Lehramt Gy: Französisch/Spanisch oder Französisch/ev. Religion?

  • Hey liebes Forum,

    Ich werde ab dem kommenden Wintersemester Lehramt für Gymnasien studieren. Ich habe für Frz./Spa. und Frz./ev.Reli. eine Zusage. Jedoch bin ich aktuell sehr im Zwiespalt und wollte um Meinungen/ Ratschläge bitten, welche Kombination vielleicht vielversprechender wäre, als die andere. Französisch steht für mich dabei zu 100% fest. Jedoch meinen viele, dass zwei Fremdsprachen schon eine große Herausforderung sind, da es schwierig ist, zwei Fremdsprachen auf einem hohen Niveau zu halten. Außerdem möchte ich später noch mit Musik erweitern. Ich würde mich über Antworten freuen.

    • Offizieller Beitrag

    viele Impulsfragen:


    1) Wie ist dein Ausgangsniveau in Spanisch? Kannst du es schon ganz gut und brennst evenfalls ein bisschen dafür oder findest du Französisch richtig toll und würdest gerne deine Liebe zu romanischen Sprachen mit einer reisetechnisch interessanteren Sprache erweitern?


    2) Bist du bereit, mindestens ein Jahr pro Fremdsprache ins Ausland zu gehen? (ggf. mehr, wenn du von 0 startest)


    3) Spanisch und Französisch sind nicht nur korrekturintensiv in der Kombi, sondern auch oft "parallel": die Schüler*innen haben die Wahl zwischen Französisch, Latein und Spanisch zum Beispiel. Das heißt, du blockierst eventuell einen Teil deiner Stunden.


    4) Das Niveau in beiden Fremdsprachen will auch erhalten werden.


    5) du sprichst von "erweitern", es klingt in meinem Kopf nach Bayern. Da wird wohl evangelische Religion nicht DAS Mangelfach schlechthin sein, dann werden sich wohl Spanisch und Reli ähnlich verhalten? Wenn du aber am Ende Musik hast (wie hoch ist die Chance, reinzukommen? warum dann nicht sofort Französisch / Musik?), ist es wahrscheinlich egal.


    Aus meiner Perspektive: ICH könnte nie das Niveau in beiden Sprachen halten. (und bevor man das hält, muss man das schon mal erreichen, das wird oft verdrängt). Eine Sprache finde ich ehrlich gesagt bewundernswert. und auch wenn es Details sind, aber es nimmt im späteren Leben auch Zeit in Anspruch. Ab und zu muss der Familienurlaub in das Zielland. Gut, mit Französisch und Spanisch deckst du die halbe Welt ab, aber trotzdem. Manchmal will man vielleicht auch nur in die deutsche Alpen. und wenn man Kinder hat vielleicht noch mehr.

  • In NRW hättest du laut Prognosen mit Fr und ev Reli bessere Chancen. Zwei Sprachen sind natürlich auch vom Korrekturaufwand her nicht ohne.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Aus Sicht des Stundenplaners: 2 Fremdsprachen, die nicht die 1. Fremdsprache sind, sind ungünstig. Die Stunden liegen oft parallel und dann fällt halt einiges raus an Möglichkeiten und der Stundenplan wird schlechter.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Sehe ich wie yestoerty. Daher wäre ich stark für Französisch + Religion. Hier gibt es doch glaube ich sogar einen User mit dieser Fächerkombi, oder?

  • chilipaprika Vielen Dank für die Antwort. 1.) Also ich hatte von der 8. Klasse bis zum Abitur Spanisch und meine Noten waren auch ganz gut, nur seit Corona hat man sehr viel verlernt, da ich seit März kein Spanisch mehr hatte. Jedoch mag ich die Sprache auch sehr, nur habe ich Bedenken, dass es sehr schwer ist, zwei Fremdsprachen auf einem sehr hohen Niveau zu halten. 2.) Die Auslandserfahrung ist sehr wichtig, da man nicht nur seine sprachlichen Fähigkeiten verbessert, sondern auch die Kultur und das Land kennenlernt, womit man den Unterricht durch solche Erfahrungen echt bereichern kann, also hätte ich keine Probleme damit, ins Ausland zu gehen.

    3.) & 5.) Ich werde in Sachsen studieren und da auch höchstwahrscheinlich mein Referendariat machen. An meiner ehemaligen Schule und an vielen in der Umgebung war Französisch zweite Fremdsprache und Spanisch kommt als dritte Fremdsprache hinzu, wenn man es wählt. Somit würden sich die Stunden nicht zwangsläufig überschneiden. Musik war eigentlich mein Traumfach, aber die Anforderungen sind echt hoch, zumindest an den Hochschulen und da bräuchte ich noch Zeit, um an das Niveau zu kommen, was Klavier betrifft.

  • Fallen Angel Ja, da wäre der Korrekturaufwand nicht ohne, obwohl bei ev. Religion gerade in der Oberstufe der Korrekturaufwand bestimmt auch nicht gering sein wird.


    yestoerty  @Lehramtsstudent, Danke für eure Meinungen, das werde ich auf alle Fälle im Hinterkopf behalten.

  • Ich habe auch überlegt, ob ich zwei Sprachen studieren soll (Englisch und Französisch bei mir), habe mich dann aber doch für Englisch + Ethik/Philosophie entschieden und nie bereut. Warum? Mein Alltag ist einfach viel abwechslungsreicher als mit zwei Fremdsprachen. Außerdem kann man in Fächern wie Ethik und Reli die SuS besser kennenlernen und auch thematisch "tiefer" gehen, da der Unterricht ja in der Muttersprache stattfindet. Ich würde dir also zu Französisch und Religion raten. Bedenke aber, dass du für Religion eventuell alte Sprachen nachholen musst (Latein und Altgriechisch).


    Zum Korrekturaufwand: Der ist in Ethik und Religion WESENTLICH geringer als in einer Sprache. Auch und gerade in der Oberstufe.

  • Ich bin nicht so der Bedarfsprognosenchecker, aber Musik ist meines Eindrucks nach immer gesucht, oder? Sowohl Spanisch als auch Französisch und ev. Reli spielen m.E. nach wie vor keine so große Rolle in Sachsen, so lang Russisch noch überall angeboten wird und so viele Kinder Ethik belegen.


    Aber letztlich sucht Sachsen gerade aktuell Lehrer für gefühlt alles, so falsch kann man gar nicht liegen

    ... Ab und zu muss der Familienurlaub in das Zielland. Gut, mit Französisch und Spanisch deckst du die halbe Welt ab, aber trotzdem. Manchmal will man vielleicht auch nur in die deutsche Alpen. und wenn man Kinder hat vielleicht noch mehr.

    Vor allem, weil man von Sachsen aus Tschechien, Polen und Kroatien besucht, wenn man mit Kind und Kegel in Urlaub fährt...


    Aber ich würde eh nach Gefühl gehen. Kann man sich auf Musik nicht intensiv in kürzerer Zeit vorbereiten?

  • Ich würde dir dann zu Musik raten. Versuchen kannst du es doch immer, am besten an allen Unis, die infrage kommen. Falls es nicht sofort klappt, dann kannst du es vllt. auch später als Drittfach dazunehmen.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • @Pyro Danke für deine Antwort, ja es ist auf alle Fälle viel abwechslungsreicher, und das mit den alten Sprachen ist mir bewusst, was ich aber sehr interessant finde.


    Fallen Angel  @samu Ich fühle mich noch nicht bereit aufgrund meines aktuellen Niveaus am Klavier die Prüfung schon nächstes Jahr zu machen. Da ich aber vor hatte im Verlauf des Studiums zu erweitern, würde ich Musik als Drittfach studieren, wenn ich es denn schaffen sollte. Aktuell versuche ich mich zw. Religion und Spanisch zu entscheiden.

  • Wenn Musik nur irgendwie infrage kommt, mache es auf jeden Fall! Es ist das Mangelfach schlechthin in allen Schulformen, weil es sich kaum einer zutraut.

  • Wenn Musik nur irgendwie infrage kommt, mache es auf jeden Fall! Es ist das Mangelfach schlechthin in allen Schulformen, weil es sich kaum einer zutraut.

    Sie/er schrieb doch bereits, das versuchen zu wollen, vorausgesetzt, zu einem späteren Zeitpunkt sind die Voraussetzungen vorhanden für das Studium, vor allem aber die je nach Musikhochschule teilweise auch in den Lehramtstudiengängen genauso hohen Anforderungen wie in den künstlerischen Studiengängen (ich habe einige Musiker in der Familie, die beide Studiengänge parallel durchlaufen haben, was faktisch nur ein Unterschied von 1-2 Scheinen war an deren MuHo.). :)


    Aber, Kruzi016 : Falls nicht schon geschehen, solltest du, ehe du vorzeitig entscheidest die Aufnahmeprüfung für Musik zu verschieben (was aber letztlich auch kein Weltuntergang wäre, viele müssen sich dafür nach dem Abitur ein halbes Jahr oder Jahr gezielt vorbereiten :) ), jemanden vom Fach in dein Klavierspiel (wenn nur das die Achillesferse wäre) reinhören lassen, ob du tatsächlich noch warten musst einerseits und andererseits, um in dem Fall zielführende Hinweise zu erhalten, worauf du bei der weiteren Vorbereitung achten solltest. Nachdem die Aufnahmeprüfungen der MuHos sich sehr deutlich unterscheiden, würde ich dir zusätzlich empfehlen mit der Fachschaft der von dir angestrebten MuHo (wo du eben auch dein weiteres Studium machen möchtest und kannst) Kontakt aufzunhemen, um von deren Erfahrung zur erfolgreichen Vorbereitung etwas profitieren zu können bzw, dir Hinweise zu holen, welche besonderen Schwerpunkte an dieser MuHo gesetzt werden. Gerade wenn du schon in anderen Fächern vorab zu studieren beginnst, bist du ja örtlich bei der MuHo nicht mehr völlig flexibel später und kannst/wirst dich nicht mehr ergebnisoffen bundesweit bewerben um im Zweifelsfall irgendwo einen Platz zu erhalten, wo dann auch das weitere Studium noch nachrangig möglich wäre.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

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