Beurlaubung von Schülern zwecks Ferienreise

  • Jetzt hat es eine Ministerin der Linken erwischt:

    https://www.focus.de/panorama/skand…035230ec55.html

    Auch wenn der Vorfall wegen dem Justizministerium etwas delikat ist und ich die Linke als Partei eine Vollkatastrophe finde, empfinde ich den Aufschrei und Skandalisierung vollkommen übertrieben.

    Ich kenne das als gängige Praxis einiger unserer Schüler, die sich einfach für diese Zeit eine Krankmeldung besorgen. Da unsere Schüler in der Regel älter als 16 sind, fallen diese am Flughafen auch nicht mehr auf.

    Habe selbst noch keinen Sonderurlaub dafür ausgestellt, gebe aber durchaus pragmatische 4-Augen-Empfehlungen.

  • Ich finde den Aufwand, den ich wegen Ferienverlängerern unternehmen soll, absolut überzogen. Wenn ein Schüler ohnehin jede Woche einmal fehlt (und das ist in meinen Bildungsgängen nicht selten), dann bin ich machtlos. Wenn dieser Tag aber dann mal auf den letzten Tag vor den Ferien oder auf den ersten Tag nach den Ferien fällt, dann soll ich da bitte eine Mahnung rausschicken lassen? Wie lächerlich will man sich denn bitte machen?

    Trotzdem, gerade als Ministerin sollte man es besser wissen. Und ein Schelm wer böses dabei denkt, dass ihr Antrag auf Beurlaubung durchging.

  • Zu meiner NRW-Zeit kostete es 500 DM pro Tag und Schüler, bei Familien kam einiges zusammen. Die Schulen mussten es melden und hatten anschließend damit nichts mehr zu tun.

    Hier lese ich bei allen Ferien, dass die Polizei beim benachbarten bayrischen Flughafen schulpflichtige Kinder herausfischt. Jetzt soll es 500 Euro kosten.

    Auch in Baden-Württemberg wird gemeldet. Es geht aber immer nur um schulpflichtige Kinder. Ältere werden daran erinnert, dass sie sich von der Schule komplett abmelden können, wenn ihr Urlaub wichtiger ist und die unentschuldigten Stunden werden im Zeugnis vermerkt. Und bei regelmäßigen Fehlen wird hier Attestpflicht verhängt.

    Sonderurlaub darf nur die SL gewähren, die Gründe sind begrenzt, Urlaub gehört nicht dazu.

    Und ja, es ist wie immer. Wenn es nicht herauskommt, dann kann auch nicht bestraft werden.

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  • In meiner Jugendzeit hatte ich die Sommerferien auf 9 Wochen ausgedehnt. Das war kein Problem. Es ist immer die Frage, ob sich das argumentativ unterfüttern lässt. Ich hatte damals meine Verwandten in Kanada besucht. Die Schulleitung hat die verlängerten Ferien als Sprachkurs (und somit lernrelevant) genehmigt.
    BTW: Kurz bevor ich zurückkam, habe ich "auf englisch" geträumt ;)

    Im Abijahr hatte ich meinem Sport- und Deutschlehrer einen vierseitigen Brief über den "Sinn und Unsinn körperlicher Ertüchtigung für einen kreativen Menschen" über einen Absatz von José Ortega y Gasset aus dessen Buch "Über die Liebe" geschrieben und um Befreiung vom Sportunterricht für das restliche Schuljahr gebeten. Ich wollte mich an der Kunstakademie bewerben und musste meine Mappe fertig stellen. Keine Zeit für Sport am Nachmittag. Befreiung wurde gewährt. Als wir ihn mit einigen Mitschülern nach dem Abi Zuhause besuchten, um das Abi zu feiern, sah ich, dass die Entschuldigung gerahmt über seinem Schreibtisch hing. Als angehender Kunststudent hatte ich das Schreiben auch entsprechend gestaltet. ;)

    Wer triftige Gründe hatte, bekam auch von mir Dispens.

    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)
    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten

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