Wie ist das "begrenzt" zu iverstehen?
Wir haben seit etwa 15 Jahren Lehrkräftemangel und immer wieder Situationen, in denen wir Vertretungen einstellen.
Das ist vom Bundesland geregelt, wann es dazu kommt und welche Möglichkeiten man hat.
Abordnungen gab es in den letzten Jahren sehr selten, weil alle umliegenden Schulen unterversorgt sind und nichts mehr abgeben können.
In NDS muss man zunächst, wie schon genannt, mit den schuleigenen pädagogischen Mitarbeiter:innen überbrücken, das ist offiziell "Betreuung", ähnelt aber an vielen Schulen einer Unterrichtssituation. Die Planung übernimmt eine Lehrkraft, die Durchführung die Mitarbeiterin, die aber keine Noten erteilt. Meistens wird es über mehrere Klassen und Fächer gestreut. Erstunterricht, der länger ausfällt, wird von einer Lehrkraft übernommen und die pädagogische Mitarbeiterin übernimmt etwas in anderen Klassen (also Stundentausch/ Stundenplanänderung).
Wenn es dazu kommt, dass eine Vertretung genehmigt wird, kann man aus einer ellenlangen (da ungepflegten) Liste jemanden auswählen, der/die den LA-Bachelor absolviert hat, das ist noch vor dem Praxis-Semester), ggf. auch schon den Master und aufs Ref wartet.
Man erhält als Schule nur einen Bruchteil der ausfallenden Stunden ersetzt, entsprechend wird die Vertretung in den wichtigsten Stunden eingesetzt, meist in einer Klasse. Dort übernimmt sie den Unterricht. Punkt. Die Klassenleitung wird meist innerhalb des Kollegiums verteilt.
Die Vertretung erteilt Unterricht, sie kann ihn selbst planen, meist wird dies aber gemeinsam mit den Parallelkolleginnen übernommen oder zumindest abgestimmt, ausgetautscht, Material geteilt. Klassenarbeiten werden dann von der Lehrkraft der Schule erstellt und geteilt, Bewertungsmaßstäbe auch, die Korrekturen macht jede selbst, bei Zweifelsfällen spricht man sich ab. Das machen die anderen Kolleg:innen übrigens auch so.
Elterninfos machen die Vertretungen selbst, wichtige Elterngespräche macht man gemeinsam, Elternabende auch.
Wer es allein machen möchte, kann es allein machen.
Wie... äh... Teilzeitkräfte?
Hm, nein, Teilzeitkräfte sind ja voll ausgebildete Lehrkräfte, die alles fertig haben und auch schon länger an der Schule sind oder nach der Elternzeit wieder einsteigen. Sie benötigen eine gute Schnittstelle, weil sie häufiger nicht anwesend sind und Absprachen, neue Entwicklungen verpassen, die bei uns täglich im LZ Thema sind.
Wir teilen auch mit Teilzeitkräften Unterrichtsplanung und -material, aber ich würde dabei nicht davon ausgehen, dass sie Betreuung und enge Begleitung benötigen.
Teilzeitkräfte können nur sehr wenige Stunden haben, dann kommen sie nur für die Stunden und für z.T. für Feste o.a., Teilzeitkräfte, die mehr Stunden haben, haben eine Klassenleitung, eine Fachleitung (oder zwei oder weitere andere Aufgaben, die im Kollegium verteilt werden).
Vertretungen haben oft auch weniger Stunden, Studierende haben ein Limit, was sie neben dem Studium erteilen dürfen, ohne aus dem Status der Studierenden zu fallen. Sie sind somit auch Teilzeitkräfte, sie sind aber im Vergleich zu den Lehrkräften im allgemeinen System Schule noch nicht angekommen und schulfremd an dieser speziellen Schule. Sie haben nur einzelne Fächer, für die sie eingestellt sind, nur bei Bereitschaft zu anderen Fächern und ausreichend Stunden können sie auch fachfremd unterrichten. Sie unterstüzten bei Festen und Projekten, aber man würde nicht davon ausgehen, dass sie diese planen, in Arbeitsgruppen eingeteilt sind. Sie erhalten keine Fachleitung, keine weiteren Beauftragungen, sie übernehmen keine "Jobs", allerdings meiste eine Aufsicht.
Die Differenzierung in den Klassen steht meist noch von der vorherigen Lehrkraft, ansonsten muss eine andere Lehrkraft/Förderschullehrkraft sich um die Differenzierung für einzelne Schüler:innen bemühen (zieldifferent in einzenlnen Fächern, zieldiffernt in allen Fächern Lernen/Geistige Entwicklung, DaZ-Alphabetisierung und DaZ ab A0) und der Vertretung dabei helfen. Sollten zuvor DaZ-Stunden (also klassneübergreifende Förderung im Kurs) bestanden haben, sind diese durch die Vertretungssituation gestrichen. Jede Lehrkraft in der Schule übernimmt ab da die DaZ-Förderung allein unterrichtsbegleitend.