Referendariat - extrem unglücklich

  • waren die LiVs jetzt im GHR

    Was ist "GHR"?

    hatten oft zwischen Studienabschluss und Ref-Beginn auch Vertretungsstellen

    Das kenne ich aus dem BBS-Bereich gar nicht. Vertretungsstellen haben bei uns meist "Noch-Student*innen", die Halb- oder Ganzjahresverträge erhalten. Nach Studienabschluss - also vor Beginn des Ref. - machen die (Ex-)Studis entweder Urlaub oder suchen sich einen Job außerhalb der Schule.

    Ein Nachteil war, dass man nach dem Ref mehrere Monate keine Verwendung in der Schule hatte

    Ist das heute nicht mehr so? An den BBS endet das Ref. zum 30.4. oder zum 31.10.; danach ist man entweder arbeitslos oder bekommt - wenn man Glück hat - an einer Schule eine Vertretungsstelle (i. d. R. dort, wo man dann zum Schuljahres- bzw. Halbjahresbeginn eine Planstelle erhält).

    aber heute könnte man auch dann auf Vertretungsstellen gehen

    Das war auch zu meiner Ref.-Zeit schon so.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • (Guter) Unterricht ist kaum möglich in beiden Fächern.

    Welche Fächer unterrichtest du? Welche Klassenstufe?

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    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Was ist "GHR"?

    GHR300 - das Praxissemester in NDS für angehende Grund-/Haupt-/Realschullehrkräfte (GHR), in dem auch schon UB absolviert werden. Es kommt jemand von der Uni, das können aber auch Seminarleiter:innen sein - quasi eine Doppelfunktion.

    Ich bin nicht sicher, ob oder wie das Praxissemester in anderen BL umgesetzt ist.

    Entsprechend frage ich mich, ob die TE zuvor schon Praxis hatte oder einfache jetzt erst in der Schule im Unterricht landet und es quasi einen Praxisschock gibt (Schüler, Niveau).

    Ist das heute nicht mehr so? An den BBS endet das Ref. zum 30.4. oder zum 31.10.

    Zum einen endet das Ref ja nun mit den Sommerferien oder zum Ende des 1. Halbjahres. Entsprechend kann man sich zu sofort auf eine Stelle bewerben.

    Da es mehr Stellen als Bewerbende gibt, hat man genug Auswahl. Will man keine dieser Stellen annehmen, da man dann ja an dieser Schule (im Brennpunkt/ in der Botanik) relativ gebunden ist, kann man auch auf eine solche Stelle verzichten und dann eine Vertretungsstelle annehmen. Bezirk Lüneburg war schnell und hat diese schon online, in den anderen Bezirken werden sie sicher bald kommen - früher war das eher zu den Herbstferien so, jetzt sind aber nicht mal die Pflichtstunden besetzt, sodass die Freigabe der Vertretungsstellen eher erfolgt.

    Es ist aber bereits nach dem Lehramts-Bachelor möglich, Vertretungsstellen anzunehmen, nach dem Master auch. Wir hatten jetzt schon mehrere LiV, die das gemacht haben und dann mit Vorerfahrungen ins Ref gestartet sind.

    Zu meiner Ref-Schule würde man heute auch "Brennpunkt" sagen, für mein Ref war das trotzdem gut, weil das Team stimmte. Ja, das Niveau war niedrig, aber meines auch viel zu hoch nach dem Studium, und ich habe sehr schnell sehr viel über Differenzierung gelernt.

  • GHR300 - das Praxissemester in NDS für angehende Grund-/Haupt-/Realschullehrkräfte (GHR), in dem auch schon UB absolviert werden. Es kommt jemand von der Uni, das können aber auch Seminarleiter:innen sein - quasi eine Doppelfunktion.

    Ah, ok, danke! An den BBS gibt es ja (noch) gar kein Praxissemester, sondern unsere Student*innen haben weiterhin zwei mehrwöchige Schulpraktika (jeweils vier (?) Wochen im Bachelor- und im Masterstudium). Ich finde das zu wenig und hoffe, dass es bald geändert wird.

    Zum einen endet das Ref ja nun mit den Sommerferien oder zum Ende des 1. Halbjahres.

    Ach, stimmt ja, sorry! Ich hatte nicht mehr auf dem Schirm, dass die Ref.-Termin im allgemeinbildenden Bereich anders sind als im berufsbildenden.

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  • anni_d27 Bei den UBs bekommst du hoffentlich Tipps, was du verbessern könntest.

    In meinem Referendariat (GS und HS - also Klasse 1-9) sind vor vielen Jahren die Schüler sinnbildlich über Tische und Bänke gegangen. Schwierigkeiten hatte ich wenig entgegenzusetzen. Ich sah mit nicht einmal Mitte 20 noch extrem jung aus und das war in Bezug auf die Lehrerrolle eher ein Nachteil. Außerdem hatte ich, gerade aus einer kameradschaftlich orientierten Jugendarbeit kommend, an das Gute im Menschen und Gespräche auf Augenhöhe glaubend, Probleme mich mit der autoritäreren Lehrerrolle anzufreunden. Ich war an einer Schule mit schwierigem Einzugsgebiet.

    Fachlich war ich, glaube ich, gar nicht so schlecht, aber den Dreh für ein sinnvolles Classroommangement hatte ich nicht raus. Die Kollegen an der Schule trösteten mich und sagte, ihnen sei es im Ref genauso gegangen. Im Lauf der Jahre habe ich immer mehr dazugelernt, mich auch mit dem Thema befasst. 8 Jahre später hatte ich noch einmal eine sehr auffällige Klasse, die ich kaum bändigen konnte. Das war aber auch meine Unerfahrenheit, weil ich zum ersten Mal in dieser Jahrgangsstufe war. Nach 20 Jahren Lehrerdasein hätte man mir nicht geglaubt, dass ich als Referendarin so gut wie keinen Plan hatte, wie ich mit nicht erwarteten Situationen im Klassenzimmer umgehen soll.

    Was ich sagen will: Man lernt immer wieder dazu, wenn man versucht sich zu überlegen, wie man das nächste Mal auf eine Situation besser reagieren kann. Also muss man sich mit der Sache beschäftigen und sich seiner Lehrerrolle immer bewusster werden. Es geht darum, im Bereich Schule ein Standing zu haben, das für alle Seiten gut ist. Den eigenen Umgang mit Schülern bekommt man mit der Zeit raus. Man muss allerdings einiges ausprobieren und auch mit KollegInnen Gespräche führen, evtl. Fortbildungen machen, denn das, was man diesbezüglich im Studium lernt, ist zu wenig.

  • Ich kann kaum gute Methoden anwenden, da es die SuS sowieso nicht hinbekommen.

    Diese Einstellung solltest du dir ganz dringend für dein restliches weiteres Berufsleben ablegen, da es dich daran hindert, dein eigenes professionelles Handeln zu hinterfragen und zu verbessern. Wenn irgendwas nicht gut läuft, sind immer die Schüler schuld. Und das ist Quatsch.

  • Die Beobachtung "es ist kein Unterricht durchsetzbar" ist vermutlich das zentrale Element.

    Ich würde vermutlich in einer Hauptschulklasse auch erst einmal die Krise kriegen, genauso wie ich völlig befremdet vor vielen Jahren aus der Klasse meiner Frau kam (sie arbeitet an einer anderen Schulform), da die SchülerInnen völlig anders drauf waren als meine.

    Wenn ich als LAA(') mit in der Regel Gymnasialschullaufbahn an eine andere Schulform komme, nehme ich diese Erfahrung automatisch mit und bin zwangsläufig irritiert, wenn Klassen sich ganz anders verhalten als ich es selbst aus meiner Schulzeit kenne. (Die Gymnasialklassen von heute sind aber nun auch nicht mehr mit denen vor 20 oder 30 Jahren zu vergleichen.)

    Der Schlüssel ist eine nüchterne Analyse der Lernausgangslage und dann die Überlegung, was ist möglich, was nicht. Möglich ist grundsätzlich immer irgendetwas - und sei es auch von außen betrachtet noch so niedrig vom Niveau her. Dass die SuS' einen am Anfang austesten und ggf. auf Anti-Haltung gehen, ist normal. Wichtig ist es dann, im Vorfeld zu wissen, was man vor Ort an Möglichkeiten hat, um sich durchzusetzen. (Wie "mächtig" ist die Klassenleitung, wie kann die Abteilungsleitung helfen, was kann/wird die Schulleitung machen?)

    Und ganz wichtig. Man sollte sich niemals, wirklich niemals auf einen Machtkampf mit einem Schüler oder einer Schülerin einlassen, während die ganze Klasse als Publikum dabei ist. Das eskaliert schneller als man denkt und im schlimmsten Fall steht man metaphorisch mit heruntergelassenen Hosen da, weil man keine Unterstützung hat.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

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