Du lernst unwahrscheinlich viel Praxis. Und vor allem hast Du die Zeit die Praxis zu lernen. Du kannst hospitieren. Du kannst dich mit erfahrenen Lehrkräften austauschen. Letztlich hängt natürlich viel davon ab, wie gut deine Seminarleitung und deine betreuende Lehrkräfte sind. Aber am Ende würde man bei einem direkten Einstieg nie die Zeit dafür bekommen sich so intensiv mit Unterricht zu beschäftigen.
Durchfallen leicht möglich?
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Gibt es in Baden-Württemberg keinen Lehrermangel? Was macht ihr besser als die anderen Bundesländer?
Am Gymnasium gab es tatsächlich nur wenig Lehrermangel, seit 2 Jahren haben wir sogar zu viele dank Umstellung auf G9 (weniger Stunden pro Woche). Zudem unterrichte ich in einer beliebten Region.
An anderen Schultypen sieht es anders aus.
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Du lernst unwahrscheinlich viel Praxis. Und vor allem hast Du die Zeit die Praxis zu lernen. Du kannst hospitieren. Du kannst dich mit erfahrenen Lehrkräften austauschen.
Gilt alles auch für 'ne Schonphase bei Einstieg ohne Ref. Mir fehlt immer noch die Antwort, was man danach 'mehr' und ausschl. dadurch können sollte.
Nicht falsch verstehen: Mein Ref war keine negative Erfahrung - hervorragende Noten, tolle Mitreferendare, tolle Fachleiter, hinreichend angenehme Schule, im Gros tolle Schüler... aber im Grunde (abgesehen von den Sozialkontakten) belanglos.
Habe da vielleicht auch 'ne andere Sicht drauf, drei von uns (inkl. mir) waren 30+, hatten nicht die typische 'Schule -> Studium -> Ref'-Biographie, sondern auch Luft außerhalb (in der freien Wirtschaft etc.) geschnuppert (Typ-/Charakterbildung berrits ausgewürfelt und ein paar mal gelevelt...). Was ich jetzt 'mehr' kann als vorher ist insb. der Praxiserfahring geschuldet, die ist aber nicht refexklusiv.
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Inwiefern und warum?
Worauf genau in meinem Beitrag bezieht sich die Frage "inwiefern und warum"?
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Ich denke, heute gibt es in allen Bundesländern Pädagogik, Didaktik, Psychologie, Diagnostik und Praxisphasen im Lehramtstudium.
Das Argument, an der Uni erwerbe man nur Fachwissen, aber keine Vermittlungskompetenz, ist also überholt.
Was für mich im Ref. neu war, war nur Schul- und Beamtenrecht, was man aber problemlos auch ins Studium verlagern könnte.
Und dann wundern sich ältere Kollegen über zuwenig Fachwissen und in Zukunft auch zuwenig Didaktik und Pädagogik ihrer jungen Kollegen, ich habe hier Beispiele genannt, eine Schweizer Kollegin berichtete, dass sie für Gymnasium keine deutschen Kollegen mehr einstellen. Alles halb ist sicher der billigste, aber auch schlechteste Weg. (Oder wird das Studium auf 14 Semester Regelstudium und anschließend 2 Semester Prüfungen und Facharbeiten erhöht?)
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Worauf genau in meinem Beitrag bezieht sich die Frage "inwiefern und warum"?
Inwiefern ust dir "das Ref bisher sehr nützlich" und warum "muss" das Ref deines Erachtens für jederman "auf jeden Fall erhalten bleiben"?
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Aber wenn sich in Zukunft die gesamte Ausbildung auf 8 Semester begrenzt ist, kann das Gehalt nach unten angepasst werden. Gut für den Steuerzahler.

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Und dann wundern sich ältere Kollegen über zuwenig Fachwissen und in Zukunft auch zuwenig Didaktik und Pädagogik ihrer jungen Kollegen, ich habe hier Beispiele genannt, eine Schweizer Kollegin berichtete, dass sie für Gymnasium keine deutschen Kollegen mehr einstellen. Alles halb ist sicher der billigste, aber auch schlechteste Weg. (Oder wird das Studium auf 14 Semester Regelstudium und anschließend 2 Semester Prüfungen und Facharbeiten erhöht?)
Seit wann lernt man im Ref denn noch obligatorisch Neues in Pädagogik und Didaktik? Natürlich ist das Teil des Studiums.
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Inwiefern ust dir "das Ref bisher sehr nützlich" und warum "muss" das Ref deines Erachtens für jederman "auf jeden Fall erhalten bleiben"?
Ich fand das Ref bisher sehr nützlich wegen der Möglichkeit, praktische Erfahrung im Unterrichten zu sammeln. Ich habe außerdem nicht geschrieben, dass das Ref auf jeden Fall erhalten bleiben sollte, sondern die praktische Ausbildung. Über die Form lässt sich gerne diskutieren.
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Aber wenn sich in Zukunft die gesamte Ausbildung auf 8 Semester begrenzt ist, kann das Gehalt nach unten angepasst werden. Gut für den Steuerzahler.

Den Job macht doch in Zukunft so oder so kaum mehr jmd.
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Ich fand das Ref bisher sehr nützlich wegen der Möglichkeit, praktische Erfahrung im Unterrichten zu sammeln. Ich habe außerdem nicht geschrieben, dass das Ref auf jeden Fall erhalten bleiben sollte, sondern die praktische Ausbildung. Über die Form lässt sich gerne diskutieren.
Also ginge das auch on the fly beim Direkteinstieg (mit anfänglicher Schonfrist zum Einarbeiten)? Die Ausbildungsbeauftragten werden dann zu Einarbeitungsbeauftragten. Sag' ich ja.

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Hatte ich bspw. als festen Bestandteil auch bereits im Studium.
Da hatten wir nur Aspekte des Behindertenrechts und des Jugendhilferechts.
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Ach, diese weltfremden Ausbildungen, wo man die Azubis fordert und fördert.
Den fußkranken Vergleich mal außer Acht gelassen: Es wäre durchaus schön, wenn Referendare eine solche fördernde und fordernde Ausbildung auch bekämen. In der Realität ist es leider Glücksspiel, welche Schule und welche Fachleiter man bekommt. Ich kann für meinen Teil nur versuchen, es bei meinen Refis besser zu machen.
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Gilt alles auch für 'ne Schonphase bei Einstieg ohne Ref. Mir fehlt immer noch die Antwort, was man danach 'mehr' und ausschl. dadurch können sollte.
In einer perfekten Welt vielleicht.
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In einer perfekten Welt vielleicht.
Hä? o_O
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In den 90er Jahren gab es die beiden Fächer und das erziehungswissenschaftliche Begleitstudium. Die Fachdidaktik wurde von einigen Fächern eher stiefkindlich behandelt, teils war sie so angestaubt, dass man damit überhaupt nichts anfangen konnte.
Was Lernziele sind, wie man sie definiert, festlegt, wie man mit Richtlinien und Lehrplänen umgeht und das Ganze daraus ableitet - alles das habe ich im Referendariat gelernt.Lerntheorien und die Grundzüge von Didaktik gab es im Studium - was fehlte, war die Verbindung zur Praxis. "Damals" war das Referendariat der komplementäre Praxisteil zur akademischen, teils lebensfernen oder -fremden Theorie.
Ich will nicht ausschließen, dass mit der heutigen Struktur des Studiums theoretisch zumindest das Referendariat von seinen Inhalten her Teil des Studiums werden könnte. Dann müsste aber auch der Vorbereitungsdienst an sich hinterfragt und angepasst werden. Denn diesen braucht es aktuell immer noch für die grundständige Lehrkräfteausbildung bzw. für eine Laufbahn im Staatsdienst.
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Du lernst unwahrscheinlich viel Praxis.
Warum sollte man die Praxis künstlich abgetrennt von der eigentlichen Praxis lernen? Zumal hier im Forum ja auch öfter betont wird, wie weit die Showstunden im Ref. von der tatsächlichen Praxis entfernt sind.
Und: Was bringt mir Praxis in der Berufsschulstufe einer Körperbehindertenschule, wenn ich nach dem Ref. im Vor- und Grundschulbereich einer Hörgeschädigtenschule eingesetzt werde? Kenne einige solcher Beispiele.
Du kannst hospitieren. Du kannst dich mit erfahrenen Lehrkräften austauschen.
Kann man das nicht auch im Job?
Aber am Ende würde man bei einem direkten Einstieg nie die Zeit dafür bekommen sich so intensiv mit Unterricht zu beschäftigen.
Ist dafür nicht das Studium da?
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Hä? o_O
Du kannst theoretisch das Ref. einfach als Schonphase oder Einstiegsphase direkt an den Anfang des Schuldienstes stellen. Dann wäre natürlich ein Nice to have. In der Praxis wird es aber so laufen, dass Personal, Zeit und Geld fehlen und es ganz schnell ein ins kalte Wasser werfen wird. Daher bin ich pro Ref..
Dazu kommt noch, dass wir hier immer wieder sehen, dass manche Leute nach dem Studium nicht für den Schuldienst geeignet sind. Ich erinnere mich an die Userin mit den vielen Krankheitstagen, die die Schuld überall anders sah. Da ist es vielleicht auch sinnvoll, dass da noch eine Prüfung ist. Sinnvoller wäre natürlich auch da ein höherer Praxisanteil in der Ausbildung.
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Also ginge das auch on the fly beim Direkteinstieg (mit anfänglicher Schonfrist zum Einarbeiten)? Die Ausbildungsbeauftragten werden dann zu Einarbeitungsbeauftragten. Sag' ich ja.

Bestimmt funktioniert so eine Ausbildung und ich kann mir gerne auch Beispiele aus anderen Ländern anschauen. Trotzdem befürworte ich eine praxisnahe Ausbildung noch vor dem "on the fly".
Am Gymnasium gab es tatsächlich nur wenig Lehrermangel, seit 2 Jahren haben wir sogar zu viele dank Umstellung auf G9 (weniger Stunden pro Woche). Zudem unterrichte ich in einer beliebten Region.
An anderen Schultypen sieht es anders aus.
Gut, in Bayern betrifft der Lehrermangel meines Wissens in erster Linie auch München und ein bisschen Nürnberg.
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In den 90er Jahren gab es die beiden Fächer und das erziehungswissenschaftliche Begleitstudium. Die Fachdidaktik wurde von einigen Fächern eher stiefkindlich behandelt, teils war sie so angestaubt, dass man damit überhaupt nichts anfangen konnte.
Was Lernziele sind, wie man sie definiert, festlegt, wie man mit Richtlinien und Lehrplänen umgeht und das Ganze daraus ableitet - alles das habe ich im Referendariat gelernt.Lerntheorien und die Grundzüge von Didaktik gab es im Studium - was fehlte, war die Verbindung zur Praxis. "Damals" war das Referendariat der komplementäre Praxisteil zur akademischen, teils lebensfernen oder -fremden Theorie.
War alles bereits Teil meines Studiums (ordentliches Lehrantstudium - on top nach Magister und Promotion - vor ca. 1 1/2 Jahrzehnten).
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