Absurde Forderungen, Verordnungen u.Ä.

  • Angeregt durch diesen Beitrag von laleona:


    RE: Präsenzpflicht während Freistunden und Pausen?


    Was sind denn so die WIRKLICHEN Absurditäten, die Euch so begegnet sind? Gerne abseits des alltäglichen, das mitunter schon seltsam genug ist.


    Ich fang mal an: Einer der früheren Corona-Erlasse hatte einen Passus, dass "positive Verdachtsfäle" unauffällig von der Klasse abzusondern und bis zum Eintreffen der abholenden Person (sinngemäß) "pädagogisch behutsam zu betreuen" seien, damit sie keinen seelischen Schaden erleiden. Das Ministerium hatte diesen Erlass offensichtlich für Grundschulen u.Ä. geschrieben, ihn dann aber ohne Nachzudenken für alle Schulformen herausgegeben...

    Meine grob zwischen 20 und 50 Jahre altenTechniker haben herzlich gelacht, als ich sie gefragt habe, wie ich sie denn im Ernstfall angemessen pädagogisch behutsam betreuen sollte :-)

    Don't ask me what I think of you, I might not give the answer that you want me to.

    (Fleetwod Mac - Oh Well)

  • Das Zurückhalten neuer Schwämme, weil irgendwer von irgendeiner Behörde zu Besuch kam.


    Anstatt also den Gast munter auf all das zu verweisen, wo es mangelt und hapert, mussten wir vorher mit zerfallenden Fetzen die Tafeln wischen, um am Tag des Besuchs die neuen Schwämme zur Schau tragen zu können. Unser Hausmeister kommentierte dies Gebaren mit dem kopfschüttelnden Hinweis, er fühle sich an Zeiten gemahnt, als Margot Honecker solcherlei Besuche abstattete und nur ausgewählte Kinder mit herausragenden Noten und ordentlichen Halstüchern etwas vorsingen durften.

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Nimm die Welt freudig und sanft auf, wie ein Kind sein Spielzeug."

  • Die Handwerker des Schulträgers, die, im besten Willen, einen Raum frisch zu streichen, die Wand, auf die der Beamer projiziert, statt in Weiß in Gelb überstrichen haben...

    Oh, da hab auch auch noch einen...

    Neue Verkabelung unserer verschiebbaren Rechnerstationen. Die Leitungen kamen unter der Tafel aus der Wand. Beim installieren war die Tafel hochgeschoben.


    Ich habe nicht drauf geachtet (eigentlich zum Glück, sonst wäre es erst aufgefallen als sie weg waren), die Tafel runtergeschoben, zack, alles rausgerissen... Uuuuuund nochmal neu verlegen bitte.

    Don't ask me what I think of you, I might not give the answer that you want me to.

    (Fleetwod Mac - Oh Well)

  • Die Handwerker des Schulträgers, die in der Lehrerküche eine neue Arbeitsfläche einsetzen, die nach wenigen Monaten an etlichen Stellen aufquoll... Meine Hinweis, dass da offensichtlich am Material gespart wurde... Die Reaktion der Handwerker: "Da darf man halt nicht mit Wasser herumspritzen."... Meiner Reaktion "Das ist eine Küche. Da wird mit Wasser gearbeitet!?" wurde mit missfälligen Blicken begegnet...

  • Schulleitung wollte im Amokfall Zuständige für einzelne Gebäudebereiche benennen. Der Germanist war für ein gesondertes Gebäude auf dem Schulgelände zuständig. Hinweis des Germanisten, dass es im tatsächlichen Amokfall eher von Lebensüberdruss zeuge, wenn man über das Schulgelände laufe, um in besagtem Gebäude nach dem Rechten zu sehen, wurde zuerst nicht verstanden... Später wurde die Regelung gekippt.

  • Ich fang mal an: Einer der früheren Corona-Erlasse hatte einen Passus, dass "positive Verdachtsfäle" unauffällig von der Klasse abzusondern

    Das hatte ich schon fast vergessen...

    Ebenso wie die Passage aus einer Pressekonferenz der Schulministerin:

    "Frau Gebauer, können sie - nach all der Kritik der letzten Wochen - ausschließen, dass die Presse wieder einmal vor den Schulen von den neuen Regelungen erfahren hat?"

    Gebauer: "Die Schulen sind bereits informiert."

    ... Wenige Stunden später traf die Schulmail ein.

  • Weil es im Präsenz-Thread gerade um das Rauchverbot geht, fällt mir noch was ein:


    Bei allem Verständnis für Nichtraucherschutz: wenn ich die Vorgaben unserer Stadt wirklich zu 100 Prozent umsetzte, müsste ich in den Pausen einem Teil der Raucher - wir reden so etwa von der Größenordnung 4-500 am Eingangshof - auf (!) die Straße stellen, weil der Bürgersteig vor der Schule zu schmal ist.

    Die auf der Seite des Geländes müsste ich eine Böschung runterschubsen.


    Mehrfaches Bitten des Chefs, wenigstens die ersten 5m unseres riesigen Schulhofs noch offiziell als Raucherzone zu nutzen, wurden abgeblockt.

    Don't ask me what I think of you, I might not give the answer that you want me to.

    (Fleetwod Mac - Oh Well)

    2 Mal editiert, zuletzt von DpB ()

  • Jahresende, SL meinte, es sei zu viel kopiert worden, also gab es vor Weihnachten kein Kopierpapier mehr. Ohne Ankündigung.

    Füre KA durfte man im Sekki Kopien anfertigen.

    Die Sekretärin war begeistert

  • Mehrfaches Bitten des Chefs, wenigstens die ersten 5m unseres riesigen Schulhofs noch offiziell als Raucherzone zu nutzen, wurden abgeblockt.

    In Bayern wäre das völlig selbstverständlich. An meiner alten Schule (400 Oberstufenschüler, davon sicher die Hälfte Raucher) war es für den Chef ein Heidenspaß, ständig zwischen Schülern und erbosten Anwohnern (die Schule liegt in einem reinen Wohngebiet, die SuS standen dann halt bei den Leuten vorm Grundstück zum Rauchen) zu vermitteln. Die Idee, einen Teil des Schulhofs an die Stadt zu verpachten, um dort eine Raucherzone auf städtischem Gelände einzurichten, erwies sich nach kurzer Prüfung als nicht ganz so grandios, wie sie dem Lehrerstammtisch erschienen war.

    The pen is mightier than the sword.

    - Edward Bulwer-Lytton

  • Wir haben zur Zeit 400 originalverpackte Notebooks im Keller stehen. Sind vor 3 Monaten gekommen, um bedürftige Schüler im Distanzunterricht damit auszustatten. Da kein Distanzunterricht mehr sttattfindet, dürfen die Geräte jedoch nicht ausgegeben werden.

  • Ein Schulleiter forderte die Kollegin auf (G-Schule), den Kindern die Schürzen im Werkunterricht "schön" zu binden, weil der Herr Schulrat das wertschätze.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Wir haben zur Zeit 400 originalverpackte Notebooks im Keller stehen. Sind vor 3 Monaten gekommen, um bedürftige Schüler im Distanzunterricht damit auszustatten. Da kein Distanzunterricht mehr sttattfindet, dürfen die Geräte jedoch nicht ausgegeben werden.

    In NRW sind die Geräte aber nicht nur für den Distanzunterricht gedacht. Auch wenn bspw. einzelne SchülerInnen zu Hause nicht über die gleichen technischen Möglichkeiten verfügen wie ihre MitschülerInnen, können diese verliehen werden. Man darf die Notebooks - falls erforderlich - sicherlich auch als Klassensätze für den Unterricht nutzen.

  • In NRW sind die Geräte aber nicht nur für den Distanzunterricht gedacht. Auch wenn bspw. einzelne SchülerInnen zu Hause nicht über die gleichen technischen Möglichkeiten verfügen wie ihre MitschülerInnen, können diese verliehen werden. Man darf die Notebooks - falls erforderlich - sicherlich auch als Klassensätze für den Unterricht nutzen.

    Uns sind da die Hände gebunden. Die Geräte gehören dem Schulträger und dieser ist der Auffassung, dass wir die Notebooks nur für Distanzunterricht ausgeben dürfen. Wir sind da natürlich im engen Austausch, aber der zieht sich nun schon Monate hin. WIr mussten die Geräte in den Sommerferien einmal alle auspacken, weil die Netzteile so ein TÜV-Siegel (genaue Bezeichnung weiß ich nicht) bekommen haben. Danach musste alles wieder in die Originalverpackung.

  • WIr mussten die Geräte in den Sommerferien einmal alle auspacken, weil die Netzteile so ein TÜV-Siegel (genaue Bezeichnung weiß ich nicht) bekommen haben. Danach musste alles wieder in die Originalverpackung.

    :autsch: unglaublich...

    „Man darf jetzt nicht alles so schlechtreden, wie es wirklich war.“ – Yvonne Gebauer Fredi Bobic

  • Uns sind da die Hände gebunden. Die Geräte gehören dem Schulträger und dieser ist der Auffassung, dass wir die Notebooks nur für Distanzunterricht ausgeben dürfen.

    Im entsprechenden Erlass heißt es:

    "Ziel ist es, die Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten, soweit hierzu ein besonderer Bedarf zum Ausgleich sozialer Ungleichgewichte aus Sicht der Schulen bzw. Schulträger besteht, sowie die Ausstattung von Schulen zur Erstellung professioneller Online-Lehrangebote zu verbessern." und "Schülerinnen und Schüler haben Bedarf, wenn sie in ihrer häuslichen Situation nicht auf bestehende technische Geräte zurückgreifen können. Die Zuwendungsempfänger entscheiden über die bedarfsgerechte Verteilung in den Schulen."

    Da Online-Lehrangebote nicht an den Distanzunterricht gebunden sind, sondern z. B. auch in Phasen der Quarantäne (Hybrid-Unterricht) oder ganz grundsätzlich nach Entscheidung der Schule Bestandteil des pädagogischen Angebots sein können, sehe ich die Beschränkung auf den Distanzunterricht (der im Erlass, soweit ich sehe, mit keinem Wort erwähnt ist) nicht. Lediglich im letzten Satz kann man eine Art Mitsprache des Schulträgers, der der Zuwendungsempfänger ist, herauslesen. Aber ist eurem Schulträger wirklich daran gelegen, dass Hunderte von Geräten jahrelang vor sich hin rotten? Habt ihr keine Eltern, die mal im Ministerium anrufen können? Dann kann das mitunter sehr schnell gehen...

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