• ... ich nehme eigentlich nichts persönlich, aber ein einfaches Danke (so wie ich es auch zur Schornsteinfegerin sage) fände ich schon schön!

    Wir haben den Eltern zu den Weihnachts- und Sommerferien eine kurze E-Mail mit Ferienwünschen geschrieben - KEINE Reaktion. Da war ich schon etwas irritiert und hätte zumindest von 2-3 Personen ein "Ihnen auch." erwartet. Aber wieder gelernt: erwarte nix.

  • Dieser tolle Name wurde mir letztens von einem 1,20m großen, verhaltensauffälligen Zweitklässler verliehen und ist keineswegs meine eigene Erfindung.

    Jedenfalls habe ich mir gedacht: Das ist originell, das gefällt mir, also warum nicht gleich einfach mal dabei bleiben. ; )

  • Ich finde auch, dass Dankbarkeit sehr selten geworden ist. Ich erwarte keine Geschenke, aber ein Danke wäre schon. Da kamen zwei Dankemails auf meine Feriengrüsse von 22 Schülern/Eltern. Andererseits hatte ich schon Klassen, die meine Arbeit sehr genau wahrgenommen und auch benannt und sich dafür bedankt haben.

  • Ich finde auch, dass Dankbarkeit sehr selten geworden ist. Ich erwarte keine Geschenke, aber ein Danke wäre schon. Da kamen zwei Dankemails auf meine Feriengrüsse von 22 Schülern/Eltern. Andererseits hatte ich schon Klassen, die meine Arbeit sehr genau wahrgenommen und auch benannt und sich dafür bedankt haben.

    Ja, da hast du recht. Wir haben im Klassenteam schon immer diese E-Mails geschrieben und oft Rückmeldung bekommen. Seit Jahren allerdings weniger und jetzt nicht mehr. So lassen wir es.

  • ... ich nehme eigentlich nichts persönlich, aber ein einfaches Danke (so wie ich es auch zur Schornsteinfegerin sage) fände ich schon schön!

    Wir haben den Eltern zu den Weihnachts- und Sommerferien eine kurze E-Mail mit Ferienwünschen geschrieben - KEINE Reaktion. Da war ich schon etwas irritiert und hätte zumindest von 2-3 Personen ein "Ihnen auch." erwartet. Aber wieder gelernt: erwarte nix.

    Jetzt muss ich wiederum aus Elternsicht einhaken: ich hätte nie erwartet, dass darauf eine Antwort folgen soll! Die Lehrerin würde 52 Antwortmails mit "Ihnen auch" bekommen. Eigentlich ist man doch im WhatsApp-Gruppenzeitalter bemüht, möglichst wenig Nachrichten zu generieren.

  • Jetzt muss ich wiederum aus Elternsicht einhaken: ich hätte nie erwartet, dass darauf eine Antwort folgen soll! Die Lehrerin würde 52 Antwortmails mit "Ihnen auch" bekommen. Eigentlich ist man doch im WhatsApp-Gruppenzeitalter bemüht, möglichst wenig Nachrichten zu generieren.

    Naja, ich bekomme ja auch nächtlich versendete Mails mit „dringenden“ Anfragen, Bitten, Informationen und dies soll bitte auch schnellstmöglichst beantwortet werden. Da hätte ich nichts gegen ein „Danke, Ihnen auch“.

    Ich hätte auch gerne direkt eine Information, wenn man etwas kritisch sieht oder hinterfragt, statt Gemecker in Elterngruppen. Einfachste Regeln der Kommunikation und der Höflichkeit. Aber das ist ein anderes Thema.

  • Jetzt muss ich wiederum aus Elternsicht einhaken: ich hätte nie erwartet, dass darauf eine Antwort folgen soll! Die Lehrerin würde 52 Antwortmails mit "Ihnen auch" bekommen. Eigentlich ist man doch im WhatsApp-Gruppenzeitalter bemüht, möglichst wenig Nachrichten zu generieren.

    Du hast nicht ganz unrecht, aber insbesondere bei den Familien, für die man sich richtig reingehängt hat, wäre eine Antwort nett. Im Umkehschluss: warum sollte ich als Lehrkarft den Eltern Grüße schicken? Weil ich nett bin... Mach ich einfach nicht mehr.

  • Wieso ist das ein anderes Thema? Es geht doch gerade um Erwartungen und was man als höflich empfindet.

    Auf eine "Schöne-Ferien-Mail" erwarte ich keine Antwort und hätte wirklich nicht gedacht, dass eine Kollegin darauf wartet. Das müsste dann schon eine persönliche Nachricht an mich sein.

    Alles andere sind Info-Mails wie im Rest des Jahres auch, da will auch keiner "ah ja gut, dann gebe ich morgen 3€ mit" lesen.

  • Wie viele (unfreundliche) Mails bekommt ihr eigentlich im Schnitt?

    Ich hab ja verhältnismäßig wenige SuS und einige Eltern haben keine Mailadressen, ich kenne das Problem glücklicherweise tatsächlich nicht.

  • Wieso ist das ein anderes Thema? Es geht doch gerade um Erwartungen und was man als höflich empfindet.

    Weil es ursprünglich um Dank ging.

    Auf eine "Schöne-Ferien-Mail" erwarte ich keine Antwort und hätte wirklich nicht gedacht, dass eine Kollegin darauf wartet. Das müsste dann schon eine persönliche Nachricht an mich sein.

    Da werde ich auch nicht die Einzige sein. Aber man lernt ja (leider) mit den Jahren, dass Dank, Lob und Wertschätzung anders wahrgenommen werden. Dadurch bekommt die eigene Höflichkeit keinen Abbruch, aber der Lernprozess war für mich persönlich nicht der sanfteste. 🙃

  • Es ist wirklich auch eine individuelle Frage, was man als höflich empfindet. Eine Massenmail ist für mich nicht Ausdruck tiefer Zuneigung sondern halt eine nett gemeinte Grußformel.

    Oder gehen Eltern grußlos an dir vorbei, wenn du sie persönlich ansprichst und fragst, wie es ihnen geht und ob sie in Urlaub fahren können? Das fänd ich dann unhöflich.

  • Quittengelee

    Jetzt, wo du fragst: bei der Anzahl an sinnfreien E-Mails, die ich tagtäglich bekomme, hätte ich tatsächlich gedacht, dass sich entsprechende Eltern mit "Danke, Ihnen auch" keinen Zacken aus der Krone brechen. Und bis vor einigen Jahren habe ich es auch so erlebt.

  • Ich finde auch, dass Dankbarkeit sehr selten geworden ist.

    Warum sollen sich Eltern dafür bedanken, dass du deine Arbeit ordentlich machst? Ich benötige dafür wirklich keinen Dank.

  • Oder gehen Eltern grußlos an dir vorbei, wenn du sie persönlich ansprichst und fragst, wie es ihnen geht und ob sie in Urlaub fahren können? Das fänd ich dann unhöflich.

    Nein, das tun sie nicht. Aber der Vergleich hinkt etwas.

    Jetzt, wo du fragst: bei der Anzahl an sinnfreien E-Mails, die ich tagtäglich bekomme, hätte ich tatsächlich gedacht, dass sich entsprechende Eltern mit "Danke, Ihnen auch" keinen Zacken aus der Krone brechen. Und bis vor einigen Jahren habe ich es auch so erlebt.

    Genau das.

  • Es ist wirklich auch eine individuelle Frage, was man als höflich empfindet. Eine Massenmail ist für mich nicht Ausdruck tiefer Zuneigung sondern halt eine nett gemeinte Grußformel.

    Oder gehen Eltern grußlos an dir vorbei, wenn du sie persönlich ansprichst und fragst, wie es ihnen geht und ob sie in Urlaub fahren können? Das fänd ich dann unhöflich.

    Von tiefer Zuneigung distanziere ich mich ganz bestimmt, einen netten Gruß als Rückmeldung empfinde ich individuell eben als höflich (und handhabe es als Mutter ebenso).

  • Vermutlich ist hier eher Wertschätzung gemeint?!

    Das eine wäre ein „Danke, gleichfalls.“ bei dem Gruß zu den Ferien. Das andere eine Wertschätzung der Arbeit für das Kind und eventuell sogar Dankbarkeit, wenn man über seine „Pflichten“ hinaus arbeitet.

  • Aber müsste die Dankbarkeit nicht eher von Dienstherr bzw. Schulleitung kommen? Ich glaube, hier wird eine privatwirtschaftlich nachvollziehbare Sichtweise auf den öffentlichen Dienst angewandt und das kann so nicht funktionieren.

  • Das kann man so oder so sehen.
    Ich bin einem Arzt dankbar, wenn er meinen Sohn behandelt bzw. "heilt". Dafür erstellt er eine Rechnung, die ich bezahle. Muss/soll ich ihm deshalb auch noch einen Präsentkorb überreichen? (OK, wir stecken jedes Jahr etwas in das Sparschwein auf dem Tresen, das der gesamten Belegschaft zugute kommt...)

    Ich erwarte keine Dankbarkeit der Eltern. Und manchmal kommt diese Dankbarkeit erst Monate oder Jahre später, dafür aber umso tiefer. Das wirkt mitunter nachhaltiger als eine - ich überspitzt - ritualisierte Dankbarkeit am Ende eines jeden Schuljahres.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Wenn ein Arzt jemanden aus meiner Familie behandelt, ihn sogar heilt, bedanke ich mich für seine Arbeit. Wenn er es nicht schafft, bedanke ich mich für sein Bemühen. Ziemlich plastisch ausgedrückt jetzt.

    Wir arbeiten am Menschen, wir arbeiten individuell und im besten Fall unter Einsatz unserer Energie und unserer Zeit, weil das eben kein „Bürojob“ ist. Auch das überspitzt ausgedrückt. Das Wort Danke ist ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, das ist nicht zu viel verlangt.

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