Ist die AfD eine demokratische Partei?

  • Viele wandern ja auch außerhalb von "Schengen" aus. Und wie sieht es mit Krankenversicherung und Arbeitslosengeld aus? (Ich weiß es nicht, gefühlt sollte dann die ausländische zahlen. Wer zahlt, wenn es nicht reicht?)


    Rentenversicherung gibt es natürlich weniger.

    Die Fragen, die du stellst, haben alle nichts mit dem Schweizer Bürgerrecht zu tun und auch nicht mit dem grundsätzlichen Aufenthaltsrecht. Wofür sollte dein Vater denn Arbeitslosengeld beziehen? Der ist doch wohl längst schon pensioniert und genau auf seine Leistungen aus der Pensionskasse wird er auch Steuern zahlen. Krankenversichern musst du dich natürlich hier, zu den gleichen Konditionen wie alle anderen. Oder wie soll das gehen, hier Leistungen zu beanspruchen für die du nicht zahlst?

  • Die Fragen, die du stellst, haben alle nichts mit dem Schweizer Bürgerrecht zu tun und auch nicht mit dem grundsätzlichen Aufenthaltsrecht. Wofür sollte dein Vater denn Arbeitslosengeld beziehen? Der ist doch wohl längst schon pensioniert und genau auf seine Leistungen aus der Pensionskasse wird er auch Steuern zahlen. Krankenversichern musst du dich natürlich hier, zu den gleichen Konditionen wie alle anderen. Oder wie soll das gehen, hier Leistungen zu beanspruchen für die du nicht zahlst?

    Ich kenne Deutsche, die völlig mittellos aus dem Ausland zurück kamen und hier Bürgergeld inkl. Krankenversicherung erhalten. Sie erhalten also Geld aus einem Topf, über den sie früher nicht eingezahlt haben, weil es zu viel sei. (Darum ging es ursprünglich.)


    Um meinen Stiefvater geht es nicht. Er zahlt immer noch Schweizer Steuern und Schweizer Krankenversicherung.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich kenne Deutsche, die völlig mittellos aus dem Ausland zurück kamen und hier Bürgergeld inkl. Krankenversicherung erhalten

    Ja, in Deutschland geht das, das schrieb ich ungefähr 5 x schon in diesem Thread und durfte mich ankacken lassen, dass das nicht stimmt. Natürlich stimmt es. Und es geht nirgendwo sonst. Das ist ein grundsätzliches Problem des deutschen Sozialstaates und hat eben mit Migration gar nichts zu tun. In der Schweiz ist die RAV halt insgesamt sehr viel knausriger, egal zu wem. Wer da nicht rechtzeitig den Hintern wieder hochbekommt, hat echt kein lustiges Leben mehr.

  • Das Thema (Re)Migration wäre weitaus weniger relevant, reformierte man besagten Sozialstaat.

    Ich denke, Deutsche im Ausland würden auch dann noch remigrieren, wenn der Sozialstaat nicht so groß wäre. Mal davon abgesehen, dass das Sozialstaatsprinzip durch die Ewigkeitsklausel geschützt ist und das BVerfG aus Art. 1 und Art. 20 herleitet, dass der Staat einem jeden ein Existenzminimum gewähren muss.

  • Meine Mutter ist auf das Bürgergeld angewiesen und es reicht kaum, um menschenwürdig zu leben. Du weißt gar nicht, wie wütend mich diese Aussage macht.

    Ehrlich, mich regt das auch auf. Meine Mutter hatte zu wenig Rente --> Grundsicherung. Das Verschissene am System ist eben, dass die einen dafür 30 Jahre lang gearbeitet haben und die anderen keinen Finger krumm machen.

  • Wenn ich sehe was es an Bürgergeld gibt, dann weiß ich das es mir als angestellter Lehrer auch nicht schlecht geht.

    Nein aber im ernst. Mir würde es sehr sehr schwer fallen mit diesem Geld auszukommen. Und ich bin schon der Auffassung, dass man dadurch auch sozial abgehängt ist. Die Tätigkeit in einem Verein wäre schon schwierig, weil man sich dann immer abkoppeln müßte, sobald die Vereinskollegen zusammen iregendwelche Freizeitaktivitäten planen. Selbst einmal Pizza essen gehen, müsste man sich dann schon dreimal überlegen.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Bei den hohen Mieten reicht das Geld faktisch nicht aus, um sich gesund zu ernähren und angemessen zu kleiden. Man ist gezwungen, sich stark einzuschränken, und ja, man ist sozial abgehängt. Eine normale Freizeitgestaltung ist nicht möglich, nicht mal ansatzweise. Einmal ins Kino gehen bedeutet einmal nichts zu essen.


    Meine Mutter konnte die Beerdigung einer für sie sehr wichtigen Person nicht besuchen, weil kein Geld für die Reise vorhanden war.

  • Joa, hätte ich ihr als Tochter halt bezahlt.

    War damals noch am Anfang des Refs und hatte selbst keine Kohle. Wenn ich sage, dass kein Geld vorhanden war, dann meine ich das auch so. Das hat mir auch echt wehgetan.


    (Im Übrigen werden auch kleinere Geldgeschenke vom Jobcenter als Einkommen interpretiert.)

  • Im Übrigen werden auch kleinere Geldgeschenke vom Jobcenter als Einkommen interpretiert.

    Weiss ich. Ich musste selber einmal alles offen legen als meine Mutter den Antrag gestellt hat. Man muss halt ein bisschen kreativ werden. Und tatsächlich habe ich meine Mutter während des Doktorats schon unterstützt mit 1/2 BAT2a. Das dürfte in etwa das sein, was man während des Referendariats bekommt.


    Aber ist gut, ich wollte dir nicht an den Karren treten. Ich bin ein bisschen empfindlich bei dem Thema. :rose:

  • Dazu dürfte sicher auch gehören, wenn sich alle so verwirrt zeigen, dass beim migrationskritischen Bündnis Sahra Wagenknecht so viele Menschen mit Migrationshintergrund sind. Die müssten es ja besser wissen, heißt es dann immer. Als seien die nicht Mensch genug für Fehlbarkeit.

    Für diese Partei ist es vermutlich leichter an jemanden wie Suella Braverman zu kommen, aber die AfD wird das sicher auch noch schaffen.

  • Ehrlich, mich regt das auch auf. Meine Mutter hatte zu wenig Rente --> Grundsicherung. Das Verschissene am System ist eben, dass die einen dafür 30 Jahre lang gearbeitet haben und die anderen keinen Finger krumm machen.

    Das scheint mir auch ungerecht, aber völlig irrelevant angesichts der generellen Vermögensverteilung und deren sich immer weiter verschärfender Entwicklung:

    Wikipedia "Absolutes Vermögen deutscher Haushalte in 2018":




    Das sollte man sich vor Augen halten, wenn mal wieder darüber diskutiert wird ob irgendwelche "Leistungen" für Normalbürger ein paar Euro erhöht oder gesenkt werden sollen, wenn Junge gegen Alte ausgespielt werden, Inländer gegen Ausländer, Kranke gegen Gesunde, Städter gegen Landbewohner, usw.

  • Wo stehen wir eigentlich in der Vermögensverteilung mit Pensionszusage und abbezahltem Einfamilienhaus?


    Und wo steckt das Geld der Superreichen? Kenne jemanden, der einen Edekaladen in guter Lage besitzt. Grundstück, Geschäftsgebäude und Inventar haben sicher den Wert von vielen Millionen, da über Generationen aufgebaut und schuldenfrei. Beschäftigt über 20 Mitarbeiter und schuftet selbst mit Familie im Laden. Sind das die Superreichen oder der Faulenzer auf der Yacht, der Papas Erbe durchbringt?


    Der Letztere würde wahrscheinlich sein Geld in eine Steueroase transferieren und der Erstgenannte den Laden verkaufen müssen.

  • Der Letztere würde wahrscheinlich sein Geld in eine Steueroase transferieren und der Erstgenannte den Laden verkaufen müssen.

    Pontierte Kurzfassung: der Reichere wird noch reicher werden und der mittelständische Unternehmer Deines Beispiels wird für diesen arbeiten müssen.
    So wie das auch aktuell bei den deutschen Bauern passieren wird. Wer nicht wachsen kann wird schrumpfen (bzw. aufgeben müssen). Dass sich die großen Kapitale durchsetzen gegen kleinere (und in der Folge selbst immer größer werden und sich dadurch noch mehr gegen kleine durchsetzen können) ist eine ganz normale Entwicklung in der Marktwirtschaft.

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