren.

    Ich habe gerade mal nachgesehen: In Hessen wird Förderschullehramt an den Universitäten Frankfurt und Gießen gelehrt. Da du durch deine Berufsausbildung bereits sechs Wartesemester angesammelt hast, solltest du an beiden zugelassen werden!

    Vgl.

    https://www.uni-frankfurt.de/83177551/NC_WS19_20_191105.pdf

    https://www.uni-frankfurt.de/75145290/NC_WS18_19_181115.pdf

    https://www.uni-giessen.de/stu…c-oertlich-WiSe/WS2019_20

    https://www.uni-giessen.de/stu…c-oertlich-WiSe/WS2018_19


    Bzgl. Grundschullehramt sieht es schlechter aus, aber den Versuch (insbesondere in Gießen) wäre es allemal wert.

    An meiner Uni zumindest wird hier nur "Mathematische Grundbildung" gelehrt, was genau das bedeutet, weiß ich leider nicht. Ich kann aber verstehen, wenn es dir ganz ohne lieber wäre.


    Ich habe mir mal noch die Bedarfsprognosen für Hessen angesehen (https://kultusministerium.hess…sicht-einstellungschancen). Hier werden sowohl an der FS als auch an der GS insg. gute Jobchancen vorhergesagt.

  • Hallo,

    zur Orientierung können die Lehrerbedarfsprognosen der Bundesländer helfen, in denen Du Dir einen späteren Einsatz vorstellen könntest - zum Teil wird darin auch nach Fächern unterschieden. Als Übersicht findest Du hier alle Beiträge der Kultusministerkonferenz der Länder zum Thema Lehrerbedarf: https://www.kmk.org/themen/all…kraefte/lehrerbedarf.html.

  • Oh, ich füge noch hinzu: Grundschullehramt bietet auch die Universität Kassel an, dort lagen die Wartesemester zuletzt bei vier bis fünf, d. h. mit deinen dann sechs solltest du drin sein.

  • Oh, ich füge noch hinzu: Grundschullehramt bietet auch die Universität Kassel an, dort lagen die Wartesemester zuletzt bei vier bis fünf, d. h. mit deinen dann sechs solltest du drin sein.

    Wartesemester werden aber nur dann für die Ausbildung anerkannt, wenn man sich erst an der Uni bewirbt, dort Wartesemester "verordnet" bekommt und diese Wartezeit dann mit einer Ausbildung sinnvoll nutzt, nicht wenn man sich nach der abgeschlossenen Berufsausbildung erstmalig für ein Studium bewirbt. (falsche Info meinerseits, vgl. #11, Danke chilipaprika .:rose:)


    Insofern solltest du dich bei dem Abischnitt ggf. nicht nur in Hessen für ein Studium bewerben DerNeue . Im Übrigen dient ein Studium- egal für welche Schulart- nicht nur dazu dich fachlich fitter zu machen, als deine Zielgruppe, sondern auch tatsächliche Fachkenntnis zu erlangen. Auch Grund- und Förderschullehrkräfte müssen insofern mehr von Mathe verstehen, als den Stoff, den sie am Ende tatsächlich den SuS vermitteln können, um eben auch selbst zu wissen, was sie im Hinblick auf künftige Lernschritte in der Sekundarstufe anlegen müssen. ;-)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    Einmal editiert, zuletzt von CDL ()

  • CDL: nein, das stimmt nicht. Als Wartesemester zählen immer alle Semester seit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung, an denen man nicht an einer deutschen (!) Uni immatrikuliert war.
    Erprobt mit unterschiedlichen Bewerbungsverfahren an unterschiedlichen Unis (die Wartesemester können auch beim 2.-Studium im Zweifelsfall (=Gleichstand zwischen 2 Bewerbungen für die sehr wenigen Plätze) eine Rolle spielen.
    Nach einer dreijährigen Ausbildung hat man also 6 Wartesemester, es sei denn, man hat den dämlichen Fehler gemacht, sich fake einzuschreiben, um andere Vorteile zu haben.

  • CDL ich meinte, dass evtl. SuS, die sich tagtäglich mit Geschi oder Politik befassen und sich für kleine Randthemen brennend interessieren, mich evtl. mit Fragen löchern können, auf die ich überhaupt keine Antwort weiß. Sehr interessierte Schüler sind ja eigentlich toll, aber ich habe aber auch Klassenkameraden (ich sage mal "Freaks") erlebt, wo die Lehrkräfte irgendwann ziemlich genervt und verzweifelt waren, weil man kann ja nicht alles wissen, aber man steht dann schon vielleicht total blöd dar vor der Klasse. Sehr unangenehm. Deswegen meine Zweifel bzgl. Gymi und Oberstufe.

  • 3er Schritt Abitur und dann zwei ungesuchte Nebenfächer... Puh, eher ungünstige Situation!

    Ich denke du kennst die Situation auf dem Lehrermarkt: Förderschule, H/R, Berufsschule gesucht, aber eher mit gefragten Fächern (= MINT oder Ästhetik). Es gibt Massen an Leuten mit ungünstigen Fächerkombinationen, ich würde, wenn es nur irgendwie geht, dringend davon abraten.

    Wenn du dir etwas Pädagogisches vorstellen könntest: Erzieher oder Heilpädagoge? Ist beides sehr gesucht. Ansonsten fällt mir noch die Fachlehrerausbildung ein, bei der sich aber die Berufsschulleute hier mehr auskennen.


    Mit freundlichen Grüßen

  • CDL ich meinte, dass evtl. SuS, die sich tagtäglich mit Geschi oder Politik befassen und sich für kleine Randthemen brennend interessieren, mich evtl. mit Fragen löchern können, auf die ich überhaupt keine Antwort weiß. Sehr interessierte Schüler sind ja eigentlich toll, aber ich habe aber auch Klassenkameraden (ich sage mal "Freaks") erlebt, wo die Lehrkräfte irgendwann ziemlich genervt und verzweifelt waren, weil man kann ja nicht alles wissen, aber man steht dann schon vielleicht total blöd dar vor der Klasse. Sehr unangenehm. Deswegen meine Zweifel bzgl. Gymi und Oberstufe.

    Ah, SuS die so sind, wie ich es war in Politik und Co. :lach: Damit muss man an manchen Schulformen natürlich häufiger umgehen, als an anderen. Grundsätzlich kann aber niemand alles wissen, erwartet auch niemand von dir (auch am Gym nicht, wobei es mir fern läge, dich ausgerechnet von der überlaufensten Schulform überzeigen zu wollen). Entscheidend ist es zu wissen, wo du nachschlagen kannst und über die Souveränität zu verfügen, SuS sagen zu können, dass du das nachschauen musst (dann das auch zu machen und nachzutragen). Hatte ich auch an der Realschule schon, dass Fragen zu Details kamen, die mir nicht genau bekannt waren. Anders als meine SuS weiß ich aber genau, wo ich das herausfinden kann. Insofern fällt mir kein Zacken aus der Krone, wenn ich sage, dass ich das in der nächsten Stunde nachtragen werde. Meiner Erfahrung nach freuen sich SuS eher, wenn sie auch mal erleben, dass ihre Lehrkräfte nicht alles wissen, dazu souverän stehen können und es völlig in Ordnung ist, nicht alles zu wissen. Zumindest, wenn sie dich grundlegend als jemanden wahrnehmen der/die über eine gute Fachkenntnis verfügt, steigert das sogar eher ihren Respekt vor dir (und macht sie irre stolz, wenn du ihnen sagst, dass das eine tolle Frage war, an die du selbst gar nicht gedacht hast, weshalb du das zuhause nachschauen musst, um die Frage richtig beantworten zu können; meine strahlen dann immer bis über beide Ohren).


    Welche Bundesländer kämen denn für dich infrage? Ich nehme zwar nicht an, dass Geschichte/Politik (SoWi) irgendwo als akute Mangelkombi für irgendeine Schulart verzeichnet sein könnte, zumindest wäre es aber so möglich dir etwas genauere Hinweise zu geben, welche Ergänzungsfächer sinnvoll sein könnten. Bei zwei Nebenfächern würde ich dir ganz dringend raten sehr flexibel zu sein beim Bundesland/dem Einsatzgebiet (ländlicher Raum), auch ungeliebte Schularten nicht auszuschließen (wie in BW die Gemeinschaftsschule), noch ein drittes Fach dazuzunehmen, welches wenigstens einen mittleren Bedarf hat und insgesamt ganz dringend zu prüfen, ob du nicht doch ein etwas gefragteres Fach ergänzen kannst oder eine gefragte Zusatzqualifikation (mit Fremdsprache z.B. Bili, mit Deutsch z.B. DaZ) oder zumindest Geschichte rausschmeißen kannst zugunsten von zwei weiteren Fächern, mit mittlerem Bedarf. Kein klassisches Hauptfach zu haben ist später in der Praxis teilweise schwierig. Bei einer kleinen Schule mit wenig Bedarf in deinen Fächern kann das dazu führen, dass du prinzipiell mit einem Teildeputat an eine andere Schule abgeordnet wirst, was je nach Bundesland bedeuten kann, dass man an zwei Schulen an sämtlichen Konferenzen/Elternabenden/Schulveranstaltungen/DBs teilnehmen muss und dadurch eine enorme Zusatzbelastung darstellt.

    Förderschule und Sek.I (ohne Förderschulklassen) sind ja ein recht großer Unterschied von der Klientel her. Hast du schonmal ein Praktikum gemacht, um zu schauen, mit welcher Schülerschaft du gut zurechtkommst und ob die Arbeit in der jeweiligen Schulform zu deinen Vorstellungen vom Beruf passt?

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ansonsten fällt mir noch die Fachlehrerausbildung ein, bei der sich aber die Berufsschulleute hier mehr auskennen.

    Keine Chance, wenn der TE nur ein Abitur hat.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • s3g4: In Hessen ist ja Voraussetzung für die Aufnahme der Fachlehrerausbildung eine einschlägige Ausbildung und ich lese oben heraus, dass diese vorhanden ist. Sonst noch irgendwelche "Herausforderungen"?

  • s3g4: In Hessen ist ja Voraussetzung für die Aufnahme der Fachlehrerausbildung eine einschlägige Ausbildung und ich lese oben heraus, dass diese vorhanden ist. Sonst noch irgendwelche "Herausforderungen"?

    Keine Herausforderung, sondern es fehlen formale Voraussetzungen.


    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Ich lese da heraus, dass es noch an der Berufserfahrung scheitert. Dann fällt dieser Punkt natürlich weg.

    Und die zweijährige Weiterbildung zum Techniker bzw. Meister fehlt auch. Also mindestens 5 Jahre bis die Vorraussetzungen erfüllt sind.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • CDL Bundesland ist mir relativ egal was Studium oder Arbeiten betrifft.

    Habe schon mal ein 6 wöchiges Praktikum in einer Grundschule absolviert sowie 2 Wochen in einer Haupt- und Realschule. Es hat mir beides gut gefallen. Jedoch schreckt mich bei Grundschule eben das Pflichtfach Mathe ein wenig ab. In der Förderschule habe ich noch nie hospitiert und das Gymi kenne ich halt nur aus Schülersicht.

Werbung