Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Mecker: 3 von 4 Kopierern melden seit Schulbeginn Toner leer, Nr. 4 druckt im Schneckentempo und hat ständig (= teils mehrfach in einem Kopiervorgang) Papierstau. Ehrlich ey, wie soll man an einer Schule ohne digitale Endgeräte und in meinem Fall überwiegend ohne Bücher so arbeiten 🙄 Ab morgen gucken wir dann Filme oder so...

    Vier Kopierer?! Und einer funktioniert sogar?! träum

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    I'm back! 😎

  • Ist Bildung und Hochschulreife nicht mehr als Abiturvorbereitung und sollte auch über die Prüfungen hinaus etwas "bringen"?

    In einer idealen Welt, natürlich. Etwas nüchterner betrachtet besteht der Job aber primär darin, die Schüler erfolgreich durchs Abitur zu bringen. Hat man Überfliegerkurse, die in den notwendigen Kompetenzbereichen fit sind, und dementsprechend Zeit übrig, kann man sicher auch mal anderes machen. Ist mir allerdings länger nicht mehr passiert.

  • Mecker: 3 von 4 Kopierern melden seit Schulbeginn Toner leer, Nr. 4 druckt im Schneckentempo und hat ständig (= teils mehrfach in einem Kopiervorgang) Papierstau. Ehrlich ey, wie soll man an einer Schule ohne digitale Endgeräte und in meinem Fall überwiegend ohne Bücher so arbeiten 🙄 Ab morgen gucken wir dann Filme oder so...

    Wir kopieren ja auch nichts mehr und haben keine Bücher. Projektor und Tafel müssen ausreichen. Mein Deutschunterricht ist jetzt sehr schlank.

  • Keine Angst, RosaLaune, durch diesen methodischen Minimalismus wird garantiert die PISA-Trendwende passieren. In deinem Deutschunterricht sitzen die Durchstarter (m/w/d) von morgen.

  • Ich glaube, ich hatte das Problem bereits vor einigen Wochen einmal angesprochen: Literatur wird zwar im Bildungsplan erwähnt, spielt in den Prüfungen jedoch keine Rolle. Gleichzeitig haben meine SuS bereits große Schwierigkeiten damit, einen Artikel von etwa 800 Wörtern konzentriert und sinnentnehmend zu lesen. Eine Ganzschrift, die weder handlungsbetont noch besonders spannend geschrieben ist und zudem einen gewissen Wortschatz voraussetzt, würde viele von ihnen schlicht überfordern. Das ist keine Übertreibung, sondern entspricht meinen Erfahrungen aus dem Unterricht.


    Klassische Literatur hat unter diesen Voraussetzungen leider überhaupt keinen realistischen Platz in unserer Oberstufe. Meine zentrale Aufgabe besteht vielmehr darin, die SuS innerhalb der drei Jahre so weit zu bringen, dass sie im Abitur einen Text strukturiert verfassen können, mit Einleitung, Hauptteil und Schluss sowie unter Verwendung geeigneter textstrukturierender Mittel („linking words“).
    Darüber hinaus muss ich in der Oberstufe immer noch grundlegende Aspekte der englischen Syntax wiederholen und gleichzeitig sicherstellen, dass der für die Prüfungen notwendige Wortschatz tatsächlich beherrscht wird. Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, dass die SuS in den Prüfungen Wörterbücher verwenden dürfen. Das führt leider bei vielen dazu, dass sie die kontinuierliche Wortschatzarbeit weniger ernst nehmen. Außerdem muss ich mit ihnen zunächst überhaupt einüben, wie man ein Wörterbuch sinnvoll benutzt.


    Für die intensive Auseinandersetzung mit Shakespeare, Orwell oder Atwood bleibt unter diesen Bedingungen nicht nur schlicht keine Zeit. Eine solche Lektüre wäre für viele meiner SuS zum jetzigen Zeitpunkt auch eine maßlose Überforderung. Ich habe es bereits ausprobiert und musste feststellen, dass die Voraussetzungen dafür bei einem großen Teil der Lerngruppen schlicht nicht gegeben sind.

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