? Vertretung an der Ganztagsschule

  • Was ich mich frage: An den meisten Schulen fällt unfassbar viel Unterricht aus, weil Lehrkräfte fehlen. Da werden Stunden und Fächer gestrichen, Klassen zusammengelegt usw.: Wenn ihr also offenbar genügend Lehrerstunden habt, wieso vertretet ihr dann nicht fachgerecht? Kartenspielen ist ja nicht im Sinne des Erfinders...

    Und was mir noch dazu einfällt: Ganztagsschulen bekommen bei uns für die Angebote extra Geld, dafür wird Material angeschafft, Externe finanziert. Bei euch auch so? Es ist dann nachvollziehbar, wenn ein Unterrichtstag tatsächlich im Schnitt länger dauert.

    Präsenzzeiten dürften allerdings nicht entstehen. Und warum Randstunden bei großen SuS nicht ausfallen dürfen, ist mir auch nicht klar.

  • Wie kommt ihr denn alle auf die Idee, dass diese Schule genug Stunden zum Vertreten hat?!
    Vertretungsstunden sind Mehrarbeit, sie werden irgendwann abgerechnet (nach der Regel der Bagatellgrenze) und müssen geleistet werden, es hat doch nicht mit dem Stock an Deputatsstunden.

    Und was mir noch dazu einfällt: Ganztagsschulen bekommen bei uns für die Angebote extra Geld, dafür wird Material angeschafft, Externe finanziert. Bei euch auch so? Es ist dann nachvollziehbar, wenn ein Unterrichtstag tatsächlich im Schnitt länger dauert.

    Du meinst vermutlich O(ffenen)GS. Der gebundene Ganztag ist einfach Schule den ganzen Tag, die Stunden, die mehr als in der "Halbtagsschule" entstehen, sind Lernzeiten für Lernaufgaben (also keine Hausaufgaben mehr!) oder Ähnliches. Nicht unbedingt für Schach spielen.
    Die OGS kann dann außerhalb des GGS kommen (ab 15 Uhr zum Beispiel)

    Präsenzzeiten dürften allerdings nicht entstehen. Und warum Randstunden bei großen SuS nicht ausfallen dürfen, ist mir auch nicht klar.

    "Natürlich" entstehen mehr Präsenzzeiten.
    Schon alleine die Mittagspause, wo kein oder kaum Unterricht stattfindet (oder wo eine SL darauf besteht, dass jeder KoK eine Freistunde hat) zieht den Tag in die Länge. Und wenn JEDE Klasse von 8 bis 15 Uhr (plus Oberstufe bis 17uhr) Unterricht hat, dann gibt es mehr zu besetzende Slots, die sich nicht unbedingt innerhalb von kompakten Blöcken lösen lassen (da erinnere ich gerne an die Fragen zu TZ-Stundenplänen).
    Und wenn ein Teil der Stunden nur zur Hälfte angerechnet werden (bei uns auch die Lernzeiten), dann hat man auch ohne Freistunden mehr Präsenzzeiten.
    Ich habe mehrere KuK mit 2-3 Lernzeiten in der Woche. Zum Teil nach einer Freistunde. Also mit einem Deputat mit 20 (bezahlten) Stunden automatisch 21 oder 21,5 Stunden (2-Wochen-Plan) in der Schule. Plus Frei- / Mittagsstunden.

  • Wie kommt ihr denn alle auf die Idee, dass diese Schule genug Stunden zum Vertreten hat?!
    Vertretungsstunden sind Mehrarbeit,

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    Achso, ich kenne es so, dass dann erst mal Förderstunden, DAZ etc. ausfällt.

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    Du meinst vermutlich O(ffenen)GS. Der gebundene Ganztag ist einfach Schule den ganzen Tag, die Stunden, die mehr als in der "Halbtagsschule" entstehen, sind Lernzeiten für Lernaufgaben (also keine Hausaufgaben mehr!) oder Ähnliches. Nicht unbedingt für Schach spielen.
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    Okay, dann meinte ich wahrscheinlich was anderes. Die Schule braucht aber doch dann mehr Stunden, man kann ja nicht mehr Unterricht für alle anbieten, ohne Lehrerstunden.

    Für Lernzeiten i.S.v. "Betreuung" gibt's dann keine anderen päd. Fachkräfte? Präsenzpflicht ist nicht gestattet, dachte ich immer. Klingt dann tatsächlich nach mies mehr Arbeit :(

  • Achso, ich kenne es so, dass dann erst mal Förderstunden, DAZ etc. ausfällt.

    Okay, dann meinte ich wahrscheinlich was anderes. Die Schule braucht aber doch dann mehr Stunden, man kann ja nicht mehr Unterricht für alle anbieten, ohne Lehrerstunden.

    Beispiel:
    Die Förderstunden (im Klassenverband) oder DaZ-Förderung (Klassenverband oder Kleingruppen) fallen bei uns nicht aus, weil die SuS auch Unterricht haben, es ist keine "Kopplung" an einem anderen Raum mit Doppelbesetzung, sondern einfach Unterricht. Als ob ich die Kunstlehrerin mit dem kleinen Kurs rausnehmen würde, ihre SuS haben heute keinen Kurs, sie müssen Mathe in einer fremden Klasse machen und sie geht Erdkunde vertreten.

    Die Schule braucht nicht MEHR Stunden.
    An meiner Schule haben wir alle (Ausnahmen bestätigen die Regel) ZUSÄTZLICH zu unserem normalen Deputat 3-4 "Vertretungsbereitschaften" die Woche (prozentual zur TZ). Diese "VBs" liegen natürlich nicht nur in Freistunden, sondern auch davor / danach, zum Teil sogar nach / vor einer Freistunde, weil es sonst nicht aufgeht. Bezahlt wird die Stunde nicht, sondern nur, wenn sie abgerufen wird (fast immer) und das auch erst nach Erreichen der Bagatellgrenze.
    Das heißt, mit 25,5 Stunden die Woche (VZ Gym NRW) kann ich einen Stundenplan von 27 Stundenslots haben (24 Unterrichts plus 3 Lernzeiten haben), plus 2-4 Freistunden plus 3-4 Vertretungsbereitschaften außerhalb dieser Freistunden. (plus Hofaufsichten vor / zwischen / nach dem Unterricht)
    In einer Halbtagsschule wäre es schon kaum möglich, weil es schon mehr als die mögliche Sek-1-Slots-Anzahl ist.


    Für Lernzeiten i.S.v. "Betreuung" gibt's dann keine anderen päd. Fachkräfte? Präsenzpflicht ist nicht gestattet, dachte ich immer. Klingt dann tatsächlich nach mies mehr Arbeit :(

    Schön wäre es, aber ich glaube nicht - jenseits der Tatsache, dass es nicht vorgesehen ist-, dass so ein Konzept überhaupt möglich wäre. Einige Lernzeiten liegen bewusst parallel, weil in der Schiene ein bestimmtes Profil ist, oder weil in den Lernzeiten je ein Deutsch-, ein Mathe- und ein Englischlehrer sitzen, die Fragen beantworten können. Die SuS können also zum Nachbarraum kurz gehen.

    Präsenzpflicht ist es nicht in dem Sinne, dass man jeden Tag von 8-15 da sein muss, sondern der Stundenplan, die VBs, usw.. ergeben es. Klar: in der Freistunde kann ich nach Hause oder spazieren gehen (wenn man will und in der Nähe wohnt), ist aber trotzdem "schulisch gebunden".

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