Adieu Fremdsprachen? – Macht KI dem Fremdsprachenunterricht wertlos?

  • Mit einem simplen "das muss weg, weil ich es nicht mochte/konnte/brauchte" nicht. Mit diesen Argumenten kann man wirklich jedes Fach streichen.

    Hat hier, soweit ich den Thread verfolgt habe, niemand so formuliert oder gemeint.

  • Also mir haben zwei Fremdsprachen viel gebracht. Allerdings hat sich das später erst so ergeben. In der Schule fand ich Fremdsprachen ziemlich grauselig. Vokablen lernen war 'ne Qual für mich.

    Ich habe sowohl Englisch als auch Russisch im privaten sowie beruflichen Umfeld gut nutzen können.

    Außerdem bringt eine Fremdsprache durchaus auch einen Blick über den eigenen kulturellen Tellerand hinaus. Und das eröffnet durchaus die Möglichkeit zumindest mal in Betracht zu ziehen, dass man in anderen Kulturkreisen Dinge eben ander sieht.

    Dass du gerade russische gebrauchst hast, ist aber in der Regel eher Zufall. Was wäre wenn Du italienisch gebraucht hättest? Ich bin gar nicht gegen das Lernen weiterer Sprachen. Aber bitte nicht verpflichtend. Dann lieber 2 h mehr Englisch und 2 mehr Deutsch. Und andere Sprachen als Wahlfach oder man lernt es halt privat. Freunde sind 3 nach Südamerika gegangen. Sie haben vorher ein Jahr die Sprache gelernt. Geht auch so.

  • Wenn du mitdiskutieren willst, setz dich damit auseinander. Ansonsten sind deine Beiträge argumentativ absolut belanglos.

    Wenn du mitdiskutieren willst, dann setze dich mit den verschiedenen Funktionen von Sprache auseinander, sonst gehen deine Beiträge am Thema vorbei. Als Deutsch-Schweizerin müsstest du zumindest wissen, was es den Schweizer*innen bedeutet, wenn Einwanderer aus Deutschland ihre Sprache wenigstens versuchsweise erlernen. So als Beispiel. Und da braucht's nicht mal eine KI, da dich natürlich jeder versteht, der will.


    Ein weiteres Beispiel: warum lernen israelische Jugendliche Deutsch?

    https://www.deutschlandfunkkul…l-deutsch-lernen-100.html


    Fremdsprachenerwerb hat zudem auch Vorteile bei der Jobsuche und Karriereplanung. Wer zwei oder mehr Sprachen spricht, wird eher eingestellt.


    Auch neurologisch nachweisbar bietet Fremdsprachenerwerb Vorteile, wie Intelligenzsteigerung, Konzentrationsfähigkeit, spätere Gehirnalterung etc.

    Z. B. https://sla-basel.ch/fremdspra…foerdert-die-intelligenz/

  • Echt, Schmidt ? Ich kann gerne alle Zitate der Art heraussuchen, aber das findest du sicher selbst.

    Zitat

    Aber es muss nicht jeder eine zweite Fremdsprache lernen. Es gibt auch Schüler, die sowieso sprachlich nicht so fit sind oder kein Interesse daran haben.

  • Zitat

    Ein weiteres Beispiel: warum lernen israelische Jugendliche Deutsch?

    https://www.deutschlandfunkkul…l-deutsch-lernen-100.html

    Laut Artikel: sie wollen in Deutschland studieren, weil es hier kostenlos ist und ihre Eltern oder Großeltern sind Deutsche und sie wollen die Sprache der Familie lernen. Was hat das mit dem Thema zu tun?

    Zitat

    Fremdsprachenerwerb hat zudem auch Vorteile bei der Jobsuche und Karriereplanung. Wer zwei oder mehr Sprachen spricht, wird eher eingestellt.

    Das ist so pauschal falsch. Englisch ist als Fremdsprache in vielen Berufen mittlerweile fast selbstverständlich (das sind dann technisch natürlich zwei Sprachen: Deutsch und Englisch). Darüber hinaus ist Chinesisch in manchen Branchen wirtschaftlich relevant. Französisch und Spanisch sind gelegentlich relevant. Latein ist wirtschaftlich überhaupt nicht relevant.

    Zumal diejenigen Schüler, die eine zweite Fremdsprache nach dem Abitur so gut beherrschen, dass sie einen wirtschaftlichen Vorteil bringen könnte, gegenüber denen, die keinen geraden Satz herausbekommen, in der deutlichen Unterzahl sind.

    Auch neurologisch nachweisbar bietet Fremdsprachenerwerb Vorteile, wie Intelligenzsteigerung, Konzentrationsfähigkeit, spätere Gehirnalterung etc.

    Z. B. https://sla-basel.ch/fremdspra…foerdert-die-intelligenz/

    Mal abgesehen davon, dass das eine private Sprachschule ist, die ihre Kurse verkaufen will und sich der Text wie von ChatGPT erzeugt liest, steht dort sogar expilzit, dass es dem Gehirn egal ist, wann eine zweite Sprache gelernt wird. Von drei oder mehr Sprachen steht da nichts. Deutsch als Muttersprache und Englisch reichen demnach.

  • Echt, Schmidt ? Ich kann gerne alle Zitate der Art heraussuchen, aber das findest du sicher selbst.

    Du hast also nichts gefunden. Hätte mich auch gewundert.

    Im Zitat steht, dass nicht alle Schüler eine zweite Fremdsprache lernen müssen sollten.

    Da steht weder, dass Fremdsprachen weg müssen, weil ich sie nicht konnte/wollte/brauchte noch, dass Fremdsprachen generell überflüssig wären.

  • Zurück auf Los, würde ich sagen. Lies dir noch mal den ersten Beitrag durch. Du bist die einzige hier, die komplett neben der Spur ist. Hast du dich nicht schon mal "geoutet", dass dein Englisch nicht mal für eine BBC-Doku im Original reicht?


    Für zwei Bier auf Spanisch muss an der Schule keine Unterrichtszeit verplempert werden, auch nicht für Liebesschwüre auf Französisch. Das hat nichts mit "Kultur" und auch nicht mit Bildung zu tun. Wie viele Kulturen hast du dir denn schon in irgendeiner Fremdsprache so erschlossen? Ich habe ehrlich keine Ahnung von Frankreich und den Franzosen, mein Französisch ist indes ganz OK. Mit einem Jahr Westschweiz kann ich natürlich dienen, ich kenne einiges an Gemüse bei Coop besser auf Französisch als auf Englisch. Kulturell dabei bin ich ansonsten immerhin noch bei den Japanern.


    Es geht überhaupt nicht um "Fremdsprachen müssen weg", das zitier doch mal, wer das geschrieben haben soll. Es geht um die Überlegung, ob Bildungsinhalte nicht hin und wieder überdacht werden sollten und die Antwort ist ganz eindeutig "ja". Es sind heute andere Inhalte relevant als noch vor 20 Jahren. Man kann nicht immer nur oben draufschütten, das wird nichts und niemandem mehr gerecht. Irgendwann muss man wohl mal anfangen auszumisten. Wir hatten es erst kürzlich in einem anderen Thread darüber, dass bei uns kaum noch Latein gewählt wird, Griechisch erst recht nicht. In Anbetracht der Entwicklung in der Informatik kann man durchaus auch über die zweite Fremdsprache ganz allgemeinen nachdenken. Das Französisch verschwindet bei uns nach und nach bereits aus den Stundentafeln der nicht-gymnasialen Leistungszüge, da gab es in Deutschland sowieso nie verpflichtend eine zweite Fremdsprache. Ich gehe auch schwer davon aus, dass bei uns im Zuge der kommenden Maturreform die Naturwissenschaften Stunden abgeben. Das ist in Ordnung, irgendwo muss die Zeit für zwei neue Grundlagenfächer herkommen. Bis es so weit ist, bin ich parat mit Informatik - in weiser Voraussicht ;)

  • Als Deutsch-Schweizerin müsstest du zumindest wissen, was es den Schweizer*innen bedeutet, wenn Einwanderer aus Deutschland ihre Sprache wenigstens versuchsweise erlernen

    Die meisten sind froh, wenn man es gar nicht erst versucht, es klingt in der Regel absolut grauenvoll. Im Höhrverständnis bin ich besser als mancher gebürtiger Schweizer, ich erkenne sehr zuverlässig die meisten Dialektregionen.

  • Englisch und Deutsch als Hauptfächer haben bereits ein hohes Stundenvolumen. Die Zeit sollte man eher für andere Themen nutzen.

    Sicherlich. Das ist dann der zweite Teil der Diskussion. Aber mir geht erstmal darum, dass wir eine Menge Stunden/Lernzeit "investieren", damit Schüler eine zweite Fremdsprache lernen. Letztlich ist nicht nur die Frage, ob es sinnvoll ist eine zweite Fremdsprache zu lernen sondern vor allem ob es sinnvollere Inhalte gibt. Wir haben halt nur eine begrenzte Anzahl von Stunden. Diese müssten möglichst sinnvoll verteilt werden. Die aktuelle Verteilung kommt in Bezug auf die zweite Fremdsprachen aus einer Zeit, wo es keine bzw. kaum technischen Möglichkeiten zum Übersetzen gab. Jetzt leben wir in einer Zeit, wo es absehbar ist, dass ich mich in Zukunft auch ohne Kenntnis der Sprache ohne Probleme in einem anderen Land zurechtfinden kann. Wir wissen, dass in den nächsten Jahren Computer eine ähnlich gute Übersetzung wie Dolmetscher erstellen werden. Das ist weit über den Niveau, dass der durchschnittliche Gymnasiast in seiner zweiten Fremdsprache erreichen wird. Und da reden wir von einer Sprache für ein Land. Der Maschine ist egal, welche Sprache sie übersetzen soll. Über kurz oder lang wird man französisch genauso gut wie russisch oder chinesisch übersetzen können.

  • Fremdsprachenkenntnisse werden ja aktuell nicht in der Schule vermittelt, um die Jugendlichen zu Übersetzern auszubilden, sondern ganz pragmatisch, dass sie in der Lage sind, zu verstehen, worum es in einem Rapsong geht, Freundschaften mit Leuten aus anderen Ländern zu knüpfen oder auch einen Jugendroman in der Originalausgabe zu lesen. Die Kompetenzen betonen ja extra den transkulturellen und den kommunikativen Aspekt, weswegen es um mehr als nur die Übersetzung zum Mittel der reinen Informationsgewinnung geht.

  • Um Freundschaften mit Leuten aus anderen Ländern zu knüpfen begibt man sich am besten in diese "anderen Länder" und wohnt da mal ne Weile. Das Konzept nennt sich Schüleraustausch, kann man auch während des Studiums noch machen oder später sogar im Berufsleben. Den Roman in der Originalsprache lesen, das machen tatsächlich recht viele Jugendliche - auf Englisch. Was glaubst, warum die das in aller Regel so viel besser können als die zweite Fremdsprache (sofern sie nicht freiwillig gewählt wurde).


    Es geht um die zweite Fremdsprache, Englisch als obligatorisch zu erlernende Fremdsprache stellt hier niemand in Frage. Es wurde nun schon mehrfach, auch von Sprachlehrern, geschrieben, dass die zweite Fremdsprache am Ende der Schulzeit kaum irgendjemand auf einem Niveau beherrscht um damit überhaupt irgendwas anfangen zu können. Das ist einfach so. Warum genau vergeudet man dann weiterhin die Unterrichtszeit damit? Einstein hat in seinem Maturzeugnis noch Algebra, Geometrie und darstellende Geometrie als 3 (!!!) einzelne Noten ausgewiesen. Wir unterrichten heute einfach "Mathe" und das ist völlig richtig so.

  • Du hast ja schon mehrfach geschrieben, dass eure Schüler nach vielen Jahren Französischunterricht immer noch sehr geringe Kompetenz in dieser Sprache aufweisen. Ich bin nicht mit euren Curricula bewandert, aber vielleicht müsste da etwas optimiert werden, dass vom Unterricht mehr hängen bleibt, denn ich muss dir zumindest da durchaus Recht geben, dass, wenn nach vielen Jahren immer noch nix hängen geblieben ist, es verschwendete Unterrichtszeit ist. Dabei stelle ich aber nicht das Unterrichtsfach selbst infrage, sondern eher die verwendete Didaktik.


    Interessanter Vergleich mit Mathematik. In den USA wird die Aufsplittung in mathematische Teilbereiche weiterhin praktiziert.

  • Ehrlich ... Überall sonst im "normalen" Leben steckt man's einfach auf, was nicht funktioniert. An der Schule hingegen: Nee, es muss. ES. MUSS. Wir hatten jahrelang "Französischwochen", wir müssen ja grade mal 20 min mit der S-Bahn bis über die Sprachgrenze fahren. Das Schlimmste, was ich davon jemals gehört habe: Die Jugendlichen unterhalten sich in der Freizeit auf Englisch. Hahaha. :heul: Wir organisieren jetzt stattdessen Arbeitseinsätze auf der Alm, das machen sie lieber als Französisch sprechen.

  • Ich bin nicht mit euren Curricula bewandert, aber vielleicht müsste da etwas optimiert werden, dass vom Unterricht mehr hängen bleibt, denn ich muss dir zumindest da durchaus Recht geben, dass, wenn nach vielen Jahren immer noch nix hängen geblieben ist, es verschwendete Unterrichtszeit ist. Dabei stelle ich aber nicht das Unterrichtsfach selbst infrage, sondern eher die verwendete Didaktik.

    Sprachen lernt man, wenn man sie aktiv benutzt. Aktiv benutzt man Sprachen in der Regel nur, wenn man eine persönliche Motivation dazu hat.

    Die Frage ist, warum eine zweite Fremdsprache gelernt werden muss. Diese Frage hast du noch micht beantwortet.

    Zitat

    Interessanter Vergleich mit Mathematik. In den USA wird die Aufsplittung in mathematische Teilbereiche weiterhin praktiziert.

    Nö. Jedenfalls nicht so, wie du denkst. In verschiedenen Schuljahren heißen die Mathethemen unterschiedlich, das ist auch bei uns der Fall.

  • Nö. Jedenfalls nicht so, wie du denkst. In verschiedenen Schuljahren heißen die Mathethemen unterschiedlich, das ist auch bei uns der Fall.

    Bei uns steht aber nicht Geometry oder Pre-Calculus oder so im Zeugnis, sondern nur Mathematik - da hat Antimon schon Recht.


    -----------


    Es ist immer schwierig, zu rechtfertigen, warum etwas im Schulkontext so beibehalten werden soll wie es ist, weil vieles eben aus der Schulhistorie heraus entstanden ist und wir daraus irgendwie die Berechtigung ziehen, warum wir es immer noch so handhaben. Alleine aus dem Grund ist es so, dass immer mehr Punkte dafür sprechen, den Status Quo beizubehalten, als Punkte, die für eine Abkehr hiervon sprechen. Hätte es nie Fremdsprachenunterricht in Deutschland gegeben, weiß ich nicht, ob ich im Jahr 2023 dafür plädieren würde, ihn einzuführen. Dasselbe würde aber auch für einige andere Fächer gelten.

  • Bei uns steht aber nicht Geometry oder Pre-Calculus oder so im Zeugnis, sondern nur Mathematik - da hat Antimon schon Recht.

    Ja, Antimon hat Recht. Du aber nicht.

    Zitat

    Es ist immer schwierig, zu rechtfertigen, warum etwas im Schulkontext so beibehalten werden soll wie es ist, weil vieles eben aus der Schulhistorie heraus entstanden ist und wir daraus irgendwie die Berechtigung ziehen, warum wir es immer noch so handhaben. Alleine aus dem Grund ist es so, dass immer mehr Punkte dafür sprechen, den Status Quo beizubehalten, als Punkte, die für eine Abkehr hiervon sprechen.

    Welche Punkte sprechen heute dafür?

    "Haben wir schon immer so gemacht." ist keine Begründung. "Machen wir jetzt erstmal so und gucken, was passiert." kann valide sein, bei den Fremdsprachen sind wir da aber schon etwas darüber hinaus.

    Zitat

    Hätte es nie Fremdsprachenunterricht in Deutschland gegeben, weiß ich nicht, ob ich im Jahr 2023 dafür plädieren würde, ihn einzuführen. Dasselbe würde aber auch für einige andere Fächer gelten.

    Es geht nicht grundsätzlich um Fremdsprachenunterricht, sondern um die Pflicht zur Wahl einer zweiten Fremdsprache neben Englisch. Wenn es keine Gründe/Argumente dafür gibt, warum sollte der Unterricht dann beibehalten werden?

  • Wenn es danach geht, könnte man vermutlich für alle Fächer außer Deutsch und Mathematik ausreichend Gründe gegen den Status als Pflichtfach finden. Es ist einfach schön, wenn man in einer 2. Fremdsprache Inhalte aufnehmen und selbst erzeugen kann, aber ich nehme an, dass dich das Argument wenig überzeugen wird, da man dies auch im Rahmen von Wahlpflichtunterricht erzielen könnte.

Werbung