Förderhefte für eine ganze Klasse

  • "Bundesland

    Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen"

    Quelle: https://www.cornelsen.de/produkte/einst…3-9783060847426

    Das ist rechtlich nicht relevant. Es ist auf der Liste des Landes als Schulbuch im Gegensatz zu Einsterns Schwester nicht zugelassen. Es kann beispielsweise an einer Förderschule eingesetzt werden und dort auch den Lehrplänen entsprechen. Aber halt nicht als reguläres Lehrwerk an der Grundschule.

  • In der oben genannten Liste sind übrigens Lehrwerke aufgeführt, nicht aber Arbeitshefte, auch von anderen Verlagen z.B. die Fibel, nicht aber die Schreibübungshefte, die man dann dazu kaufen kann.

    Da es um ein AH und Verbrauchsmaterial geht, ist die Kollegin frei in ihrer Entscheidung. Diese Hefte werden in NDS von den Eltern gekauft und bezahlt,

    allein für die Schulbücher gibt es ein Leihverfahren (quasi mit Miete).

    https://schulbuch.nibis.de/

  • Ich wundere mich, dass Einsterns Schwester zugelassen ist aber Einsterns Schwester -leicht gemacht- nicht. Wenn für das Material keine Zulassung erforderlich wäre, dürften beide nicht auf der Liste stehen.

    Laut Erlass gilt:

    1. Begriffsbestimmung

    1.1 Schulbücher im Sinne dieses Erlasses sind zu Unterrichtszwecken bestimmte Druckwerke für die Hand der Schülerin oder des Schülers sowie digitale Lehrwerke, die im Unterricht für einen längeren Zeitraum als Hauptarbeitsmittel benutzt werden. Als längerer Zeitraum gilt:

    -im Primarbereich und im Sekundarbereich I: mindestens ein Schuljahr oder im Wahlpflichtbereich mindestens ein Schulhalbjahr,
    -im Sekundarbereich II: mindestens ein Schuljahr oder ein Kurshalbjahr.

    1.2 Schulbücher sind außerdem solche unerlässlichen Arbeitsmittel in gedruckter und digitaler Form, die zusätzlich zum Hauptarbeitsmittel für mehrere Schuljahre eingesetzt werden, wie z. B. Atlanten, Literaturgeschichten, Liederbücher, Tabellenwerke, Wörterbücher.

    1.3 Lernmittel, die den unter Ziffer 1.1 und 1.2 aufgeführten Anforderungen nicht entsprechen, sind keine Schulbücher, sondern unterrichtsbegleitende Materialien wie z. B. Arbeitsblätter und Arbeitshefte in gedruckter und digitalisierter Form, digitale Medien wie das Schulbuch ergänzende Lernsoftware oder Lernmittel mit interaktiven Zugängen.

    Weiterhin gilt:

    2. Genehmigungspflicht

    2.1 An den allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen Niedersachsens dürfen nur Schulbücher benutzt werden, die nach den Bestimmungen dieses Erlasses genehmigt und eingeführt worden sind.


    Ist das Werk also das Hauptarbeitsmittel ist es nicht einsetzbar. Sollte es aber nur als Ergänzung eingesetzt werden, wäre es zusätzlich. Angesichts des Umfanges halte ich die Situation aber für sehr selten.

  • Da Gespräche schon stattgefunden haben...

    Wie war denn die Erklärung der Lehrkraft?

    Wie schon andere schrieben: Das muss ja einen didaktischen Hintergrund haben.

    Ohne Hintergrundwissen hätte ich jetzt wahrscheinlich auch erst einmal gestutzt, dass man so vereinfacht für alle anfängt und die Förderausgabe für die ganze Klasse angeschafft wird. Die Lehrerin hat sich bestimmt dabei etwas gedacht. Eine Erklärung könnte Pepes Erfahrung sein. Im Englischunterricht hatte ich z.B. für die lernschwächeren Schüler die Inklusionsausgabe neben der normalen. Es waren im Prinzip dieselben Aufgaben, doch im Inklusionsheft waren bestimmte Aufgaben schon gelöst oder heruntergebrochen und die zu erbringende Eigenleistung reduziert, sodass die betreffenden Schüler mit den anderen Schritt halten konnten.

    Aber in diesem Sinne sind die Hefte ja nicht gemeint, wenn sie für die ganze Klasse angeschafft werden. Für mich hört sich das wie Zusatzübungen an, wo bestimmte Fertigkeiten automatisiert werden sollen, die aber von der Menge her keinen überfordern. - das habe in 3/4 öfter einmal mit Arbeitsblättern gemacht. Einfach trainieren und auomatisieren. Die Niveausteigerung geschah auf anderen Wegen.

  • Für mich hört sich das wie Zusatzübungen an, wo bestimmte Fertigkeiten automatisiert werden sollen,

    Das könnte im Zusammenhang mit der „Sicheren Basis“ stehen, die in NDS umgesetzt wird, also das Training grundlegender Fähigkeiten.

    Der Unterricht kann als Stunde, als Lernzeit oder noch ganz anders umgesetzt werden, viele Schulen gehen da jetzt in Phasen der Öffnung.

  • Einsteins Schwester hat pro Buchstabe teilweise 10 Seiten, die zu bearbeiten sind. Insgesamt werden auch Buchstabenkombinationen wie nk, ck usw bearbeitet. Alle 6 Hefte kann man dadurch eigentlich gar nicht in einem Schuljahr schaffen. Man muss also hier und da für alle Kinder mit durchschnittlichem und unterdurchschnittlichem Lerntempo hier und da Seiten streichen oder den Lehrgang ins nächste Schuljahr ziehen. Alternativ bearbeitet man „Lola leicht gemacht“ und ergänzt für die Starken. Ich frage mich, wieso diese zweite Variante für Niedersachsen nicht erlaubt ist? Aber andere Länder, andere Sitten… 🤷‍♀️

    Einmal editiert, zuletzt von McGonagall (30. April 2026 19:39)

  • Ich kenne beide Hefte sehr gut, habe früher (jetzt bin ich länger in 3/4 und da verwenden wir anderes Material) oft damit gearbeitet. Vielleicht sind es der Lehrkraft einfach zu viele Seiten, die da pro Buchstabe bearbeitet werden müssen. Vielleicht arbeitet sie zusätzlich noch ganz anders bei der Buchstabeneinführung, z.B. mit einem Buchstabenweg und Stationen, von denen du nichts mitbekommst. Ich würde ihr vertrauen, bzw. das Gespräch suchen, was du ja schon hast. Du kannst doch selbst die "normalen" Hefte erwerben, geht glaube ich sogar über amazon, wenn dein Kind mehr Übung braucht. Oft können die Kinder schon ganz gut lesen, wenn noch gar nicht alle Buchstabenhefte dran waren. Mein Sohn hat damals die Lola in Klasse 1 nur bis Heft 3 oder 4 geschafft in der 1. Klasse. Zu den Herbstferien in Klasse 2 hat die Lehrerin dann abgebrochen und uns gesagt, wir könnten die Hefte zu Hause noch beenden, wenn wir wollen. Sie wollte endlich den Stoff von Klasse 2 anfangen. Nötig war es nicht, die Hefte zu beenden. Die Kinder konnten lesen, da nur noch seltene Buchstaben und Buchstabenverbindungen fehlten.


    Die einstern/lola - Hefte sind ja auch so gedacht, dass jeder nach seinem Tempo lernt. Vermutlich arbeitet die Lehrkraft im Unterricht nicht nur damit und setzt sie evtl. nur zur Übung ein. Das können wir aber nicht wissen.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

    Einmal editiert, zuletzt von Zauberwald (30. April 2026 20:35)

  • In der Regel sind es verschiedene Themenhefte.

    Anders als in Deutsch- oder Mathebüchern, in denen sich die Schwerpunkte abwechseln, (die Verknüpfung geht seit Jahren stark zurück, ich warte auf die Kehrtwende), sind sie auf die Hefte verteilt. Die Lehrkraft muss den Überblick behalten, meist gibt es Verteilungspläne der Verlage.

    Entwickelt hat sich auch, dass es häufiger Arbeitshefte als Verbrauchsmaterial gibt, also weniger Abschreiben der Aufgaben und mehr Formate, die direkt im Arbeitsheft eingetragen werden. Für NDS hat das sicher auch den Grund, dass Bücher über das Ausleihverfahren gemietet werden, während AH von den Eltern gekauft werden.
    Und die Differenzierung ist über verschiedene AH leichter, indem man unterschiedliche AH anschaffen lässt.
    Ich bin mit AH flexibler in der Anschaffung

    Wenn man ein Lesebuch, ein Sprachbuch und ein Arbeitsheft (oder 2) kauft, sind die Preise / der Verdienst des Verlags insgesamt noch höher, die Kosten für die Familien wären in NDS geringer

  • Dass es 6 Hefte für ein Schuljahr gibt,

    fand ich in Klasse 1/2 sinnvoll, die Differenzierung gelang wirklich gut. Es war für die Kinder "ein Gewinn", auch für mich. Die Arbeit war übersichtlich, und vor allem gab es auch für wirklich schwache Schüler*innen keine Entmutigung, ganz selten Frust.

  • Wenn man ein Lesebuch, ein Sprachbuch und ein Arbeitsheft (oder 2) kauft, sind die Preise / der Verdienst des Verlags insgesamt noch höher, die Kosten für die Familien wären in NDS geringer

    Da wäre ich mir nicht sicher. Warum sollten 6 Arbeitshefte weniger Profit bringen als 2 Bücher + 1-2 Arbeitshefte. Insbesondere da die Arbeitshefte jedes Jahr gekauft werden.

    Was mich dazu besonders ärgert ist, dass sie Arbeitshefte oft nur zu einem kleinen Teil bearbeitet werden. Beim Patenkind wurden sogar angeschafft und gar nicht bearbeitet. Dann ist es mit den sechs Heften auch blöd. Man kann gerne ein Heft für das erste und eines für das zweite Schuljahr machen. Welche Vorteile hat diese Materialschlacht außer den Gewinn des Verlages zu maximieren?

  • fand ich in Klasse 1/2 sinnvoll, die Differenzierung gelang wirklich gut. Es war für die Kinder "ein Gewinn", auch für mich. Die Arbeit war übersichtlich, und vor allem gab es auch für wirklich schwache Schüler*innen keine Entmutigung, ganz selten Frust.

    Magst Du das näher erläutern? Mir ist das nicht ganz klar. Ich kann doch auch die 6 Hefte in 2 Bänden drucken. Inhaltlich wäre das doch genauso?

  • Magst Du das näher erläutern? Mir ist das nicht ganz klar. Ich kann doch auch die 6 Hefte in 2 Bänden drucken. Inhaltlich wäre das doch genauso?

    Es ist gerade für die neu Eingeschulten sehr praktisch, wenn das Material nicht so umfangreich ist. Sie bekamen bei mir natürlich nicht alle sechs Hefte auf einmal. Das ist im Unterricht übersichtlich, und wenn die Kleinen zu Hause etwas zeigen wollen, besser zum Mitnehmen. Es sind vom Format her ja Arbeitshefte, ein Dreierpack wäre ja ein "Buch"... Und ein weiterer Vorteil, gerade im Anfangsunterricht: Wenn ein Heft "fertig" ist, ist das nächste noch "wie neu".

  • Was mich dazu besonders ärgert ist, dass sie Arbeitshefte oft nur zu einem kleinen Teil bearbeitet werden.

    Wir haben ein Mathe-Lehrwerk mit gesplitteten AH, die Hefte selbst sind dünner als sonstige AH, insgesamt ist es jedoch weit mehr Stoff. Ein Kollege hat es mal überschlagen: Man müsste 3 Seiten am Tag schaffen, wenn man alles bearbeiten wollte. So ist es letztlich aber gar nicht gedacht, das Konzept des Lehrwerkes sieht sehr viel Differenzierung vor, sodass das alles in den AH abgedruckt ist, aber von jedem Kind nur ein Teil bearbeitet wird. - Das ist aber nur ein Grund.

    Ich klebe nicht am AH, ich finde sie oft auch nicht sinnvoll. AH werden selten von Lehrkräften entwickelt, schon gar nicht evaluiert. Verlage haben die neuen Curricula vor den Lehrkräften, NDS stellt ja jetzt gerade erst darauf um, die Curricula vorab zu veröffentlichen und nicht im laufenden Schuljahr rückwirkend. Auch sind sie immer für den Durchschnitt gefertigt, meine Klassen bilden in den letzten Jahren aber keinen "Durchschnitt" ab.

    Also nutze ich das von den eingeführten Lehrwerken, was ich sinnvoll finde, weiche ab, wo ich besseres habe (z.B. Aufsatzerziehung), arbeite erheblich freier, wenn es hilfreich ist, lasse aus, was unsinnig erscheint oder abgedruckt ist und gar nicht dem Curriculum entspricht.

    Zusätzliche Übungshefte setze ich dennoch ein, da ist es sehr unterschiedlich, wie weit die Kinder damit kommen, da es oft auch "Lückenfüller" sind, aber nicht alle Kinder diese zeitlichen Lücken haben. Diese Hefte wachsen mit, ich bin da nicht an Jahrgänge gebunden, sodass das Heft die Kinder begleitet, bis es gefüllt ist.

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