unglaublich!!!

  • Eine kleine Lanze:


    Mein Seminar war in Ordnung. (Bayern, Gymnasium.) Der eine Seminarlehrer war schlecht, wir hielten ihn für schlecht. Der andere war gut, manche hielten ihn für gut, andere hielten ihn für schlecht.


    Objektive Kriterien wie die in diesem Thread genannten achte ich, wie etwa die Aktualität der Beiträge, das Einbeziehen neuerer Erkenntnisse als des Behaviorismus. Aber bei manchen Klagen, die ich von Referendaren höre, geht es eher um die Persönlichkeit des Seminarlehrers oder das Gefühl, von ihm missverstanden zu werden.

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht. Das liegt nicht daran, dass ich dich nicht verstehe. Fern ist es von mir, irgendwem Schuld zuweisen zu wollen - so oder so, es liegt nicht am Missverstehen, wirklich nicht.

  • Trotzdem darf man doch mal lästern ;)


    Du hast aber recht: die Wahrnehmung des SL ist natürlich auch subjektiv.


    Interessant ist aber, dass es unter bald in Rente gehenden FL "Mode" zu sein scheint, uralte Aufsätze dem Seminar aufzutischen - der aktuellste stammte dabei (bei einem meiner FL/ netter Mensch im übrigen...) aus den 80ern - ehrlich!


    Ich bin übrigens nicht ganz überzeugt, dass sich die FL so verhalten, um uns zu demnonstrieren, wie man es nicht machen sollte :rolleyes:


    LG, Melosine

    Für mich gibt es wichtigeres im Leben als die Schule.


    (Mark Twain)


    Auf dem Weg zur Weltherrschaft! :teufel:

  • Also..ich muss auch noch mal eine Lanze brechen...


    Ich habe jetzt je zwei Wochen mit meinen FLs und meinem Seminar (oder ein Teil davon) verbracht an den Schulen der FLs als Einstieg und Projektphase.
    Den HS-Leiter haben wir intensiv bei den Pädagogischen Tagen bis Mitte Februar kennengelernt. Vielleicht verstecken die sich ja noch hinter ihrem Wohlwollen und unserer Naivitität, aber bisher finde ich alle drei richtig klasse. Alle helfen mit, unterstützen (auch gegen SEHR unliebsame Seminarmitglieder, die eh nicht bei uns sein wollen, und NUR stänkern), bei der ersten U-Planung, etc etc.


    Bisher bin ich sehr begeistert!!


    Ich frage mich nur, wie ich meinem Mann klar machen soll, dass, wenn ich nach Hause komme, ich KEINEN Feierabend habe, und nur Fernseh gucken kann; und vor allem: dass während der woche die Hausarbeit wohl eher mal liegen bleibt....
    Und der Stress ist jetzt schon nach 4 Wochen! Ugh!!


    LG,
    Tina

  • endlich: ich habe entdeckt, dass ich nicht auf andere Leute, die in anderen Seminaren sind, eifersüchtig blicken muss!
    Mein Seminarleiter kann stundenlang darüber referieren, was er mit seiner Frau am Wochenende eingekauft hat. Oder wir schauen uns zum dritten mal dieselbe Powerpoint-Präsentation an oder behandeln zum fünftenmal den selben Absatz im Schulrecht (aber nein, nicht weil er es vergessen hat, dass wir das schon hatten, sondern weil wir doch bestimmt unsere Unterlagen nicht mehr finden!), oder wir probieren tolle Kinderlieder und -spiele aus (singen schon seit Wochen "Wenn du fröhlich bist ..."), denn dass man die Lieder auswendig weiß, ist in der Grundschule besonders wichtig.
    Das beste aber finde ich immer, wenn uns der Seminarleiter eine Stunde vorführt: die hat er dann immer bewusst nicht vorbereitet, um uns mal zu zeigen, wie schief unsere Stunden laufen würden, wenn wir sie nicht vorbereiten!

  • Zitat

    und nur Fernseh gucken kann


    Ha. Bei mir waren es damals "Hör mal, wer da hämmert" und "MASH". Das ist acht Jahre her, aber am Fernsehprogramm hat sich wenig geändert.


    Nichts gegen MASH, wohlgemerkt.

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht. Das liegt nicht daran, dass ich dich nicht verstehe. Fern ist es von mir, irgendwem Schuld zuweisen zu wollen - so oder so, es liegt nicht am Missverstehen, wirklich nicht.

  • @ juna: Wenigstens habt ihr überhaupt über Schulrecht gesprochen... :rolleyes:


    Im Ernst: Uns geht's vermutlich wie unseren Schülern - klar haben die auch tolle Lehrer, die sich für sie ein Bein ausreißen und bei denen man wirklich was lernt. Schade ist nur, dass es systematisch immer wieder und in unverhältnismäßig großem Maße eben auch totale Flaschen gibt. Wie war das? Eine Flasche kann jede Baustelle vertragen - aber von mehreren Kästen hat keiner was gesagt...


    w.

    Frölich zärtlich lieplich und klärlich lustlich stille leysejn senffter süsser keuscher sainer weysewach du minnikliches schönes weib

  • Drei Kreuze - ich bin fertig. Gottseisgedanktgepfiffenundgetrommelt :D


    Ich habe während meines Refs feststellen können, dass ich zu ungeahnten, perfiden Rachegelüsten fähig bin. Die gemeinen, ja fast bösartigen Plänen hätten jedem Inquisiteur zur Ehre gerreicht. Leider überfallen mich auch heute noch fiese Boshafrigkeiten, wenn ich an meine Geschi-Ausbilderin denke.


    < so kam ich mir manches Mal vor und nicht nur ich allein.
    Vielleicht braucht man als SL einen bestimmten Prozentsatz an Langeweile, gepflegtem Sadismus und tauben Ohren?


    Ich weiß es nicht, werde es nie herausfinden, aber (will auch Lanzen brechen) meine Deutsch-Fl war einfach super. Und das meine ich ganz ernst: diese Frau war der Oberhammer, bei ihr habe ich was gelernt und wurde fair UND MENSCHLICH behandelt!


    Liebe Grüße und es geht vorbei

    Ich denke schneller als ich schreibe...

  • Einige, die jetzt noch mehr oder minder hoffnungsvolle Referendare sind, werden irgendwann FL sein. Wird das was nutzen? Was werden die anders machen? Haben wir gegebenenfalls bereits jetzt schon Einfluss darauf? Was kann man überhaupt tun, um etwas zu bewirken? Wie kann man konstruktiv dami tumgehen?


    das und noch viel mehr fragtr sich
    der Forsch

  • Ich würde mit einer Bedarfsanalyse meiner Anwärter und einer genauen Selbstpositionierung der Anwärter anfangen. Dann würde ich mir mit ein paar anderen Seminarleitern gleichen Fachs überlegen: was kann ich von dem, was die mitbringen, für meine Seminare nutzen? Wo muss ich anfangen? Was müssen die Anwärter "für danach" wissen / können? Was sollen sie bis zur Prüfung wissen? Was ist neben zu vermittelnden fachlichen Kenntnissen relevant?


    Und dann würde es losgehen.


    Bisher jedoch (und noch mehr als 4 Wochen!) leide ich jedoch unter einer SL (die ich auch noch alle 2 Wochen sehe). Ich habe mich in verschiedenen Threads schon über unsere "Pädagogischen Seminare" ausgelassen, müßig, das an dieser Stelle nochmals zu tun. Nachher muss ich wieder hinfahren... Kann bitte mein Auto so tun, als ob es nicht anspringt? :rolleyes:


    Mein Musik-FSL war (ist) top. Fachlich und menschlich; alle Kolleginnen meiner Schule hat er verzückt - sie wünschen sich jetzt wieder eine Musikreferendarin, damit Hr. Musik-FSL sie häufiger besucht :D Bei ihm habe ich Sachen gelernt, die über die Grundschule hinausgingen, wir haben viel Praktisches gemacht und waren immer eine nette Gruppe.


    Die Deutsch-FSL: sehr kompetent, sehr nett. Hat mir zum Tag meiner Prüfung (ich wurde nicht in Deutsch geprüft) eine Karte geschrieben, in der sie mir viel Glück wünscht. Ist doch nett, oder? Die Seminare jedoch... Ach ja: Unterricht - Frühstück - Grabbeltisch: "Ich habe Ihnen da Material mitgebracht." - Nach Hause fahren.


    Sachunterricht... Ja, schon ok, aber irgendwie... Naja, nicht mein Lieblingsfach.


    Pädagogik, was das Wichtigste sein sollte, schießt leider voll den Vogel ab. Schulrecht? Was das? "Ach, das steht bei Ihnen sowieso im Lehrerzimmer. Da schauen Sie dann in einer Springstunde ab und zu mal rein." Ach so. 8o
    Conni schrieb in diesem Thread was von Seminarleitergutachten - da muss ich doch gleich einen Satz aus dem Pädagogikgutachten zitieren:


    Zitat

    Frau X absolvierte vom 1.11.2001 bis zum 30.04.2005 den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an...


    Bin wohl ein schwieriger Fall gewesen :D


    LG, das_kaddl

  • Hallo nochmal.
    Passend zum Thema "Gutachten" erlebe ich seit heute die nächste Fassungslosigkeit. Mein schulischer Ausbildungsleiter hat die Aufgabe meiner Schulbeurteilung an eine Lehrerin weitergegeben, bei der ich zwei Unterrichtsreihen gehalten habe; die bewirbt sich nämlich gerade auf eine A-15-Stelle und muss "das Beurteilen noch üben". Sie hingegen sagt, dass mein AKO "Probleme mit dem Formulieren hätte"
    Naja, die Gute hat entsprechend auch nicht so viel Ahnung und nun meinte sie, ICH solle doch mal ein Vorschlagsgutachten schreiben, an dem sie sich orientieren könne. 8o Über die Note sei man sich eh schon einig, man müsse sie nur noch adäquat begründen .... Fasst man es????? Ich weiß inzwischen gar nicht mehr, was ich tun soll. Ich schreib doch nicht meine eigene Beurteilung .... oder was meint ihr?

  • Total gemein, wirklich sauig, eine Frechheit... und leider in sämtlichen WIrtschaftsunternehmen und UNis ebenfalls mittlerweile üblich. Ich find's auch Mist, scheint aber wirklich normal zu sein. Trotzdem - sprich sie nochmal darauf an, dass du nun wirklich noch viel weniger als sie weißt, was denn da nun rein soll. Falls du immer noch selbst schreiben musst, sag mal Bescheid, ich kann zumindest ein paar Dinge nennen, die ich für die Bewerbung gern in meinem Gutachten gehabt hätte.


    w.

    Frölich zärtlich lieplich und klärlich lustlich stille leysejn senffter süsser keuscher sainer weysewach du minnikliches schönes weib

  • Naja, ist doch eigentlich praktisch, so kannst Du Dich schön loben. :D


    Mein Freund hatte bei seiner vorherigen Arbeitsstelle auch sein Arbeitszeugnis selber geschrieben (nach vorheriger Lektüre diverser Bücher hierzu) und es wurde 1zu1 übernommen.


    Zugegeben, die eigene Beurteilung schreiben ist etwas seltsam und auch sicher nicht einfach (und ganz bestimmt nicht so gedacht!), wenn man keine Erfahrung hat, aber auf jeden Fall eine klasse Chance.


    Vielleicht kannst Du Dich ja an Gutachten von bereits fertigen Refs orientieren?


    Gruß leppy

  • Hallo Ace... (mein Gott, was für ein komplizierter Name :D ),


    würde mich Leppy anschließen. Es ist zwar 'ne Riesensauerei und bedeutet für Dich ggf. viel Arbeit (passende Literatur wälzen, um die richtigen Formulierungen zu finden) - und eigentlich sollte man sowas sofort ablehnen, und Du kannst das natürlich tun...


    Aber wenn Du's als Chance nimmst, hast Du (zumindest grundsätzlich) es in der Hand, die Dinge zu schreiben, die Du für wichtig hältst. Und wenn Wolkenstein dann noch Tipps gibt ;) ... Musste mir auch schon diverse Texte selbst schreiben (wenn auch: nicht so wichtige). Ich fand es nicht toll, aber es war mir z. T. lieber als Texte zu kriegen, die einfach schlecht sind.


    Das einzige Problem scheint mir zu sein: wenn die Note schon steht, müssen die Formulierungen natürlich auch dazu passen... Und wenn die Note schlecht ist (was ich nicht hoffe, drücke Dir natürlich fest die Daumen), kann man von Dir wohl nicht verlangen, Dich selbst runterzuschreiben...


    (Natürlich fragt man sich beim Lesen von Threads wie diesem, weshalb man selbst in "der Bevölkerung" als Dilettant gilt, der nichts kann, außer andere über Dinge zu belehren, die er nicht kann :D . Ist schon traurig.)


    Viel Glück und die richtige Entscheidung!
    Unter uns

  • ... und alle wären zufrieden, Heike! Die Reffis und Abiturienten, weil sie ihre Punkte nicht mehr mit dir diskutieren müssten, und du auch, weil du weniger Arbeit und Ärger hast ... also los! :D
    Gruß venti :)

  • Kann das Gott sei Dank so nur teils nachvollziehen:


    Fachleiterin Deutsch: Gutes Material, viel interessante Arbeitsformen, leider sehr oberstufenorientiert (und leider war die gute Frau auch gegenüber anderen Meinungen wenig aufgeschlossen, es sei denn, es war unser Dr S.)


    Fachleiterin Geschichte: Stundenlange Monologe, Unmengen an Kopien (aber auch besten Unterrichtsmaterials), kurz vor der Pensionierung, aber trotzdem noch auf Draht --> hat mir die nötige kritische Disanz zu den neue Unterrichstformen gegeben


    Fachleiterin Politik: Am Ende hatte wir für alle Klassen Stoffverteilungspläne, Material und zwei Fortbildungen, obwohl es die offiziell für Refis gar nicht gibt!


    Dozentin Pädagogik I: Jung, engagiert, nach einem halben Jahr hatten wir alle wichtigen Unterrichtsmethoden (an uns selbst) ausprobiert!


    Dozentin Pädagogik II: Eine Mathematikerin; brachte etwas trocken, aber trotzdem nachhaltig pädagogische Theorie rüber


    Dozent Pädagogik III: Beeindruckender Lehrer, der wirklich Erwachsenenbildung gemacht hat; hat genau so gern geredet wie "Referendarszentrierung" gemacht


    Summa summarum kann ich sagen, dass ich eine mehr als gute Ausbildung genießen durfte.

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

  • Timm
    Das bestätigt nur meinen Eindruck dass in BaWü die Refs im Gegensatz zu anderen Bundesländern (wie z.B Hessen X( )wirklich ausgebildet werden.
    LG
    Maria Leticia

    Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr. Marie Curie

  • @ Maria Leticia:
    Ja, ich denke schon die Ausbildungsordnung für das Gymi lässt maximal 12 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht zu (viele hatte 9h). Das ist schon irgendwie Programm und unserer Seminardirektor hat sich auch nicht gescheut, das bei den Schulleitern deutlich einzufordern, wenn mal versucht worden ist, jemand mit Vertretungen und Mehrunterricht zuzuklotzen.
    Das Ganze hat auch den Vorteil, dass man wirklich schöne Stunden in Ruhe konzipieren konnte, auf die ich heute noch gerne zurückgreife...

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

    Einmal editiert, zuletzt von Timm ()

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