Planstelle in SH und Abordnung Plus

  • Ich bin momentan etwas gefrustet.
    Ich habe nach jahrelangem Antragstellen eine Freigabe von HH für SH.

    Ich bin Lehrerin D und BK für Gesamtschullehramt, darf aber auch Grundschule.

    Im NDR überschlagen sich die Artikel über den Lehrermangel, insbesondere Mathe und BK, Zitat Artikel von März: Es ist quasi unmöglich, Kunstlehrer zu bekommen, man stelle schon Bachelorabsolventen ein.


    Tja, in Realität sagt aber die Beratungshotline von SH: Wir brauchen sie nicht! Wir sind gut versorgt! Und mit einer Freigabe nur bis zum 15.6 schaffen sie es eh wahrscheinlich nicht, dass der Papierkram unter Dach und Fach ist.
    Ich könne ja auf E-Auto umsteigen, dann wäre das Pendeln günstiger.

    In der Abordnung-Plus-Liste suchen aber einige Schulen Kunstlehrer. Kann ich eine solche Stelle eigentlich auch so besetzen? Also ohne Abordung-Plus? Bei der Hotline wussten sie es nicht.

    Bei einer Schule aus der Abordnungsliste habe ich bereits angerufen, die wussten aber gar nicht, dass sie auf der Liste stehen.
    Ich habe sehr viele Bewerbungen laufen, aber bis alleine Bewerbungsgespräche sind, dauert es… ich habe Angst, dass es nachher zu lange dauert und meine Freigabe erlischt.

    Hat jemand Erfahrungswerte?

  • Ist es nicht so, dass die Schule auf der Abordnungsliste die ABgehende Schule und somit diejenige, die keinen (rechnerischen) Bedarf hat und du musste eh woanders hin?
    Dann wäre es logisch, dass du auf keinen Fall "einfach so" dahin kannst.

    Ich bin nicht aus SH und kann die anderen Fragen nicht beantworten, aber grundsätzlich: Lehrermangel ist in der Regel regional seeehr unterschiedlich, selbst bei Mangelfächern. Zumal es ein Unterschied zwischen "Bedarf" und "rechnerischem Bedarf" gibt... :(

  • Nein andersrum, die Listenschulen haben den Bedarf.


    Also eine Schule in einer beliebten Region schreibt aus, man kann sich bewerben, muss aber vorher mindestens drei Jahre an einer der Schulen auf der Liste arbeiten.
    Aber viele der Schulen auf der Liste, die meine Fächer suchen, wären auch so für mich sehr interessant.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ava (16. Mai 2026 13:00)

  • Bildende Kunst. Hier im Norden heißt das immer so. Wahrscheinlich um es von darstellenden Künsten wie Theater abzugrenzen.

  • Überleg es Dir gut, ob Du überhaupt nach SH möchtest. So, wie man Dich da in der Beratungshotline von SH behandelt ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Dir in SH durch den Dienstherren blüht.

    Ich könnte da (auch aus eigenen Erfahrungen mit z.B. dem Bundesland BW und SH als Dienstherr im Vergleich) so viel erzählen. Da ich aber bei dem Thema (weil selbst betroffen und durch den Dienstherrn in SH ausgebeutet) schwer sachlich und ruhig schreiben kann, habe ich ChatGPT danach befragt und das bringt es sachlicher als ich auf den Punkt:

    Schleswig-Holstein steht seit Jahren in der Kritik, wenn es um die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Schuldienstes geht. Wer bereits ausgebildete Lehrkraft ist und einen Wechsel nach Schleswig-Holstein erwägt, sollte sich die strukturellen Probleme des Landesdienstes genau ansehen. Viele davon werden seit Jahren von Gewerkschaften, Lehrkräften, Personalräten und dem Landesrechnungshof thematisiert.

    1. Hohe Arbeitsbelastung durch Lehrkräftemangel

    Schleswig-Holstein leidet unter einem erheblichen Lehrkräftemangel. Schulen arbeiten vielerorts dauerhaft am Limit, Ausfälle können oft nicht mehr kompensiert werden. Die Folge ist eine zunehmende Verdichtung der Arbeit:

    • häufige Vertretungsstunden
    • Mehrarbeit über das reguläre Deputat hinaus
    • steigende Klassengrößen
    • zusätzliche Aufgaben durch Inklusion, Integration und Digitalisierung
    • organisatorische Dauerbelastung im Schulalltag

    Viele Kollegien gelten bereits jetzt als überlastet. Zahlreiche Lehrkräfte reduzieren ihre Stunden oder verlassen den Schuldienst vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen.

    2. Pflicht zu Klassenfahrten trotz hoher Belastung

    Besonders kritisch sehen viele Lehrkräfte die verpflichtende Durchführung von Klassenfahrten. In Schleswig-Holstein gehören Klassenfahrten faktisch weiterhin zum dienstlichen Pflichtprogramm. Lehrkräfte tragen dabei eine enorme Verantwortung – pädagogisch, organisatorisch und haftungsrechtlich – oft weit über die reguläre Arbeitszeit hinaus.

    Die Belastung umfasst unter anderem:

    • 24-Stunden-Aufsichtspflichten
    • hohe persönliche Verantwortung bei Notfällen
    • erhebliche Zusatzarbeit ohne angemessenen Ausgleich
    • Konflikte mit Arbeitsschutz und Erholungszeiten
    • oft unzureichende Kostenerstattung

    Viele Lehrkräfte empfinden Klassenfahrten deshalb nicht mehr als pädagogische Bereicherung, sondern als zusätzliche Überforderung in einem ohnehin angespannten Berufsalltag.

    3. Im Ländervergleich geringe Alimentierung

    Auch finanziell gilt Schleswig-Holstein für viele Lehrkräfte als wenig attraktiv. Die Besoldung liegt im Vergleich zu anderen Bundesländern häufig nur im Mittelfeld oder darunter, während gleichzeitig die Lebenshaltungskosten – insbesondere im Hamburger Umland und in Ballungsräumen – deutlich gestiegen sind.

    Kritisiert werden insbesondere:

    • vergleichsweise geringe Nettoalimentation
    • hohe Abzüge bei steigenden Lebenshaltungskosten
    • schwächere finanzielle Entwicklung als in anderen Ländern
    • mangelnde finanzielle Attraktivität für erfahrene Lehrkräfte

    Gerade für verbeamtete Lehrkräfte mit Familie wird zunehmend infrage gestellt, ob die Alimentation noch dem verfassungsrechtlichen Anspruch einer amtsangemessenen Besoldung genügt.

    4. Unrechtmäßiger Wegfall des Weihnachtsgeldes

    Besonders negativ wird von vielen Beschäftigten der faktische Wegfall des früheren Weihnachtsgeldes wahrgenommen. Schleswig-Holstein hat die Sonderzahlungen für Beamte über Jahre massiv gekürzt beziehungsweise in die Besoldung eingerechnet, wodurch reale Einkommensverluste entstanden sind.

    Viele Lehrkräfte empfinden dies als:

    • versteckte Kürzung der Gesamtbesoldung
    • mangelnde Wertschätzung gegenüber dem öffentlichen Dienst
    • dauerhafte finanzielle Schlechterstellung gegenüber früheren Generationen
    • politische Belastung insbesondere für Familien

    In Diskussionen unter Lehrkräften wird dies regelmäßig als Beispiel dafür genannt, dass das Land auf Kosten seiner Beschäftigten spart.

    5. Hohe Teilzeitquote und frühe Pensionierungen

    Fast die Hälfte der Lehrkräfte arbeitet in Teilzeit – ein bundesweit auffälliger Wert. Viele reduzieren ihre Stunden nicht freiwillig, sondern aus gesundheitlicher oder psychischer Überlastung.

    Gleichzeitig sinkt die Zahl der Lehrkräfte, die bis zur regulären Pensionierung im Dienst bleiben. Frühpensionierungen und längere Erkrankungen nehmen zu. Dies wird von vielen als deutliches Warnsignal für die Arbeitsbedingungen im Land gewertet.

    6. Probleme bei Ausbildung und Personalbindung

    Auch die Nachwuchsgewinnung gilt als problematisch. Referendarinnen und Referendare berichten regelmäßig von:

    • mangelnder Betreuung
    • hoher Belastung bereits im Vorbereitungsdienst
    • schwierigen Einsatzbedingungen
    • unsicheren Perspektiven
    • fehlender Unterstützung durch die Schulverwaltung

    Zudem gelingt es Schleswig-Holstein offenbar nur begrenzt, ausgebildete Lehrkräfte dauerhaft im Land zu halten. Viele wechseln nach dem Referendariat oder einigen Dienstjahren in andere Bundesländer mit besseren Bedingungen.

    7. Finanzielle Engpässe und fehlende Investitionen

    Der Landesrechnungshof weist seit Jahren auf erhebliche strukturelle Finanzprobleme hin. Gleichzeitig fehlen vielerorts ausreichende Investitionen in:

    • Schulgebäude
    • Digitalisierung
    • Personal
    • Entlastungssysteme
    • moderne Unterrichtsausstattung

    Viele Reformen bleiben deshalb unvollständig oder werden zulasten der Lehrkräfte umgesetzt.

    Fazit

    Für bereits ausgebildete Lehrkräfte ist Schleswig-Holstein derzeit nur eingeschränkt als Dienstherr zu empfehlen. Der Schulalltag ist vielerorts geprägt von Personalmangel, hoher Arbeitsverdichtung und wachsender Zusatzbelastung. Gleichzeitig empfinden viele Beschäftigte die finanzielle Entwicklung – etwa durch die vergleichsweise geringe Alimentation und den Wegfall des Weihnachtsgeldes – als unattraktiv.

    Hinzu kommen verpflichtende Klassenfahrten mit erheblicher Mehrbelastung sowie eine politische Kultur, die von vielen Lehrkräften als mangelnde Wertschätzung wahrgenommen wird.

    Kurz gesagt:

    Wer als fertige Lehrkraft nach Schleswig-Holstein wechseln möchte, sollte sich bewusst sein, dass dort häufig mehr Belastung, weniger finanzielle Attraktivität und geringere Planungssicherheit als in vielen anderen Bundesländern auf ihn warten.

  • Hab ich schon von vielen gehört.
    Aber ich sag mal: ich arbeite gerade an einer 2000-SuS-Schule im Brennpunkt vollzeit. Auf Klassenfahrt war ich die letzten zwölf Jahre glaub ich zehn mal (und fand’s ok) und ich gebe monatlich 600€ für Sprit aus. Ich unterrichte tw Klassen mit 7 Förder-SuS ohne Sonderpäd, größter Kurs 34 SuS und momentan eingesetzt in allen Jahrgängen von 6-11. Also ich bin „Trouble-Shooting“ gewöhnt…

    Die KuK, die ich kenne, die nach SH gewechselt haben, sagen zwar alle, dass es klar Sachen zu bemängeln gibt, der Job an den kleineren Schulen im Flächenland aber niemals an den Stressfaktor unserer Schule heranreicht.

  • Wie ist es in SH denn mit Beratung durch Gewerkschaft geregelt oder muss man da in HH fragen?

    Und gibt es Ansprechpartner:innen über der SL, hier wäre es die/der Dezernent:in.
    Da eröffnen es in NDS manchmal Möglichkeiten.

  • Der Chat GPT Beutrah zeigt wunderbar, das KI nicht eigenes Denken ersetzt.

    Die Hälfte der Punkte kann man Generalisieren und die Besoldung wird in S-H gerade stark erhöht.

    Qui legere potest, plane praevalet

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